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'''Ernst Herzog von Bayern''' (* [[13. Juni]] [[1500]] in München, [[Bayern]]; † [[7. Dezember]] [[1560]] in Glatz, Schlesien), war von [[1540]] bis [[1554]] Apostolischer Administrator des [[Erzbistum Salzburg|Erzbistums Salzburg]].
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'''Ernst Herzog von Bayern''' (* [[13. Juni]] [[1500]] in München, [[Bayern]]; † [[7. Dezember]] [[1560]] in Glatz, damals Böhmen, heute Polen), war von [[1540]] bis [[1554]] Apostolischer Administrator des [[Erzbistum Salzburg|Erzbistums Salzburg]].
    
==Leben==
 
==Leben==
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Da durch das sog. Primogeniturgesetz von 1506 nur der älteste Sohn Erbe und Herrschaft im Herzogtum Bayern übernehmen konnte, bemühten sich die Brüder von Ernst, ihm anderswo ertragreiche Pfründen (Amt, Besitz) zu verschaffen, nicht zuletzt aus politischem Kalkül, ihn von Ansprüchen auf das bayerische Erbe  und eine Mitregierung abzubringen. So übernahm er von 1517 -1540 das geistliche Fürstentum (Hochstift) Passau  Nach dem Tod des [[Salzburger Erzbischöfe#Fürsterzbischöfe|Fürsterzbischof]]s [[Matthäus Lang von Wellenburg]] wurde Ernst am [[21. Mai]] [[1540]] als erwählter Landesfürst und Erzbischof  Administrator des geistlichen Reichsfürstentums (Erstift) Salzburg.  
 
Da durch das sog. Primogeniturgesetz von 1506 nur der älteste Sohn Erbe und Herrschaft im Herzogtum Bayern übernehmen konnte, bemühten sich die Brüder von Ernst, ihm anderswo ertragreiche Pfründen (Amt, Besitz) zu verschaffen, nicht zuletzt aus politischem Kalkül, ihn von Ansprüchen auf das bayerische Erbe  und eine Mitregierung abzubringen. So übernahm er von 1517 -1540 das geistliche Fürstentum (Hochstift) Passau  Nach dem Tod des [[Salzburger Erzbischöfe#Fürsterzbischöfe|Fürsterzbischof]]s [[Matthäus Lang von Wellenburg]] wurde Ernst am [[21. Mai]] [[1540]] als erwählter Landesfürst und Erzbischof  Administrator des geistlichen Reichsfürstentums (Erstift) Salzburg.  
 
Dort war er vor allem als erfolgreicher Unternehmer im Bergbau tätig und konnte dadurch die Salzburger Wirtschaft nach den schweren Zeiten der Bauernkriege wieder konsolidieren. Aber auch durch seine religionspolitischen Agenden suchte er den Herausforderungen der Reformation als katholischer Fürst gerecht zu werden.
 
Dort war er vor allem als erfolgreicher Unternehmer im Bergbau tätig und konnte dadurch die Salzburger Wirtschaft nach den schweren Zeiten der Bauernkriege wieder konsolidieren. Aber auch durch seine religionspolitischen Agenden suchte er den Herausforderungen der Reformation als katholischer Fürst gerecht zu werden.
Ernst legte gegenüber den protestantischen Strömungen eine milde Haltung an den Tag und zeigte Verständnis für die Ursachen der Reformation. Allerdings versagte er selbst dabei, die katholische Kirche Salzburgs zu reformieren, obwohl er  landständische Landtage mit dem Ziel von Reformen einberief und die  Verwaltung straffte.  Am [[16. Juli]] [[1554]] resignierte er das Erzstift, da er der Aufforderung des Papstes zum Empfang  der Priesterweihe nicht nachkommen wollte. Ab 1556 wechselte er als Landesherr in die Grafschaft Glatz, die damals zum Königreich Böhmen gehörte.  Auch hier versuchte er wie in Passau und in Salzburg, durch gegenreformatorische Maßnahmen die Ausbreitung  des Protestantismus zu verhindern, allerdings mit wenig Erfolg. Im Dezember 1560 starb er in Glatz und wurde dort bestattet. Im Jahre 1569 wurde er in die Gruft der Wittelsbacher im Liebfrauendom in München überführt.
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Ernst legte gegenüber den protestantischen Strömungen eine milde Haltung an den Tag und zeigte Verständnis für die Ursachen der Reformation. Allerdings versagte er selbst dabei, die katholische Kirche Salzburgs zu reformieren, obwohl er  landständische Landtage mit dem Ziel von Reformen einberief und die  Verwaltung straffte.  Am [[16. Juli]] [[1554]] resignierte er das Erzstift, da er der Aufforderung des Papstes zum Empfang  der Priesterweihe nicht nachkommen wollte. Ab 1556 wechselte er als Landesherr in die 1636 Quadratkilometer große Grafschaft Glatz, die damals zum Königreich Böhmen gehörte.  Auch hier versuchte er wie in Passau und in Salzburg, durch gegenreformatorische Maßnahmen die Ausbreitung  des Protestantismus zu verhindern, allerdings mit wenig Erfolg. Im Dezember 1560 starb er in Glatz und wurde dort bestattet. Im Jahre 1569 wurde er in die Gruft der Wittelsbacher im Liebfrauendom in München überführt.
    
==Quellen und Literatur==
 
==Quellen und Literatur==

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