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| | ==Einführung == | | ==Einführung == |
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| − | Das Bockharttal erstreckt sich als Hochtal zwischen dem so genannten [[Naßfeldtal]] im Osten, wo es steil zu diesem abfällt und der [[Bockhartscharte]] im Westen auf 2226 [[m ü. A.]]. Zwischen dem unteren und oberen See liegt eine auffällige Geländestufe, die dem Areal um den oberen See eine besondere Lage und ein besonderes Flair verleiht. Das Tal ist wegen seiner [[Goldbergbau]]geschichte und wegen seiner Seen und Wanderrouten bekannt. Der untere See ([[Unterer Bockhartsee]]), auf 1872 m ü. A. gelegen, ist ein heute künstlich angelegter Stausee, der zur Energiegewinnung genutzt wird. Der obere See ([[Oberer Bockhartsee]]) auf 2076 m ü. A., ein natürlicher Bergsee, ist wegen seiner schönen Lage und wegen der dort verlaufenden Wanderrouten ein gesuchter Ort. | + | Das Bockharttal erstreckt sich als Hochtal zwischen dem so genannten [[Naßfeldtal]] im Osten, wo es steil zu diesem abfällt und der [[Bockhartscharte]] im Westen auf 2 226 [[m ü. A.]]. Zwischen dem unteren und oberen See liegt eine auffällige Geländestufe, die dem Areal um den oberen See eine besondere Lage und ein besonderes Flair verleiht. Das Tal ist wegen seiner [[Goldbergbau]]geschichte und wegen seiner Seen und Wanderrouten bekannt. Der untere See ([[Unterer Bockhartsee]]), auf 1 872 m ü. A. gelegen, ist ein heute künstlich angelegter Stausee, der zur Energiegewinnung genutzt wird. Der obere See ([[Oberer Bockhartsee]]) auf 2 076 m ü. A., ein natürlicher Bergsee, ist wegen seiner schönen Lage und wegen der dort verlaufenden Wanderrouten ein gesuchter Ort. |
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| | ==Bodenschätze== | | ==Bodenschätze== |
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| | ==Besondere Entdeckungen== | | ==Besondere Entdeckungen== |
| − | | + | ===Jungsteinzeitliche Alm=== |
| − | =====Jungsteinzeitliche Alm=====
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| | Der Einsatz der Archäologen und Naturwissenschafter brachte eine echte Sensation! Anhand von Pollenanalysen ließ sich nachweisen, dass es am oberen See - und zwar ausschließlich dort – bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. eine menschliche Ansiedlung gegeben haben muss! Friedrich Kral, Naturwissenschafter und Pollenspezialist, spricht von einer Alm, die bereits in der [[Jungsteinzeit]] genutzt wurde. | | Der Einsatz der Archäologen und Naturwissenschafter brachte eine echte Sensation! Anhand von Pollenanalysen ließ sich nachweisen, dass es am oberen See - und zwar ausschließlich dort – bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. eine menschliche Ansiedlung gegeben haben muss! Friedrich Kral, Naturwissenschafter und Pollenspezialist, spricht von einer Alm, die bereits in der [[Jungsteinzeit]] genutzt wurde. |
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| | Es ist auch die Zeit des „Ötzi“, dessen Fund mittlerweile indirekt bewiesen hat, dass inneralpine Lagen schon damals begangen worden sind. Nach der spektakulären Auffindung des Gletschermannes hat man im Rahmen zahlreicher weiterer Begehungen und Bodenuntersuchungen auf Pässen in inneralpinen Hochlagen Beweise für intensiven jungsteinzeitlichen Personenverkehr über die Alpen gefunden. | | Es ist auch die Zeit des „Ötzi“, dessen Fund mittlerweile indirekt bewiesen hat, dass inneralpine Lagen schon damals begangen worden sind. Nach der spektakulären Auffindung des Gletschermannes hat man im Rahmen zahlreicher weiterer Begehungen und Bodenuntersuchungen auf Pässen in inneralpinen Hochlagen Beweise für intensiven jungsteinzeitlichen Personenverkehr über die Alpen gefunden. |
