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== Chronologie der Ereignisse ==
 
== Chronologie der Ereignisse ==
   
=== September 2015 ===
 
=== September 2015 ===
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* '''28. September, Montag''':
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:: Nach Angaben der Deutschen Bahn werden am Montag zwei Sonderzüge ab Salzburg fahren, einer ins Ruhrgebiet, der andere nach Berlin.
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* '''27. September, Sonntag''':
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:: Deutschland dementiert die am Samstag kolportierte Meldung, ab Montag keine Züge mehr zu fahren.
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: '''Salzburg''': Ein Sonderzug mit 421 Personen hat zu Mittag den [[Hauptbahnhof]] verlassen, rund 400 Flüchtlinge wurden mit sieben Bussen nach [[Oberösterreich]] gebracht
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: '''Grenze Freilassing''': Mehrere Hundert Menschen warteten tagsüber am [[Grenzübergang Saalbrücke|Grenzübergang]] auf die Weiterreise nach [[Deutschland]].
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* '''26. September, Samstag''':
 
* '''26. September, Samstag''':
::'''Ab Montag, 28. September, werden keine Sonderzüge mehr mit Flüchtlingen von Salzburg über die Grenze nach Deutschland fahren''' meldete das Facebook der Stadt Salzburg am Samstagabend, 26. September 2015, um 21:15 Uhr. '' Rotes Kreuz und Caritas sprechen schon von einer sich ankündigenden humanitären und sanitären Katastrophe an der Grenze nach Freilassing. Diese droht uns auch am Bahnhof, wenn weitere Züge aus Wien, Graz oder Villach kommen'' sagte Salzburgs [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Heinz Schaden]] in dieser Meldung.  Der zuständige Katastrophenschutz des Landes muss im Lauf des morgigen Tages eine Struktur am Grenzübergang nach Freilassing schaffen, wie sie die Stadt am Bahnhof aufgerichtet hat.
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::''Ab Montag, 28. September, werden keine Sonderzüge mehr mit Flüchtlingen von Salzburg über die Grenze nach Deutschland fahren'' meldete das Facebook der [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadt Salzburg]] am Samstagabend, 26. September 2015, um 21:15 Uhr. ''[[Rotes Kreuz]] und [[Caritas]] sprechen schon von einer sich ankündigenden humanitären und sanitären Katastrophe an der Grenze nach [[Freilassing]]. Diese droht uns auch am Bahnhof, wenn weitere Züge aus Wien, Graz oder Villach kommen'' sagte Salzburgs [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Heinz Schaden]] in dieser Meldung.  Der zuständige Katastrophenschutz des Landes muss im Lauf des morgigen Tages eine Struktur am Grenzübergang nach Freilassing schaffen, wie sie die Stadt am Bahnhof aufgerichtet hat.
 
:: Laut ÖBB kamen zuletzt immer mehr als 2 000 Personen pro Tag per Zug nach Salzburg. Dank der bisherigen Sonderzüge konnten bis zu 1 200 weiter transportiert werden. Das geht ab Montag nicht mehr.
 
:: Laut ÖBB kamen zuletzt immer mehr als 2 000 Personen pro Tag per Zug nach Salzburg. Dank der bisherigen Sonderzüge konnten bis zu 1 200 weiter transportiert werden. Das geht ab Montag nicht mehr.
 
: '''Salzburg''': Etwa 1 000 Flüchtlinge hielten sich heute wieder am Salzburger Hauptbahnhof auf; am Vormittag fuhr ein Sonderzug mit rund 450 Menschen in Richtung Düsseldorf, ein zweiter soll am Nachmittag weitere 450 Personen aus Salzburg mit Zwischenstopp in Freilassing in eine Erstaufnahmeeinrichtung in Deutschland bringen; abends war die Tiefgarage unter dem Salzburger Hauptbahnhof mit 700 Personen voll, zusätzlich hielten sich 320 am Bahnhofsgelände auf und 110 werden noch in der Nacht erwartet. Ein Sonderzug soll gegen 23 Uhr noch 300 Flüchtlinge nach Deutschland bringen.
 
