| | Freilich kann ich mich nur an die jüngere Vergangenheit vieler Gaststätten erinnern. Umso spannender ist dieses Buch für mich, was die frühere Geschichte anbelangt: wie aus privater oder klösterlicher Gastfreundschaft kommerzielle Herbergen entstanden sind, welche gesetzlichen Bestimmungen Salzburgs Wirte ärgerten, beispielsweise die Gaststättenordnung aus dem Jahr [[1595]] (56 Wirte wurde durch sie mit [[1. Juni]] [[1595]] bestätigt) und andere, durchaus spannende Kapitel reihen sich in diesem Buch aneinander. Das herrliche Schild der [[Brauerei Mödlhamer]] an der [[Getreidegasse]] ziert noch heute ein "M", allerdings das hässliche McDonald's-M. Das [[Gasthaus zur Goldenen Kugel]] wurde wiederbelebt - einst befand sich dort eine Brauerei. | | Freilich kann ich mich nur an die jüngere Vergangenheit vieler Gaststätten erinnern. Umso spannender ist dieses Buch für mich, was die frühere Geschichte anbelangt: wie aus privater oder klösterlicher Gastfreundschaft kommerzielle Herbergen entstanden sind, welche gesetzlichen Bestimmungen Salzburgs Wirte ärgerten, beispielsweise die Gaststättenordnung aus dem Jahr [[1595]] (56 Wirte wurde durch sie mit [[1. Juni]] [[1595]] bestätigt) und andere, durchaus spannende Kapitel reihen sich in diesem Buch aneinander. Das herrliche Schild der [[Brauerei Mödlhamer]] an der [[Getreidegasse]] ziert noch heute ein "M", allerdings das hässliche McDonald's-M. Das [[Gasthaus zur Goldenen Kugel]] wurde wiederbelebt - einst befand sich dort eine Brauerei. |
| − | "Wirtshausalltag und gastronomische Festkultur" heißt ein Kapitel, das gleich mit dem Beispiel [[Stieglbrauerei|Stieglbräu]] beginnt. Da wird ein Brandenburgischer Bierbrauersohn, [[Michael Gapler]], erwähnt, der die verwitwete Braumeisterin Maria Risin ehelichte, wie viele "Henner mit Drate Nudeln" bei der Hochzeit des Herrn "Fledwebl Gunth Löm" verzehrt wurden und eine Tanzordnung aus dem Jahr 1794 - viele Geschichten, Dokumente und Bilder beleben dieses wunderbare Buch, das auf über 200 großformatigen Seiten viel lesenswerte Information bietet. | + | "Wirtshausalltag und gastronomische Festkultur" heißt ein Kapitel, das gleich mit dem Beispiel [[Stieglbrauerei|Stieglbräu]] beginnt. Da wird ein Brandenburgischer Bierbrauersohn, [[Michael Gapler]], erwähnt, der die verwitwete Braumeisterin Maria Risin ehelichte, wie viele "Henner mit Drate Nudeln" bei der Hochzeit des Herrn "Fledwebl Gunth Löm" verzehrt wurden und eine Tanzordnung aus dem Jahr 1794 - viele Geschichten, Dokumente und Bilder beleben dieses wunderbare Buch, das auf über 200 großformatigen Seiten viel lesenswerte Information bietet. Ein eigenes Kapitel widmet sich den [[Kaffeehäusern in der Stadt Salzburg]], ein anderes unter dem Titel "Grill Room, Amis, Café-Espresso" der Zeit nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]]. |
| | Wo das "Est, Est, Est" war, welches das älteste Salzburger China-Restaurant ist, das Zeugnis der Köchin Leopoldine Buchsbaum im [[Hotel Mirabell]], der Mord- und Selbstmordversuch in der Gastwirtschaft des [[Franziski-Schlössl]]s, vom halben Brathuhn um drei [[Schilling]] (Speisekarte des [[Stieglkeller]]s vom [[19. September]] [[1937]], vom [[Café Papageno]] (heute [[Zirkelwirt]]) und und und. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis schließt dieses hervorragend geschriebene und gestaltete Buch ab. Im Bucheinband vorne und hinten gibt es eine alte Stadtkarte der Stadt Salzburg, auf der die Gaststätten aus dem Jahr 1764 eingezeichnet sind: [[Stockhamerbräu]], [[Freyhammer Brau]], Goldenes Einhorn, Täxisches Wirtshaus, Halber Mondschein, Bettelumkehr? [[Gerhard Ammerer]] und [[Harald Waitzbauer]] klären auf. Dieses Buch gebe ich sicherlich nicht mehr her! | | Wo das "Est, Est, Est" war, welches das älteste Salzburger China-Restaurant ist, das Zeugnis der Köchin Leopoldine Buchsbaum im [[Hotel Mirabell]], der Mord- und Selbstmordversuch in der Gastwirtschaft des [[Franziski-Schlössl]]s, vom halben Brathuhn um drei [[Schilling]] (Speisekarte des [[Stieglkeller]]s vom [[19. September]] [[1937]], vom [[Café Papageno]] (heute [[Zirkelwirt]]) und und und. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis schließt dieses hervorragend geschriebene und gestaltete Buch ab. Im Bucheinband vorne und hinten gibt es eine alte Stadtkarte der Stadt Salzburg, auf der die Gaststätten aus dem Jahr 1764 eingezeichnet sind: [[Stockhamerbräu]], [[Freyhammer Brau]], Goldenes Einhorn, Täxisches Wirtshaus, Halber Mondschein, Bettelumkehr? [[Gerhard Ammerer]] und [[Harald Waitzbauer]] klären auf. Dieses Buch gebe ich sicherlich nicht mehr her! |