| | Im März 1992 setzte man die Arbeiten fort und hatte gleich mit einem noch stärkeren Bergdruck zu tun. Unermüdlich wurde weiterhin Schutt, Schlamm und Geröll hinaus und Zimmerungsholz und Triebeisen hinein befördert. Am Vortag neu errichtete Türstöcke wurden manchmal am darauf folgenden Arbeitstag zusammen gebrochen vorgefunden. Zur selben Zeit arbeitete man auch draußen am Knappensteig weiter. Auch diese Arbeiten im Steilgelände waren mühsam und schwierig. Auch hier erlitten die Arbeiter Rückschläge. Anfang Juni waren die Arbeiter 130 Meter in den Stollen vorgedrungen, aber die „ewige Gänze“, wie die Alten den gewachsenen Fels bezeichneten, war noch immer nicht zu sehen. Neben den Arbeiten im Berg und am Knappensteig erreichte die Vereinsleitung nach zähen Verhandlungen die amtliche Genehmigung der Bezirkshauptmannschaft zur Errichtung des Besuchersteiges zur [[Epidotfundstelle Knappenwand]]. Wegen des Vorranges der Gewältigung im Hieronymus-Erbstollen stellte man die nun möglichen Arbeiten am Besuchersteig noch zurück. Im Stollen nahm der feste Fels zu und der nahende Durchbruch des Arbeiterteams schien nahe. Am 25. Juni war es soweit: der gewachsene Fels reichte jetzt bis zur Firste und die gehauene Rundung eines festen Stollens zeichnete sich ab. Hutz gelang schließlich das Hindurchkriechen in den offenen Stollen. Der Durchbruch war nach einem Jahr und viereinhalb Monaten härtester und gefahrvoller Arbeit gelungen. Nun begingen die Arbeiter erst einmal den Stollen, passierten zwei Abzwerchstrecken, gelangten an das Drehkreuz, wo der Erbstollen in die Hieronymus-Morgen und Abendstollflügel einmündet. Sie fanden Holzreste, Schienenreste, Metallteile und eine verrostete Haspel. Die restliche Säuberung des Stollens war vergleichsweise einfach. Man schaffte den letzten Hangschutt und alte verfaulte Pfosten und Gleisschwellen hinaus.Die nötigen Zimmerungen wurden gesetzt und ein Stromkabel eingezogen. Am [[2. Juli]] [[1992]] fand die Durchschlagsfeier statt. Die Last eines etwaigen Fehlschlages fiel von den Schultern der Verantwortlichen. Mitte Juli waren alle Restarbeiten erledigt. Nun konnte der Stollen vermessen und alle 20 Meter Lampen montiert werden. Wasser wurde abgepumpt und am 23. Juli konnte der Hieronymus-Morgenstollflügel erstmals wieder befahren werden. | | Im März 1992 setzte man die Arbeiten fort und hatte gleich mit einem noch stärkeren Bergdruck zu tun. Unermüdlich wurde weiterhin Schutt, Schlamm und Geröll hinaus und Zimmerungsholz und Triebeisen hinein befördert. Am Vortag neu errichtete Türstöcke wurden manchmal am darauf folgenden Arbeitstag zusammen gebrochen vorgefunden. Zur selben Zeit arbeitete man auch draußen am Knappensteig weiter. Auch diese Arbeiten im Steilgelände waren mühsam und schwierig. Auch hier erlitten die Arbeiter Rückschläge. Anfang Juni waren die Arbeiter 130 Meter in den Stollen vorgedrungen, aber die „ewige Gänze“, wie die Alten den gewachsenen Fels bezeichneten, war noch immer nicht zu sehen. Neben den Arbeiten im Berg und am Knappensteig erreichte die Vereinsleitung nach zähen Verhandlungen die amtliche Genehmigung der Bezirkshauptmannschaft zur Errichtung des Besuchersteiges zur [[Epidotfundstelle Knappenwand]]. Wegen des Vorranges der Gewältigung im Hieronymus-Erbstollen stellte man die nun möglichen Arbeiten am Besuchersteig noch zurück. Im Stollen nahm der feste Fels zu und der nahende Durchbruch des Arbeiterteams schien nahe. Am 25. Juni war es