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| | Die Idee zum Winterfest kam Georg Daxner ein halbes Jahr nachdem er erstmals die Pariser Compagnie Que CirQue in den Salzburger Volksgarten gelockt hatte. Im Dezember 1998 fuhr er mit dem Fahrrad durch den [[Salzburger Volksgarten]]. Romantisches Laternenlicht, im Halbdunkel tanzende Schneeflocken, den Weiher vor Augen - da atmete er tief durch und hatte plötzlich einen Weihnachtsmarkt vor Augen, lachende Kinder, Zirkusmusik und Zelte, in denen Künstler aus aller Welt poetische Kunststücke aufführten. Ein schöner Traum. | | Die Idee zum Winterfest kam Georg Daxner ein halbes Jahr nachdem er erstmals die Pariser Compagnie Que CirQue in den Salzburger Volksgarten gelockt hatte. Im Dezember 1998 fuhr er mit dem Fahrrad durch den [[Salzburger Volksgarten]]. Romantisches Laternenlicht, im Halbdunkel tanzende Schneeflocken, den Weiher vor Augen - da atmete er tief durch und hatte plötzlich einen Weihnachtsmarkt vor Augen, lachende Kinder, Zirkusmusik und Zelte, in denen Künstler aus aller Welt poetische Kunststücke aufführten. Ein schöner Traum. |
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| − | Drei Jahre später wurde der Traum wahr. Am [[29. November]] [[2001]] feierte das Duo Victoria Chaplin (Tochter von Charlie Chaplin) und Jean Baptiste Thierree mit "Le Cirque Invisible" Premiere. 22 Aufführungen standen bis [[23. Dezember]] auf dem Programm. | + | Drei Jahre später wurde der Traum wahr. Am [[29. November]] [[2001]] feierte das Duo Victoria Chaplin (Tochter von Charlie Chaplin) und Jean Baptiste Thierree mit "Le Cirque Invisible" Premiere. 22 Aufführungen standen bis [[23. Dezember]] auf dem Programm. Wenn auch Georg Daxner immer wieder mit Schwierigkeiten bei der Finanzierung kämpfte, so entwickelte sich das Winterfest doch rasch zu einem Publikumserfolg. |
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| | + | Im 10. Jubiläumsjahr beschritt das Winterfest den Weg vom Fest zum Festival: Daxner erweiterte von zwei auf drei Zelte und bespielte zusätzlich noch ein historisches Spiegelzelt mit täglich wechselnden Veranstaltungen. Im Herbst 2014 verunglückte Festivalgründer Georg Daxner bei einer Wanderung auf den Untersberg tödlich und hinterließ eine nicht zu schließende Lücke. |
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| | + | Heute steht das Winterfest unter der Geschäftsführung von Susanne Tiefenbacher. Ihr zur Seite stehen die künstlerischen Leiter Evelyn Daxner-Ehgartner, Philippe Haenen und Caroline Stolpe. Mit jährlich ca. 30.000 Besuchern und knapp 100 Veranstaltungen hat sich das Winterfest mittlerweile zum größten Festival für zeitgenössischen Circus im deutschsprachigen Raum entwickelt. |
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| | == Programm == | | == Programm == |
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| | * 2012 Cie Le Cubitus du Manchot, Cirque inextrémiste, Théâtre d'un jour, Cie Circ'ombelico | | * 2012 Cie Le Cubitus du Manchot, Cirque inextrémiste, Théâtre d'un jour, Cie Circ'ombelico |
| | * 2013 The 7 Fingers, David Dimitri, Forman Brothers und das Spiegelzelt | | * 2013 The 7 Fingers, David Dimitri, Forman Brothers und das Spiegelzelt |
| | + | * 2014 Compagnie Akoreacro, Cirque Trottola & Petit Théâtre Baraque, ymedioteatro, Cirque Aïtal und das Spiegelzelt |
| | + | * 2015 Cirque Le Roux, Magmanus, Les Rois Vagabonds, Bêtes de Foire und das Spiegelzelt |
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| − | == Die Spielsaisonen == | + | == Details zu den Spielsaisonen == |
| | === 2009 === | | === 2009 === |
| | Im Jahr [[2009]] verzeichnete die Veranstaltung über 23 000 Besucher. | | Im Jahr [[2009]] verzeichnete die Veranstaltung über 23 000 Besucher. |
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| | Das Winterfest habe 1,05 Mio. Euro umgesetzt und werde 2012 einen Überschuss zwischen 50.000 und 100.000 Euro erzielen, wie Daxner im APA-Gespräch erläuterte. "''Das brauchen wir auch dringend, endlich können wir unsere Schulden in der Gesamthöhe von 150.000 Euro deutlich reduzieren.''" 67 Prozent des Umsatzes hat das Winterfest mit Eintrittskarten erwirtschaftet, 21 Prozent stammen von Sponsoren und zwölf Prozent von der Öffentlichen Hand. | | Das Winterfest habe 1,05 Mio. Euro umgesetzt und werde 2012 einen Überschuss zwischen 50.000 und 100.000 Euro erzielen, wie Daxner im APA-Gespräch erläuterte. "''Das brauchen wir auch dringend, endlich können wir unsere Schulden in der Gesamthöhe von 150.000 Euro deutlich reduzieren.''" 67 Prozent des Umsatzes hat das Winterfest mit Eintrittskarten erwirtschaftet, 21 Prozent stammen von Sponsoren und zwölf Prozent von der Öffentlichen Hand. |
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| | === 2013 === | | === 2013 === |
