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Die '''Predigtstuhlbahn Bad Reichenhall''' ist eine Aufstiegshilfe auf den 2 543 [[m ü. A.]] hohen Predigtstuhl südwestlich der Stadt Bad Reichenhall.
 
Die '''Predigtstuhlbahn Bad Reichenhall''' ist eine Aufstiegshilfe auf den 2 543 [[m ü. A.]] hohen Predigtstuhl südwestlich der Stadt Bad Reichenhall.
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==Geschichte==
 
==Geschichte==
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Im Frühjahr [[1927]] begann die Münchner „Hochtief AG“, die schon die Kreuzeckbahn bei Garmisch-Partenkirchen gebaut hatte, mit der Errichtung der Predigtstuhlbahn. Aufgrund des Einsatzes von etwa hundert Arbeitern, die zum Teil rund um die Uhr im gefährlich steilen Gelände beschäftigt waren, konnten bereits Anfang 1928 die technischen Teile der Bahn unter der Leitung der Kreuzeckbahn AG Garmisch-Partenkirchen den Betrieb aufnehmen. Die Gondeln waren erstmals nicht in rechteckiger Waggonform, sondern in der zwölfeckigen „Pavillonform“ gehalten. Da die modernen Materialien Aluminium und Plexiglas halfen das Gewicht zu verringern, war die Personenkapazität größer, als bei allen bisher bekannten Seilbahnen. Der Architekt Wilhelm Kahr gestaltete die Gebäude der Bahn  im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ und versah sie mit modernster Ausstattung. Nach nur 1½-jähriger Bauzeit eröffnete schließlich das Berghotel am 1. Juli 1928.
 
Im Frühjahr [[1927]] begann die Münchner „Hochtief AG“, die schon die Kreuzeckbahn bei Garmisch-Partenkirchen gebaut hatte, mit der Errichtung der Predigtstuhlbahn. Aufgrund des Einsatzes von etwa hundert Arbeitern, die zum Teil rund um die Uhr im gefährlich steilen Gelände beschäftigt waren, konnten bereits Anfang 1928 die technischen Teile der Bahn unter der Leitung der Kreuzeckbahn AG Garmisch-Partenkirchen den Betrieb aufnehmen. Die Gondeln waren erstmals nicht in rechteckiger Waggonform, sondern in der zwölfeckigen „Pavillonform“ gehalten. Da die modernen Materialien Aluminium und Plexiglas halfen das Gewicht zu verringern, war die Personenkapazität größer, als bei allen bisher bekannten Seilbahnen. Der Architekt Wilhelm Kahr gestaltete die Gebäude der Bahn  im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ und versah sie mit modernster Ausstattung. Nach nur 1½-jähriger Bauzeit eröffnete schließlich das Berghotel am 1. Juli 1928.
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Der Predigtstuhl entwickelte sich zum Wintersportzentrum für gutbetuchte Gäste. In diesen Jahren gab es einen regelrechten Ansturm auf die Bergbahn, zumal die Fahrtzeiten mit denen der Deutschen Reichsbahn, die zugleich Aufsichtsbehörde aller deutschen Seilbahnen war, abgestimmt waren. Man konnte also vom nahegelegenen Kirchberger Bahnhof in kürzester Zeit auf den Berg gelangen. Der Traum vom „deutschen Davos“ hatte sich zumindest in Ansätzen erfüllt. Ab 1932 wurde der Gipfel des Predigtstuhls auch als Segelfluggelände genutzt. Dabei wurden die zerlegten Segelflugzeuge mit den Gondeln der Bahn auf den Berg gebracht. Die Landung erfolgte auf dem [[Reichenhaller Flugplatz]]. Das internationale, zahlungskräftige Publikum wurde in der Nazi-Zeit durch den „Kraft durch Freude“- Massentourismus abgelöst. Die sogenannte „KdF-Schwemme“ verlangte bauliche Erweiterungen des Berghotels. So wurde 1935 sogar eine Postagentur mit eigenem Poststempel eröffnet. Der Krieg brachte im Mai 1943 die Umwandlung des Hotels in ein Reservelazarett. Amerikanische Streitkräfte beschlagnahmten die Anlage und nutzten sie als „Recreation Center“. Ab 1949 durfte die Bahn wieder von jedermann benutzt werden. Das Hotel öffnete sich jedoch erst 1953 für den Fremdenverkehr. In den Fünfziger Jahren fanden mehrere große Skisportwettkämpfe statt. Ab 1960 wären sehr kostenintensive Baumaßnahmen nötig gewesen, um weiterhin für Großveranstaltungen in Frage zu kommen. Da man auf diese verzichtete, hatte der Predigtstuhl als Dorado der Wintersportler ausgedient.  
 
Der Predigtstuhl entwickelte sich zum Wintersportzentrum für gutbetuchte Gäste. In diesen Jahren gab es einen regelrechten Ansturm auf die Bergbahn, zumal die Fahrtzeiten mit denen der Deutschen Reichsbahn, die zugleich Aufsichtsbehörde aller deutschen Seilbahnen war, abgestimmt waren. Man konnte also vom nahegelegenen Kirchberger Bahnhof in kürzester Zeit auf den Berg gelangen. Der Traum vom „deutschen Davos“ hatte sich zumindest in Ansätzen erfüllt. Ab 1932 wurde der Gipfel des Predigtstuhls auch als Segelfluggelände genutzt. Dabei wurden die zerlegten Segelflugzeuge mit den Gondeln der Bahn auf den Berg gebracht. Die Landung erfolgte auf dem [[Reichenhaller Flugplatz]]. Das internationale, zahlungskräftige Publikum wurde in der Nazi-Zeit durch den „Kraft durch Freude“- Massentourismus abgelöst. Die sogenannte „KdF-Schwemme“ verlangte bauliche Erweiterungen des Berghotels. So wurde 1935 sogar eine Postagentur mit eigenem Poststempel eröffnet. Der Krieg brachte im Mai 1943 die Umwandlung des Hotels in ein Reservelazarett. Amerikanische Streitkräfte beschlagnahmten die Anlage und nutzten sie als „Recreation Center“. Ab 1949 durfte die Bahn wieder von jedermann benutzt werden. Das Hotel öffnete sich jedoch erst 1953 für den Fremdenverkehr. In den Fünfziger Jahren fanden mehrere große Skisportwettkämpfe statt. Ab 1960 wären sehr kostenintensive Baumaßnahmen nötig gewesen, um weiterhin für Großveranstaltungen in Frage zu kommen. Da man auf diese verzichtete, hatte der Predigtstuhl als Dorado der Wintersportler ausgedient.  
   
   
 
   
  

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