Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
K
Zeile 27: Zeile 27:     
==Flucht in die Schweiz==
 
==Flucht in die Schweiz==
Als im April [[1945]] ihr einziges Kind in den letzten Kämpfen um Wien von ihren eigenen Landsleuten erschossen wird und ihr Leben im Anbetracht der vorrückenden Roten Armee erneut bedroht ist, flüchtet sie mit ihrem Mann in die [[Schweiz]]. Das nächste Buch ''„Einer von Vielen“'' ist dem Andenken ihres Sohnes gewidmet und schildert die Ereignisse nach der Übersiedlung nach Salzburg 1927 bis zum Tod des Sohnes 1945. ''„Dreiundzwanzig Jahre haben wir (...) unser Kind gehegt und gepflegt, haben es vor allem zu bewahren gesucht, was ihm schaden könnte, haben es mit einem Strom von Liebe umgeben, für den es keine Grenzen gab, der unsere Herzen ganz erfüllte. Nun ist unser Kind tot, weil es in einer Welt sein mußte, in der Hass stärker ist als die Liebe, und uns, seinen Eltern, ist der eigentliche Sinn ihres Erdendaseins für immer genommen“'', so beschreibt die Autorin im Vorwort des Buches ihren Schmerz über den Verlust. Und Arnulf von Hoyer schreibt [[1946]] in einem Brief an Freunde in Salzburg: ''„Es ist für uns natürlich sehr traurig, daß wir immer wieder von vorne anfangen müssen und wir sind, offen gestanden schon s e h r müde. Das Alleinsein, ohne unser einziges Kind, fällt uns sehr schwer und das Heimweh macht uns das Leben auch nicht leichter“''. Die Hoyers beziehen in Ettenhausen im Kanton Thurgau in der Nähe von Winterthur ihren Alterswohnsitz. Die bekannteste Schriftstellerin der Nachkriegszeit verfasst in ihrem Alterswerk Romanbiographien über Schriftsteller ihrer Heimat, die wie immer von ihrem Mann ins Deutsche übersetzt werden. Nach dessen Tod ist Alja Rachmanowa auf die liebevolle Pflege einer Nachbarin angewiesen. Sie überlebt ihren Mann um zwanzig Jahre und stirbt am 11. Februar 1991 im 93. Lebensjahr in Ettenhausen.
+
Als im April [[1945]] ihr einziges Kind in den letzten Kämpfen um Wien von ihren eigenen Landsleuten erschossen wird und ihr Leben im Anbetracht der vorrückenden Roten Armee erneut bedroht ist, flüchtet sie mit ihrem Mann in die [[Schweiz]]. Das nächste Buch ''„Einer von Vielen“'' ist dem Andenken ihres Sohnes gewidmet und schildert die Ereignisse nach der Übersiedlung nach Salzburg 1927 bis zum Tod des Sohnes 1945. ''„Dreiundzwanzig Jahre haben wir (...) unser Kind gehegt und gepflegt, haben es vor allem zu bewahren gesucht, was ihm schaden könnte, haben es mit einem Strom von Liebe umgeben, für den es keine Grenzen gab, der unsere Herzen ganz erfüllte. Nun ist unser Kind tot, weil es in einer Welt sein mußte, in der Hass stärker ist als die Liebe, und uns, seinen Eltern, ist der eigentliche Sinn ihres Erdendaseins für immer genommen“'', so beschreibt die Autorin im Vorwort des Buches ihren Schmerz über den Verlust. Und Arnulf Hoyer schreibt [[1946]] in einem Brief an Freunde in Salzburg: ''„Es ist für uns natürlich sehr traurig, daß wir immer wieder von vorne anfangen müssen und wir sind, offen gestanden schon s e h r müde. Das Alleinsein, ohne unser einziges Kind, fällt uns sehr schwer und das Heimweh macht uns das Leben auch nicht leichter“''. Die Hoyers beziehen in Ettenhausen im Kanton Thurgau in der Nähe von Winterthur ihren Alterswohnsitz. Die bekannteste Schriftstellerin der Nachkriegszeit verfasst in ihrem Alterswerk Romanbiographien über Schriftsteller ihrer Heimat, die wie immer von ihrem Mann ins Deutsche übersetzt werden. Nach dessen Tod ist Alja Rachmanowa auf die liebevolle Pflege einer Nachbarin angewiesen. Sie überlebt ihren Mann um zwanzig Jahre und stirbt am 11. Februar 1991 im 93. Lebensjahr in Ettenhausen.
    
Am [[Salzburger Kommunalfriedhof]] finden sie und die Ihren ihre letzte Ruhestätte. Ihre Bücher sind Dokumente einer bewegten Zeit und legen ergreifendes Zeugnis davon ab, wie ein Leben, das mit ihren eigenen Worten ''„voll von Heimsuchungen und Katastrophen“'' war, dennoch gemeistert werden kann.
 
Am [[Salzburger Kommunalfriedhof]] finden sie und die Ihren ihre letzte Ruhestätte. Ihre Bücher sind Dokumente einer bewegten Zeit und legen ergreifendes Zeugnis davon ab, wie ein Leben, das mit ihren eigenen Worten ''„voll von Heimsuchungen und Katastrophen“'' war, dennoch gemeistert werden kann.
 +
 
==Literatur==
 
==Literatur==
 
* Stahr, Ilse 2012: ''Das Geheimnis der Milchfrau in Ottakring'', Alja Rachmanova. Ein Leben, Almathea Signum Verlag Wien
 
* Stahr, Ilse 2012: ''Das Geheimnis der Milchfrau in Ottakring'', Alja Rachmanova. Ein Leben, Almathea Signum Verlag Wien
28.595

Bearbeitungen

Navigationsmenü