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==Geschichte==
 
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Zwischen 1868 und 1879 sind in der Stadt Salzburg drei kleine Schach-Stadtturniere in Cafe´s am Platzl (Linzergasse) dokumentiert und wird im Oktober 1868 "ein Schachklub" mit etlichen Spielern in der Zeitung erwähnt. Anzunehmen ist, dass auch zwischen durch gespielt wurde. Dann gibt es eine Lücke.  
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Zwischen 1868 und 1879 sind in der Stadt Salzburg drei kleine Stadtturniere in Cafe´s am Platzl (Linzergasse) dokumentiert und wird im Oktober 1868 "ein Schachklub" mit etlichen Spielern in der Zeitung erwähnt. Dann gibt es eine Lücke.  
Das Schachspiel in der Stadt Salzburg verlagert sich nach dem Bahnbau 1875 vor allem in den 1890ern und der aufkommenden wirtschaftlichen Entwicklung in neu errichtete Cafe´s in die Neustadt an der heutigen Rainerstrasse. In den Cafe´s trifft sich das Bürgertum, höhere Beamte, Gewerbetreibende, Künstler. Zeitungslesen, Billard und Spiele prägen diese Kultur.
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Das Schachspiel in der Stadt Salzburg verlagert sich nach dem Bahnbau 1875 vor allem in den 1890er Jahren und der aufkommenden wirtschaftlichen Entwicklung in ein neu errichtetes Cafe in der Neustadt an der heutigen Rainerstrasse. In den Cafe´s trifft sich das Bürgertum, höhere Beamte, Gewerbetreibende, Künstler. Zeitungslesen, Billard und Spiele prägen diese Kultur.
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Im Frühjahr 1910, im Jahr des WM-Kampfes zwischen  Dr. Emanuel Lasker und dem Österreicher Schlechter, wird die Salzburger Schachgesellschaft offiziell nach dem inoffiziellen Vorgänger im Cafe Krimmel, bzw. im Hotel Mirabell gegründet und finden im Juni und Herbst 1910 Mannschaftskämpfe gegen das bayrische Traunstein (und später gegen Trostberg) statt. GM R. Spielmann wird dazu engagiert.  
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Im Frühjahr 1910, im Jahr des WM-Kampfes zwischen  Dr. Emanuel Lasker und dem Österreicher Schlechter, wird die Salzburger Schachgesellschaft offiziell nach dem inoffiziellen Vorgänger im Cafe Krimmel, bzw. im Hotel Mirabell gegründet und finden im Juni und Herbst 1910 Mannschaftskämpfe gegen das bayrische Traunstein (und später gegen Trostberg) statt. Großmeister R. Spielmann wird dazu engagiert.  
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Gegen diese Bayern wird oftmals gekämpft, auch 2x gegen Wels, solange es in Salzburg noch keine anderen Klubs gibt. Diese Klubs in den Stadtteilen, bzw. Gemeinden, Maxglan, Itzling und Lehen, und auch ein Schachzirkel in St. Johann i. Pongau folgen Anfang bis Mitte der 1930er. 1909 wird auch schon in Tamsweg (Lungau) eine vermutlich kurze Schachvereinsgründung beim Gasthaus Brandl aus wenigen Spielern zeitungsmäßig erwähnt.
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Gegen diese Bayern wird oftmals gekämpft, auch 2x gegen Wels, solange es in Salzburg noch keine anderen Klubs gibt.  
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Diese Klubs in den Stadtteilen, bzw. Gemeinden, Maxglan, Itzling und Lehen, und auch ein Schachzirkel in St. Johann i. Pongau folgen Anfang bis Mitte der 1930er. 1909 wird auch schon in Tamsweg (Lungau) eine vermutlich kurze Schachvereinsgründung beim Gasthaus Brandl aus wenigen Spielern zeitungsmäßig erwähnt.
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Ab 1923 gibt es  eine kleine Schachgruppe, dem ATSV nahe, in Bischofshofen mit August Maggi und Jakobek.
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Ab Oktober 1923 wird das Cafe Mozart in Salzburg-Getreidgasse nach mehreren Wechseln ein Schachcafe´und Sitz der Schachgesellschaft und wird auch aktuell täglich spätnachmittags, außer Wochenende, dort gespielt.
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Erster Salzburger Landesmeister, damals noch ohne offiziellem Landesverband, wurde im November 1925 im Cafe´ Mozart- zur Überraschung der Stadtsalzburger- der Bischofshofner Eisenbahner August Maggi (1885-1973). Als "homum novum" (neuer Mensch) in der Presse bezeichnet. A. Maggi, der von der Grazer Schachgesellschaft her kam, spielt dann auch 1926 gegen den österreichischen Staatsmeister, den Wiener SR Wolff, immerhin ein beachtliches remis.
