| | Von Hypokrates bis zu [[Paracelsus]] bezeugen die alten Medizin- und Kräuterbücher des Mittelalters dem Alpenveilchen ihre Heilkraft, großes Lob und heilende Anwendungsweisen. Die Zyklamenknollen bildeten den Hauptbestandteil einer Heil- und lindernden Pflegesalbe, die zu Einreibungen bei eiternden Wunden, Geschwüren und Hautunreinheiten zusammengerührt wurde. Besondere Gesundung versprach der aus getrocknetem und im Mörser zerstampften Blüten und Wurzeln hergestellte "Wundtrank" gegen Kopfschmerzen, Gicht und Kreuzweh. Das in den Knollen enthaltene "Saponine" hat vielerlei reinigende, schleimlösende Heilwirkungen, so wird auch für medizinische homöopathische Zwecke nur der Wurzelstock und die Knolle verwendet. Auch das Erblühen der Knollen zu Hause, versprach nicht nur Glück und Segen, meist auch Fruchtbarkeit für die Nachkommen. | | Von Hypokrates bis zu [[Paracelsus]] bezeugen die alten Medizin- und Kräuterbücher des Mittelalters dem Alpenveilchen ihre Heilkraft, großes Lob und heilende Anwendungsweisen. Die Zyklamenknollen bildeten den Hauptbestandteil einer Heil- und lindernden Pflegesalbe, die zu Einreibungen bei eiternden Wunden, Geschwüren und Hautunreinheiten zusammengerührt wurde. Besondere Gesundung versprach der aus getrocknetem und im Mörser zerstampften Blüten und Wurzeln hergestellte "Wundtrank" gegen Kopfschmerzen, Gicht und Kreuzweh. Das in den Knollen enthaltene "Saponine" hat vielerlei reinigende, schleimlösende Heilwirkungen, so wird auch für medizinische homöopathische Zwecke nur der Wurzelstock und die Knolle verwendet. Auch das Erblühen der Knollen zu Hause, versprach nicht nur Glück und Segen, meist auch Fruchtbarkeit für die Nachkommen. |
| − | In St. Wolfgang nennt man die kleinen Zwiebel Wolfgangi Erdäpfel, da selbe den Wallfahrern eingepackt in kleine Papier Stanitzel, als Heil und Fruchtbarkeits-Symbol angepriesen wurden. Die St. Wolfganger Jugend hatte mit diesem in riesigen Mengen vorkommenden volkskundlichen Heilmittel eine kleine alljährlich, ziel führende Einnahmequelle. Im Spätherbst, nach Abblühen der Zyklamen, sammelte man die winzigen Knollen und trocknete selbe. In kleinen Stanitzeln, auch in handgenähten kleinen Leinensäckchen wurden die Knollen verpackt. Ein Hallo brach unter den Kindern los, wenn die ersten Wallfahrer im Frühjahr über den "Stoa", den Falkenstein, ankamen und auf ihren Empfang warteten. Früher war es der Brauch die angesagten Pilger bei der [[Schafbergbahn]] mit Fahne und Geläut ab zu holen, auch dies erbrachte den Jugendlichen einen kleinen Nebenverdienst. Mit ihren mehrstimmigen Gebeten zog die Wallfahrergruppe bis zur Kirche. Beim Wolfgang Brunnen wurden nach altem Brauch zuerst die Augen gewaschen und um das Gotteshaus gegangen, bevor die Bittgänger vom Pfarrer empfangen in die Kirche geleitet wurden. | + | In St. Wolfgang nennt man die kleinen Zwiebel Wolfgangi [[Erdäpfel]], da selbe den Wallfahrern eingepackt in kleine Papier Stanitzel, als Heil und Fruchtbarkeits-Symbol angepriesen wurden. Die St. Wolfganger Jugend hatte mit diesem in riesigen Mengen vorkommenden volkskundlichen Heilmittel eine kleine alljährlich, ziel führende Einnahmequelle. Im Spätherbst, nach Abblühen der Zyklamen, sammelte man die winzigen Knollen und trocknete selbe. In kleinen Stanitzeln, auch in handgenähten kleinen Leinensäckchen wurden die Knollen verpackt. Ein Hallo brach unter den Kindern los, wenn die ersten Wallfahrer im Frühjahr über den "Stoa", den Falkenstein, ankamen und auf ihren Empfang warteten. Früher war es der Brauch die angesagten Pilger bei der [[Schafbergbahn]] mit Fahne und Geläut ab zu holen, auch dies erbrachte den Jugendlichen einen kleinen Nebenverdienst. Mit ihren mehrstimmigen Gebeten zog die Wallfahrergruppe bis zur Kirche. Beim Wolfgang Brunnen wurden nach altem Brauch zuerst die Augen gewaschen und um das Gotteshaus gegangen, bevor die Bittgänger vom Pfarrer empfangen in die Kirche geleitet wurden. |
| | Meist sicherten sich die erfahrenen Pilger schon auf diesem Weg die Fruchtbarkeitsgaben der Wolfganger Buben und Mädchen. Sie fragten: ''Na, habts wieder Wolfgangi Erdapferl für uns'' und schon begann der Kleinhandel mit den Zyklamenknollen im Papierstanitzel. So ranken sich durch die Jahrtausende viele Mythen und Heilungen um diese wohlriechenden, zarten Bergbleaml rund um den Aber- und Wolfgangsee. | | Meist sicherten sich die erfahrenen Pilger schon auf diesem Weg die Fruchtbarkeitsgaben der Wolfganger Buben und Mädchen. Sie fragten: ''Na, habts wieder Wolfgangi Erdapferl für uns'' und schon begann der Kleinhandel mit den Zyklamenknollen im Papierstanitzel. So ranken sich durch die Jahrtausende viele Mythen und Heilungen um diese wohlriechenden, zarten Bergbleaml rund um den Aber- und Wolfgangsee. |