| | Das Festival begann heuer am 27. November 2013 und endete am 6. Jänner 2014, sämtliche Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Das "Winterfest" hat laut Daxner heuer rund 1,34 Mio. Euro eingenommen, alles in allem werde man voraussichtlich positiv bilanzieren. Rund 65 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Verkauf von Eintrittskarten. 20 Prozent kommen von Sponsoren, zwölf Prozent von der Öffentlichen Hand, der Rest aus sonstigen Einnahmequellen. | | Das Festival begann heuer am 27. November 2013 und endete am 6. Jänner 2014, sämtliche Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Das "Winterfest" hat laut Daxner heuer rund 1,34 Mio. Euro eingenommen, alles in allem werde man voraussichtlich positiv bilanzieren. Rund 65 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Verkauf von Eintrittskarten. 20 Prozent kommen von Sponsoren, zwölf Prozent von der Öffentlichen Hand, der Rest aus sonstigen Einnahmequellen. |
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| | Als Konsequenz aus der geringen Förderung vom Bund drohen unbefriedigend hohe Eintrittspreise, welche viele Bevölkerungsschichten vom Zirkusbesuch ausschließen würden. Darüber hinaus habe das Verhalten des Bundes auch Auswirkungen auf die Programmierung. "Die Auswahl der Zirkuscompagnien bedingt eine nahezu 100-Prozent-Auslastung. Für Experimente bleibt da wenig Spielraum", so Daxner. Bei der Begrüßung zur Vorstellung am 4.1.2014 kündigte Daxner an, dass diesmal erstmals schon das nächstjährige Winterfest gesichert erscheint. | | Als Konsequenz aus der geringen Förderung vom Bund drohen unbefriedigend hohe Eintrittspreise, welche viele Bevölkerungsschichten vom Zirkusbesuch ausschließen würden. Darüber hinaus habe das Verhalten des Bundes auch Auswirkungen auf die Programmierung. "Die Auswahl der Zirkuscompagnien bedingt eine nahezu 100-Prozent-Auslastung. Für Experimente bleibt da wenig Spielraum", so Daxner. Bei der Begrüßung zur Vorstellung am 4.1.2014 kündigte Daxner an, dass diesmal erstmals schon das nächstjährige Winterfest gesichert erscheint. |
| | Laut Veranstalter Georg Daxner haben in den sechs Wochen Spielzeit des Winterfestes 2013 insgesamt 29.896 Personen die Veranstaltungen im Volksgarten besucht. | | Laut Veranstalter Georg Daxner haben in den sechs Wochen Spielzeit des Winterfestes 2013 insgesamt 29.896 Personen die Veranstaltungen im Volksgarten besucht. |
| − | == 2014 ==
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| − | Das Festival 2014 wurde wenige Wochen vor dessen Beginn vom tragischen Unfalltod des Organisators [[Georg Daxner]]s überschattet. Das Programm für das diesjährige Festival war von ihm schon lange organisiert und schloss vom Erfolg her an die Vorjahre an. Siehe Bericht im Standard unter Weblinks.
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| − | Die heurige Gruppe Compagnie Akoreacro war schon vor vier Jahren in Salzburg zu Gast. Jetzt hat sie ihre neue Produktion mitgebracht, "Klaxon" heißt sie, was so viel wie "Hupe" bedeutet, auch wenn man nicht genau begreifen muss, warum das für die hinreißend abwechslungsreichen 75 Minuten von Bedeutung ist. | + | === 2014 === |
| | + | Das Festival 2014 wurde wenige Wochen vor dessen Beginn vom tragischen Unfalltod des Organisators [[Georg Daxner]]s überschattet. Das Programm für das Festival war von ihm schon lange organisiert und schloss vom Erfolg her an die Vorjahre an<ref>[http://derstandard.at/2000008644990/Lachen-statt-Trauer-beim-Salzburger-Winterfest Bericht über das Winterfest 2014 im Standard]</ref>. |
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| | + | Die Gruppe Compagnie Akoreacro war schon vor vier Jahren in Salzburg zu Gast gewesen. 2014 hatte sie ihre neue Produktion mitgebracht, "Klaxon" heißt sie, was so viel wie "Hupe" bedeutet, auch wenn man nicht genau begreifen muss, warum das für die hinreißend abwechslungsreichen 75 Minuten von Bedeutung ist. |
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| | + | Aus mehreren Stellungnahmen von öffentlicher Seite, (u.a. Stadt Salzburg) war zu entnehmen, dass das Festival auf jeden Fall auch nach dem Ableben von Georg Daxner weiter bestehen soll. |
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| | + | === 2015 === |
| | + | Zum 15-jährigen Jubiläum wurde von der neuen künstlerischen Leitung um Daxners Ehefrau Evelyn Daxner-Ehgartner, Philippe Haenen und Caroline Stolpe der Humor in das Zentrum des Programms gestellt. Im Zeichen der Clowns zeigen vier Compagnien aus Frankreich und Schweden, wie unterschiedlich und kreativ zeitgenössische Zirkuskunst mit Humor das Publikum unterhalten kann. |
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| − | Aus mehreren Stellungnahmen von öffentlicher Seite, (u.a. Stadt Salzburg) ist zu entnehmen, dass das Festival auf jeden Fall auch nach dem Ableben von Georg Daxner weiter bestehen soll.
| + | Im großen Theaterzelt präsentieren dabei die vier Artisten vom Cirque Le Roux in "The Elephant in the Room" eine Geschichte ganz im Stil der Schwarz-Weiß-Filme der 1930er-Jahre. Im Mittelpunkt des Zusammenspiels von Zirkus, Tanz und Theater stünden Miss Betty, ein dunkles Geheimnis und drei Verehrer. |
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| | ==Subventionen== | | ==Subventionen== |