| | Die Kirche in Marzoll wurde in der [[Notitia Arnonis]], dem Salzburger Güterverzeichnis von 788/790 erstmals genannt. Um [[1140]] entstand ein romanischer Neubau. Nach dem Abbruch der romanischen Apsis errichtete man einen gotischen Chor, der in der Folgezeit als Grablege für das [[Geschlecht der Fröschl]] diente. [[Johann II. Ebser]], Bischof von Chiemsee, weihte das fertig gestellte Gotteshaus [[1437]] dem heiligen Valentin von Terni. Zuvor war es wohl dem heiligen Valentin von Rätien geweiht, da in Marzoll früher das Patrozinium an dessen Festtag, dem [[7. Jänner]] gefeiert wurde. Ende des [[15. Jahrhundert]]s wurde das Langhaus eingewölbt, das große Nordportal eingefügt und der Turm mit einem hohen gotischen Spitzhelm errichtet. | | Die Kirche in Marzoll wurde in der [[Notitia Arnonis]], dem Salzburger Güterverzeichnis von 788/790 erstmals genannt. Um [[1140]] entstand ein romanischer Neubau. Nach dem Abbruch der romanischen Apsis errichtete man einen gotischen Chor, der in der Folgezeit als Grablege für das [[Geschlecht der Fröschl]] diente. [[Johann II. Ebser]], Bischof von Chiemsee, weihte das fertig gestellte Gotteshaus [[1437]] dem heiligen Valentin von Terni. Zuvor war es wohl dem heiligen Valentin von Rätien geweiht, da in Marzoll früher das Patrozinium an dessen Festtag, dem [[7. Jänner]] gefeiert wurde. Ende des [[15. Jahrhundert]]s wurde das Langhaus eingewölbt, das große Nordportal eingefügt und der Turm mit einem hohen gotischen Spitzhelm errichtet. |
| − | Der Beginn der bedeutenden Wallfahrt zum Heiligen Valentin in der Marzoller Kirche geht auf ein Wunder im Jahre [[1496]] zurück, bei dem ein Kind aus [[Thalgau]] von der Epilepsie geheilt worden sein soll. Die meisten Wallfahrer kamen aus salzburgischen Orten der näheren und weiteren Umgebung, aus [[Wals]], [[Piding]], [[Ainring]] und [[Bergheim]], auch aus [[Salzburghofen]], [[Saaldorf]], [[Anthering]] und Thalgau. Die Wallfahrt, bei der vor allem lebende schwarze Hennen geopfert wurden, erreichte im 17. und [[18. Jahrhundert]] ihre höchste Blüte und kam nach der Aufklärung zum Erliegen. | + | Der Beginn der bedeutenden Wallfahrt zum Heiligen Valentin in der Marzoller Kirche geht auf ein Wunder im Jahre [[1496]] zurück, bei dem ein Kind aus [[Thalgau]] von der Epilepsie geheilt worden sein soll. Die meisten Wallfahrer kamen aus salzburgischen Orten der näheren und weiteren Umgebung, aus [[Wals]], [[Piding]], [[Ainring]] und [[Bergheim]], auch aus [[Salzburghofen]], [[Saaldorf-Surheim]], [[Anthering]] und Thalgau. Die Wallfahrt, bei der vor allem lebende schwarze Hennen geopfert wurden, erreichte im 17. und [[18. Jahrhundert]] ihre höchste Blüte und kam nach der Aufklärung zum Erliegen. |
| | In den Jahren [[1714]]/[[1715]] erfolgte an der Nordseite der Anbau der Sakristei, der Vorhalle und der Oratorien (Logen) für die Schlossherrschaft. Möglicherweise hatte die Familie [[Lasser von Lasseregg]] auf [[Schloss Marzoll]] den Bau der Oratorien veranlasst. [[1729]] stellte man einen barocken Hochaltar auf. Der Spitzhelm des Turms musste [[1746]]-[[1748]] der barocken Zwiebelhaube weichen. Von [[1747]] bis [[1750]] wurde der Innenraum im [[Rokoko]]stil umgestaltet. | | In den Jahren [[1714]]/[[1715]] erfolgte an der Nordseite der Anbau der Sakristei, der Vorhalle und der Oratorien (Logen) für die Schlossherrschaft. Möglicherweise hatte die Familie [[Lasser von Lasseregg]] auf [[Schloss Marzoll]] den Bau der Oratorien veranlasst. [[1729]] stellte man einen barocken Hochaltar auf. Der Spitzhelm des Turms musste [[1746]]-[[1748]] der barocken Zwiebelhaube weichen. Von [[1747]] bis [[1750]] wurde der Innenraum im [[Rokoko]]stil umgestaltet. |