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Nun begann man mit der Zimmerung im St. Martin-Stollen. Es gelang die geplanten Arbeiten im St. Martin-Stollen rechtzeitig vor der großen Geologentagung “MinPed90“ soweit fertig zu stellen, dass er den Tagungsteilnehmern zusammen mit der Ausstellung „125 Jahre Knappenwand“ präsentiert werden konnte. [[1991]] wurden die Arbeiten am Hieronymus-Erbstollen wieder aufgenommen. „Rosser Hans“ (Hans Heim) konnte als Grubenzimmerer gewonnen werden. Die Situation blieb schwierig und täglich mussten mehrere Kubikmeter mit dem Schubkarren aufgefördert werden. Ein großer Felsen musste mühsam durch Anbohren und Keilsetzen zerkleinert und stückweise hinausgeschafft werden, da eine Sprengung zu gefährlich erschien. Ständig in den Stollen eindringendes Wasser machte das Arbeiten auch nicht leichter. Dann wurde noch eine größere Wasseransammlung entdeckt, die vorsichtig abgeleitet werden musste, um eine alles niederreißende Flutwelle zu vermeiden. Die Ausleitung gelang und im Mai des Jahres konnte das Material ausgefördert werden. Länger anhaltende Regenfälle behinderten nachfolgend erneut die Weiterarbeit. Auch Gummibekleidung und Stiefel boten keinen ausreichender Schutz gegen die alles durchdringende Nässe. Am 18. Juni waren die Arbeiter 62 Meter tief vorgedrungen, im September war der Stollen auf 90 m aufgewältigt. Die Situation blieb aber schwierig und an manchen Tagen gelang nur ein Fortschritt von 50 cm. Es können nicht alle Felsen, die unterbaut werden mussten, und jeder Gerölleinbruch erwähnt werden. Im November mussten die Arbeiten wegen der Witterung eingestellt werden. Man stand zu diesem Zeitpunkt 96 m tief im Berg.  
 