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Früher wurden auch gern Korrespondenz-(Beratungs) -Schachpartien zwischen Schachgesellschaften von Städten gespielt.
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1910 bis in die 1930er sind Alois Laschensky, Willhem Ullrich, Walter Kolneder und in den 1930ern Karl Mayr die besten heimischen Spieler.
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Stärkster Spieler der Salzburger Schachgesellschaft Anfang der 1920er Jahre und international angesehen, war der aus Teschen zugewanderte Bauunternehmer, Schachtheoretiker, Korrespondenzschachspieler und Problemkomponist Franz Motzko (1868-1929; Motzko Variante in der Spanischen Eröffnung).
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In der ersten Republik fanden ab 1936 Meisterschaft zwischen den damaligen drei Vereinen in der Stadt Salzburg, die Schachgesellschaft, Maxglan und Itzling (organisiert durch eine Arbeitsgemeinschaft) statt.
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Am [[1. Juli]] [[1947]] wird nach dem 2. Weltkrieg die inoffizielle Landesgruppe Salzburg gegründet und erfolgte der Beitritt zum ÖSB. 1947 fand auch ein WM-Aljechin Erinnerungsturnier statt.  
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Ab 1923 gibt es  eine kleine Schachgruppe, dem ATSV nahe, in Bischofshofen mit August Maggi und Jakobek.
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Der Landesverband wird offiziell [[1950]] anfangs mit sechs Mitgliedern ( Vereinen, bzw. Sektionen) gegründet: Mozart, Schachgesellschaft (SSG), Amateure-Itzling (dann ASV), Schachklub Bischofshofen, St. Johann und Zell am See.  
Ab Oktober 1923 wird das Cafe Mozart in Salzburg-Getreidgasse nach mehreren Wechseln ein Schachcafe´und Sitz der Schachgesellschaft und wird auch aktuell täglich spätnachmittags, außer Wochenende dort gespielt.
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Erster Salzburger Landesmeister -noch ohne offiziellem Landesverband- wurde im November 1925 im Cafe´ Mozart-zur Überraschung der Stadtsalzburger- der Bischofshofner Eisenbahner August Maggi (1885-1973), als "homum novum" in der Presse bezeichnet. A. Maggi, der von der Grazer Schachgesellschaft her kam, spielt dann auch 1926 gegen den österr. Staatsmeister, den Wiener SR Wolff immerhin ein beachtliches remis.
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Seit [[1950]] läuft die Salzburger Mannschaftsmeisterschaft. 1953/1954 erfolgt Teilnahme am Mitropa-und Westropacup.
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DI Erich Flir, Walter Wöll von Mozart und Georg Berner (Amateure Itzling) sind in den 1950ern die besten Spieler.  
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Im Mozart wurden auch Korrespondenz-(Beratungs-)schachpartien zwischen Schachgesellschaften von Städten gespielt.  
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1950 teilte sich die Schachgesellschaft in die Spielstätten Cafe Posthof und Cafe Mozart.
Stärkster Spieler der Salzburger Schachgesellschaft Anfang der 1920-er Jahre und international angesehen, war der aus Teschen zugewanderte Bauunternehmer, Schachtheoretiker, Korrespondenzschachspieler und Problemkomponist Franz Motzko (1868-1929; Motzko Variante in der Spanischen Eröffnung).  
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In den 1970ern prägen W. Klimitschek, H. Peterwagner, und die Ranshofner J.Ager und W. Hackbarth das Schach, um nur einige gute zu nennen. Im Cafe´Mozart wird vor allem Blitzschach gespielt. Im Turnierschach entwickelt sich das Elosystem, eine variierende Messung der Spielstärken.
In der ersten Republik fanden ab 1936 Meisterschaften zwischen den damaligen drei Vereinen in der Stadt Salzburg (organisiert durch eine Arbeitsgemeinschaft) statt.
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Am [[1. Juli]] [[1947]] wird nach dem 2. Weltkrieg die inoffizielle Landesgruppe Salzburg gegründet und erfolgte der Beitritt zum ÖSB. Der Landesverband wird offiziell [[1950]] anfangs mit sechs Mitgliedern ( Vereinen bzw. Sektionen) gegründet (Mozart, Schachgesellschaft (SSG), Amateure-Itzling (dann ASV), Schachklub Bischofshofen, St. Johann und Zell am See).  
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Gespielt wurde Schach privat und in Spielzirkeln auch zur Mozartzeit und später in den Kaffeehäusern gelegentlich immer schon. Auch die Arbeiterschaft hat oft in Kantinen und Gasthäusern gern Karten, aber auch Schach gespielt. Es wurde aber füher kaum etwas aufgezeichnet.  
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Seit [[1950]] läuft die Salzburger Mannschaftsmeisterschaft. 1953/1954 erfolgt Teilnahme am Mitropacup. DI Erich Flir, Walter Wöll von Mozart u. Georg Berner (Amateure Itzling) sind in den 1950ern die besten Spieler.  
