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| | ==Bedeutung== | | ==Bedeutung== |
| − | Die Angertalbrücke ist nach dem 8.550 Meter langen [[Tauerntunnel (Bahn)|Tauerntunnel]] das größte Bauwerk der Tauernbahn-Nordrampe und stellte ein wichtiges Teilstück des von [[1901]] bis [[1909]] gebauten Abschnitts der damals neuen Nord-Süd-Verbindung in die österreichische Hafenstadt Triest im Küstenland (heute Trieste, Friaul-Julisch Venetien, Italien) dar. | + | Die Angertalbrücke ist nach dem 8 550 Meter langen [[Tauerntunnel (Bahn)|Tauerntunnel]] das größte Bauwerk der Tauernbahn-Nordrampe und stellte ein wichtiges Teilstück des von [[1901]] bis [[1909]] gebauten Abschnitts der damals neuen Nord-Süd-Verbindung in die österreichische Hafenstadt Triest im Küstenland (heute Trieste, Friaul-Julisch Venetien, Italien) dar. |
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| | Sie gilt als bauliche und architektonische Meisterleistung ihrer Zeit und verhinderte mit ihrer Ausführung die Errichtung eines zuvor geplanten Viaduktes mit drei Öffnungen, dessen Spannweiten und Steinbrücken einen weitaus massiveren Eingriff in die landschaftliche Umgebung dargestellt hätten. Durch den Anschluss des Gasteinertals an das Schienennetz der österreichisch-ungarischen Monarchie nahm zudem der Fremdenverkehr im Tal einen wichtigen Aufschwung. | | Sie gilt als bauliche und architektonische Meisterleistung ihrer Zeit und verhinderte mit ihrer Ausführung die Errichtung eines zuvor geplanten Viaduktes mit drei Öffnungen, dessen Spannweiten und Steinbrücken einen weitaus massiveren Eingriff in die landschaftliche Umgebung dargestellt hätten. Durch den Anschluss des Gasteinertals an das Schienennetz der österreichisch-ungarischen Monarchie nahm zudem der Fremdenverkehr im Tal einen wichtigen Aufschwung. |
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| | == Neubau== | | == Neubau== |
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| − | Im [[September]] [[2006]] begann die ÖBB im Zuge des durchgehenden zweigleisigen Ausbaus der Schienenwege im [[Gasteinertal]], direkt neben der bestehenden Brücke, mit der Errichtung einer neuen, etwa 15 Millionen Euro teuren Eisenbahnbrücke. Nach ihrer geplanten Fertigstellung Ende [[2007]] wird diese die mittlerweile in die Jahre gekommene historische Angertalbrücke ersetzen. | + | Im [[September]] [[2006]] begann die [[ÖBB]] im Zuge des durchgehenden zweigleisigen Ausbaus der Schienenwege im [[Gasteinertal]], direkt neben der bestehenden Brücke, mit der Errichtung einer neuen, etwa 15 Millionen Euro teuren Eisenbahnbrücke. Nach ihrer geplanten Fertigstellung Ende [[2007]] wird diese die mittlerweile in die Jahre gekommene historische Angertalbrücke ersetzen. |
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| | Die neue zweigleisige Bogenbrücke aus Stahlbeton wird im Bereich Richtung [[Bad Hofgastein]] so verschwungen, dass sie in den geplanten, noch zu erbauenden [[Bahntunnel Schlossalm]] führt. Im Zuge des Neubaus werden zusätzlich eine neue Überfahrtsbrücke für die Angertalstraße und eine Unterführung für den Angertalweg erbaut. | | Die neue zweigleisige Bogenbrücke aus Stahlbeton wird im Bereich Richtung [[Bad Hofgastein]] so verschwungen, dass sie in den geplanten, noch zu erbauenden [[Bahntunnel Schlossalm]] führt. Im Zuge des Neubaus werden zusätzlich eine neue Überfahrtsbrücke für die Angertalstraße und eine Unterführung für den Angertalweg erbaut. |
