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Dr. '''Franz Lorenz''' (* [[12. Februar]] [[1897]] in [[Niedernsill]]; † [[14. Februar]] [[1957]] in Salzburg) war ein Salzburger Jurist und Gemeindebeamter sowie [[NS|nationalsozialistischer]] (Vize-)Bürgermeister.

==Leben==
Lorenz, Sohn eines Oberförsters, absolvierte die Realschule.

Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurde er 1916 durch einen Bruststeckschuss und einen Armdurchschuss schwer verwundet.

Von 1919 bis 1934 war er im Verwaltungsdienst der Stadt Salzburg beschäftigt. Im Jahr 1925 wurde er an der Juridischen Fakultät der Universität in Innsbruck zum Dr.iur. promoviert.

1931 trat er der [[NSDAP]] bei. Er verbrachte mehrere Wochen in Polizeiarrest und flüchtete nach [[Deutschland]], wo er in die nationalsozialistische „Österreichische Legion“ eintrat. Er gehörte auch der [[SA]] an, in der er bis 1943 zum Standartenführer und Oberführer aufstieg.

Nach dem [[Anschluss]] wurde Lorenz im März 1938 wieder in den Dienst der Stadtgemeinde aufgenommen. Noch im selben Jahr und wurde zum Bürgermeister der Stadt Salzburg – das war nach dem reichsdeutschen Gemeinderecht nicht das Oberhaupt der Stadtgemeinde (das vielmehr die Bezeichnung „Oberbürgermeister“ führte), sondern dessen Stellvertreter – ernannt. Er war auch Leiter des Gauamtes für Kommunalpolitik im Gau Salzburg und Gaubeauftragter für das Schützenwesen.

Im Mai 1943 stürzte Lorenz über einen Skandal. In zahlreichen Fällen wurde ihm zur Last gelegt, unzulässige Lebensmittelkartenzuteilungen an Parteistellen und Behörden vorgenommen zu haben. Der Reichsminister für Inneres, Wilhelm Frick, leitete selbst das Dienstverfahren gegen Lorenz ein, auch [[Adolf Hitler]] wurde informiert. Lorenz rückte am 3. Jänner 1944 zur [[Deutsche Wehrmacht|Wehrmacht]] ein. Wenig später wurde er vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs freigesprochen. Seit August 1944 wurde er an der Ostfront vermisst. Zu Beginn des Jahres 1950 kehrte er aus [[Russland|russischer]] Kriegsgefangenschaft zurück.

1952 wurde Lorenz wieder in den Dienst der Stadt Salzburg aufgenommen. Er wurde Leiter des Jugendamtes, des Amtes für Öffentliche Ordnung und der [[Magistrat Salzburg|Magistrats]]<u></u>abteilung&nbsp;1.


{{Zeitfolge
|AMT=Leiter der [[Magistrat Salzburg|Magistrats]]<u></u>abteilung&nbsp;1 der Stadt Salzburg
|ZEIT=195x – 1957
|VORGÄNGER= [[Hans Donnenberg]]
|NACHFOLGER=[[Heimgar Quell]]
}}

==Quellen==
* [[Wikipedia]], [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Bürgermeister_der_Stadt_Salzburg#Deutsches_Reich Liste der Bürgermeister der Stadt Salzburg]
* [[ECHO Salzburg]] (2009/2011): [http://www.echosalzburg.at/index.php?option=com_content&view=article&id=3159:salzburgs-nazi-soeldner&catid=36:zeitgeschichte&Itemid=66 ''Salzburgs Nazi-Söldner'']
*[[Rudolf Leo| Leo, Rudolf]]: ''Der Nationalsozialismus im Pinzgau (Land Salzburg) 1930 bis 1945 – Widerstand und Verfolgung. Diktatur in der Provinz.'' [http://othes.univie.ac.at/23576/1/2012-09-24_8606633.pdf Diss. Wien 2012] S. 32 bei FN 56, unter Berufung auf Schafranek, Hans: ''Militante NS-Aktivisten mit Rückzugsbasis: Salzburger bei der Österreichischen Legion'', in: [[Peter Franz Kramml|Kramml, F. Peter]]; [[Ernst Hanisch|Hanisch, Ernst]] (Hg.): ''Hoffnung und Verzweiflung in der Stadt Salzburg 1938/39'', S 132, S 147, S 150 ff.

{{SORTIERUNG: Lorenz, Franz}}
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Geschichte (Person)]]
[[Kategorie:Nationalsozialismus]]
[[Kategorie:Politiker]]
[[Kategorie:Beamter]]
[[Kategorie:Jurist]]
[[Kategorie:Niedernsill]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]