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| | Im heute privaten Teil der fürsterzbischöflichen Wehranlage der [[Richterhöhe]] thront das Kupelwieserschlössl auf dem Salzburger Mönchsberg. Seit 100 Jahren ist es im Besitz der Familie [[Kupelwieser]]-Widrich. [[Peter Handke]] hat hier geschrieben. | | Im heute privaten Teil der fürsterzbischöflichen Wehranlage der [[Richterhöhe]] thront das Kupelwieserschlössl auf dem Salzburger Mönchsberg. Seit 100 Jahren ist es im Besitz der Familie [[Kupelwieser]]-Widrich. [[Peter Handke]] hat hier geschrieben. |
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| − | An schönen Tagen bieten sich von hier oben traumhafte Blicke auf [[Untersberg]] und [[Staufen]] sowie über die Stadt. An diesem Wintertag aber versinkt die Landschaft zwischen Nebel und Wolken. Wie aus einer anderen Zeit steht das Kupelwieserschlössl mit seinen Türmen da. | + | An schönen Tagen hat man schöne Aussicht auf [[Untersberg]] und [[Staufen]] sowie über die Stadt. |
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| − | [[Gerheid Widrich]] (geborene Kupelwieser) und [[Hans Widrich]] führen durch ihr Schlössl und lassen in die Geschichte des Hauses und ihrer Familie blicken. Sie kennen die Salzburger als ehemalige Ärztin und [[Landesrat|Landesrätin]] – übrigens die erste Frau in der [[Salzburger Landesregierung]] –, er war über Jahrzehnte Pressechef der [[Salzburger Festspiele]]. Der Journalist stand auch dem Kunstverein als Präsident vor. | + | [[Gerheid Widrich]] (geborene Kupelwieser) und [[Hans Widrich]] führen durch ihr Schlössl und lassen in die Geschichte des Hauses und ihrer Familie blicken. Sie kennen die Salzburger als ehemalige Ärztin und [[Landesrat|Landesrätin]] – übrigens die erste Frau in der [[Salzburger Landesregierung]] –, er war über Jahrzehnte Pressechef der [[Salzburger Festspiele]]. Der Journalist stand auch dem Kunstverein als Präsident vor. |
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| | Als Erstes fallen Ritterrüstungen, Gewehre und Nachtwächterspieße ins Auge. Ein wahrlich wehrhafter Empfang, der zum Äußeren des Kupelwieserschlössls passt. Herzstück des Gebäudes ist ein alter Stadtturm aus dem [[Mittelalter]], der im Lauf der Zeit ausgebaut worden ist. Die Waffensammlung stammt aus dem Besitz von [[Franz Kupelwieser]], dem Großvater Gerheid Widrichs und Käufer des Hauses auf dem Mönchsberg. | | Als Erstes fallen Ritterrüstungen, Gewehre und Nachtwächterspieße ins Auge. Ein wahrlich wehrhafter Empfang, der zum Äußeren des Kupelwieserschlössls passt. Herzstück des Gebäudes ist ein alter Stadtturm aus dem [[Mittelalter]], der im Lauf der Zeit ausgebaut worden ist. Die Waffensammlung stammt aus dem Besitz von [[Franz Kupelwieser]], dem Großvater Gerheid Widrichs und Käufer des Hauses auf dem Mönchsberg. |
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| | Das Porträt von Franz Kupelwieser hängt im Salon des Hauses – in einem großen, lichtdurchfluteten Zimmer – wie all die anderen Bilder der Ahnen aus der Kupelwieser’schen Sippe. An dem großen, runden [[Biedermeier]]<nowiki>tisch</nowiki> sind schon viele Gäste gesessen, allen voran Peter Handke, der in seiner Salzburg-Zeit von 1979 bis 1987 mit Tochter Amina und der damaligen Ehefrau Libgart Schwarz im Nebentrakt des Schlössls gewohnt hat. Hier hatte der Schriftsteller beispielsweise sein Kompendium „Am Felsfenster morgens (und andere Ortszeiten 1982 bis 1987)“ geschrieben. Hans Widrich und Peter Handke sind befreundet, beide stammen aus Griffen in Kärnten. | | Das Porträt von Franz Kupelwieser hängt im Salon des Hauses – in einem großen, lichtdurchfluteten Zimmer – wie all die anderen Bilder der Ahnen aus der Kupelwieser’schen Sippe. An dem großen, runden [[Biedermeier]]<nowiki>tisch</nowiki> sind schon viele Gäste gesessen, allen voran Peter Handke, der in seiner Salzburg-Zeit von 1979 bis 1987 mit Tochter Amina und der damaligen Ehefrau Libgart Schwarz im Nebentrakt des Schlössls gewohnt hat. Hier hatte der Schriftsteller beispielsweise sein Kompendium „Am Felsfenster morgens (und andere Ortszeiten 1982 bis 1987)“ geschrieben. Hans Widrich und Peter Handke sind befreundet, beide stammen aus Griffen in Kärnten. |
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| − | Der Mönchsberg wurde nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] das Zuhause von Gerheid Widrich. Ihre Familie hatte in Wien gelebt und im Schlössl immer die [[Sommerfrische]] verbracht. In Salzburg besuchte sie dann das Gymnasium. Ihr Vater Ernst Kupelwieser war Arzt und Erfinder, ihre Mutter Gusti hielt die Familie als Tanzpädagogin über Wasser.
| + | Nach dem Tod des Vaters von Gerheid Widrich, [[Ernst Kupelwieser]], 1964, wurde der Besitz auf die Erbinnen aufgeteilt. In den [[1970er]]-Jahren kauften Gerheid und Hans Widrich den rückwärtigen Teil von den älteren Halbschwestern zurück, die nach Kanada ausgewandert waren. |
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| − | Gerheid Widrich liebte das Leben auf dem Stadtberg schon als Mädchen, nur zwölf Minuten sind es zu Fuß in die Stadt. Im Winter rutschte sie mit der Lederschultasche als Rodel beim [[Freyschlösschen]] hinunter – „''dementsprechend hat die Schultasche auch ausgeschaut''“, erzählt sie. Ihr Vater habe ihr eine Entschuldigung schreiben müssen, „''dass das Kind im Winter mit Hosen in die Schule kommt, damit es keine Blasenentzündung kriegt''“.
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| − | Nach dem Tod des Vaters 1964 wurde der Besitz auf die Erbinnen aufgeteilt. In den [[1970er]]-Jahren kauften Gerheid und Hans Widrich den rückwärtigen Teil von den älteren Halbschwestern zurück, die nach Kanada ausgewandert waren. Auf dem Mönchsberg sind ihre drei Kinder aufgewachsen, Theresa, Virgil und Mechtild.
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| | „''Das Gebäude ist schwierig zu erhalten, aber es ist so gut wie schon lang nicht mehr beisammen''“, sagt Hans Widrich. Er hat moderne Kunst in das Haus gebracht, eine perfekte Ergänzung zum historischen Inventar. | | „''Das Gebäude ist schwierig zu erhalten, aber es ist so gut wie schon lang nicht mehr beisammen''“, sagt Hans Widrich. Er hat moderne Kunst in das Haus gebracht, eine perfekte Ergänzung zum historischen Inventar. |