Nun begann man mit der Zimmerung im St. Martin-Stollen. Es gelang die geplanten Arbeiten im St. Martin-Stollen rechtzeitig vor der großen Geologentagung “MinPed90“ soweit fertig zu stellen, dass er den Tagungsteilnehmern zusammen mit der Ausstellung „125 Jahre Knappenwand“ präsentiert werden konnte. [[1991]] wurden die Arbeiten am Hieronymus-Erbstollen wieder aufgenommen. „Rosser Hans“ (Hans Heim) konnte als Grubenzimmerer gewonnen werden. Die Situation blieb schwierig und täglich mussten mehrere Kubikmeter mit dem Schubkarren aufgefördert werden. Ein großer Felsen musste mühsam durch Anbohren und Keilsetzen zerkleinert und stückweise hinausgeschafft werden, da eine Sprengung zu gefährlich erschien. Ständig in den Stollen eindringendes Wasser machte das Arbeiten auch nicht leichter. Dann wurde noch eine größere Wasseransammlung entdeckt, die vorsichtig abgeleitet werden musste, um eine alles niederreißende Flutwelle zu vermeiden. Die Ausleitung gelang und im Mai des Jahres konnte das Material ausgefördert werden. Länger anhaltende Regenfälle behinderten nachfolgend erneut die Weiterarbeit. Auch Gummibekleidung und Stiefel boten keinen ausreichender Schutz gegen die alles durchdringende Nässe. Am 18. Juni waren die Arbeiter 62 Meter tief vorgedrungen, im September war der Stollen auf 90 m aufgewältigt. Die Situation blieb aber schwierig und an manchen Tagen gelang nur ein Fortschritt von 50 cm. Es können nicht alle Felsen, die unterbaut werden mussten, und jeder Gerölleinbruch erwähnt werden. Im November mussten die Arbeiten wegen der Witterung eingestellt werden. Man stand zu diesem Zeitpunkt 96 m tief im Berg.  
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Im März 1992 setzte man die Arbeiten fort und hatte gleich mit einem noch stärkeren Bergdruck zu tun. Unermüdlich wurde weiterhin Schutt, Schlamm und Geröll  hinaus und Zimmerungsholz und Triebeisen hinein befördert. Am Vortag neu errichtete Türstöcke wurden manchmal am darauf folgenden Arbeitstag zusammen gebrochen vorgefunden. Zur selben Zeit arbeitete man auch draußen am Knappensteig weiter. Auch diese Arbeiten im Steilgelände waren mühsam und schwierig. Auch hier erlitten die Arbeiter Rückschläge. Anfang Juni waren die Arbeiter 130 Meter in den Stollen vorgedrungen, aber die „ewige Gänze“, wie die Alten den gewachsenen Fels bezeichneten, war noch immer nicht zu sehen. Neben den Arbeiten im Berg und am Knappensteig erreichte die Vereinsleitung nach zähen Verhandlungen die amtliche Genehmigung der Bezirkshauptmannschaft zur Errichtung des Besuchersteiges zur [[Epidotfundstelle Knappenwand]]. Wegen des Vorranges der Gewältigung im Hieronymus-Erbstollen stellte man die nun möglichen Arbeiten am Besuchersteig noch zurück. Im Stollen nahm der feste Fels zu und der nahende Durchbruch des Arbeiterteams schien nahe. Am 25. Juni war es soweit: der gewachsene Fels reichte jetzt bis zur Firste und die gehauene Rundung eines festen Stollens zeichnete sich ab. Hutz gelang schließlich das Hindurchkriechen in den offenen Stollen. Der Durchbruch war nach einem Jahr und viereinhalb Monaten härtester und gefahrvoller Arbeit gelungen. Nun begingen die Arbeiter erst einmal den Stollen, passierten zwei Abzwerchstrecken, gelangten an das Drehkreuz, wo der Erbstollen in die Hieronymus-Morgen und Abendstollflügel einmündet. Sie fanden Holzreste, Schienenreste, Metallteile und eine verrostete Haspel. Die restliche säuberung des Stollens war vergleichsweise einfach. Man schaffte den letzten Hangschutt und alte verfaulte Pfosten und Gleisschwellen hinaus.Die nötigen Zimmerungen wurden gesetzt und ein Stromkabel eingezogen. Am [[2. Juli]] [[1992]] fand die Durchschlagsfeier statt. Die Last eines etwaigen  Fehlschlages fiel von den Schultern der Verantwortlichen. Mitte Juli waren alle Restarbeiten erledigt. Nun konnte der Stollen vermessen und alle 20 Meter Lampen montiert werden. Wasser wurde abgepumpt und am 23. Juli konnte der Hieronymus-Morgenstollflügel erstmals wieder befahren werden.
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Im März 1992 setzte man die Arbeiten fort und hatte gleich mit einem noch stärkeren Bergdruck zu tun. Unermüdlich wurde weiterhin Schutt, Schlamm und Geröll  hinaus und Zimmerungsholz und Triebeisen hinein befördert. Am Vortag neu errichtete Türstöcke wurden manchmal am darauf folgenden Arbeitstag zusammen gebrochen vorgefunden. Zur selben Zeit arbeitete man auch draußen am Knappensteig weiter. Auch diese Arbeiten im Steilgelände waren mühsam und schwierig. Auch hier erlitten die Arbeiter Rückschläge. Anfang Juni waren die Arbeiter 130 Meter in den Stollen vorgedrungen, aber die „ewige Gänze“, wie die Alten den gewachsenen Fels bezeichneten, war noch immer nicht zu sehen. Neben den Arbeiten im Berg und am Knappensteig erreichte die Vereinsleitung nach zähen Verhandlungen die amtliche Genehmigung der Bezirkshauptmannschaft zur Errichtung des Besuchersteiges zur [[Epidotfundstelle Knappenwand]]. Wegen des Vorranges der Gewältigung im Hieronymus-Erbstollen stellte man die nun möglichen Arbeiten am Besuchersteig noch zurück. Im Stollen nahm der feste Fels zu und der nahende Durchbruch des Arbeiterteams schien nahe. Am 25. Juni war es soweit: der gewachsene Fels reichte jetzt bis zur Firste und die gehauene Rundung eines festen Stollens zeichnete sich ab. Hutz gelang schließlich das Hindurchkriechen in den offenen Stollen. Der Durchbruch war nach einem Jahr und viereinhalb Monaten härtester und gefahrvoller Arbeit gelungen. Nun begingen die Arbeiter erst einmal den Stollen, passierten zwei Abzwerchstrecken, gelangten an das Drehkreuz, wo der Erbstollen in die Hieronymus-Morgen und Abendstollflügel einmündet. Sie fanden Holzreste, Schienenreste, Metallteile und eine verrostete Haspel. Die restliche Säuberung des Stollens war vergleichsweise einfach. Man schaffte den letzten Hangschutt und alte verfaulte Pfosten und Gleisschwellen hinaus.Die nötigen Zimmerungen wurden gesetzt und ein Stromkabel eingezogen. Am [[2. Juli]] [[1992]] fand die Durchschlagsfeier statt. Die Last eines etwaigen  Fehlschlages fiel von den Schultern der Verantwortlichen. Mitte Juli waren alle Restarbeiten erledigt. Nun konnte der Stollen vermessen und alle 20 Meter Lampen montiert werden. Wasser wurde abgepumpt und am 23. Juli konnte der Hieronymus-Morgenstollflügel erstmals wieder befahren werden.
 
