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| | [[Bild:Universitaetskirche_2.jpg|thumb|Die Kollegienkirche vom [[Kapuzinerberg]] aus gesehen]] | | [[Bild:Universitaetskirche_2.jpg|thumb|Die Kollegienkirche vom [[Kapuzinerberg]] aus gesehen]] |
| − | Die '''Kollegienkirche''', auch '''Universitätskirche''' genannt, ist eine der Universität Salzburg und den Wissenschaften gewidmete Kirche. | + | Die '''Kollegienkirche''', auch '''Universitätskirche''' genannt, ist eine der [[Universität Salzburg]] und den Wissenschaften gewidmete Kirche. Sie steht unter [[Denkmalschutz]]. |
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| | == Lage == | | == Lage == |
| | Die Kollegienkirche steht am heutigen [[Universitätsplatz]] in unmittelbarer Nachbarschaft zur [[Alte Universität|Alten Universität]], in der Salzburger [[Altstadt]] auf dem Gebiet der ehemaligen [[Fürstenstadt]]. Ihr Standort ist mit bedacht gewählt und die Achsenwirkung erst aus dem Stand der Stadtentwicklung ihrer Errichtungszeit verständlich. Die kurze Achse ist nach Osten zum Dom gerichtet, die lange Achse nach Norden in Richtung der [[Linzer Gasse]]. Wer Salzburg - damals wie heute - aus dieser Richtung kommend betritt, sieht vom [[Platzl]] zuerst die Kollegienkirche und dann den [[Dom]], deren besondere Architektur zusammen das Stadtbild maßgeblich charakterisieren. | | Die Kollegienkirche steht am heutigen [[Universitätsplatz]] in unmittelbarer Nachbarschaft zur [[Alte Universität|Alten Universität]], in der Salzburger [[Altstadt]] auf dem Gebiet der ehemaligen [[Fürstenstadt]]. Ihr Standort ist mit bedacht gewählt und die Achsenwirkung erst aus dem Stand der Stadtentwicklung ihrer Errichtungszeit verständlich. Die kurze Achse ist nach Osten zum Dom gerichtet, die lange Achse nach Norden in Richtung der [[Linzer Gasse]]. Wer Salzburg - damals wie heute - aus dieser Richtung kommend betritt, sieht vom [[Platzl]] zuerst die Kollegienkirche und dann den [[Dom]], deren besondere Architektur zusammen das Stadtbild maßgeblich charakterisieren. |
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| − | == Errichtung == | + | == Geschichte== |
| − | [[Fürsterzbischof]] [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]], der „Stifter“, setzte gegen manche Widerstände den lang geplanten Kirchenbau um, indem er am [[6. Dezember]] [[1694]] ein Baudekret erließ, womit er die Voraussetzung zu einer eigenen Kirche für die seit [[1620]] in Salzburg tätige [[Benediktineruniversität]] schuf. Finanziert wurde der Kirchenbau aus Gewinnen von Spekulationsgeschäften mit dem Handel von Peffer. Die Bauarbeiten begannen nach der Grundsteinlegung am [[6. Mai]] [[1696]] <ref>[[Salzburger Nachrichten]] (Karl-Heinz Ritschel), 23. Februar 2008</ref>. Am [[20. November]] [[1707]] wurde die Kirche geweiht und begannen die achttägigen Einweihungsfeierlichkeiten. | + | [[Fürsterzbischof]] [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]], der „Stifter“, setzte gegen manche Widerstände den lang geplanten Kirchenbau um, indem er am [[6. Dezember]] [[1694]] ein Baudekret erließ, womit er die Voraussetzung zu einer eigenen Kirche für die seit [[1620]] in Salzburg tätige [[Benediktineruniversität]] schuf. Finanziert wurde der Kirchenbau aus Gewinnen von Spekulationsgeschäften mit dem Handel von Pfeffer. Die Bauarbeiten begannen nach der Grundsteinlegung am [[6. Mai]] [[1696]] <ref>[[Salzburger Nachrichten]], [[Karl-Heinz Ritschel]], 23. Februar 2008</ref>. Am [[20. November]] [[1707]] wurde die Kirche geweiht und begannen die achttägigen Einweihungsfeierlichkeiten. |
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| | + | Nach einer "ruhigen" Zeit als geweihte Kirche diente sie 1800 als Heumagazin für die die Truppen [[Napoleon]]s (siehe [[Befreiungskriege (Überblick)]], dann, unter [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern|bayerischer Herrschaft]] ab 1810, die Universität wurde geschlossen, verlor die Kirche verlor auch ihre ursprüngliche Bestimmung. Es folgte die Zeit des [[Herzogtum Salzburg|Herzogtums Salzburg]] in der österreichisch-ungarischen Monarchie, in der die Kirche als Akademisches Gymnasium und zugleich Garnisonskirche genutzt wurde. |
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| | + | [[Hugo von Hofmannsthal]] inszenierte in dieser Kirche [[1922]] die Uraufführung seines Werkes [[Das Salzburger Große Welttheater]]. Mit der Neugründung der Salzburger Universität 1964 erreichte die Kirche wieder ihre ursprüngliche Bestimmung. |
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| | + | === Sanierung === |
| | + | In den Jahren [[2003]] bis [[2013]] wurde die Kollegienkirche von ihrem heutigen Eigentümer, der Republik Österreich vertreten durch die Bundesimmobiliengesellschaft, mit eigenen Mitteln, maßgeblich mit einer Spende des World Monuments Fund und auch mit Spenden der Salzburger Bevölkerung, von Grund auf außen wie innen saniert.<ref>[http://www.bda.at/text/136/Work-in-Progress/15977/Ein-Juwel-von-Weltrang-Festakt-und-Benefizkonzert-in-der-Salzburger-Kollegienkirche_Fertigstellung-der-Apsis-als-wichtige-Etappe-der-Innenrestaur Bundesdenkmalamt / Sanierung der Kollegienkirche 2013 abgeschlossen]</ref> <ref>[http://www.big.at/news-presse/highlights/2013/kollegienkirche/ Bundesimmobiliengesellschaft Sanierung der Kollegienkirche 2013 abgeschlossen]</ref> |
