| Zeile 8: |
Zeile 8: |
| | Eine Kur kann man sich auch jederzeit privat finanzieren und als Kurgast in seinen Urlaub seine Gesundheit gezielt stärken oder durch die Kur auf die Linderung bei z. B. bei altersbedingten Beschwerden zusätzlich einzuwirken. Der Anteil der privat zahlenden Kurgäste ist - trotz Sozialversicherung - auch heute sehr beachtlich. | | Eine Kur kann man sich auch jederzeit privat finanzieren und als Kurgast in seinen Urlaub seine Gesundheit gezielt stärken oder durch die Kur auf die Linderung bei z. B. bei altersbedingten Beschwerden zusätzlich einzuwirken. Der Anteil der privat zahlenden Kurgäste ist - trotz Sozialversicherung - auch heute sehr beachtlich. |
| | | | |
| − | Alle Anwendungen in einer Kur dürfen nur auf ''ärztliche Anordnung'' und unter „ärztlicher Aufsicht“ angewendet werden. Daher werden Kurmittel bzw. Heilmittel in der Regel in [[Kuranstalt]] oder zumindest einem Kurmittelhaus zur Anwendung gebracht, weil dort ärztliche Aufsicht und falls nötig Erste Hilfe <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Erste_Hilfe de.wikipedia.org/ Erste Hilfe]</ref> gewährleistet ist. | + | Alle Anwendungen in einer Kur dürfen nur auf ''ärztliche Anordnung'' und unter „ärztlicher Aufsicht“ angewendet werden. Daher werden Kurmittel bzw. Heilmittel in der Regel in [[Kuranstalt]] oder zumindest einem Kurmittelhaus zur Anwendung gebracht, weil dort ärztliche Aufsicht und falls nötig Erste Hilfe gewährleistet ist. |
| − | | |
| − | <!-- Die Kur ist ein sog. ''"Anschluss-Heilverfahren"'', welches im Zusammenhang mit einer medizinisch notwendigen Behandlung nach Krankheit oder Unfall als Leistung der Krankenversicherung (§ 155 ASVG), der Unfallversicherung (§ 189 ASVG) oder der Pensionsversicherung (§ 307d ASVG) durchgeführt wird, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern oder die Folgen der Krankheit zu erleichtern, die Gesundheit nach Unfallbehandlung wiederherzustellen oder zu festigen oder nur als Gesundheitsvorsorge des Sozialversicherungsträgers, jeweils unter Bedachtnahme auf ihre finanzielle Leistungsfähigkeit und auf die Auslastung der zur Verfügung stehenden Einrichtungen.
| |
| − | | |
| − | Eine Kur kann man sich auch jederzeit privat finanzieren und als Kurgast in seinen Urlaub seine Gesundheit gezielt stärken oder durch die Kur auf die Linderung bei z. B. bei altersbedingten Beschwerden zusätzlich einzuwirken. Der Anteil der privat zahlenden Kurgäste ist - trotz Sozialversicherung - auch heute sehr beachtlich.
| |
| − | | |
| − | Alle Anwendungen in einer Kur müssen in einer [[Kuranstalt]] oder zumindest einem Kurmittelhaus erfolgen, damit eine ärztliche Aufsicht und falls nötig erste Hilfe gewährleistet ist.-->
| |
| | | | |
| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | ====Allgemeines==== | + | === Die Anfänge im Land Salzburg=== |
| − | [[1492]] stiftet 'Conrad Strochner' ein 'Armenpad' bzw 'Badespital' und begründet die heute noch tätige [[Stiftung Kurtherme Badehospiz Bad Gastein]]. | + | Das "[[Bad Fusch|Bad in der Fusch]]" am Ende der etwa vier Kilometer langen ''Badstraße'' im [[Weichselbachtal]] war schon im [[15. Jahrhundert]] im [[Pinzgau]] für seine heilende Wirkung bekannt. Er war einst nach [[Bad Gastein]] der bekannteste Kurort Salzburgs. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] kam der Kurbetrieb jedoch zum Erliegen, wodurch die Ortschaft verfiel. |
| − | | |
| − | [[1820]] erreichte die Nutzung von [[Thermalquellen]] zum Zweck der Kur in [[Bad Gastein]] im [[Gasteinertal]] erstmals Bedeutung. | |
| | | | |
| − | [[1823]] ließ der Wiener Arzt Dr. Franz Wirer, das erste Solebad in [[Bad Ischl]] errichten und zwei Jahre später konnte Ischl die ersten prominenten Gäste begrüßen: den Bischof von Olmütz, der ein Bruder von Kaiser [[Franz Joseph I.]] war und Kaiser [[Franz I.]], von Österreich. | + | [[1492]] stiftet [[Conrad Strochner]] ein '[[Armenbadspital in Wildbadgastein|Armenpad]]', ein 'Badespital' und begründet die heute noch tätige [[Stiftung Kurtherme Badehospiz Bad Gastein]] im [[Gasteinertal]]. [[1820]] erreichte die Nutzung von [[Thermalquellen]] zum Zweck der Kur in [[Bad Gastein]] erstmals Bedeutung. |