   
 
   
 
Es würde zu weit führen alle weiteren Arbeitsschritte bis zur Fertigstellung des Schaubergwerkes detailliert aufzulisten. Der etwas ausführlichere Überblick über die Arbeiten bis zum Jahr 1992 muss stellvertretend für das Gesamte stehen. Dem weit über das zu Verlangende hinausgehende Engagement vieler Personen aus dem [[Oberpinzgau]], dem Einsatz regionaler privater Sponsoren und der Unermüdlichkeit des Projektteams um Hans Lerch ist der Erreichte zuzuschreiben. Am 20. Juni 1993 konnte das Schaubergwerk offiziell eröffnet werden. Hans Lerch präsentierte den Baubericht und Dipl. Ing. [[Harald Kremser]], Leiter der Nationalparkverwaltung, richtete Grußworte an die Anwesenden. Anschließend wurden die ersten interessierten Besucher durch die aufgewältigten Stollenabschnitte geführt. In den Folgejahren wurden die geplanten Arbeiten bis zur Fertigstellung des Schaubergwerkes durchgeführt.
 
Es würde zu weit führen alle weiteren Arbeitsschritte bis zur Fertigstellung des Schaubergwerkes detailliert aufzulisten. Der etwas ausführlichere Überblick über die Arbeiten bis zum Jahr 1992 muss stellvertretend für das Gesamte stehen. Dem weit über das zu Verlangende hinausgehende Engagement vieler Personen aus dem [[Oberpinzgau]], dem Einsatz regionaler privater Sponsoren und der Unermüdlichkeit des Projektteams um Hans Lerch ist der Erreichte zuzuschreiben. Am 20. Juni 1993 konnte das Schaubergwerk offiziell eröffnet werden. Hans Lerch präsentierte den Baubericht und Dipl. Ing. [[Harald Kremser]], Leiter der Nationalparkverwaltung, richtete Grußworte an die Anwesenden. Anschließend wurden die ersten interessierten Besucher durch die aufgewältigten Stollenabschnitte geführt. In den Folgejahren wurden die geplanten Arbeiten bis zur Fertigstellung des Schaubergwerkes durchgeführt.
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