: '''Salzburg''': Etwa 1 000 Flüchtlinge hielten sich heute wieder am Salzburger Hauptbahnhof auf; am Vormittag fuhr ein Sonderzug mit rund 450 Menschen in Richtung Düsseldorf, ein zweiter soll am Nachmittag weitere 450 Personen aus Salzburg mit Zwischenstopp in Freilassing in eine Erstaufnahmeeinrichtung in Deutschland bringen; abends war die Tiefgarage unter dem Salzburger Hauptbahnhof mit 700 Personen voll, zusätzlich hielten sich 320 am Bahnhofsgelände auf und 110 werden noch in der Nacht erwartet. Ein Sonderzug soll gegen 23 Uhr noch 300 Flüchtlinge nach Deutschland bringen.
: '''Grenze Freilassing''': Der Pensionist Karl Heinz Müller hat das System der Sektoren beim Warten eingeführt. Alle Flüchtlinge werden einem 5 Meter langem Stück der Brücke zugewiesen, das heißt Frauen und Kinder können in der Nacht oder bei Regen ihren Platz verlassen, ohne sich wieder hinten anstellen zu müssen. Müller hat zahlreiche Helfer, unter anderem einen Syrer, der seit Jahren 16 Jahren in Deutschland ist und heute extra aus Leipzig gekommen ist um hier an der Grenze zu helfen<ref>Quelle InfoMediaWorx im Facebook</ref>. Um 21 Uhr warteten rund 800 Flüchtlinge an der Saalachbrücke.
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: '''Grenze Freilassing''': Der Pensionist Karl Heinz Müller hat das System der Sektoren beim Warten eingeführt. Alle Flüchtlinge werden einem 5 Meter langem Stück der Brücke zugewiesen, das heißt Frauen und Kinder können in der Nacht oder bei Regen ihren Platz verlassen, ohne sich wieder hinten anstellen zu müssen. Müller hat zahlreiche Helfer, unter anderem einen Syrer, der seit Jahren 16 Jahren in Deutschland ist und heute extra aus Leipzig gekommen ist um hier an der Grenze zu helfen<ref>Quelle InfoMediaWorx im Facebook</ref>. Um 21 Uhr warteten rund 800 Flüchtlinge an der [[Saalachbrücke Rott|Saalachbrücke]].
    
* '''25. September, Freitag''':
 
* '''25. September, Freitag''':
 
:'''Salzburg''': Das Notquartier in der Bahnhofsgarage stößt am Freitag wiederum an seine Kapazitätsgrenze von 800 Menschen.  
 
:'''Salzburg''': Das Notquartier in der Bahnhofsgarage stößt am Freitag wiederum an seine Kapazitätsgrenze von 800 Menschen.  
:'''Grenze Freilassing''': Auf der [[Saalachbrücke Rott|Saalachbrücke]] in Richtung Freilassing warten am Nachmittag rund 600 Menschen. Insgesamt kamen etwa 1&nbp;500 Flüchtlinge am Freitag über die Saalachbrücke nach Deutschland.
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:'''Grenze Freilassing''': Auf der Saalachbrücke in Richtung Freilassing warten am Nachmittag rund 600 Menschen. Insgesamt kamen etwa 1&nbp;500 Flüchtlinge am Freitag über die Saalachbrücke nach Deutschland.
    
* '''24. September, Donnerstag''':
 
* '''24. September, Donnerstag''':
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: '''Grenze Freilassing''': Am Grenzübergang warteten gegen Mittag rund 450 Weiterreisende, 200 davon bei leichtem Regen und acht Grad Außentemperatur im Freien direkt auf der Brücke, der Rest hatte das zum Notquartier umfunktionierte ehemalige Zollgebäude aufgesucht, wo es warmes Essen, Getränke und hygienische Versorgung gab.
 
