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| | [[Bild:Alois Winkler Büste in St. Veit 1.jpg|thumb|Büste in der Kapelle der [[Landesklinik St. Veit]] im [[Pongau]]. Aufgestellt als Dank und zur Erinnerung an sein Bemühen um die Errichtung der [[Lungenheilanstalt Grafenhof]].]] | | [[Bild:Alois Winkler Büste in St. Veit 1.jpg|thumb|Büste in der Kapelle der [[Landesklinik St. Veit]] im [[Pongau]]. Aufgestellt als Dank und zur Erinnerung an sein Bemühen um die Errichtung der [[Lungenheilanstalt Grafenhof]].]] |
| − | '''v''' (* [[7. Juni]] [[1838]] in Waidring, [[Nordtirol]]; † [[11. Juli]] [[1925]] in [[Salzburg]]) war Priester und [[Domkapitel|Domherr]], sowie langjähriger [[Landeshauptmann]] und [[Salzburger Landtag|Landtagsabgeordneter]] des [[Bundesland Salzburg|Bundeslandes Salzburg]]. | + | '''Alois Winkler''' (* [[7. Juni]] [[1838]] in Waidring, [[Nordtirol]]; † [[11. Juli]] [[1925]] in [[Salzburg]]) war Priester und [[Domkapitel|Domherr]], sowie langjähriger [[Landeshauptmann]] und [[Salzburger Landtag|Landtagsabgeordneter]] des [[Bundesland Salzburg|Bundeslandes Salzburg]]. |
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| | ==Herkunft und Ausbildung== | | ==Herkunft und Ausbildung== |
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| | Im Anschluss an das Priesterseminar zeigte er sich als Kooperator in der Tiroler Gemeinde Erl tätig. Dort lernte er die Passionsspiele kennen und ließ sich von diesen zur Gründung einer Passionsspielgemeinde in Brixlegg animieren, die [[1868]] mit rund 300 Mitwirkenden ihre erste Aufführung abhielt. | | Im Anschluss an das Priesterseminar zeigte er sich als Kooperator in der Tiroler Gemeinde Erl tätig. Dort lernte er die Passionsspiele kennen und ließ sich von diesen zur Gründung einer Passionsspielgemeinde in Brixlegg animieren, die [[1868]] mit rund 300 Mitwirkenden ihre erste Aufführung abhielt. |
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| − | Im Herbst 1868 kam er als Kooperator nach [[Mittersill]], wo er den ersten katholisch-politischen Verein des [[Pinzgau]]s gründete und sich gegen den herrschenden Liberalismus engagierte. Nach [[Radstadt]] in den [[Pongau]] versetzt, wurde er Benefiziat zu „[[Radstadt#Maria_Loreto_ob_Lerchen|Maria Loreto ob Lerchen]]". Von [[1890]] bis [[1894]] zeigte er sich als Pfarrer und Dechant von [[Altenmarkt im Pongau]] tätig. | + | Im Herbst 1868<ref>Quelle "Ein Kirchenmann brachte Salzburg heil durch den Krieg", [[Salzburger Woche]], 11. September 2014, nennt "1869" als Jahr></ref> kam er als Kooperator nach [[Mittersill]], wo er den ersten katholisch-politischen Verein des [[Pinzgau]]s gründete und sich gegen den herrschenden Liberalismus engagierte. Nach [[Radstadt]] in den [[Pongau]] versetzt, wurde er Benefiziat zu „[[Radstadt#Maria_Loreto_ob_Lerchen|Maria Loreto ob Lerchen]]". Von [[1890]] bis [[1894]] zeigte er sich als Pfarrer und Dechant von [[Altenmarkt im Pongau]] tätig. |
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| | Nach seiner Berufung in das [[Salzburger Domkapitel]] ([[1894]]) wurde er Domkustos ([[1908]]), Domscholastikus ([[1911]]) und mit [[1. März]] [[1921]] infulierter [[Domdechant]]. Ab [[1903]] war er zudem päpstlicher Hausprälat. [[1923]] feierte er sein diamantenes Priester-Jubiläum. | | Nach seiner Berufung in das [[Salzburger Domkapitel]] ([[1894]]) wurde er Domkustos ([[1908]]), Domscholastikus ([[1911]]) und mit [[1. März]] [[1921]] infulierter [[Domdechant]]. Ab [[1903]] war er zudem päpstlicher Hausprälat. [[1923]] feierte er sein diamantenes Priester-Jubiläum. |
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| | ==Politisches Wirken== | | ==Politisches Wirken== |
| | [[Bild:Alois Winkler Büste in St. Veit Inschrift 1.jpg|thumb|right|200px|Inschrift zu obiger Büste.]] | | [[Bild:Alois Winkler Büste in St. Veit Inschrift 1.jpg|thumb|right|200px|Inschrift zu obiger Büste.]] |