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| | Die alte Brücke wird künftig von der Gemeinde Bad Hofgastein erhalten. Über eine weitere Nutzung nach Inbetriebnahme der neuen Talquerung steht eine endgültige Entscheidung noch aus. Angedacht wurden unter anderem Möglichkeiten, die alte Angertalbrücke für den Autoverkehr oder im Zuge eines neuen Radweges als Fußgänger und Radfahrerübergang zu nutzen. | | Die alte Brücke wird künftig von der Gemeinde Bad Hofgastein erhalten. Über eine weitere Nutzung nach Inbetriebnahme der neuen Talquerung steht eine endgültige Entscheidung noch aus. Angedacht wurden unter anderem Möglichkeiten, die alte Angertalbrücke für den Autoverkehr oder im Zuge eines neuen Radweges als Fußgänger und Radfahrerübergang zu nutzen. |
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| − | Für den zweigleisigen Ausbau der Strecke wurde für die 100 Jahre alte [[Angertalbrücke]] (Stahlbrücke) eine neue Stahlbetonbrücke gebaut. Obwohl diese Brücke 2009 bereits fertig gestellt war, konnte sie nicht in Betrieb genommen werden. Der Grund liegt in Behördenverfahren. Dabei wurde nur eine "Mini Umweltverträglichkeitsprüfung" durchgeführt, die nun von den Anrainergemeinden beeinsprucht wurde und am [[28. Oktober|28.]] und [[29. Oktober]] [[2009]] neu durchgeführt wurde. | + | Für den zweigleisigen Ausbau der Strecke wurde für die 100 Jahre alte Angertalbrücke (Stahlbrücke) eine neue Stahlbetonbrücke gebaut. Obwohl diese Brücke 2009 bereits fertig gestellt war, konnte sie nicht in Betrieb genommen werden. Der Grund liegt in Behördenverfahren. Dabei wurde nur eine "Mini Umweltverträglichkeitsprüfung" durchgeführt, die nun von den Anrainergemeinden beeinsprucht wurde und am [[28. Oktober|28.]] und [[29. Oktober]] [[2009]] neu durchgeführt wurde. |
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| | Die Behörden erweckten den Anschein, die 1,7 Kilometer lange Hofgasteiner Angertalbrücke samt Rampen "durchwinken" zu wollen. Man befürchtet nun, dass mehr Güterzüge, vor allem in der Nacht, die Strecke befahren sollen. Dadurch könnte aber [[Bad Hofgastein]], das derzeit rund 2,5 Millionen Nächtigungen pro Jahr zählt, der [[Kurort]]e-Status aberkannt werden. 2009 benutzen 135 Güterzüge die noch alte Angertalbrücke täglich, die ÖBB wollen bis [[2025]] 198 Züge täglich führen, die Anrainer aber befürchten bis zu 285 Züge täglich<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]], 28. Oktober 2009</ref>. | | Die Behörden erweckten den Anschein, die 1,7 Kilometer lange Hofgasteiner Angertalbrücke samt Rampen "durchwinken" zu wollen. Man befürchtet nun, dass mehr Güterzüge, vor allem in der Nacht, die Strecke befahren sollen. Dadurch könnte aber [[Bad Hofgastein]], das derzeit rund 2,5 Millionen Nächtigungen pro Jahr zählt, der [[Kurort]]e-Status aberkannt werden. 2009 benutzen 135 Güterzüge die noch alte Angertalbrücke täglich, die ÖBB wollen bis [[2025]] 198 Züge täglich führen, die Anrainer aber befürchten bis zu 285 Züge täglich<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]], 28. Oktober 2009</ref>. |
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| − | Die [[Bürgerinitiative Lebenswertes Gastein]], der Gemeinde Bad Gastein und die [[Landesumweltanwaltschaft]] haben 2010 dann einen Rechsstreit um die neue Brücke über das Angertal mit den Bundesbahnen begonnen, der diese Millionen kosten wird. Denn die ÖBB müssen nun bis zum Entscheid, der mehrere Jahre dauern kann, die alte Brücke weiter benützen und zu diesem Zweck aber sofort sanieren. | + | Die [[Bürgerinitiative Lebenswertes Gastein]], der Gemeinde Bad Gastein und die [[Landesumweltanwaltschaft]] haben 2010 dann einen Rechtsstreit um die neue Brücke über das Angertal mit den Bundesbahnen begonnen, der diese Millionen kosten wird. Denn die ÖBB müssen nun bis zum Entscheid, der mehrere Jahre dauern kann, die alte Brücke weiter benützen und zu diesem Zweck aber sofort sanieren. |