: '''Grenze Freilassing''': Am Grenzübergang warteten gegen Mittag rund 450 Weiterreisende, 200 davon bei leichtem Regen und acht Grad Außentemperatur im Freien direkt auf der Brücke, der Rest hatte das zum Notquartier umfunktionierte ehemalige Zollgebäude aufgesucht, wo es warmes Essen, Getränke und hygienische Versorgung gab.
 
:: Aufgrund der anhaltend hohen Zahl an Flüchtlingen, die auf der Durchreise in Salzburg zu versorgen sind, leeren sich die Lebensmittellager der Caritas.  
 
:: Aufgrund der anhaltend hohen Zahl an Flüchtlingen, die auf der Durchreise in Salzburg zu versorgen sind, leeren sich die Lebensmittellager der Caritas.  
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* '''23. September, Mittwoch''':
 
{{#ev:youtube|dEf1HkLrSqw|280|right|23. September:  Trotz Kälte und Regen warten die Menschen an der Grenze }}
 
{{#ev:youtube|dEf1HkLrSqw|280|right|23. September:  Trotz Kälte und Regen warten die Menschen an der Grenze }}
* '''23. September, Mittwoch''':
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: '''Salzburg''':  Am Mittwoch sind rund 2&nbsp;100 Menschen in der Mozartstadt angekommen, etwa 1&nbsp;500 schafften an diesem Tag auch die gewünschte Einreise in das benachbarte Bayern. Vor allem am Hauptbahnhof spitzt sich die Lage zu, die Nacht auf Donnerstag haben rund 1&nbsp;300 Personen hier verbracht. Ein Sonderzug mit rund 450 Personen direkt nach Deutschland bringt am Nachmittag eine Entlastung, die Tiefgarage am Salzburger Hauptbahnhof ist mit etwa 450 Menschen ausgelastet.
: '''Salzburg''':  Am Mittwoch sind rund 2&nbsp;100 Menschen in der Mozartstadt angekommen, etwa 1&nbsp;500 schafften an diesem Tag auch die gewünschte Einreise in das benachbarte Bayern. Vor allem am Hauptbahnhof spitzt sich die Lage zu, die Nacht auf Donnerstag haben rund 1&nbsp;300 Personen hier verbracht. Ein Sonderzug mit rund 450 Personen direkt nach Deutschland bringt am Nachmittag eine Entlastung, die Tiefgarage am [[Salzburger Hauptbahnhof]] ist mit etwa 450 Menschen ausgelastet.
   
: '''Grenze Freilassing''': Trotz Regen und bei nur knapp 10° C  waren am Vormittag 800 Flüchtlinge an der Grenze zwischen Salzburg und Freilassing. Sie wollen – so kurz vor dem Ziel – die Grenze nicht verlassen. Notunterkünfte werden wenig in Anspruch genommen.  
 
: '''Grenze Freilassing''': Trotz Regen und bei nur knapp 10° C  waren am Vormittag 800 Flüchtlinge an der Grenze zwischen Salzburg und Freilassing. Sie wollen – so kurz vor dem Ziel – die Grenze nicht verlassen. Notunterkünfte werden wenig in Anspruch genommen.  
 
:: Am Dienstag sind geschätzt wieder 3&nbsp;000 Flüchtlinge in Freilassing angekommen, die Sprecher der zuständigen Bundespolizei in Rosenheim dürfen allerdings keine genauen Zahlen mehr herausgeben sondern verweisen an das Präsidium in Potsdam. Von dort werden plötzlich ganz andere, viel niedrigere Flüchtlingszahlen gemeldet. So seien im gesamten Bereich München inklusive Freilassing und Passau am Dienstag nur 3&nbsp;324 Personen „unerlaubt eingereist“<ref>InfoMediaWorx in Facebook, abgefragt am 23. September 2015</ref>.
 
:: Am Dienstag sind geschätzt wieder 3&nbsp;000 Flüchtlinge in Freilassing angekommen, die Sprecher der zuständigen Bundespolizei in Rosenheim dürfen allerdings keine genauen Zahlen mehr herausgeben sondern verweisen an das Präsidium in Potsdam. Von dort werden plötzlich ganz andere, viel niedrigere Flüchtlingszahlen gemeldet. So seien im gesamten Bereich München inklusive Freilassing und Passau am Dienstag nur 3&nbsp;324 Personen „unerlaubt eingereist“<ref>InfoMediaWorx in Facebook, abgefragt am 23. September 2015</ref>.
    
