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| | == Einleitung == | | == Einleitung == |
| − | Flüchtlingsströme nach Österreich und somit nach Salzburg hat es immer schon gegeben. Anfang des [[20. Jahrhundert]]s strömten zahlreiche Russen nach Westen, während des [[Zweiten Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] setzten Flüchtlingsströme aus den (ehemaligen) deutschen Siedlungsgebieten im heutigen [[Polen]] und [[Rumänien]] ein. | + | Flüchtlingsströme nach Österreich und somit nach Salzburg hat es immer schon gegeben. Anfang des [[20. Jahrhundert]]s strömten zahlreiche Russen nach Westen, während des [[Zweiten Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] setzten Flüchtlingsströme aus den (ehemaligen) [[Volksdeutsche|deutschen Siedlungsgebieten]] im heutigen [[Slowenien]], [[Kroatien]], [[Serbien]], [[Ungarn]] und [[Rumänien]] ein, bald darauf folgten Vertriebene aus der [[Tschechien|Tschechoslowakei]]. |
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| | Als [[1956]] in [[Ungarn]] der Volksaufstand ausbrach, strömten bis [[1957]] rund 180 000 Flüchtlinge nach Österreich. Es folgten dann bis heute noch weitere Flüchtlingströme nach Österreich: | | Als [[1956]] in [[Ungarn]] der Volksaufstand ausbrach, strömten bis [[1957]] rund 180 000 Flüchtlinge nach Österreich. Es folgten dann bis heute noch weitere Flüchtlingströme nach Österreich: |
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| − | ! 1956/57!! 1986!! 1992-95!! 2002!! 2014!! 2015<ref>geschätzte Zahl des Innenminsteriums für das gesamte Jahr, Stand Mai 2015</ref> | + | ! 1956/57!! 1968!! 1992-95!! 2002!! 2014!! 2015<ref>geschätzte Zahl des Innenministeriums für das gesamte Jahr, Stand Mai 2015</ref> |
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| − | | Ungarn|| Tschechoslowakei|| Bosnien Herzegowina|| Tschetschenien || allgemein|| Syrien | + | | Ungarn|| Tschechoslowakei|| [[Bosnien-Herzegowina]]|| Tschetschenien || allgemein|| Syrien |
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| | | 180 000|| 162 000|| 90 000|| 40 000|| 13 000|| 70 000 | | | 180 000|| 162 000|| 90 000|| 40 000|| 13 000|| 70 000 |
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| | == Bundesland Salzburg == | | == Bundesland Salzburg == |
| − | Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] und nach seinem Ende strömten zahlreiche Flüchtlinge aus östlichen Teilen der ehemaligen [[Habsburger]] Monarchie nach Salzburg. Es entstand so u. a. das [[Lager Niederalm]] und das [[Russenlager in Parsch]]. | + | Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] und nach dessen Ende strömten zahlreiche Flüchtlinge aus östlichen Teilen der ehemaligen [[Habsburger]]<nowiki>monarchie</nowiki> nach Salzburg. Es entstanden so u. a. das [[Lager Niederalm]] und das [[Russenlager in Parsch]]. |