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| | + | Die Sanierung hat etwa 12 Mio Euro gekostet. Vergleich: die damaligen Errichtungskosten betrugen umgerechnet auf heutigen Kaufwert etwa 15 Mio Euro. |
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| | == Architektur == | | == Architektur == |
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| | Die großen Fenster der Fassade öffnen den Bau nach außen und lösen die Schwere der mittleren Fassadenfront auf <ref>Beitrag [[Altstadt]] von Salzburg </ref>. Zur Universität hin stand bald anstelle eines Durchgangs das [[Mesnerstöckl]]. | | Die großen Fenster der Fassade öffnen den Bau nach außen und lösen die Schwere der mittleren Fassadenfront auf <ref>Beitrag [[Altstadt]] von Salzburg </ref>. Zur Universität hin stand bald anstelle eines Durchgangs das [[Mesnerstöckl]]. |
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| − | == Geschichte ==
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| − | Nach einer "ruhigen" Zeit als geweihte Kirche diente sie 1800 als Heumagazin für die die Truppen Napeoleons (siehe [[Befreiungskriege (Überblick)]], dann, unter bayerischer Herrschaft ab 1810, die [[Alte Universität|Universität]] wurde geschlossen, verlor die Kirche verlor auch ihre ursprüngliche Bestimmung. Es folgte die Zeit des [[Herzogtum Salzburg|Herzogtums Salzburg]] in der österreichisch-ungarischen Monarchie, in der die Kirche als Akademisches Gymnasium und zugleich Garnisonskirche genutzt wurde.
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| − | [[Hugo von Hofmannsthal]] inszenierte in dieser Kirche [[1922]] die Uraufführung seines Werkes [[Das Salzburger Große Welttheater]]. Mit der Neugründung der Salzburger Universität 1964 erreichte die Kirche wieder ihre ursprüngliche Bestimmung.
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| | == Anekdote == | | == Anekdote == |
| | Eine Fremdenführerin erzählte die Anekdote, dass "die Kollegienkirche 1707 zu Ehren der "Unbefleckten Jungfrau Maria", zu sehen am Giebel der Fassade nach Norden, eingeweiht wurde. Weil den Salzburgern dieser neue, allzu barocke Baustil anfangs ganz und gar nicht gefallen wollte, spotteten sie darüber. Die allzu üppigen Rundungen dieser Fassade erinnern uns mehr an eine Schwangere, als an eine unbefleckte Jungfrau. Diese ablehnende Haltung hat sich jedoch gelegt und gilt die Kollegienkirche, nach der Karlskirche in Wien, als das zweite herausragende Kirchenbauwerk des Barock in Österreich und weiteres Meisterwerk von Johann Bernhard Fischer von Erlach." | | Eine Fremdenführerin erzählte die Anekdote, dass "die Kollegienkirche 1707 zu Ehren der "Unbefleckten Jungfrau Maria", zu sehen am Giebel der Fassade nach Norden, eingeweiht wurde. Weil den Salzburgern dieser neue, allzu barocke Baustil anfangs ganz und gar nicht gefallen wollte, spotteten sie darüber. Die allzu üppigen Rundungen dieser Fassade erinnern uns mehr an eine Schwangere, als an eine unbefleckte Jungfrau. Diese ablehnende Haltung hat sich jedoch gelegt und gilt die Kollegienkirche, nach der Karlskirche in Wien, als das zweite herausragende Kirchenbauwerk des Barock in Österreich und weiteres Meisterwerk von Johann Bernhard Fischer von Erlach." |
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| − | == Sanierung ==
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| − | In den Jahren [[2003]] bis [[2013]] wurde die Kollegienkirche von ihrem heutigen Eigentümer, der Republik Österreich vertreten durch die Bundesimmobiliengesellschaft, mit eigenen Mitteln, maßgeblich mit einer Spende des World Monuments Fund und auch mit Spenden der Salzburger Bevölkerung, von Grund auf außen wie innen saniert.<ref>[http://www.bda.at/text/136/Work-in-Progress/15977/Ein-Juwel-von-Weltrang-Festakt-und-Benefizkonzert-in-der-Salzburger-Kollegienkirche_Fertigstellung-der-Apsis-als-wichtige-Etappe-der-Innenrestaur Bundesdenkmalamt / Sanierung der Kollegienkirche 2013 abgeschlossen]</ref> <ref>[http://www.big.at/news-presse/highlights/2013/kollegienkirche/ Bundesimmobiliengesellschaft Sanierung der Kollegienkirche 2013 abgeschlossen]</ref>
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| − | Die Sanierung hat etwa 12 Mio Euro gekostet. Vergleich: die damaligen Errichtungskosten betrugen umgerechnet auf heutigen Kaufwert etwa 15 Mio Euro.
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| | == Bildergalerie == | | == Bildergalerie == |
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| | [[Kategorie:Kirche (Geschichte)]] | | [[Kategorie:Kirche (Geschichte)]] |
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