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Schach ist interdisziplinär und beinhaltet sowohl sportliche, künstlerische, kulturelle wie wissenschaftliche Atribute.
1950 teilte sich die Schachgesellschaft in die Spielstätten Cafe Posthof und Cafe Mozart.
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Erst die erhöhte Mobilität, der zunehmende Wettkampfcharakter, formale Strukturen der Zeitkontrolle und Turnierformen führten dann zu juristischen und sportlichen Organisationsformen und zum jetzigen Schachsport.  
In den 1970er prägen W. Klimitschek, H. Peterwagner, und die Ranshofner J.Ager und W. Hackbarth das Schach, um nur einige zu nennen.
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Gespielt wurde Schach privat und in Spielzirkeln vor und insbesondere zur Mozartzeit und später in den Kaffeehäusern aber gelegentlich immer schon, auch in Arbeiterkreisen. Die Arbeiterschaft hat oft in Kantinen und kleineren Lokalen Karten aber auch Schach gespielt, es wurde aber füher kaum etwas darüber aufgezeichnet.  
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Einige gute Salzburger Spieler:
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Stärkster Salzburger Spieler war bisher Josef Klinger (jun.) aus St. Johann i.P., der 1985 den IM Titel (Internationaler Meister) und 1988 sogar den Grad eines IGM (Internationaler Großmeister) errungen hat. Seine besten Erfolge (2520 Elo, Dritter der Jugendweltmeisterschaft 1985 und mehrere große internationale Turniersiege, 3x Zürich, Berlin, Biel, Bad Wörishofen, Werfen, 1985 und 1993 Staatsmeister, ...) errang er Mitte der 1980er- Anfang der 1990er Jahre, verlegte sich dann aber auf das Profi-Pokern.
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Die gebürtige Tamswegerin, IM Eva Moser (später Kärnterin/nun Grazerin) ist Internationale Meisterin der allgemeinen Klasse mit ca. 2440 ELO (und WGM bei den Damen).
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Zudem überwog in den ländlichen Gegenden mehr das Kartenspiel. Erst die erhöhte Mobilität, der zunehmende Wettkampfcharakter formale Strukturen der Zeitkontrolle und Turnierformen führten dann zu juristischen und sportlichen Organisationsformen und führte dies zum jetzigen Schachsport.  
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Salzburg hat zudem bislang sechs Meister des Weltschachbundes (FM, FIDE-Meister), einige nationale Meisterspieler (NM) und 2 CM (Meisterkandidaten) hervorgebracht.  
Schach ist allerdings interdiziplinär und beinhaltet sowohl sportliche, künstlerische, kulturelle wie wissenschaftliche Atribute.
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Höchste Elozahlen: H. Herndl (2380), R. Hanel (2375), F. Hager (2340), J. Kraschl (Jugendstaatsmeister), E. Schöppl und J. Fischer (Grazer Stadtmeister 1982) je ca. 2310, CM: A. Hinteregger, R. Scheiblmeier.
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Stärkster Salzburger Spieler war bisher Josef Klinger (jun.) aus St. Johann i.P., der 1985 den IM Titel (Internationaler Meister) und 1988 sogar den Grad eines IGM (Internationaler Großmeister) errungen hat. Seine besten Erfolge (2520 El0, Dritter der Jugendweltmeisterschaft 1985 und mehrere große internationale Turniersiege, 3x Zürich, Berlin, Biel, Bad Wörishofen, Werfen, 1985 und 1993 Staatsmeister, ...) errang er Mitte der 1980-er- Anf. 1990-er Jahre, verlegte sich dann aber auf das Profi-Pokern.
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News 2015:
Die gebürtige Tamswegerin Eva Moser (später Kärnterin/nun Grazerin) ist Internationale Meisterin der allgemeinen Klasse mit ca. 2440 ELO (IM und WGM bei den Damen).
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Im Jugendschach der Mädchen konnte Magdalena Möringer für Salzburg bereits 6! goldene Jugend-Staatsmeistertitel erringen (zuletzt 2015 in der U-12), ihre Schwester Miriam wurde Dritte der U-14 (2015).
Salzburg hat zudem bislang sechs Meister des Weltschachbundes (FIDE-Meister), einige nationale Meisterspieler (NM) und 2 CM (Meisterkandidaten) hervorgebracht. Beste Elozahl: H. Herndl (2380), R. Hanel (2375), F. Hager (2340), Kraschl, Schöppl und Fischer je ca. 2310, CM: Hinteregger, Scheiblmeier.
      
Jährlich finden im Sommer internationale Turniere im Bundesland statt:
 
Jährlich finden im Sommer internationale Turniere im Bundesland statt:
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