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| − | Zum Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] befanden sich im Raum [[Wagrain]]-[[Kleinarl]] über 70 000 Flüchtlinge und Soldaten aus der sich auflösenden Deutschen Wehrmacht, was zu chaotischen Zuständen in der Gemeinde führte. [[1945]] lebten in der [[Stadt Salzburg]] zusätzlich zur Bevölkerung 66 000 Flüchtlinge. In den ersten Nachkriegsjahren] hausten viele Flüchtlinge in Baracken in der [[Eichethofsiedlung]]. Die Salzburger selbst empfanden die schlechten Lebensbedingungen vielfach zunehmend unerträglich und sprachen von einer "Barackenschande". | + | Zum Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] befanden sich im Raum [[Wagrain]]-[[Kleinarl]] über 70 000 Flüchtlinge und Soldaten aus der sich auflösenden [[Deutsche Wehrmacht|Deutschen Wehrmacht]], was zu chaotischen Zuständen in der Gemeinde führte. [[1945]] lebten in der [[Stadt Salzburg]] zusätzlich zur Bevölkerung 66 000 Flüchtlinge. In den ersten [[Nachkriegszeit|Nachkriegsjahren]] hausten viele Flüchtlinge in Baracken in der [[Eichethofsiedlung]]. Die Salzburger selbst empfanden die schlechten Lebensbedingungen vielfach zunehmend als unerträglich und sprachen von einer "Barackenschande". |
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| − | Am [[15. April]] [[1951]] erreichte die Zahl der in Salzburg lebenden Flüchtlinge und [[Displaced Persons|DPs]] mit 36 378 Personen ihren Höhepunkt. Die Siedlung [[Taxham]] entstand nach diesen Plänen ab [[1954]] (in wesentliche Teilen ab [[1957]]) als „Volkssiedlung“ zur Beseitigung der argen Wohnungsnot, da in Salzburg auch acht Jahre nach dem Krieg noch immer sehr viele Flüchtlinge und Flüchtlingsfamilien in ärmlichsten Baracken hausen mussten. | + | Am [[15. April]] [[1951]] erreichte die Zahl der in Salzburg lebenden Flüchtlinge und [[Displaced Persons|DPs]] mit 36 378 Personen ihren Höhepunkt. Die Siedlung [[Taxham]] entstand nach diesen<!--welchen?!--> Plänen ab [[1954]] (in wesentlichen Teilen ab [[1957]]) als „Volkssiedlung“ zur Beseitigung der argen Wohnungsnot, da in Salzburg auch acht Jahre nach dem Krieg noch immer sehr viele Flüchtlinge und Flüchtlingsfamilien in ärmlichsten Baracken hausen mussten. |
| − | [[2. Februar]] [[2004]]: Integration: Der Diskussionsabend um das Integrationshaus der Diakonie in Salzburg-[[Lehen]] wurde mit sehr viel Emotionen geführt. Die Lehener ärgern sich über den hohen Ausländeranteil und das geplante Integrationshaus in ihrem Viertel. Das neue Integrationshaus soll 49 anerkannte Flüchtlinge aufnehmen und im kommenden Sommer bezogen werden können. | + | |
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| | + | [[2. Februar]] [[2004]]: Integration: Der Diskussionsabend um das [[Integrationshaus Salzburg|Integrationshaus]] der [[Diakonie Flüchtlingsdienst gem. GmbH|Diakonie]] in Salzburg-[[Lehen]] wurde mit sehr viel Emotionen geführt. Die Lehener ärgern sich über den hohen Ausländeranteil und das geplante Integrationshaus in ihrem Viertel. Das neue Integrationshaus soll 49 anerkannte Flüchtlinge aufnehmen und im kommenden Sommer bezogen werden können. |
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| | Das [[Land Salzburg]] hinkte 2014 bei der Aufnahme von Asylwerbern hinterher. Dort, wo es Pläne für Asylheime gab, regte sich meist heftiger Widerstand. | | Das [[Land Salzburg]] hinkte 2014 bei der Aufnahme von Asylwerbern hinterher. Dort, wo es Pläne für Asylheime gab, regte sich meist heftiger Widerstand. |