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| | Winkler vertrat ab [[1878]] die Stadtgemeinde [[Radstadt]] im [[Salzburger Landtag]], dem er über 40 Jahre angehörte. [[1882]] folgte seine Berufung in den Landesausschuss ([[Landesregierung]]). Von [[1897]] bis [[1902]] und in einer weiteren Funktionsperiode von [[1909]] bis [[1919]] bekleidete er das Amt des [[Landeshauptmann]]s von Salzburg. In den Jahren dazwischen fungierte er als Landeshauptmann-Stellvertreter unter [[Albert Schumacher]]. Von 1897 bis [[1901]] war er auch Reichsratsabgeordneter. | | Winkler vertrat ab [[1878]] die Stadtgemeinde [[Radstadt]] im [[Salzburger Landtag]], dem er über 40 Jahre angehörte. [[1882]] folgte seine Berufung in den Landesausschuss ([[Landesregierung]]). Von [[1897]] bis [[1902]] und in einer weiteren Funktionsperiode von [[1909]] bis [[1919]] bekleidete er das Amt des [[Landeshauptmann]]s von Salzburg. In den Jahren dazwischen fungierte er als Landeshauptmann-Stellvertreter unter [[Albert Schumacher]]. Von 1897 bis [[1901]] war er auch Reichsratsabgeordneter. |
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| − | Während seiner Amtszeit richtete er sein Hauptaugenmerk auf die Ordnung der Landesfinanzen und den Ausbau der Fürsorgeeinrichtungen. Besonders bemüht zeigte er sich um den Ausbau der [[Landeskrankenhaus|Landesheilanstalt]] und der [[Taubstummenanstalt]] sowie um die Gründung der [[Lungenheilanstalt Grafenhof]] in [[St. Veit im Pongau]], zu deren Errichtung ([[1912]]/[[1913|1913]]) er auch als Vorsitzender des „Volksvereins zur Bekämpfung der Tuberkulose im Kronlande Salzburg“ wesentlich beitrug. | + | Während seiner Amtszeit richtete er sein Hauptaugenmerk auf die Ordnung der Landesfinanzen und den Ausbau der Fürsorgeeinrichtungen. Besonders bemüht zeigte er sich um den Ausbau der [[Landeskrankenhaus|Landesheilanstalt]] und der [[Landeszentrum für Hör- und Sehbehinderte|Taubstummenanstalt]] sowie um die Gründung der [[Lungenheilanstalt Grafenhof]] in [[St. Veit im Pongau]], zu deren Errichtung ([[1912]]/[[1913|1913]]) er auch als Vorsitzender des „Volksvereins zur Bekämpfung der Tuberkulose im Kronlande Salzburg“ wesentlich beitrug. |
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| | + | === Winkler und der Erste Weltkrieg === |
| | Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] und dem Zusammenbruch der Monarchie half er die Not der Bevölkerung zu mildern und hinterließ bei seinen Zeitgenossen einen bleibenden Eindruck, als er [[1918]] im Alter von 80 Jahren die Ordnung im „Revolutionslandtag“ wieder herstellte. Seine sachliche Art brachte ihm die Anerkennung weiter Teile der Bevölkerung und auch seiner politischen Gegner. | | Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] und dem Zusammenbruch der Monarchie half er die Not der Bevölkerung zu mildern und hinterließ bei seinen Zeitgenossen einen bleibenden Eindruck, als er [[1918]] im Alter von 80 Jahren die Ordnung im „Revolutionslandtag“ wieder herstellte. Seine sachliche Art brachte ihm die Anerkennung weiter Teile der Bevölkerung und auch seiner politischen Gegner. |
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| − | Nach seinem Tod wurde er in der Domherrengruft am [[Salzburger Kommunalfriedhof]] beigesetzt. | + | Der Winter 1918 traf die Salzburger Bevölkerung wie ein Fallbeil. Der Krieg „''für Gott, Kaiser und Vaterland''“ war verloren, die Väter, Söhne und Brüder waren tot oder noch nicht heimgekehrt und das kleine [[Kronland Salzburg|Kronland]] nagte am Hungertuch. Dazu gesellten sich die Kälte und die Spanische Grippe. |
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| | + | Schon Monate zuvor brachen immer wieder Demonstrationen, Streiks und Unruhen vom Zaun. Viele Frauen konnten ihre Familien nicht mehr ernähren. Die Menschen griffen zur Selbsthilfe. „''Brot wollen wir haben. Gebt unseren Kindern Brot. Wir müssen verhungern''“, schrie eine aufgebrachte Menge von 600 größtenteils Frauen am [[21. Juni]] [[1918]] vor dem [[Neue Residenz|Regierungsgebäude]] am [[Mozartplatz]]. Am [[19. September]] 1918 entlud sich die von leeren Mägen entfesselte Wut auf die Obrigkeit in der großen Hungerdemonstration. |