soweit: der gewachsene Fels reichte jetzt bis zur Firste und die gehauene Rundung eines festen Stollens zeichnete sich ab. Hutz gelang schließlich das Hindurchkriechen in den offenen Stollen. Der Durchbruch war nach einem Jahr und viereinhalb Monaten härtester und gefahrvoller Arbeit gelungen. Nun begingen die Arbeiter erst einmal den Stollen, passierten zwei Abzwerchstrecken, gelangten an das Drehkreuz, wo der Erbstollen in die Hieronymus-Morgen und Abendstollflügel einmündet. Sie fanden Holzreste, Schienenreste, Metallteile und eine verrostete Haspel. Die restliche Säuberung des Stollens war vergleichsweise einfach. Man schaffte den letzten Hangschutt und alte verfaulte Pfosten und Gleisschwellen hinaus.Die nötigen Zimmerungen wurden gesetzt und ein Stromkabel eingezogen. Am [[2. Juli]] [[1992]] fand die Durchschlagsfeier statt. Die Last eines etwaigen Fehlschlages fiel von den Schultern der Verantwortlichen. Mitte Juli waren alle Restarbeiten erledigt. Nun konnte der Stollen vermessen und alle 20 Meter Lampen montiert werden. Wasser wurde abgepumpt und am 23. Juli konnte der Hieronymus-Morgenstollflügel erstmals wieder befahren werden. |
| − | Es würde zu weit führen alle weiteren Arbeitsschritte bis zur Fertigstellung des Schaubergwerkes detailliert aufzulisten. Der etwas ausführlichere Überblick über die Arbeiten bis zum Jahr 1992 muss stellvertretend für das Gesamte stehen. Dem weit über das zu Verlangende hinausgehende Engagement vieler Personen aus dem [[Oberpinzgau]], dem Einsatz regionaler privater Sponsoren und der Unermüdlichkeit des Projektteams um Hans Lerch ist der Erreichte zuzuschreiben. Am 20. Juni 1993 konnte das Schaubergwerk offiziell eröffnet werden. Hans Lerch präsentierte den Baubericht und Dipl. Ing. [[Harald Kremser]], Leiter der Nationalparkverwaltung, richtete Grußworte an die Anwesenden. Anschließend wurden die ersten interessierten Besucher durch die aufgewältigten Stollenabschnitte geführt. In den Folgejahren wurden die geplanten Arbeiten bis zur Fertigstellung des Schaubergwerkes durchgeführt. | + | Es würde zu weit führen alle weiteren Arbeitsschritte bis zur Fertigstellung des Schaubergwerkes detailliert aufzulisten. Der etwas ausführlichere Überblick über die Arbeiten bis zum Jahr 1992 muss stellvertretend für das Gesamte stehen. Dem weit über das zu Verlangende hinausgehende Engagement vieler Personen aus dem [[Oberpinzgau]], die hier nicht alle namentlich genannt werden können, dem Einsatz regionaler privater Sponsoren und der Unermüdlichkeit des Projektteams um Hans Lerch ist der Erreichte zuzuschreiben. Am 20. Juni 1993 konnte das Schaubergwerk offiziell eröffnet werden. Hans Lerch präsentierte den Baubericht und Dipl. Ing. [[Harald Kremser]], Leiter der Nationalparkverwaltung, richtete Grußworte an die Anwesenden. Anschließend wurden die ersten interessierten Besucher durch die aufgewältigten Stollenabschnitte geführt. In den Folgejahren wurden die geplanten Arbeiten bis zur Fertigstellung des Schaubergwerkes durchgeführt. |
| | Abschließend kann vermerkt werden: von 1986 bis 1996 erfolgte ein Umbau in ein Schaubergwerk. 1 200 Meter des über vier Kilometer langen Stollen- und Schachtsystems wurden für den Besucherbetrieb zugänglich gemacht. | | Abschließend kann vermerkt werden: von 1986 bis 1996 erfolgte ein Umbau in ein Schaubergwerk. 1 200 Meter des über vier Kilometer langen Stollen- und Schachtsystems wurden für den Besucherbetrieb zugänglich gemacht. |