| − | Die Gruppe der Hall-Namen von Salinenorten bezieht sich auf das aus dem Germanischen stammende hal(l), was Saline bedeutet. Dazu gehören Reichenhall (Ersterwähnung 696), Schwäbisch Hall (11. Jh.), Hall bei Admont (um 1100), Bad Hall in Oberösterreich (1140), Hallein (1190), Hall in Tirol (1232) und Hallstatt (1311). Ein Sonderfall ist Halle an der Saale (806), für dessen Name beide Bedeutungen – Abhang als auch Saline – in Betracht kommen. | + | Die Gruppe der Hall-Namen von Salinenorten bezieht sich auf das aus dem Germanischen stammende hal(l), was Saline bedeutet. Dazu gehören [[Reichenhall]] (Ersterwähnung 696), Schwäbisch Hall (11. Jh.), Hall bei Admont (um 1100), Bad Hall in Oberösterreich (1140), [[Hallein]] (1190), Hall in Tirol (1232) und [[Hallstatt]] (1311). Ein Sonderfall ist Halle an der Saale (806), für dessen Name beide Bedeutungen – Abhang als auch Saline – in Betracht kommen. |
| − | Seit [[1210]] ist für den zuvor „Mühlbach“ genannten Ort die Bezeichnung „Hallinum, Hällein, Hallein“ belegt, was „kleines Hall“ bedeutet. In Urkunden war häufig „maior“ (groß) zu Reichenhall gestellt, wenn dieses und Hallein zusammen genannt wurden. In einer [[1273]] von Papst Gregor X. für das Stift Nonnberg ausgestellten Urkunde heißt es „salina minor [Hallein], salina maior que Halle dicitur [Reichenhall]“. Allerdings hat [[Hallein]] mit seiner Salzproduktion bereits in der ersten Hälfte des [[13. Jahrhundert]]s Reichenhall bei weitem überflügelt. Daher könnte es sich bei „Hallein“ auch um eine Art Koseform handeln, die mit dem von der Salzburger Kirche verwendeten Ausdruck „nostra salina“ – „unsere Saline“ vergleichbar ist. Möglich wäre auch eine Benennung etwa im Sinne von „junges Hall“ durch Salinen-Fachkräfte, die aus dem [[1196]] zerstörten Reichenhall kamen. Unter anderem hatten diese die Bezeichnung der erzbischöflichen Amtsleute, die „Hallinger“, aber auch Flurnamen, wie etwa „Urbais“ oder „Hosewasch“ aus Reichenhall nach Hallein mitgenommen. | + | Seit [[1210]] ist für den zuvor „Mühlbach“ genannten Ort die Bezeichnung „Hallinum, Hällein, Hallein“ belegt, was „kleines Hall“ bedeutet. In Urkunden war häufig „maior“ (groß) zu Reichenhall gestellt, wenn dieses und Hallein zusammen genannt wurden. In einer [[1273]] von Papst Gregor X. für das [[Stift Nonnberg] ausgestellten Urkunde heißt es „salina minor [Hallein], salina maior que Halle dicitur [Reichenhall]“. Allerdings hat [[Hallein]] mit seiner Salzproduktion bereits in der ersten Hälfte des [[13. Jahrhundert]]s Reichenhall bei weitem überflügelt. Daher könnte es sich bei „Hallein“ auch um eine Art Koseform handeln, die mit dem von der Salzburger Kirche verwendeten Ausdruck „nostra salina“ – „unsere Saline“ vergleichbar ist. Möglich wäre auch eine Benennung etwa im Sinne von „junges Hall“ durch Salinen-Fachkräfte, die aus dem [[1196]] zerstörten Reichenhall kamen. Unter anderem hatten diese die Bezeichnung der erzbischöflichen Amtsleute, die „Hallinger“, aber auch Flurnamen, wie etwa „Urbais“ oder „Hosewasch“ aus Reichenhall nach Hallein mitgenommen. |
| − | Ab Mitte des 12. Jahrhunderts begegnet zeitweise die Bezeichnung „Paierhalle“ (bayerisches Hall), welches in erster Linie außerhalb [[Bayern]]s verwendet wurde. Nachdem Hallein die Marktführerschaft im Salzhandel übernommen hatte und weitere Produzenten auf den Markt drängten, versuchte sich Hall Anfang des 14. Jahrhunderts mit der Einführung des Namenszusatzes „reich“ („das reiche Hall“) davon abzusetzen. | + | Ab Mitte des [[12. Jahrhundert]]s begegnet zeitweise die Bezeichnung „Paierhalle“ (bayerisches Hall), welches in erster Linie außerhalb [[Bayern]]s verwendet wurde. Nachdem Hallein die Marktführerschaft im Salzhandel übernommen hatte und weitere Produzenten auf den Markt drängten, versuchte sich Hall Anfang des 14. Jahrhunderts mit der Einführung des Namenszusatzes „reich“ („das reiche Hall“) davon abzusetzen. |