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| − | ===== Die Hintergründe des Streits ===== | + | === Die Hintergründe des Streits === |
| | Der Verwaltungsgerichtshof hatte im September 2008 einen Bescheid des Verkehrsministeriums aufgehoben, nach dem keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig ist. Dieser Bescheid erging jedoch erst zwei Jahre nach Baubeginn. Im März 2010 wurde diese UVP schließlich positiv abgeschlossen. Dagegen legten die Gasteiner Beschwerde ein, der aufschiebende Wirkung zuerkannt wurde. Darüber hinaus muss erst noch der Ausgang des laufenden Naturschutzverfahren bei der Bezirkshauptmannschaft abgewartet werden. Ein Gutachten, das von der Bürgerinitiative und der Gemeinde Bad Gastein in Auftrag gegeben wurde, stellte fest, dass der Bahnlärm durch die Beseitigung der Engstelle Angertal massiv zunähme. Und dies obwohl eine Stahlbetonbrücke wesentlich Lärm armer zu befahren sei als eine Stahlbrücke. Die alte Brücke ist einspurig, die neue wäre zweispurig ausgeführt. Die neue Angertalbrücke ist zwar seit dem Baustopp so gut wie fertig, nur die Schienen und die Oberleitung fehlen noch. Das Baulos Angertal wird insgesamt 20 Millionen Euro kosten, für den Rechtsstreit haben die ÖBB bislang zwei Millionen Euro ausgegeben. Wie hoch die Kosten für die Sanierung sein werden, stand im Juli 2010 noch nicht fest<ref>Quelle Salzburger Nachrichten, 7. Juli 2010</ref>. | | Der Verwaltungsgerichtshof hatte im September 2008 einen Bescheid des Verkehrsministeriums aufgehoben, nach dem keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig ist. Dieser Bescheid erging jedoch erst zwei Jahre nach Baubeginn. Im März 2010 wurde diese UVP schließlich positiv abgeschlossen. Dagegen legten die Gasteiner Beschwerde ein, der aufschiebende Wirkung zuerkannt wurde. Darüber hinaus muss erst noch der Ausgang des laufenden Naturschutzverfahren bei der Bezirkshauptmannschaft abgewartet werden. Ein Gutachten, das von der Bürgerinitiative und der Gemeinde Bad Gastein in Auftrag gegeben wurde, stellte fest, dass der Bahnlärm durch die Beseitigung der Engstelle Angertal massiv zunähme. Und dies obwohl eine Stahlbetonbrücke wesentlich Lärm armer zu befahren sei als eine Stahlbrücke. Die alte Brücke ist einspurig, die neue wäre zweispurig ausgeführt. Die neue Angertalbrücke ist zwar seit dem Baustopp so gut wie fertig, nur die Schienen und die Oberleitung fehlen noch. Das Baulos Angertal wird insgesamt 20 Millionen Euro kosten, für den Rechtsstreit haben die ÖBB bislang zwei Millionen Euro ausgegeben. Wie hoch die Kosten für die Sanierung sein werden, stand im Juli 2010 noch nicht fest<ref>Quelle Salzburger Nachrichten, 7. Juli 2010</ref>. |
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| | === Schlichtung in Sicht === | | === Schlichtung in Sicht === |
| | Im Jänner [[2011]] konnten die beiden Kontrahenten, Bad Gastein und Bad Hofgastein eine für beide Seiten tragbaren Kompromiss finden. Die ÖBB müssen an der Bestandsstrecke den [[Lärmschutz]] verbessern Im Gegenzug könnte die Gemeinde Bad Gastein, die [[Bürgerinitiative Lebenswertes Gastein]] und die Landsumweltanschaft ihre Einsprüche gegen den zweigleisigen Ausbau zurückziehen<ref>{{Quelle SN|27. Jänner 2011}}</ref>. | | Im Jänner [[2011]] konnten die beiden Kontrahenten, Bad Gastein und Bad Hofgastein eine für beide Seiten tragbaren Kompromiss finden. Die ÖBB müssen an der Bestandsstrecke den [[Lärmschutz]] verbessern Im Gegenzug könnte die Gemeinde Bad Gastein, die [[Bürgerinitiative Lebenswertes Gastein]] und die Landsumweltanschaft ihre Einsprüche gegen den zweigleisigen Ausbau zurückziehen<ref>{{Quelle SN|27. Jänner 2011}}</ref>. |