* '''22. September, Dienstag:'''
 
* '''22. September, Dienstag:'''
:Am Montag sind 11&nbsp;000 Flüchtlinge nach Österreich gekommen. 8&nbsp;600 übernachteten laut [[Rotes Kreuz|Rotem Kreuz]] in betreuten Notquartieren, 800 weitere verbrachten die Nacht in Sammelstellen. Insgesamt stehen seit Dienstag 16&nbsp;000 Notschlafstellen bereit. Der Bahnfernverkehr von und nach Bayern über den Hauptbahnhof Salzburg bleibt unterdessen zunächst bis [[4. Oktober]] [[2015]] in beide Richtungen eingestellt.
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:Am Montag sind 11&nbsp;000 Flüchtlinge nach Österreich gekommen. 8&nbsp;600 übernachteten laut Rotem Kreuz in betreuten Notquartieren, 800 weitere verbrachten die Nacht in Sammelstellen. Insgesamt stehen seit Dienstag 16&nbsp;000 Notschlafstellen bereit. Der Bahnfernverkehr von und nach Bayern über den Hauptbahnhof Salzburg bleibt unterdessen zunächst bis [[4. Oktober]] [[2015]] in beide Richtungen eingestellt.
: '''Grenze Freilassing''': Der [[Grenzübergang Saalbrücke]] zu [[Freilassing]] war auch am Dienstag wieder das Nadelöhr für Flüchtlinge. Am Abend warteten dort immer noch über tausend Personen. Wer passieren durfte, wurde in einen geschützten Bereich unter die Brücke geleitet. Dort nahm die Polizei stichprobenartig Fingerabdrücke und durchsuchte das Gepäck - vorzugsweise nach Ausweispapieren. Freiwillige versorgten im Schichtbetrieb die Menschen mit Essen, Getränken, Decken und Kleidung. Dann brachten Busse die Flüchtlinge zu den Registrierungsstellen nach Freilassing.
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: '''Grenze Freilassing''': Der Grenzübergang Saalbrücke zu Freilassing war auch am Dienstag wieder das Nadelöhr für Flüchtlinge. Am Abend warteten dort immer noch über tausend Personen. Wer passieren durfte, wurde in einen geschützten Bereich unter die Brücke geleitet. Dort nahm die Polizei stichprobenartig Fingerabdrücke und durchsuchte das Gepäck - vorzugsweise nach Ausweispapieren. Freiwillige versorgten im Schichtbetrieb die Menschen mit Essen, Getränken, Decken und Kleidung. Dann brachten Busse die Flüchtlinge zu den Registrierungsstellen nach Freilassing.
 
: '''Deutschland''': Nach Angaben von Manfred Ludwig von der Bundespolizeiinspektion Rosenheim sind mit Stand Dienstag 18 Uhr rund 1&nbsp;100 Menschen über die "grüne" Grenze gekommen, weitere 1&nbsp;000 wurden mit zwei Sonderzügen aus Salzburg nach Deutschland gebracht. Dazu kommen jene rund 1&nbsp;000 Personen, die sich am Abend noch im Bereich des Grenzübergangs aufgehalten haben.  
 
: '''Deutschland''': Nach Angaben von Manfred Ludwig von der Bundespolizeiinspektion Rosenheim sind mit Stand Dienstag 18 Uhr rund 1&nbsp;100 Menschen über die "grüne" Grenze gekommen, weitere 1&nbsp;000 wurden mit zwei Sonderzügen aus Salzburg nach Deutschland gebracht. Dazu kommen jene rund 1&nbsp;000 Personen, die sich am Abend noch im Bereich des Grenzübergangs aufgehalten haben.  
    
