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Die Truppen des Erzbischofs Adalbert II. brannten im Jahre [[1196]] die Stadt Reichenhall nieder, so dass an die fünfzig Jahre vergingen, bis diese das Ereignis einigermaßen überwunden hatte. Die Burg Gruttenstein war zerstört und in ihrer Nähe wurde eine hölzerne Palisadenburg mit Erdwällen, die so genannte Hallburg vom Erzbischof auf eigenem Grund errichtet. Diese sicher folgenschwerste Zerstörung Reichenhalls soll eine Strafexpedition wegen des Überfalls auf Berchtesgaden gewesen sein. Wahrscheinlich war es aber eine wirtschaftspolitische Maßnahme, mit der der Erzbischof die Konkurrenz vom Salzmarkt verdrängen wollte. Denn in der Zwischenzeit hatte man von Salzburger Seite die Salzlager am Dürrnberg wieder entdeckt und produzierte ab [[1198]] in der [[Saline Hallein]]. Da die Siedeanlagen in Reichenhall komplett zerstört waren, hatte die erzbischöfliche Saline in Hallein von Anfang an die besten Voraussetzungen, um die Marktführerschaft im Salzhandel zu übernehmen. Daher war auch das Interesse an Reichenhall seitens der Salzburger Kirche wesentlich geringer geworden.
 
Die Truppen des Erzbischofs Adalbert II. brannten im Jahre [[1196]] die Stadt Reichenhall nieder, so dass an die fünfzig Jahre vergingen, bis diese das Ereignis einigermaßen überwunden hatte. Die Burg Gruttenstein war zerstört und in ihrer Nähe wurde eine hölzerne Palisadenburg mit Erdwällen, die so genannte Hallburg vom Erzbischof auf eigenem Grund errichtet. Diese sicher folgenschwerste Zerstörung Reichenhalls soll eine Strafexpedition wegen des Überfalls auf Berchtesgaden gewesen sein. Wahrscheinlich war es aber eine wirtschaftspolitische Maßnahme, mit der der Erzbischof die Konkurrenz vom Salzmarkt verdrängen wollte. Denn in der Zwischenzeit hatte man von Salzburger Seite die Salzlager am Dürrnberg wieder entdeckt und produzierte ab [[1198]] in der [[Saline Hallein]]. Da die Siedeanlagen in Reichenhall komplett zerstört waren, hatte die erzbischöfliche Saline in Hallein von Anfang an die besten Voraussetzungen, um die Marktführerschaft im Salzhandel zu übernehmen. Daher war auch das Interesse an Reichenhall seitens der Salzburger Kirche wesentlich geringer geworden.
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Nach dem Aussterben der Peilsteiner [[1218]] erhielt Herzog Ludwig I. der Kehlheimer als deren Erbe die Burg Karlstein. Mit der in einem Vergleich untersagten Wiedererrichtung der [[Burg Gruttenstein]] durch den Herzog begann ein regelrechtes Wettrüsten zwischen Herzog und Erzbischof. In den folgenden Jahren lagen sich dann beide Seiten in Lauerstellung gegenüber, ohne dass sich dabei für die Situation in Reichenhall eine Lösung ergab.
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Nach dem Aussterben der Peilsteiner [[1218]] erhielt Herzog Ludwig I. der Kehlheimer als deren Erbe die Burg [[Karlstein]]. Mit der in einem Vergleich untersagten Wiedererrichtung der [[Burg Gruttenstein]] durch den Herzog begann ein regelrechtes Wettrüsten zwischen Herzog und Erzbischof. In den folgenden Jahren lagen sich dann beide Seiten in Lauerstellung gegenüber, ohne dass sich dabei für die Situation in Reichenhall eine Lösung ergab.
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Im Jahre [[1255]] wurde das Herzogtum Bayern unter den Wittelsbachern aufgeteilt, wobei Reichenhall an [[Niederbayern]] fiel. Herzog Heinrich I. von Niederbayern erwies sich als ein Mann der Tat: [[1262]] zerstörte er acht salzburgische Festungen, darunter auch die drei Burgen (Kirchberg, Amerang, Vager) des Erzbischofs bei Reichenhall. Nachdem sich die Verhältnisse in Salzburg wieder stabilisiert hatten, holte der Metropolit zum Gegenschlag aus, indem seine Truppen [[1266]] Reichenhall niederbrannten, um dem Herzog durch die Zerstörung der Salinen wirtschaftlich zu schaden. Die herzoglichen Burgen wurden nicht zerstört. Das Ziel, die Herrschaft über die Stadt zu erlangen, war vom Erzbischof weitgehend aufgegeben worden. Dabei war ausschlaggebend, dass die Halleiner Saline jene in Reichenhall in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung längst überholt hatte und der Salzburger Metropolit wichtige Handelswege nach Norden, wie etwa die Salzach, unter seine Kontrolle bringen konnte.  
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Im Jahre [[1255]] wurde das Herzogtum Bayern unter den Wittelsbachern aufgeteilt, wobei Reichenhall an [[Niederbayern]] fiel. Herzog Heinrich I. von Niederbayern erwies sich als ein Mann der Tat: [[1262]] zerstörte er acht salzburgische Festungen, darunter auch die drei Burgen (Kirchberg, Amerang, Vager) des Erzbischofs bei Reichenhall. Nachdem sich die Verhältnisse in Salzburg wieder stabilisiert hatten, holte der Metropolit zum Gegenschlag aus, indem seine Truppen [[1266]] Reichenhall niederbrannten, um dem Herzog durch die Zerstörung der Salinen wirtschaftlich zu schaden. Die herzoglichen Burgen wurden nicht zerstört. Das Ziel, die Herrschaft über die Stadt zu erlangen, war vom Erzbischof weitgehend aufgegeben worden. Dabei war ausschlaggebend, dass die Halleiner Saline jene in Reichenhall in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung längst überholt hatte und der Salzburger Metropolit wichtige Handelswege nach Norden, wie etwa die Salzach, unter seine Kontrolle bringen konnte.
    
==Das Ende der Burgen==  
 
==Das Ende der Burgen==  

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