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| − | =====Bronzezeitliche Rodung=====
| + | ===Bronzezeitliche Rodung=== |
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| − | In den nächsten 1500 Jahren war das Bockharttal wieder dicht bewaldet bis erneut eine Rodungsphase am oberen See, dieses Mal eine etwas kleinere Fläche betreffend, festzustellen ist. Sie fällt in die [[Bronzezeit]] [[1600 v. Chr.]] bis [[1200 v. Chr.]]. Ob die Menschen dieser Zeit in der erzreichen Umgebung auch Bergbau betrieben haben, ist ungewiss, kann aber trotz des dort geringfügigen [[Kupfererzbergbau|Kupfervorkommens]] auch nicht ausgeschlossen werden. War es aber nicht die Erzgewinnung so muss es die Beweidung gewesen sein, die die damaligen Menschen in dieses Hochtal geführt hat, vermutet der kluge Menschenverstand und auch die Wissenschafter denken nicht sehr viel anders. Wenn aber das Weideland der Grund war, warum die Rodung genau in diesem hochgelegenen Tal, warum nicht auf besseren und leichter zugänglichen Flächen? War es vielleicht die durch die oben erwähnte Geländestufe zwischen den beiden Seen einerseits und durch die Bockhartscharte andererseits gut geschützte Lage, die die Menschen dort hinauf gelockt hat? Oder könnte es außer dem Erz, den Viehweiden und der geschützten Lage noch andere Gründe gegeben haben, die die Menschen der Bronzezeit veranlasst haben, in dieser alpinen Lage zu roden und ihr Lager aufzuschlagen? | + | In den nächsten 1 500 Jahren war das Bockharttal wieder dicht bewaldet bis erneut eine Rodungsphase am oberen See, dieses Mal eine etwas kleinere Fläche betreffend, festzustellen ist. Sie fällt in die [[Bronzezeit]] [[1600 v. Chr.]] bis [[1200 v. Chr.]]. Ob die Menschen dieser Zeit in der erzreichen Umgebung auch Bergbau betrieben haben, ist ungewiss, kann aber trotz des dort geringfügigen [[Kupfererzbergbau|Kupfervorkommens]] auch nicht ausgeschlossen werden. War es aber nicht die Erzgewinnung so muss es die Beweidung gewesen sein, die die damaligen Menschen in dieses Hochtal geführt hat, vermutet der kluge Menschenverstand und auch die Wissenschafter denken nicht sehr viel anders. Wenn aber das Weideland der Grund war, warum die Rodung genau in diesem hochgelegenen Tal, warum nicht auf besseren und leichter zugänglichen Flächen? War es vielleicht die durch die oben erwähnte Geländestufe zwischen den beiden Seen einerseits und durch die Bockhartscharte andererseits gut geschützte Lage, die die Menschen dort hinauf gelockt hat? Oder könnte es außer dem Erz, den Viehweiden und der geschützten Lage noch andere Gründe gegeben haben, die die Menschen der Bronzezeit veranlasst haben, in dieser alpinen Lage zu roden und ihr Lager aufzuschlagen? |
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| − | =====Römerzeitliche Fahrstraße=====
| + | ===Römerzeitliche Fahrstraße=== |