* '''21. September, Montag:'''
 
* '''21. September, Montag:'''
 
: '''Salzburg''': 400 Flüchtlinge hatten die Nacht auf Montag in der Tiefgarage des Salzburger Hauptbahnhofs verbracht. Am frühen Nachmittag befanden sich etwa 460 Flüchtlinge in der Tiefgarage am Salzburger Hauptbahnhof, weitere etwa 100 Personen im ehemaligen Zollamtsgebäude nahe der Grenze. Mit Zügen aus Wien, Villach und Graz kamen bis Abend rund 1&nbsp;000 weitere Flüchtlinge am Salzburger Hauptbahnhof an. Entlastung brachte ein Sonderzug mit rund 420 Flüchtlingen, der Salzburg gegen 21:00 Uhr in Richtung Deutschland verlassen hatte.   
 
: '''Salzburg''': 400 Flüchtlinge hatten die Nacht auf Montag in der Tiefgarage des Salzburger Hauptbahnhofs verbracht. Am frühen Nachmittag befanden sich etwa 460 Flüchtlinge in der Tiefgarage am Salzburger Hauptbahnhof, weitere etwa 100 Personen im ehemaligen Zollamtsgebäude nahe der Grenze. Mit Zügen aus Wien, Villach und Graz kamen bis Abend rund 1&nbsp;000 weitere Flüchtlinge am Salzburger Hauptbahnhof an. Entlastung brachte ein Sonderzug mit rund 420 Flüchtlingen, der Salzburg gegen 21:00 Uhr in Richtung Deutschland verlassen hatte.   
: '''Grenze Freilassing''': Am frühen Nachmittag warteten rund 150 Flüchtlinge vor der [[Saalachbrücke Rott]] an der [[Grenzübergang Saalbrücke|Grenze]] nach [[Freilassing]]. Am späten Montagnachmittag kamen Hunderte Flüchtlinge am Grenzübergang Saalbrücke Richtung Freilassing nicht mehr weiter. Deutschland hatte wieder einen Einreisestopp für Asylwerber verhängt.  Seit den Abendstunden wurden wieder Flüchtlinge in Kleingruppen über die Brücke gelassen. Gegen 21 Uhr befanden sich 500 bis 600 Flüchtlinge an der Saalbrücke an der deutschen Grenze zu Freilassing. dann spitzte sich die Lage drastisch zu: bis zu 1&nbps;200 Flüchtlinge warteten stundenlang an der Saalachbrücke auf die Einreise nach Deutschland.   
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: '''Grenze Freilassing''': Am frühen Nachmittag warteten rund 150 Flüchtlinge vor der Saalachbrücke Rott am Grenzübergang Saalbrücke nach Freilassing. Am späten Montagnachmittag kamen Hunderte Flüchtlinge am Grenzübergang Saalbrücke Richtung Freilassing nicht mehr weiter. Deutschland hatte wieder einen Einreisestopp für Asylwerber verhängt.  Seit den Abendstunden wurden wieder Flüchtlinge in Kleingruppen über die Brücke gelassen. Gegen 21 Uhr befanden sich 500 bis 600 Flüchtlinge an der Saalbrücke an der deutschen Grenze zu Freilassing. dann spitzte sich die Lage drastisch zu: bis zu 1&nbps;200 Flüchtlinge warteten stundenlang an der Saalachbrücke auf die Einreise nach Deutschland.   
    
* '''20. September, Sonntag:'''
 
* '''20. September, Sonntag:'''
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* '''18. September, Freitag:'''
 
* '''18. September, Freitag:'''
 
: '''Salzburg''': Die Lage hat sich entspannt. Mittags hielten sich noch rund 150 Personen in der Tiefgarage unter dem Salzburger Hauptbahnhof auf, ansonsten herrschte normaler Betrieb am Hauptbahnhof.
 
