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'''Dr. Fritz Pfleumer''' (* [[20. März]] [[1881]] in [[Salzburg]]; † [[29. August]] [[1945]] in Radebeul bei Dresden, Deutschland) war ein Erfinder.
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Dr. '''Fritz Pfleumer''' (* [[20. März]] [[1881]] in [[Salzburg]]; † [[29. August]] [[1945]] in Radebeul bei Dresden, Deutschland) war der Erfinder der Magnetbandaufzeichnung.
    
== Leben ==
 
== Leben ==
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====Patent Lautschriftträger====
 
====Patent Lautschriftträger====
 
Auf seine ''Lautschriftträger'' wurde Pfleumer am [[31. Jänner]] [[1928]] unter der Nummer DRP 544 302 mit der Bezeichnung ''Verfahren zur Herstellung von Stahlpulver'' ein Patent erteilt. Um diese Erfindung kommerziell zu verwerten, baute er im Frühjahr [[1928]] ein Magnetbandgerät, mit dem er die hergestellten Bänder vorführte. Das Gerät war bereits zweispurig, die Bandgeschwindigkeit 25 cm/s. Mit einem Aufsehen erregenden Versuch überzeugt Pfleumer die Experten: Nach der Erstpräsentation zerreißt er das Tonband in Stücke und klebt sie wieder zusammen. Nur ein leichtes Knacken an den Schnittstellen unterscheidet das neu zusammengefügte Band von der Originalaufnahme. Mit dem Tonband verlängert Pfleumer nicht nur die Spieldauer der Aufzeichnungen, er schafft auch die Basis für einwandfreie Aufnahmen. Aus Gründen der Festigkeit und Feuchtesicherheit wurde später mit Kunststoff als Trägermaterial weitergearbeitet.
 
Auf seine ''Lautschriftträger'' wurde Pfleumer am [[31. Jänner]] [[1928]] unter der Nummer DRP 544 302 mit der Bezeichnung ''Verfahren zur Herstellung von Stahlpulver'' ein Patent erteilt. Um diese Erfindung kommerziell zu verwerten, baute er im Frühjahr [[1928]] ein Magnetbandgerät, mit dem er die hergestellten Bänder vorführte. Das Gerät war bereits zweispurig, die Bandgeschwindigkeit 25 cm/s. Mit einem Aufsehen erregenden Versuch überzeugt Pfleumer die Experten: Nach der Erstpräsentation zerreißt er das Tonband in Stücke und klebt sie wieder zusammen. Nur ein leichtes Knacken an den Schnittstellen unterscheidet das neu zusammengefügte Band von der Originalaufnahme. Mit dem Tonband verlängert Pfleumer nicht nur die Spieldauer der Aufzeichnungen, er schafft auch die Basis für einwandfreie Aufnahmen. Aus Gründen der Festigkeit und Feuchtesicherheit wurde später mit Kunststoff als Trägermaterial weitergearbeitet.
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Trotz eines positiven Widerhall in der Presse, welche [[1931]] die guten Ergebnisse rühmte, fand sich kein Unternehmer für die praktische Umsetzung der epochalen Erfindung.
 
Trotz eines positiven Widerhall in der Presse, welche [[1931]] die guten Ergebnisse rühmte, fand sich kein Unternehmer für die praktische Umsetzung der epochalen Erfindung.
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Nach verschiedenen vergeblichen Bemühungen fand er in der AEG am [[1. Dezember]] [[1932]] einen interessierten und attraktiven Vertragspartner. Nachdem [[1935]] Eduard Schüller (1904 1976) die Laborleitung bei AEG für die Magnetbandgeräteentwicklung übernommen hatte konnte auf Pfleumers Vorarbeit basierend im August 1935 auf der 12. Großen Deutschen Funkausstellung in Berlin ein praxisreifes erstmals in der Welt serienmäßig produziertes Magnetbandgerät vorgestellt werden. Das Magnetophon K1 von AEG verwendete Bänder vom Typ C der IG-Farben als Tonspeicher.
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Nach verschiedenen vergeblichen Bemühungen fand er in der AEG am [[1. Dezember]] [[1932]] einen interessierten und attraktiven Vertragspartner. Nachdem [[1935]] Eduard Schüller (* 1904, † 1976) die Laborleitung bei AEG für die Magnetbandgeräteentwicklung übernommen hatte konnte auf Pfleumers Vorarbeit basierend im August 1935 auf der 12. Großen Deutschen Funkausstellung in Berlin ein praxisreifes erstmals in der Welt serienmäßig produziertes Magnetbandgerät vorgestellt werden. Das Magnetophon K1 von AEG verwendete Bänder vom Typ C der IG-Farben als Tonspeicher.
    