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| − | Im Frühling 2014 sollten noch 30 syrische Flüchtlinge in Salzburg aufgenommen werden. Elf bis 13 von ihnen in der [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter]], die restlichen im [[Caritas-Kinderdorf St. Anton]], eine Einrichtung der [[Caritas Salzburg]] in [[Bruck an der Großglocknerstraße]] im [[Pinzgau]]. | + | Im Frühling 2014 sollten noch 30 [[Syrien|syrische]] Flüchtlinge in Salzburg aufgenommen werden: Elf bis 13 von ihnen in der [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter]], die restlichen im [[Caritas-Kinderdorf St. Anton]], einer Einrichtung der [[Caritas Salzburg]] in [[Bruck an der Großglocknerstraße]] im [[Pinzgau]]. |
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| | 2014 wollte die Benediktiner-Erzabtei Sankt Peter die [[Pension Mühlrein]] in [[Abtenau]] für syrische Flüchtlinge öffnen. Die Reaktion im Ort war jedoch so negativ ausgefallen, dass man das Projekt verworfen hatte. | | 2014 wollte die Benediktiner-Erzabtei Sankt Peter die [[Pension Mühlrein]] in [[Abtenau]] für syrische Flüchtlinge öffnen. Die Reaktion im Ort war jedoch so negativ ausgefallen, dass man das Projekt verworfen hatte. |
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| | Mitte Mai 2015 veranlasste das Innenministerium die Aufstellung von Zelten am Sportplatz der [[Bundespolizeidirektion Salzburg]]. Zu dem Zeitpunkt der Aufstellung und dem Einzug der ersten Flüchtlinge herrschte eine längere Regenperiode in ganz Westösterreich<ref>Quelle [http://www.salzburg.com/nachrichten/dossier/fluechtlinge/sn/artikel/salzburgs-zeltstadt-steht-der-fluechtlingsstrom-schwillt-an-150018/ www.salzburg.com]</ref>. Eine Bewohnerin eines naheliegenden Wohnblocks konnte kurzfristig bei ihrer Hausverwaltung den Aushang erwirken, in dem die Mitbewohner vor den Flüchtlingen im Zeltlager gewarnt und aufgefordert wurden, ihre Fenster als Vorsichtsmaßnahme geschlossen zu halten. Nach Protesten in der Bevölkerung wurde dieser Ausnahme jedoch wieder entfernt. | | Mitte Mai 2015 veranlasste das Innenministerium die Aufstellung von Zelten am Sportplatz der [[Bundespolizeidirektion Salzburg]]. Zu dem Zeitpunkt der Aufstellung und dem Einzug der ersten Flüchtlinge herrschte eine längere Regenperiode in ganz Westösterreich<ref>Quelle [http://www.salzburg.com/nachrichten/dossier/fluechtlinge/sn/artikel/salzburgs-zeltstadt-steht-der-fluechtlingsstrom-schwillt-an-150018/ www.salzburg.com]</ref>. Eine Bewohnerin eines naheliegenden Wohnblocks konnte kurzfristig bei ihrer Hausverwaltung den Aushang erwirken, in dem die Mitbewohner vor den Flüchtlingen im Zeltlager gewarnt und aufgefordert wurden, ihre Fenster als Vorsichtsmaßnahme geschlossen zu halten. Nach Protesten in der Bevölkerung wurde dieser Ausnahme jedoch wieder entfernt. |
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| − | In diese Zeit fiel auch die Meldung, Die [[Strucker-Kaserne]] in [[Tamsweg]] könne ab Juni 2015 für 150 Flüchtlinge und mit Containern sogar für 550 Flüchtlinge genutzt werden. Nach einem zweistündigen Gespräch am [[22. Mai]] [[2015]] in Salzburg die Reaktion von [[Landesrat|Landesrätin]] [[Martina Berthold]] ([[Die Grünen]]) und [[Landeshauptmann]] [[Wilfried Haslauer junior|Wilfried Haslauer]] ([[ÖVP]]): Komme nicht infrage. Und auch die Gemeinde Tamsweg sprach sich dagegen aus. Am selben Tag besuchte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner die Zeltstadt in Salzburg. | + | In diese Zeit fiel auch die Meldung, die [[Strucker-Kaserne]] in [[Tamsweg]] könne ab Juni 2015 für 150 Flüchtlinge und mit Containern sogar für 550 Flüchtlinge genutzt werden. Nach einem zweistündigen Gespräch am [[22. Mai]] [[2015]] kam die Reaktion von [[Landesrat|Landesrätin]] [[Martina Berthold]] ([[Die Grünen]]) und [[Landeshauptmann]] [[Wilfried Haslauer junior|Wilfried Haslauer]] ([[ÖVP]]): Komme nicht infrage. Und auch die Gemeinde Tamsweg sprach sich dagegen aus. Am selben Tag besuchte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner die Zeltstadt in Salzburg. |
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| − | Als in diesen Mai-Tagen der Salzburger Gastronom und Neos-Nationalratsabgeordneten [[Josef Schellhorn|Sepp Schellhorn]] sein sein Personalhaus in [[Badbruck]] im [[Pongau]]er Kurort [[Bad Gastein]] für Asylbewerber für einige Monate, bis die Saison wieder beginnt, zur Verfügung stellten wollte, schäumte [[Bürgermeister der Gemeinde Bad Gastein|Bürgermeister]] [[Gerhard Steinbauer]] ([[ÖVP]]). Er habe zwar Verständnis für die Probleme bei der Unterbringung, seine Gemeinde beherberge aber seit über zehn Jahren durchgehend 60 Asylbewerber und leiste einen überproportionalen Anteil an der Unterbringung in Österreich und Salzburg. Von 2 300 österreichischen Gemeinden würden rund 1 800 keinen einzigen Flüchtling beherbergen. Er werde alle Mittel in Bewegung setzen, um eine Einquartierung zu verhindern, ließ er zunächst verlauten. Jedoch lenkte er nach einigen Tagen, wohl auch unter dem Druck von Protesten gegen seine Haltung, ein und stimmte der Unterbringung von Asylwerbern in Schellhorns Peronalhaus zu<ref>Quelle [http://www.salzburg.com/nachrichten/dossier/fluechtlinge/sn/artikel/gastein-ortschef-gibt-widerstand-gegen-asylquartier-auf-151622/ www.salzburg.com] und [http://www.salzburg.com/nachrichten/dossier/fluechtlinge/sn/artikel/asylpolitik-in-salzburg-jeder-gegen-jeden-151026/ jeder gegen jeden]</ref>. | + | Als in diesen Mai-Tagen der Salzburger Gastronom und Neos-Nationalratsabgeordneten [[Josef Schellhorn|Sepp Schellhorn]] sein Personalhaus in [[Badbruck]] im [[Pongau]]er Kurort [[Bad Gastein]] für Asylbewerber für einige Monate, bis die Saison wieder beginnen würde, zur Verfügung stellten wollte, schäumte [[Bürgermeister der Gemeinde Bad Gastein|Bürgermeister]] [[Gerhard Steinbauer]] ([[ÖVP]]). Er habe zwar Verständnis für die Probleme bei der Unterbringung, seine Gemeinde beherberge aber seit über zehn Jahren durchgehend 60 Asylbewerber und leiste einen überproportionalen Anteil an der Unterbringung in Österreich und Salzburg. Von 2 300 österreichischen Gemeinden würden rund 1 800 keinen einzigen Flüchtling beherbergen. Er werde alle Mittel in Bewegung setzen, um eine Einquartierung zu verhindern, ließ er zunächst verlauten. Jedoch lenkte er nach einigen Tagen, wohl auch unter dem Druck von Protesten gegen seine Haltung, ein und stimmte der Unterbringung von Asylwerbern in Schellhorns Peronalhaus zu<ref>Quelle [http://www.salzburg.com/nachrichten/dossier/fluechtlinge/sn/artikel/gastein-ortschef-gibt-widerstand-gegen-asylquartier-auf-151622/ www.salzburg.com] und [http://www.salzburg.com/nachrichten/dossier/fluechtlinge/sn/artikel/asylpolitik-in-salzburg-jeder-gegen-jeden-151026/ jeder gegen jeden]</ref>. |
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