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| | ====Voraussetzungen und Hintergründe==== | | ====Voraussetzungen und Hintergründe==== |
| − | | + | Die [[Fürsterzbischöfe]] bestimmten Politik und Leben im [[Erzbistum Salzburg]]. Schreibstuben gab es nur in Klöstern, die jedoch von den Erzbischöfen kontrolliert wurden. Auch der Kreis der Lesefähigen beschränkte sich mehr oder weniger auf den Klerus und [[Salzburger Adel|Adel]]. Als Mitte des [[15. Jahrhundert]]s Gutenberg der Durchbruch im Druck mit beweglichen Lettern gelang, begannen sich immer mehr Menschen für das Lesen zu interessieren. Postmeister und Buchdrucker wurden zu den „Journalisten“ und Informationsquellen der damaligen Zeit. Von 13 Millionen Menschen in [[Deutschland]] konnten im [[15. Jahrhundert]] nur rund 75 000 lesen. |
| − | Die Fürsterzbischöfe bestimmten Politik und Leben im Erzbistum Salzburg. Schreibstuben gab es nur in Klöstern, die jedoch von den [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischöfen]] kontrolliert wurden. Auch der Kreis der Lesefähigen beschränkte sich mehr oder weniger auf den Klerus und [[Salzburger Adel|Adel]]. Als Mitte des [[15. Jahrhundert]]s Gutenberg der Durchbruch im Druck mit beweglichen Lettern gelang, begannen sich immer mehr Menschen für das Lesen zu interessieren. Postmeister und Buchdrucker wurden zu den „Journalisten“ und Informationsquellen der damaligen Zeit. Von 13 Millionen Menschen in [[Deutschland]] konnten im 15. Jahrhundert nur rund 75.000 lesen. | |
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| | Mit zunehmenden Veröffentlichungen von Schriften setzte die Zensur ein. Nachweislich waren es Bischöfe, der Papst und Universitäten, die diese ausübten (1475 Universität Köln). | | Mit zunehmenden Veröffentlichungen von Schriften setzte die Zensur ein. Nachweislich waren es Bischöfe, der Papst und Universitäten, die diese ausübten (1475 Universität Köln). |
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| | ====In Salzburg==== | | ====In Salzburg==== |
| − | Im [[Mittelalter]] erfolgte die Überbringung von Botschaften in erster Linie durch wandernde Mönche. Ab dem Spätmittelalter begannen Fuhrwerker und spezielle Gerichtsboten mit dem Datenaustausch. Die Erzbischöfe hielten sich Sendboten und Postmeister, die für den Landesfürsten die Post unentgeltlich transportieren mussten. Die Salzburger Kaufleute hingegen mussten beispielsweise 1633 für einen Brief nach [[Venedig]] sieben Kreuzer bezahlen, Nichtkaufleute 10 Kreuzer. Unter Erzbischof [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] verkehrten Postboten zwischen der Stadt Salzburg und [[Hallein]], [[Lofer]], [[Laufen]], [[Abtenau]], [[Mauterndorf]], [[Schloss Hüttenstein]] und [[Mattsee]]. | + | Im [[Mittelalter]] erfolgte die Überbringung von Botschaften in erster Linie durch wandernde Mönche. Ab dem Spätmittelalter begannen Fuhrwerker und spezielle Gerichtsboten mit dem Datenaustausch. Die Erzbischöfe hielten sich Sendboten und Postmeister, die für den Landesfürsten die Post unentgeltlich transportieren mussten. Die Salzburger Kaufleute hingegen mussten beispielsweise 1633 für einen Brief nach [[Venedig]] sieben Kreuzer bezahlen, Nichtkaufleute 10 Kreuzer. Unter Erzbischof [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] verkehrten Postboten zwischen der Stadt Salzburg und [[Hallein]], [[Lofer]], [[Laufen]], [[Abtenau]], [[Mauterndorf]], [[Schloss Hüttenstein]] und [[Mattsee (Ort)|Mattsee]]. |
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| − | Vorläufer der ersten Zeitungen in Salzburg waren Kalender. Der älteste bekannte stammt aus [[1489]] und wurde von Johann Petri in [[Passau]] gedruckt. Erzbischof [[Paris Graf Lodron]] brachte dann einen „Fürstenkalender“ heraus. „Newe Zeitungen“ gab es in Salzburg vermutlich nur in geringer Zahl. Verbreiteter waren Flugschriften. So wurde in einer solchen [[1669]] von den [[Bergstürze]]n berichtet. | + | Vorläufer der ersten Zeitungen in Salzburg waren Kalender. Der älteste bekannte stammt aus [[1489]] und wurde von Johann Petri in [[Passau]] gedruckt. Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] brachte dann einen „Fürstenkalender“ heraus. „Newe Zeitungen“ gab es in Salzburg vermutlich nur in geringer Zahl. Verbreiteter waren Flugschriften. So wurde in einer solchen [[1669]] von den [[Bergstürze]]n berichtet. |