Trotz Patentanfechtungen waren seine Erfindungen aus den Lizenzgebühren lukrativ. Pfleumer starb am 29. August 1945 in Radebeul<ref>die Heimat von Karl May, dem berühmten Buchautor</ref> bei Dresden und konnte den richtigen Durchbruch seiner Erfindung nicht mehr erleben.
 
Trotz Patentanfechtungen waren seine Erfindungen aus den Lizenzgebühren lukrativ. Pfleumer starb am 29. August 1945 in Radebeul<ref>die Heimat von Karl May, dem berühmten Buchautor</ref> bei Dresden und konnte den richtigen Durchbruch seiner Erfindung nicht mehr erleben.
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Mit seiner Erfindung schuf Pfleumer die Voraussetzungen für die Magnetbandepoche, die um 1935 einsetzte. Er löste damit die bisherigen Aufzeichnungsverfahren des Schnittes in Wachszylinder (daher noch die heutige Bezeichnung „Mitschnitt“) von Thomas Alva Edison (1847 – 1931), der Schallplatte von Emil Berliner (1851 – 1929) und des magnetisierbaren Stahldrahtes von Valdemar Poulsen (1869 – 1942) ab. Die Entwicklung ab 1900 war langsam, da es an geeigneten Verstärkern, Laufwerken, akustischen Wandlern, Magnetköpfen und eben tauglicheren Speichermedien mangelte.
 
Mit seiner Erfindung schuf Pfleumer die Voraussetzungen für die Magnetbandepoche, die um 1935 einsetzte. Er löste damit die bisherigen Aufzeichnungsverfahren des Schnittes in Wachszylinder (daher noch die heutige Bezeichnung „Mitschnitt“) von Thomas Alva Edison (1847 – 1931), der Schallplatte von Emil Berliner (1851 – 1929) und des magnetisierbaren Stahldrahtes von Valdemar Poulsen (1869 – 1942) ab. Die Entwicklung ab 1900 war langsam, da es an geeigneten Verstärkern, Laufwerken, akustischen Wandlern, Magnetköpfen und eben tauglicheren Speichermedien mangelte.
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Aber bereits [[1934]] wurden 50 000 Meter von Pfleumers Magnetband hergestellt.
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Aber bereits [[1934]] wurden 50&nbsp;000 Meter von Pfleumers Magnetband hergestellt.
    
[[1942]] wurde die ''Magnetophon GmbH'' gegründet, AEG fertigte die Geräte, IG-Farben Werk Ludwigshafen produzierte auf 6,5 mm breiten Azetylcelluloseträgern mit Carbonyleisen beschichtete Bänder. Jeder Partner hielt die Hälfte der Geschäftsanteile.
 
[[1942]] wurde die ''Magnetophon GmbH'' gegründet, AEG fertigte die Geräte, IG-Farben Werk Ludwigshafen produzierte auf 6,5 mm breiten Azetylcelluloseträgern mit Carbonyleisen beschichtete Bänder. Jeder Partner hielt die Hälfte der Geschäftsanteile.
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===Scheckkarte===
 
===Scheckkarte===
Für das Bankwesen wurden ab 1968 Debitkarten eingeführt, welche mit Magnetstreifen und darauf gespeicherten Kundendaten versehen waren. Ohne Pfleumers Erfindung wäre das nicht möglich gewesen. Zusätzliche Funktionen kamen später durch die Ergänzung mit einem elektronischen Chip hinzu, einer Erfindung von Jürgen Dethloff (1924 2002) und Helmut Gröttrup (1916 1981).
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Für das Bankwesen wurden ab 1968 Debitkarten eingeführt, welche mit Magnetstreifen und darauf gespeicherten Kundendaten versehen waren. Ohne Pfleumers Erfindung wäre das nicht möglich gewesen. Zusätzliche Funktionen kamen später durch die Ergänzung mit einem elektronischen Chip hinzu, einer Erfindung von Jürgen Dethloff (* 1924, † 2002) und Helmut Gröttrup (* 1916, † 1981).
 
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<!--== Werke ==
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* ''Buch 1''. Erscheinungsort Erstes Erscheinungsjahr.
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* ''Superberühmtes Gemälde'' (Aufbewahrungsort, Museum, Inv.Nr.), Entstehungsjahr, Höhe × Breite
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* ''Album Total'' (1999)
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== Literatur ==
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* Erna Mustermannforscherin: ''Standardwerk über unseren Kerl''. Verlag, Erscheinungsort Jahr, ISBN 3-12-1234523-2.-->
      
==Fußnote==
 
==Fußnote==

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