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| | + | === 2016 soll sie in Betrieb gehen === |
| | + | Sieben Jahre nach ihrer Fertigstellung kann die neue Brücke im Frühjahr 2016 nun endlich in Betrieb gehen. Diese Hoffnung schöpfen die ÖBB, Anrainer und Gemeindepolitiker nach dem Erhalt eines positiven Bescheids des Verkehrsministeriums im Herbst 2015. Auch der Salzburger [[Landesumweltanwalt]] [[Wolfgang Wiener]] gibt sich jetzt zufrieden. Er werde gegen die Genehmigung nicht berufen, da die Forderungen der Umweltanwaltschaft zu großen Teilen erfüllt und die [[Lärmschutz |Lärmschutzbauten]] in Bad Gastein bis Ende 2015 fertiggestellt sein werden. Dass der noch ausstehende Naturschutzbescheid der [[Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau]] zum Stolperstein werden könnte, glaubt keiner der Beteiligten<ref>{{Quelle SN|23. September 2015}}</ref>. |
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| | == Ausstellung - Die Angertalbrücke im „Museum Tauernbahn“ == | | == Ausstellung - Die Angertalbrücke im „Museum Tauernbahn“ == |
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| | Im Rahmen der Sonderausstellung "Die Angerschlucht - Brückenbau einst und heute" werden im Jahr 2007 sowohl der Brückenbau vor mehr als 100 Jahren als auch das aktuelle Neubauprojekt umfassend dargestellt. | | Im Rahmen der Sonderausstellung "Die Angerschlucht - Brückenbau einst und heute" werden im Jahr 2007 sowohl der Brückenbau vor mehr als 100 Jahren als auch das aktuelle Neubauprojekt umfassend dargestellt. |
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| | + | ==Literatur== |
| | + | * Festschrift ''75 Jahre Tauernbahn 1909 - 1984, Spital/Drau – Badgastein – Schwarzach – St. Johann 1984'' |
| | + | * [[Heinrich Zimburg]]: ''Die Tauernbahn'', Schriftenreihe des [[Gasteiner Museum]]s, Selbstverlag des [[Verein der Freunde des Gasteiner Museums|Vereins der Freunde des Gasteiner Museums]], Badgastein 1984 (Die erste Auflage stammt aus dem Jahr 1955). |
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| | + | ==Weblinks== |
| | + | * [http://www.bahnnews-austria.at/bdw2006/tauern.html Bild auf bahnnews-austria.at] |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
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| | <references/> | | <references/> |
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| − | ==Literatur==
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| − | * Festschrift ''75 Jahre Tauernbahn 1909 - 1984, Spital/Drau – Badgastein – Schwarzach – St. Johann 1984''
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| − | * Heinrich (von) Zimburg: ''Die Tauernbahn'', Schriftenreihe des Gasteiner Museums, Selbstverlag des Vereins der Freunde des Gasteiner Museums, Badgastein 1984 (Die erste Auflage stammt aus dem Jahr 1955).
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| − | ==Weblinks==
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| − | * [http://www.bahnnews-austria.at/bdw2006/tauern.html Bild auf bahnnews-austria.at]
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| | [[Kategorie:Pongau]] | | [[Kategorie:Pongau]] |