| | „''Übrigens hat man von Hallein in einem halben Tage genug, und begreift nur nicht, wie die Einwohner so geduldig ihre Lebenszeit den holprigen Straßen und engen, übel riechenden Gäßchen widmen mögen''“<ref>Goffriller: Kyselak, S. 161</ref>. | | „''Übrigens hat man von Hallein in einem halben Tage genug, und begreift nur nicht, wie die Einwohner so geduldig ihre Lebenszeit den holprigen Straßen und engen, übel riechenden Gäßchen widmen mögen''“<ref>Goffriller: Kyselak, S. 161</ref>. |
| − | [[Dürrnberg (Berg)|Dürrenberg]], [[Berchtesgaden]], [[Steinernes Meer]], [[Saalfelden]], [[Zeller See|Zellersee]] sind die nächsten Stationen seiner Reise. Weiter über [[Tirol]] und [[Südtirol]] kam er über [[Bayern]] und das [[Innviertel]] wieder zurück nach Salzburg und besuchte „Arinsdorf“ ([[Arnsdorf]]) und am folgenden Tag dann die damalige Kreishauptstadt [[Salzburg]] von der er schreibt: „[…].'' Zu groß wirkt der herrliche Prospekt des paradiesischen Salzburg mit seiner grotesken Umgebung'' <ref>Goffriller: Kyselak , S.369</ref>. Kyselak schreibt weiter von der Stadt mit 26 Kirchen und acht Klöstern, die trostbedürftig sei; keine fröhlichen Menschen begegnete er, häufig seien die Straßen „begrast“, die Gasthäuser und Kirchen fast leer, zu geringe Bevölkerung<ref>Goffriller: Kyselak S. 370 f.</ref>. Man spürt aus seinen Berichten den Niedergang Salzburgs nach dem Anschluss an Österreich 1816 und die Folgen des riesigen Stadtbrandes von 1818, die nur der prachtvollen Naturkulisse nichts anhaben konnten. Die Stadt hatte infolge der Ereignisse seit 1803 nur noch 12 300 Einwohner. | + | [[Dürrnberg (Berg)|Dürrenberg]], [[Berchtesgaden]], [[Steinernes Meer]], [[Saalfelden]], [[Zeller See|Zellersee]] sind die nächsten Stationen seiner Reise. Weiter über [[Tirol]] und [[Südtirol]] kam er über [[Bayern]] und das [[Innviertel]] wieder zurück nach Salzburg und besuchte „Arinsdorf“ ([[Arnsdorf]]) und am folgenden Tag dann die damalige Kreishauptstadt [[Salzburg]] von der er schreibt: „[…].'' Zu groß wirkt der herrliche Prospekt des paradiesischen Salzburg mit seiner grotesken Umgebung'' <ref>Goffriller: Kyselak, S.369</ref>. Kyselak schreibt weiter von der Stadt mit 26 Kirchen und acht Klöstern, die trostbedürftig sei; keine fröhlichen Menschen begegnete er, häufig seien die Straßen „begrast“, die Gasthäuser und Kirchen fast leer, zu geringe Bevölkerung<ref>Goffriller: Kyselak S. 370 f.</ref>. Man spürt aus seinen Berichten den Niedergang Salzburgs nach dem Anschluss an Österreich 1816 und die Folgen des riesigen Stadtbrandes von 1818, die nur der prachtvollen Naturkulisse nichts anhaben konnten. Die Stadt hatte infolge der Ereignisse seit 1803 nur noch 12 300 Einwohner. |
| | Es wurde von seinem Vetter, dem Kriminalrat Franz Kyselak überliefert, dass Kyselak im geselligen Kreis, als man über ewigen Nachruhm und Unsterblichkeit debattiert hatte, gewettet habe, innerhalb von drei Jahren in der Monarchie herumzureisen und seinen Namen überall bekanntzumachen „''ohne ein ungeheures Verbrechen oder eine neue Art von Selbstmord zu begehen''“. Er begann an bemerkenswerten Orten leidenschaftlich mit Pinsel und Farbe zu werken. Bereits nach der halben Frist sprach man ihm den Gewinn der Wette zu<ref>Ebner: Karriere als Namenskritzler, S. 5</ref>. So betätigte er sich in vielen Gegenden der Monarchie und in Bayern und der Name Kyselak an Felsen und Mauern sprach sich schon herum. | | Es wurde von seinem Vetter, dem Kriminalrat Franz Kyselak überliefert, dass Kyselak im geselligen Kreis, als man über ewigen Nachruhm und Unsterblichkeit debattiert hatte, gewettet habe, innerhalb von drei Jahren in der Monarchie herumzureisen und seinen Namen überall bekanntzumachen „''ohne ein ungeheures Verbrechen oder eine neue Art von Selbstmord zu begehen''“. Er begann an bemerkenswerten Orten leidenschaftlich mit Pinsel und Farbe zu werken. Bereits nach der halben Frist sprach man ihm den Gewinn der Wette zu<ref>Ebner: Karriere als Namenskritzler, S. 5</ref>. So betätigte er sich in vielen Gegenden der Monarchie und in Bayern und der Name Kyselak an Felsen und Mauern sprach sich schon herum. |