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| | Erneut hat der Pollenfachmann Friedrich Kral das Wort und berichtet von weiteren Rodungen im gesamten Bockharttal und im Naßfeldtal und zwar in der Zeit von rund [[150 v. Chr.]] bis etwa [[400 n. Chr.]]. Die damit erreichte Weidefläche hat Futter für große Rinderherden oder auch eine große Anzahl von Pferden geboten. Wer konnte aber diesen großen Bedarf gehabt haben und warum? Damals waren das Naßfeldtal und erst recht das Bockharttal vom [[Gasteinertal]] aus schwer zugänglich. Das verstärkt die Zweifel an der „Weideflächentheorie“. Vielleicht ging es ja gar nicht um Viehweiden sondern eher um die Holzgewinnung? Wofür braucht man aber Unmengen an Holz wenn nicht für die [[Erzaufbereitung]]? | | Erneut hat der Pollenfachmann Friedrich Kral das Wort und berichtet von weiteren Rodungen im gesamten Bockharttal und im Naßfeldtal und zwar in der Zeit von rund [[150 v. Chr.]] bis etwa [[400 n. Chr.]]. Die damit erreichte Weidefläche hat Futter für große Rinderherden oder auch eine große Anzahl von Pferden geboten. Wer konnte aber diesen großen Bedarf gehabt haben und warum? Damals waren das Naßfeldtal und erst recht das Bockharttal vom [[Gasteinertal]] aus schwer zugänglich. Das verstärkt die Zweifel an der „Weideflächentheorie“. Vielleicht ging es ja gar nicht um Viehweiden sondern eher um die Holzgewinnung? Wofür braucht man aber Unmengen an Holz wenn nicht für die [[Erzaufbereitung]]? |
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| − | =====Goldabbau durch Kelten, Römer, Taurisker oder Noriker??=====
| + | ===Goldabbau durch Kelten, Römer, Taurisker oder Noriker??=== |
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| | Die Archäologen erhellen das Bild etwas. Sie fanden einerseits [[Keltische Münzen|keltische Münzen]] und [[Römer|römerzeitliche]] Münzen im Nahbereich des Bockharttales und andererseits die Reste einer Straße, wohlgemerkt nicht Reste eines mittelalterlichen [[Saumpfad]]es! Die Anlage entspricht in allen ihren Merkmalen einer alpinen römischen Fahrstraße, wie sie auch am [[Korntauern]] auszumachen ist. Die Straße geht von [[Mallnitz]] in [[Kärnten]] über den [[Mallnitzer Tauern]] hinunter ins Naßfeld und von dort hinauf in das Bockharttal. Dort endet die Fahrstraße und zwar mitten im historischen Bergbaugebiet. Eine solche Fahrstraße in ein alpines Hochtal wie das Bockharttal zu trassieren und zu bauen nur um sie dort enden zu lassen, ist in dieser Zeitphase durch nichts anderes als durch den Bergbau zu erklären. Funde vom Magdalensberg in [[Kärnten]], wie Goldschmelzöfen oder [[Bergkristall]]e, die aufgrund ihrer Begleitminerale auf das [[Goldberggruppe|Sonnblick]]- und [[Ankogelgruppe|Ankogelgebiet]] verweisen, belegen die Verbindung zu den Revieren der inneralpinen Goldvorkommen in römischer Zeit. | | Die Archäologen erhellen das Bild etwas. Sie fanden einerseits [[Keltische Münzen|keltische Münzen]] und [[Römer|römerzeitliche]] Münzen im Nahbereich des Bockharttales und andererseits die Reste einer Straße, wohlgemerkt nicht Reste eines mittelalterlichen [[Saumpfad]]es! Die Anlage entspricht in allen ihren Merkmalen einer alpinen römischen Fahrstraße, wie sie auch am [[Korntauern]] auszumachen ist. Die Straße geht von [[Mallnitz]] in [[Kärnten]] über den [[Mallnitzer Tauern]] hinunter ins Naßfeld und von dort hinauf in das Bockharttal. Dort endet die Fahrstraße und zwar mitten im historischen Bergbaugebiet. Eine solche Fahrstraße in ein alpines Hochtal wie das Bockharttal zu trassieren und zu bauen nur um sie dort enden zu lassen, ist in dieser Zeitphase durch nichts anderes als durch den Bergbau zu erklären. Funde vom Magdalensberg in [[Kärnten]], wie Goldschmelzöfen oder [[Bergkristall]]e, die aufgrund ihrer Begleitminerale auf das [[Goldberggruppe|Sonnblick]]- und [[Ankogelgruppe|Ankogelgebiet]] verweisen, belegen die Verbindung zu den Revieren der inneralpinen Goldvorkommen in römischer Zeit. |
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