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Bei den Renovierungsarbeiten wur­de am [[18. Juli]] 1962 eine  Urkunde aus der Turmkugel mit folgenden Inhalt geborgen:
 
Bei den Renovierungsarbeiten wur­de am [[18. Juli]] 1962 eine  Urkunde aus der Turmkugel mit folgenden Inhalt geborgen:
 
    
 
    
''Im Frühlinge des Jahres 1887 traf diesen Markt schreckliches Unglück. Am [[20.  April]] um 9 Uhr abends  stand plötzlich das [[Weißgärberhaus (Neumarkt)|Weißgerberhaus]] (früher  Haus Hauptstraße 48; wurde 1971 abgetragen, heute befindet sich dort der  [[Lötschenparkplatz]]) in hellen  Flammen. Der raschen Hilfe der Feuerwehr gelang es, das Feuer, das von  ruchloser Hand gelegt, auf dieses Haus zu beschränken. Am [[23. April]] um halb 10 Uhr abends brannte das Wirt­schaftsgebäude hinter  dem [[Sailerwirt]] (jetzt [[Karlwirt]],  Hauptstraße 14) ab; auch dieses Mal  vermochte man die Gefahr für die umliegenden Häuser zu beschwören. Der  Schrecken aber stieg aufs höchste, als am 4. Mai um 10 Uhr nachts  das Geschrei ertönte: "Es brennt die Pfarrkirche!" Die Hand des  Frevlers hatte sich selbst an das Heiligthum des Herrn gewagt und auf der Westseite  der Kirche die aus Holzschindeln bestehende Verschallung angezündet. In  rasender Eile ergriff die Flamme das Kirchendach und den Thurm, sodaß binnen  weniger Minu­ten Kirche und Thurm ein Feuer bildeten. Trotz schneller Hilfe  von allen Seiten, den vielen Spritzen und der großen Menge herbeigeeilten  Volkes, war es unmöglich, dem Unglücke Einhalt zu thun. Das Gewölbe  fiel bald ein, und Kirche und Thurm brannten so vollständig  aus, daß nicht ein kleines Stücklein Holz übrig blieb. Selbst von den geschmolzenen  Glocken konnte man in der Asche nur wenig Ueberbleibsel finden. Mit naßen  Augen sahen wir auf das verwüstete Heiligthum, dessen Hauptzierde der  prachtvolle Hochaltar, die kunstvolle Kanzel und der Schöne Kreuzaltar mit  den herrlichen Schnitzereien gewesen sind.''
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''Im Frühlinge des Jahres 1887 traf diesen Markt schreckliches Unglück. Am [[20.  April]] um 9 Uhr abends  stand plötzlich das [[Weißgärberhaus (Neumarkt)|Weißgerberhaus]] (früher  Haus Hauptstraße 48; wurde 1971 abgetragen, heute befindet sich dort der  [[Lötschenparkplatz]]) in hellen  Flammen. Der raschen Hilfe der Feuerwehr gelang es, das Feuer, das von  ruchloser Hand gelegt, auf dieses Haus zu beschränken. Am [[23. April]] um halb 10 Uhr abends brannte das Wirt­schaftsgebäude hinter  dem [[Sailerwirt]] (jetzt [[Gasthaus Karlwirt|Karlwirt]],  Hauptstraße 14) ab; auch dieses Mal  vermochte man die Gefahr für die umliegenden Häuser zu beschwören. Der  Schrecken aber stieg aufs höchste, als am 4. Mai um 10 Uhr nachts  das Geschrei ertönte: "Es brennt die Pfarrkirche!" Die Hand des  Frevlers hatte sich selbst an das Heiligthum des Herrn gewagt und auf der Westseite  der Kirche die aus Holzschindeln bestehende Verschallung angezündet. In  rasender Eile ergriff die Flamme das Kirchendach und den Thurm, sodaß binnen  weniger Minu­ten Kirche und Thurm ein Feuer bildeten. Trotz schneller Hilfe  von allen Seiten, den vielen Spritzen und der großen Menge herbeigeeilten  Volkes, war es unmöglich, dem Unglücke Einhalt zu thun. Das Gewölbe  fiel bald ein, und Kirche und Thurm brannten so vollständig  aus, daß nicht ein kleines Stücklein Holz übrig blieb. Selbst von den geschmolzenen  Glocken konnte man in der Asche nur wenig Ueberbleibsel finden. Mit naßen  Augen sahen wir auf das verwüstete Heiligthum, dessen Hauptzierde der  prachtvolle Hochaltar, die kunstvolle Kanzel und der Schöne Kreuzaltar mit  den herrlichen Schnitzereien gewesen sind.''
    
