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| | [[Datei:Käserei Woerle in Henndorf, Ansicht v. Hankham aus Tannberg hankham 123.jpg|thumb|Käserei Woerle in Henndorf, Ansicht v. Hankham aus]] | | [[Datei:Käserei Woerle in Henndorf, Ansicht v. Hankham aus Tannberg hankham 123.jpg|thumb|Käserei Woerle in Henndorf, Ansicht v. Hankham aus]] |
| | [[Datei:Henndorf mit Woerle.jpg|thumb|Käserei Woerle mit Henndorf; Winterbild]] | | [[Datei:Henndorf mit Woerle.jpg|thumb|Käserei Woerle mit Henndorf; Winterbild]] |
| − | Die '''Gebrüder Woerle GmbH''' in [[Henndorf]] ist der zweitgrößte Käsereibetrieb in Österreich. | + | Die '''Gebrüder Woerle GmbH''' in [[Henndorf]] zählt mit rund 300 Mitarbeitern zu den größten Privatkäsereien Österreichs. |
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| | ==Firmengeschichte== | | ==Firmengeschichte== |
| − | Der Begründer des Familienunternehmens, [[Johann-Baptist Woerle]], zog als visionärer Käsemacher [[1870]] aus, um ideale Bedingungen für die Produktion von Emmentaler zu finden. Er fand sie im Salzburger Land und errichtete [[1889]] im [[Flachgau]] die erste Emmentalerkäserei. | + | Der Begründer des Familienunternehmens, [[Johann-Baptist Woerle]], der aus dem Tiroler Teil des Allgäus stammte, zog als visionärer Käsemacher [[1870]] aus, um ideale Bedingungen für die Produktion von Emmentaler zu finden. Über Murnau und Garmisch kam er zunächst nach Rosenheim, ehe er in Vöcklamarkt (Oberösterreich) ein Gasthaus erwarb. Wie damals üblich gehörten auch ein Sägewerk und eine Landwirtschaft dazu. [[1889]] errichtete Woerle im [[Flachgau]] die erste Emmentalerkäserei. |
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| − | [[1902]] übergab er das Werk an seine beiden Söhne Johann und Josef Woerle, das Werk nannte sich fortan ''Gebrüder Woerle''. | + | [[1902]] übergab er das Werk an seine beiden Söhne Johann und Josef Woerle, das Werk nannte sich fortan ''Gebrüder Woerle''. Johann Woerle war viel unterwegs. Schon in den [[1930er]]-Jahren hatte er Mitarbeiter in Rom. Auch Geschäftsverbindungen in Länder der damaligen k. u. k. Monarchie, wie der heutigen Slowakei oder Tschechien, sind dokumentiert. In alten Rechnungsbüchern lassen sich die Höhen und Tiefen ziemlich gut nachvollziehen. Dem Aufschwung in der Monarchie folgte ein Niedergang. So wurden [[1917]] knapp 700.000 Liter Milch verarbeitet, zwei Jahre später sogar das Doppelte, aber [[1920]] weniger als 400.000. Laut den Aufzeichnungen dauerte es Jahre, das aufzuholen. Das Unternehmen verfügte zwar über fast 25 Käsereien, aber die Mengen waren bescheiden. Die Käsereien waren wie kleine Waschküchen, wo zehn bis 15 Bauern die Milch von ihren vier oder fünf Kühen ablieferten. In der Nachkriegszeit dienten neben Pferdefuhrwerken auch Hundegespanne zum Milchtransport. Damals wurden auch die [[Gnadenalm]] auf dem Tauern und die [[Aberg|Abergalm]] in [[Saalfelden]] von der Firma genutzt. |
| − | [[1955]] wird das Hauptwerk in Henndorf modernisiert und das Schmelzwerk nach [[Seekirchen]] verlegt. Die Firma wird nun von Hans und Martin Woerle geleitet. | + | |
| | + | Ein Meilenstein war [[1929]] das erste Käseschmelzwerk. Wieder kam das Vorbild aus der Schweiz. Das Produkt ist bis heute im Export extrem wichtig, denn Schmelzkäse ist auch ohne Kühlung lang haltbar. |
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| | + | [[1947]] gab es unter den Bauern, die Woerle belieferten, eine Urabstimmung: Sie ging gegen die Gründung einer Genossenschaft aus, die Käserei Woerle überlebte. [[1955]] wird das Hauptwerk in Henndorf modernisiert und das Schmelzwerk nach [[Seekirchen]] verlegt. Die Firma wird nun von Hans und Martin Woerle geleitet. |
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| | Unter den neuen Firmenchefs [[Gerhard Woerle|Gerhard]] und Ingo Woerle wird [[1981]] eine eigene Exportgesellschaft gegründet, nachdem in den [[1970er]] Jahren erste Erfolge im Exportgeschäft eingefahren werden können. Für den internationalen Markt wird die Marke "Happy Cow" eingeführt. | | Unter den neuen Firmenchefs [[Gerhard Woerle|Gerhard]] und Ingo Woerle wird [[1981]] eine eigene Exportgesellschaft gegründet, nachdem in den [[1970er]] Jahren erste Erfolge im Exportgeschäft eingefahren werden können. Für den internationalen Markt wird die Marke "Happy Cow" eingeführt. |
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| | ==Daten & Fakten== | | ==Daten & Fakten== |
| − | Im Geschäftsjahr [[2008]] beschäftigte die Käserei rund 250 Mitarbeiter und bezog von knapp 700 Bauern Milch. Der erwirtschaftete Umsatz lag bei 97 Millionen Euro und damit vier Millionen höher als im Jahr davor. Pro Jahr werden knapp 28.000 Tonnen Käse erzeugt, von dem 40% in den Export gehen, neben Europa vor allem in den Nahen und Mittleren Osten sowie nach Japan, Südostasien, Sri Lanka, Nordafrika und Australien. | + | Im Geschäftsjahr [[2013]] beschäftigte die Käserei rund 300 Mitarbeiter und bezog von knapp 600 Bauern Milch. Der erwirtschaftete Umsatz lag bei 118 Millionen Euro. Pro Jahr werden über 30.000 Tonnen Käse erzeugt, von dem 40% in den Export gehen, neben Europa vor allem in den Nahen und Mittleren Osten sowie nach Japan, Südostasien, Sri Lanka, Nordafrika und Australien. |
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| | ==Woerle Reinheitsgebot anno 1889== | | ==Woerle Reinheitsgebot anno 1889== |