: '''Salzburg''': Die Lage hat sich entspannt. Mittags hielten sich noch rund 150 Personen in der Tiefgarage unter dem Salzburger Hauptbahnhof auf, ansonsten herrschte normaler Betrieb am Hauptbahnhof.
:'''Grenze Freilassing''': Laut deutscher Grenzpolizei passierten in der Nacht auf Freitag 580 Flüchtlinge an der Saalachbrücke Rott den [[Grenzübergang Saalbrücke]]
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:'''Grenze Freilassing''': Laut deutscher Grenzpolizei passierten in der Nacht auf Freitag 580 Flüchtlinge an der Saalachbrücke Rott den Grenzübergang Saalbrücke
 
:'''Deutschland''': Die deutsche Bundespolizei hat an der deutsch-österreichischen Grenze am Donnerstag insgesamt rund 3&nbsp;700 Flüchtlinge gestoppt. Das waren rund 1000 Menschen weniger als am Mittwoch, jedoch etwas mehr als am Dienstag. Zudem wurden acht Schlepper festgenommen, teilte ein Sprecher der Bundespolizei Rosenheim in der Nacht zum Freitag mit.
 
:'''Deutschland''': Die deutsche Bundespolizei hat an der deutsch-österreichischen Grenze am Donnerstag insgesamt rund 3&nbsp;700 Flüchtlinge gestoppt. Das waren rund 1000 Menschen weniger als am Mittwoch, jedoch etwas mehr als am Dienstag. Zudem wurden acht Schlepper festgenommen, teilte ein Sprecher der Bundespolizei Rosenheim in der Nacht zum Freitag mit.
 
:: Seit Freitagfrüh verkehren wieder Züge über das sogenannte Deutsche Eck (Salzburg - Rosenheim - Kufstein), jedoch haben sie keinen Halt auf deutschem Gebiet. Weiterhin verkehren jedoch keine Nahverkehrszüge zwischen Salzburg und Freilassing sowie im Fernverkehr nach Deutschland.
 
:: Seit Freitagfrüh verkehren wieder Züge über das sogenannte Deutsche Eck (Salzburg - Rosenheim - Kufstein), jedoch haben sie keinen Halt auf deutschem Gebiet. Weiterhin verkehren jedoch keine Nahverkehrszüge zwischen Salzburg und Freilassing sowie im Fernverkehr nach Deutschland.
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:'''Österreich''': Das [[Rotes Kreuz|Rote  Kreuz]] versorgte in 13 Tagen bisher 80&nbsp;000 Menschen.  80 Notunterkünfte mit bis zu 12&nbsp;000 Personen täglich wurden betrieben.  
 
:'''Österreich''': Das [[Rotes Kreuz|Rote  Kreuz]] versorgte in 13 Tagen bisher 80&nbsp;000 Menschen.  80 Notunterkünfte mit bis zu 12&nbsp;000 Personen täglich wurden betrieben.  
 
::  6&nbsp;800 verbrachten österreichweit Nacht in Notquartieren. Waren am Mittwoch noch ungefähr 15&nbsp;000 Migranten im Land, waren es Donnerstagfrüh noch rund 7&nbsp;700 Flüchtlinge.
 
::  6&nbsp;800 verbrachten österreichweit Nacht in Notquartieren. Waren am Mittwoch noch ungefähr 15&nbsp;000 Migranten im Land, waren es Donnerstagfrüh noch rund 7&nbsp;700 Flüchtlinge.
:'''Grenze Freilassing''': 09:10 Uhr: 700 Flüchtlinge warteten beim [[Grenzübergang Saalbrücke|Grenzübergang]] bei der Saalachbrücke Rott stundenlang darauf, nach [[Freilassing]] zu kommen. Das Gerücht tauchte auf, dass [[Deutschland]] die Grenzen schließen könnte. Als es schließlich wegen eines Dienstwechsels der Polizei zu Verzögerungen kam, kam es zu Auseinandersetzungen.
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:'''Grenze Freilassing''': 09:10 Uhr: 700 Flüchtlinge warteten beim Grenzübergang Saalbrücke bei der Saalachbrücke Rott stundenlang darauf, nach Freilassing zu kommen. Das Gerücht tauchte auf, dass Deutschland die Grenzen schließen könnte. Als es schließlich wegen eines Dienstwechsels der Polizei zu Verzögerungen kam, kam es zu Auseinandersetzungen.
 