''Im Vertrauen auf die göttliche  Hilfe wurde rasch zum Wiederaufbau geschritten. Die Bauern der Umgebung  besonders jene von [[Neufahrn]], [[Maierhof|Mayrhofen]], [[Sommerholz]], [[Wertheim]], [[Pfongau]],  [[Steindorf (Straßwalchen)|Steindorf]], [[Thalham]] und [[Matzing]] sowie Graf Othmar von [[Überacker|Ueberacker]] zu  [[Schloss Sighartstein|Sighardstein]] und Baron [[Mayr-Melnhof]] lieferten umsonst 209 Baumstämme; viele  Andere spendeten, z.B. [[Thalgau]] alleine 1 000 Stücke; ebenso brachten andere  Sandfuhren. An Geldspenden liefen bis zum 24. Oktober bei 6&mbsp;000 [[Gulden|fl]] ein. Das Bauholz wurde schnell von Rabattleuten aus  den umliegenden Dörfern gehackt, und konnte, da der Sommer sehr  heiß war, gut austrocknen. Schon am [[9. Juli]] konnte der Dachstuhl über  dem Kirchenschiffe aufgesetzt werden, wobei oben auf dem Gerüste eine kleine,  aber recht herzliche Feierlichkeit gehalten wurde. Am [[25. Juli]] war  auch schon der kleine Dachstuhl über dem Presbyterium aufgesetzt. Am [[31. Juli]]  wurde mit den Seiten und Wandpfeilern begonnen. Am [[10. August]] fing man an,  das Kirchendach mit Schi­fer einzudecken, welche Arbeit am [[26. August]]  beendet war. Am [[23.  August]] begannen die Maurer die  Aufrich­tung der Gibelmauer auf der Westseite, die am [[2. September]]  vollendet wurde. Am [[21. September]]  wurden die Fens­ter auf der Westseite der Kirche /: me renitente:/ ausgebrochen. Am [[29. August]]  fieng der Zimmermeister an mit dem Abbinden des Thurmdachstuhls, und am 12. Sept.  mit dem Aufsetzen des Thurmes; schon am  [[20. September]] konnte der Helmbaum  aufgesetzt werden. Am [[14. Oktober]]  waren die Zimmermannsarbeiten am Thurme mitsammt der Verschallung fertig. Heute  Sonntag, [[30. Oktober]] 1887 wurde das  Thurmkreuz feierlich er­höht. Dasselbe wurde im Pfarrhofe abgeholt, und auf dem Marktplatze,  nachdem von dem Pfarrer Kostenzer eine Ansprache gehalten worden war, von  diesem geweiht. Alsdann wurde es von sechs Jünglingen, umgeben von zwölf Jungfrauen,  in feierlicher Prozession durch den Markt getragen, hin zur Kirche gebracht  und in Gegenwart einer unzähligen Volksmenge aufgesteckt.''
 
''Im Vertrauen auf die göttliche  Hilfe wurde rasch zum Wiederaufbau geschritten. Die Bauern der Umgebung  besonders jene von [[Neufahrn]], [[Maierhof|Mayrhofen]], [[Sommerholz]], [[Wertheim]], [[Pfongau]],  [[Steindorf (Straßwalchen)|Steindorf]], [[Thalham]] und [[Matzing]] sowie Graf Othmar von [[Überacker|Ueberacker]] zu  [[Schloss Sighartstein|Sighardstein]] und Baron [[Mayr-Melnhof]] lieferten umsonst 209 Baumstämme; viele  Andere spendeten, z.B. [[Thalgau]] alleine 1 000 Stücke; ebenso brachten andere  Sandfuhren. An Geldspenden liefen bis zum 24. Oktober bei 6&mbsp;000 [[Gulden|fl]] ein. Das Bauholz wurde schnell von Rabattleuten aus  den umliegenden Dörfern gehackt, und konnte, da der Sommer sehr  heiß war, gut austrocknen. Schon am [[9. Juli]] konnte der Dachstuhl über  dem Kirchenschiffe aufgesetzt werden, wobei oben auf dem Gerüste eine kleine,  aber recht herzliche Feierlichkeit gehalten wurde. Am [[25. Juli]] war  auch schon der kleine Dachstuhl über dem Presbyterium aufgesetzt. Am [[31. Juli]]  wurde mit den Seiten und Wandpfeilern begonnen. Am [[10. August]] fing man an,  das Kirchendach mit Schi­fer einzudecken, welche Arbeit am [[26. August]]  beendet war. Am [[23.  August]] begannen die Maurer die  Aufrich­tung der Gibelmauer auf der Westseite, die am [[2. September]]  vollendet wurde. Am [[21. September]]  wurden die Fens­ter auf der Westseite der Kirche /: me renitente:/ ausgebrochen. Am [[29. August]]  fieng der Zimmermeister an mit dem Abbinden des Thurmdachstuhls, und am 12. Sept.  mit dem Aufsetzen des Thurmes; schon am  [[20. September]] konnte der Helmbaum  aufgesetzt werden. Am [[14. Oktober]]  waren die Zimmermannsarbeiten am Thurme mitsammt der Verschallung fertig. Heute  Sonntag, [[30. Oktober]] 1887 wurde das  Thurmkreuz feierlich er­höht. Dasselbe wurde im Pfarrhofe abgeholt, und auf dem Marktplatze,  nachdem von dem Pfarrer Kostenzer eine Ansprache gehalten worden war, von  diesem geweiht. Alsdann wurde es von sechs Jünglingen, umgeben von zwölf Jungfrauen,  in feierlicher Prozession durch den Markt getragen, hin zur Kirche gebracht  und in Gegenwart einer unzähligen Volksmenge aufgesteckt.''

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