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| | + | Landeshauptmann Alois Winkler bewahrte Ruhe. Der Prälat verzichtete auf ein gewaltsames Einschreiten. Anders als in anderen Städten der sich auflösenden Habsburgermonarchie kam es nicht zu blutigen Ausschreitungen mit Toten. „''Er setzte nicht auf die bewaffnete Staatsmacht und verhinderte so eine Eskalation''“, sagt der Salzburger Historiker und Leiter des [[Salzburger Landesarchiv]]s, [[Oskar Dohle]]. Doch warum handelte der Salzburger Landeschef auf diese Weise und schlug nicht wie andere Autoritäten in anderen Landesteilen den Aufstand brutal nieder? Die Antwort ist in seiner Biografie zu suchen. Denn Salzburg hätte als Garnisonsstadt die militärische Stärke durchaus aufbringen können, wenn es auch um die Moral der Truppen zu jenem Zeitpunkt bereits schlecht bestellt war. |
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| | + | Winkler kannte das Land und die Sorgen der Menschen. „''Er wusste, wie die Realität am Land aussah, und das beeinflusste sehr wohl sein Denken und Handeln''“, so Dohle. Deswegen ließ er sich später, als der Vielvölkerstaat am Ende war, nicht dazu hinreißen, einen militärischen Assistenzeinsatz zu fordern. „''Er wusste, dass der Ofen aus ist.''“ |
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| | + | == Sein Lebensende == |
| | + | Aufgrund seines hohen Alters und nicht zuletzt auch wegen der geänderten politischen Verhältnisse kandidierte Winkler bei der Landtagswahl im April 1919 nicht mehr. Er zog sich aus der aktiven Politik zurück und engagierte sich fortan nur mehr in katholischen Vereinen. 1925 starb der Landeshauptmann 87-jährig in Salzburg. Nach seinem Tod wurde er in der Domherrengruft am [[Salzburger Kommunalfriedhof]] beigesetzt. |
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| | ==Ehrungen== | | ==Ehrungen== |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| − | * [[Friederike Zaisberger]], Reinhard R. Heinisch: ''Leben über den Tod hinaus... Prominente im Salzburger Kommunalfriedhof.'' Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]]. 23. Ergänzungsband. Selbstverlag der Gesellschaft. Salzburg 2006 | + | * [[Friederike Zaisberger|Zaisberger, Friederike ]]; [[Reinhard R. Heinisch| Heinisch, Reinhard R.]]: ''[[Leben über den Tod hinaus]]... Prominente im Salzburger Kommunalfriedhof'', Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 23. Ergänzungsband, Selbstverlag der Gesellschaft, Salzburg 2006 |
| − | * [[Ludwig Netsch]]: ''Die Salzburger Bürgermeister ab 1847''. Magistrat Salzburg. Dokumentation über das Geschehen in der Stadt. Salzburg 1980 | + | * [[Ludwig Netsch|Netsch, Ludwig]]: ''Die Salzburger Bürgermeister ab 1847'', [[Magistrat Salzburg]], Dokumentation über das Geschehen in der Stadt, Salzburg 1980 |
| − | * [[Oskar Dohle]], [https://service.salzburg.gv.at/landversand/Landversand.sf/de_AT/?ObjectPath=/Shops/Landversand/Products/20004-landeshauptleute&ViewAction=ViewProductPrint ''150 Jahre Salzburger Landeshauptleute (1861–2011)''.] Schriftenreihe des Salzburger Landesarchivs Nr. 17. Salzburg (Land Salzburg) 2011. S. 22. | + | * [[Oskar Dohle|Dohle, Oskar]]: [https://service.salzburg.gv.at/landversand/Landversand.sf/de_AT/?ObjectPath=/Shops/Landversand/Products/20004-landeshauptleute&ViewAction=ViewProductPrint ''150 Jahre Salzburger Landeshauptleute (1861–2011)''], Schriftenreihe des Salzburger Landesarchivs Nr. 17, Salzburg (Land Salzburg) 2011, S. 22 |
| − | | + | <references/> |
| | == Weblinks == | | == Weblinks == |
| | * Artikel in Wikipedia [http://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Winkler Alois Winkler] | | * Artikel in Wikipedia [http://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Winkler Alois Winkler] |