:später Vormittag: Die deutschen Einsatzkräfte sind mit der Situation überfordert. Österreichische Polizisten sind nur vereinzelt vor Ort, derzeit steht ein einziges Polizeiauto an der Grenze. Helfer der Organisationen sind nicht zu sehen, nur einige Privatpersonen helfen und dolmetschen. Die Lage ist chaotisch, viele Flüchtlinge sind nach der Nacht im Freien am Ende ihrer Kräfte.   
 
:später Vormittag: Die deutschen Einsatzkräfte sind mit der Situation überfordert. Österreichische Polizisten sind nur vereinzelt vor Ort, derzeit steht ein einziges Polizeiauto an der Grenze. Helfer der Organisationen sind nicht zu sehen, nur einige Privatpersonen helfen und dolmetschen. Die Lage ist chaotisch, viele Flüchtlinge sind nach der Nacht im Freien am Ende ihrer Kräfte.   
:früher Abend: Während ein Sturmtief über das [[Salzburger Becken]] fegt harren immer noch hunderte Flüchtlinge an der Grenze aus. Um Chaos zu vermeiden, sollen weitere Flüchtlinge mit Sonderzügen von der deutsch-österreichischen Grenze abgeholt und direkt in verschiedene deutsche Städte gebracht werden. Den Angaben des bayerischen Innenministeriums zufolge waren drei Züge am Abend unterwegs, um je etwa 500 Flüchtlinge vom Grenzort Freilassing nach Celle (Niedersachsen), Stuttgart (Baden-Württemberg) und Frankfurt am Main (Hessen) zu bringen. Für die Nacht sei eine weitere Fahrt von Freilassing nach Berlin sowie eine von München nach Dortmund (Nordrhein-Westfalen) geplant. Insgesamt sollten etwa 2&nbsp;500 Flüchtlinge auf diese Weise weiterreisen können.
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:früher Abend: Während ein Sturmtief über das Salzburger Becken fegt harren immer noch hunderte Flüchtlinge an der Grenze aus. Um Chaos zu vermeiden, sollen weitere Flüchtlinge mit Sonderzügen von der deutsch-österreichischen Grenze abgeholt und direkt in verschiedene deutsche Städte gebracht werden. Den Angaben des bayerischen Innenministeriums zufolge waren drei Züge am Abend unterwegs, um je etwa 500 Flüchtlinge vom Grenzort Freilassing nach Celle (Niedersachsen), Stuttgart (Baden-Württemberg) und Frankfurt am Main (Hessen) zu bringen. Für die Nacht sei eine weitere Fahrt von Freilassing nach Berlin sowie eine von München nach Dortmund (Nordrhein-Westfalen) geplant. Insgesamt sollten etwa 2&nbsp;500 Flüchtlinge auf diese Weise weiterreisen können.
 
: '''Deutschland''': Laut dem deutschen Polizei-Sprecher Schulz sind alleine gestern im Einzugsgebiet der Bundespolizeiinspektion Rosenheim 4&nbsp;500 Flüchtlinge illegal eingereist, davon an der Saalachbrücke Rott zwischen Salzburg und Freilassing etwa 1&nbsp;500. Am Mittwoch seien drei Sonderzüge von Freilassing zu den Sammelstellen in ganz Deutschland abgefahren.  In [[Bayern]] wurden am Mittwoch insgesamt rund 9&nbsp;100 unerlaubt eingereiste Menschen gezählt. Fast alle kamen aus Österreich: 2&nbsp;000 per Zug, der Rest wohl zu Fuß. Am Dienstag waren es insgesamt rund 6&nbsp;000 Menschen.
 
