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Dr. '''Theodor Herz''' (*16. April 1892 in Wien, † ?) war Arzt für Allgemeinmedizin und bis Juni [[1938]] Sprengelarzt in Piesendorf.
 
Dr. '''Theodor Herz''' (*16. April 1892 in Wien, † ?) war Arzt für Allgemeinmedizin und bis Juni [[1938]] Sprengelarzt in Piesendorf.
 
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Dr. Theodor Herz war von 1922 (lt. Effenberger ab 1. April 1919 Anm.) bis Juni 1938 Sprengelarzt in [[Piesendorf]] und übte auch die Funktion eines Bahn-Vertrauensarztes aus. Herz war ein angesehener und gesuchter Mediziner, der insbesondere im Bereich Fußkrankheiten als Spezialist galt. Da Dr. Theodor Herz jüdischer Abkunft war, sah er sich im Jahr 1938 nach dem [[Anschluss|Einmarsch]] der Deutschen Wehrmacht und der Okkupation Österreichs dazu gezwungen, nach Südamerika auszuwandern, um dem [[Nationalsozialismus|Naziterror]] und der drohenden Deportation zu entkommen. Der verstorbene ehemalige Bezirkshauptmann und Chronist Dr. [[Max Effenberger]] schrieb dazu [[1990]] im von ihm verfassten Heimatbuch Piesendorf:  
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Dr. Theodor Herz war von 1922 (lt. Effenberger ab 1. April 1919 Anm.) bis Juni 1938 Sprengelarzt in [[Piesendorf]] und übte auch die Funktion eines Bahn-Vertrauensarztes aus. Herz war ein angesehener und gesuchter Mediziner. Der verstorbene ehemalige Bezirkshauptmann und Chronist Dr. [[Max Effenberger]] schrieb dazu [[1990]] im von ihm verfassten Heimatbuch Piesendorf:
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:''Ältere Menschen in Piesendorf reden noch heute von einem Arzt und rühmen sein Können, vor allem aber seine Menschlichkeit in besonderer Weise: Dr. Theodor Herz. Er wurde am [[16. April]] [[1892]] in Wien als Sohn jüdischer Eltern geboren. Vom [[1. April]] [[1919]] bis Juni 1938 war er praktischer Arzt in Piesendorf, sicherlich sein erster Posten nach seiner Ausbildung als Turnusarzt, denn er war ja erst 27 Jahre alt, als er hierher kam. Dr. Herz war weitum bekannt und gesucht, vor allem bei Fußkrankheiten. Noch mehr gerühmt wurde aber seine menschliche Güte, behandelte er doch viele Menschen ohne jedes Honorar, denn in dieser Zeit hatten ja die Hilfesuchenden kaum Geld in Reserve.'' Und weiter:
 
   
 
   
:''Ältere Menschen in Piesendorf reden noch heute von einem Arzt und rühmen sein Können, vor allem aber seine Menschlichkeit in besonderer Weise: Dr. Theodor Herz. Er wurde am [[16. April]] [[1892]] in Wien als Sohn jüdischer Eltern geboren. Vom [[1. April]] [[1919]] bis Juni 1938 war er praktischer Arzt in Piesendorf, sicherlich sein erster Posten nach seiner Ausbildung als Turnusarzt, denn er war ja erst 27 Jahre alt, als er hierher kam. Dr. Herz war weitum bekannt und gesucht, vor allem bei Fußkrankheiten. Noch mehr gerühmt wurde aber seine menschliche Güte, behandelte er doch viele Menschen ohne jedes Honorar, denn in dieser Zeit hatten ja die Hilfesuchenden kaum Geld in Reserve.'' Und weiter:
   
:''Diese menschliche Güte veranlasste sogar den damaligen Kreisleiter der NS-Zeit, Dr. [[Sepp Kastner]] in [[Zell am See]], solange es ging, seine schützenden Hand über den „nichtarischen“ Arzt zu halten..''
 
:''Diese menschliche Güte veranlasste sogar den damaligen Kreisleiter der NS-Zeit, Dr. [[Sepp Kastner]] in [[Zell am See]], solange es ging, seine schützenden Hand über den „nichtarischen“ Arzt zu halten..''
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Der Zeithistoriker Albert Lichtblau erwähnt in seinem Buch (siehe Quellen) unter den von Vermögensentzug gegenüber Juden betroffenen Salzburger Orten auch die Gemeinde Piesendorf, wo zwei Personen betroffen waren (S. 23). Im Kapitel „Ausblick“ führt er in der Fußnote 598 auf S. 201 unter den aus Salzburg stammenden jüdischen Antragsstellern auf Vermögensrückstellung auch Theodor Herz, [[Argentinien]], an, woraus deutlich wird, dass eine der beiden von einer "Arisierung" in Piesendorf betroffenen Personen Theodor Herz war.
 
Der Zeithistoriker Albert Lichtblau erwähnt in seinem Buch (siehe Quellen) unter den von Vermögensentzug gegenüber Juden betroffenen Salzburger Orten auch die Gemeinde Piesendorf, wo zwei Personen betroffen waren (S. 23). Im Kapitel „Ausblick“ führt er in der Fußnote 598 auf S. 201 unter den aus Salzburg stammenden jüdischen Antragsstellern auf Vermögensrückstellung auch Theodor Herz, [[Argentinien]], an, woraus deutlich wird, dass eine der beiden von einer "Arisierung" in Piesendorf betroffenen Personen Theodor Herz war.
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Aus einem Schriftverkehr ist sein Aufenthaltsort Colinia Martires, Misiones Argentinia, im Jahre [[1970]] bekannt.
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1970 lebte Dr. Theodor Herz – damals 78 Jahre alt - in Colinia Martires, Misiones Argentinia.
 
==Quellen==
 
==Quellen==
 
*[[Josef Lahnsteiner]], [[Oberpinzgau]], 2. Auflage, Eigenverlag, [[Hollersbach]] 1965, S. 658
 
*[[Josef Lahnsteiner]], [[Oberpinzgau]], 2. Auflage, Eigenverlag, [[Hollersbach]] 1965, S. 658
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