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| | Mit der ersten Genehmigung eines Zeitungsdruckes im Jahr [[1668]] in Salzburg kann man den Beginn des Zeitungsdruckes im Lande datieren. Es entwickelten sich Salzburger Druckereien ([[Oberer'sche Druckerei]], die des [[Johann Baptist Mayr]] (aus der der [[Verlag Anton Pustet]] hervorging) und die [[Zaunrith'sche Buchdruckerei]]). Doch die Anfänge der Salzburger Zeitungsgeschichte liegen mehr oder weniger im Dunkeln, auch, weil die Mayr’sche Druckerei durch den Felssturz 1669 völlig zerstört wurde. Zwischen [[1712]] und [[1758]] ist keine einzige Zeitung in Salzburg bekannt. Eine lückenlose Dokumentation der Salzburger Zeitungsgeschichte beginnt mit Erzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]]. Er beauftragt [[Lorenz Hübner]] mit einer „Zeitungsreform“. | | Mit der ersten Genehmigung eines Zeitungsdruckes im Jahr [[1668]] in Salzburg kann man den Beginn des Zeitungsdruckes im Lande datieren. Es entwickelten sich Salzburger Druckereien ([[Oberer'sche Druckerei]], die des [[Johann Baptist Mayr]] (aus der der [[Verlag Anton Pustet]] hervorging) und die [[Zaunrith'sche Buchdruckerei]]). Doch die Anfänge der Salzburger Zeitungsgeschichte liegen mehr oder weniger im Dunkeln, auch, weil die Mayr’sche Druckerei durch den Felssturz 1669 völlig zerstört wurde. Zwischen [[1712]] und [[1758]] ist keine einzige Zeitung in Salzburg bekannt. Eine lückenlose Dokumentation der Salzburger Zeitungsgeschichte beginnt mit Erzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]]. Er beauftragt [[Lorenz Hübner]] mit einer „Zeitungsreform“. |
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| | Am [[1. Oktober]] [[1945]] gab der Alliierte Rat eine Presseverordnung heraus, in der es hieß, dass der „demokratischen Presse“ die größtmögliche Freiheit gegeben werde, jedoch mit der Bedingung, dass „sie einen entschlossenen Kampf gegen die [[NS|nationalsozialistischen]], großdeutschen und militaristischen Ideologien und Lehren führe…“. Erst am [[7. April]] [[1953]] kam es zur offiziellen Wiedereinführung des Preßgesetzes vom April 1922. | | Am [[1. Oktober]] [[1945]] gab der Alliierte Rat eine Presseverordnung heraus, in der es hieß, dass der „demokratischen Presse“ die größtmögliche Freiheit gegeben werde, jedoch mit der Bedingung, dass „sie einen entschlossenen Kampf gegen die [[NS|nationalsozialistischen]], großdeutschen und militaristischen Ideologien und Lehren führe…“. Erst am [[7. April]] [[1953]] kam es zur offiziellen Wiedereinführung des Preßgesetzes vom April 1922. |
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| − | Die [[Salzburger Druckerei]] kam Anfang Mai 1945 unter [[USA|amerikanische]] Kontrolle und wurde erst [[1948]] wieder an den [[Salzburger Pressverein]] zurückgegeben. In dieser Druckerei wurden folgende Zeitungen und Zeitschriften gedruckt: Die „Salzburger Nachrichten“, der [[Salzburger Bauer]], die [[Salzburger Wirtschaft]], das [[Rupertusblatt]] und das [[Klerus-Blatt]], bis 1968 auch der [[Salzburger Volksbote]] und bis 1971 die [[Salzburger Volkszeitung]]. | + | Die [[Salzburger Druckerei]] kam Anfang Mai 1945 unter [[USA|amerikanische]] Kontrolle und wurde erst [[1948]] wieder an den [[Salzburger Pressverein]] zurückgegeben. In dieser Druckerei wurden folgende Zeitungen und Zeitschriften gedruckt: Die „Salzburger Nachrichten“, der [[Salzburger Bauer]], die [[Salzburger Wirtschaft (Zeitung)|Salzburger Wirtschaft]], das [[Rupertusblatt]] und das [[Klerus-Blatt]], bis 1968 auch der [[Salzburger Volksbote]] und bis 1971 die [[Salzburger Volkszeitung]]. |
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| | ==Titel ehemaliger Publikationen (Auszug)== | | ==Titel ehemaliger Publikationen (Auszug)== |