: '''Deutschland''': Laut dem deutschen Polizei-Sprecher Schulz sind alleine gestern im Einzugsgebiet der Bundespolizeiinspektion Rosenheim 4&nbsp;500 Flüchtlinge illegal eingereist, davon an der Saalachbrücke Rott zwischen Salzburg und Freilassing etwa 1&nbsp;500. Am Mittwoch seien drei Sonderzüge von Freilassing zu den Sammelstellen in ganz Deutschland abgefahren.  In [[Bayern]] wurden am Mittwoch insgesamt rund 9&nbsp;100 unerlaubt eingereiste Menschen gezählt. Fast alle kamen aus Österreich: 2&nbsp;000 per Zug, der Rest wohl zu Fuß. Am Dienstag waren es insgesamt rund 6&nbsp;000 Menschen.
 
: Der reguläre Bahnverkehr zwischen Salzburg und Bayern blieb auch am Donnerstag auf unbestimmte Zeit eingestellt
 
: Der reguläre Bahnverkehr zwischen Salzburg und Bayern blieb auch am Donnerstag auf unbestimmte Zeit eingestellt
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* '''14. September, Montag:''' Schulbeginn im Bundesland Salzburg
 
* '''14. September, Montag:''' Schulbeginn im Bundesland Salzburg
:'''Salzburg''': Mehr als 1&nbsp;000 Flüchtlinge haben die Nacht in der Salzburger Bahnhofsgarage verbracht.  Geschäftsführerin Sabine Kornberger vom Roten Kreuz erklärt: “950 Flüchtlinge haben die der Nacht in der Garage verbracht. 62 Menschen brauchten medizinische Hilfsleistungen, 15 wurden in ein Krankenhaus gebracht.” 70 Helfer des Roten Kreuzes seien im Einsatz.
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:'''Salzburg''': Mehr als 1&nbsp;000 Flüchtlinge haben die Nacht in der Salzburger Bahnhofsgarage verbracht.  Geschäftsführerin [[Sabine Kornberger]] vom Roten Kreuz erklärt: “950 Flüchtlinge haben die der Nacht in der Garage verbracht. 62 Menschen brauchten medizinische Hilfsleistungen, 15 wurden in ein Krankenhaus gebracht.” 70 Helfer des Roten Kreuzes seien im Einsatz.
 
:Rund 500 Personen haben wegen des stockenden Zugverkehrs nach Deutschland den Bahnhof zu Fuß oder mit anderen Transportmöglichkeiten verlassen, heißt es seitens der Polizei. Die Höchstzahl von Flüchtlingen, die sich am Montag am Salzburger Hauptbahnhof befanden, lag laut Polizei-Sprecher Michael Rausch bei 2&nbsp;200, berichtet die APA.
 
:Rund 500 Personen haben wegen des stockenden Zugverkehrs nach Deutschland den Bahnhof zu Fuß oder mit anderen Transportmöglichkeiten verlassen, heißt es seitens der Polizei. Die Höchstzahl von Flüchtlingen, die sich am Montag am Salzburger Hauptbahnhof befanden, lag laut Polizei-Sprecher Michael Rausch bei 2&nbsp;200, berichtet die APA.
 
:: An Salzburgs Grenzen zu Deutschland wird der Stau immer länger. Von Freilassing reicht er bis ins Stadtgebiet, die Wartezeit beträgt derzeit rund eine Stunde. Vom [[Walserberg]] auf der [[Tauernautobahn]] (A10) reicht der Stau bis Salzburg Süd und auf der Westautobahn (A1) bis zur Ausfahrt Salzburg West. Kontrolliert werden derzeit in Freilassing nicht die Reisepässe von allen Fahrern. Vor allem Kastenwägen und Taxis werden zur Seite gewunken.
 
:: An Salzburgs Grenzen zu Deutschland wird der Stau immer länger. Von Freilassing reicht er bis ins Stadtgebiet, die Wartezeit beträgt derzeit rund eine Stunde. Vom [[Walserberg]] auf der [[Tauernautobahn]] (A10) reicht der Stau bis Salzburg Süd und auf der Westautobahn (A1) bis zur Ausfahrt Salzburg West. Kontrolliert werden derzeit in Freilassing nicht die Reisepässe von allen Fahrern. Vor allem Kastenwägen und Taxis werden zur Seite gewunken.

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