| | | | |
| − | Die Eltern des späteren Kaisers, Erzherzog Franz Karl und Prinzessin Sophie von Bayern, waren kinderlos. Auf Anraten ihres Arztes kurten sie in Mineralsolebäder in Bad Ischl. Diese Kur war so erfolgreich, dass sich daraufhin der erste Nachwuchs einstellte, die so genannten drei Salzprinzen. Der erste Sohn war der spätere Kaiser Franz Joseph I. Er und seine Brüder wurden die Salzprinzen genannt, weil sie dem Ischler Salzwasser das Leben verdankten. Ischl wurde kaiserliche Sommerresidenz. | + | === Die Anfänge im Salzkammergut === |
| | + | [[1823]] ließ der Wiener Arzt Dr. Franz Wirer, das erste [[Sole]]<nowiki>bad</nowiki> in [[Bad Ischl]] errichten und zwei Jahre später konnte Ischl die ersten prominenten Gäste begrüßen: den Bischof von Olmütz, der ein Bruder von Kaiser [[Franz Joseph I.]] war und Kaiser [[Franz I.]] von Österreich. Die Eltern des späteren Kaisers, Erzherzog Franz Karl und Prinzessin Sophie von Bayern, waren kinderlos. Auf Anraten ihres Arztes kurten sie in Mineralsolebäder in Bad Ischl. Diese Kur war so erfolgreich, dass sich daraufhin der erste Nachwuchs einstellte, die so genannten drei Salzprinzen. Der erste Sohn war der spätere Kaiser Franz Joseph I. Er und seine Brüder wurden die Salzprinzen genannt, weil sie dem Ischler Salzwasser das Leben verdankten. Ischl wurde kaiserliche Sommerresidenz. |
| | | | |
| − | ====In der Stadt Salzburg==== | + | ===Die Anfänge in der Stadt Salzburg==== |
| − | Um [[1900]] gab es in der Stadt Salzburg neben den [[Salzburger Badehäuser|städtischen Badeanstalten]], die kalte und warme Bäder, so genannte ''Douchen'', ''römisch-irische Luft- und russische Dampfbäder'' sowie Kneippkuren anboten, auch die ''Wasserheilanstalten Gfrerer'' an der [[Franz-Josef-Straße]], ''Dr. Breyer'' in [[Parsch]], die ''[[Torfstechen|Torf]]-Moor-Bade- und Heilanstalten Woska'' und ''Schlaf'' in [[Schallmoos]] und das [[Kuranstalt Kreuzbrückl]] in [[Maxglan]].
| + | Am [[3. Mai]] [[1868]] wurde das „''[[Kurhaus Salzburg|Actien-Badehaus]]''“ im [[Kurpark (Salzburg)|Kurpark]] neben dem [[Schloss Mirabell]] eröffnet. |
| | | | |
| − | Die Stadthotels ''Hotel zum Goldenen Horn'' und die ''[[Hotel Blaue Gans|Blaue Gans]]'' hatten sogar einen täglichen Omnibusdienst zur Moorbadeanstalt [[Marienbad]] in [[Leopoldskron-Moos]] für ihre Gäste angeboten. Auch das [[Hôtel de l'Europe]] am [[Salzburger Hauptbahnhof]] hatte eine eigene Badeanstalt. ''Holzingers Badehaus'' in [[Mülln]] und die ''Kaltbadeanstalt Kogler'' rundeten das Kur- und Badeangebot in der Stadt Salzburg ab.
| + | Um [[1900]] gab es in der [[Stadt Salzburg]] neben den [[Salzburger Badehäuser|städtischen Badeanstalten]], die kalte und warme Bäder, so genannte ''Douchen'', ''römisch-irische Luft- und russische Dampfbäder'' sowie Kneippkuren anboten, auch die ''Wasserheilanstalten Gfrerer'' an der [[Franz-Josef-Straße]], das [[Sanatorium Breyer]] in [[Parsch]], die ''[[Torfstechen|Torf]]-Moor-Bade- und Heilanstalten Woska'' und ''Schlaf'' in [[Schallmoos]] und das [[Kuranstalt Kreuzbrückl]] in [[Maxglan]]. |
| | | | |
| − | ====Im Land Salzburg====
| + | Die Stadthotels ''Hotel zum Goldenen Horn'' und die [[Hotel Blaue Gans|Blaue Gans]] hatten sogar einen täglichen Omnibusdienst zur Moorbadeanstalt [[Marienbad]] in [[Leopoldskroner Moos]] für ihre Gäste angeboten. Auch das [[Hôtel de l'Europe]] am [[Salzburger Hauptbahnhof]] hatte eine eigene Badeanstalt. ''Holzingers Badehaus'' in [[Mülln]] und die ''Kaltbadeanstalt Kogler'' rundeten das Kur- und Badeangebot in der Stadt Salzburg ab. |
| − | Der bereits im [[15. Jahrhundert]] bekannte, im [[Weichselbachtal]] gelegene, Höhenkurort [[Bad Fusch]] war einst nach [[Bad Gastein]] der bekannteste Kurort Salzburgs. Während des Zweiten Weltkriegs kam der Kurbetrieb jedoch zum Erliegen, wodurch die Ortschaft verfiel.
| |
| | | | |
| | ==Heilquellen== | | ==Heilquellen== |