| | Bei den im [[Bundesland Salzburg]] verstorbenen Sowjetischen Toten des Zweiten Weltkrieges handelt es sind nicht um Opfer von Kampfhandlungen. Ihr Sterben ist ausschließlich auf gezielte Fehl- und Mangelernährung, unzureichende Bekleidung, Unterbringung und medizinische Versorgung, auf Unfälle infolge schlechter Verfassung und fehlender Sicherheitseinrichtungen, sowie auf Misshandlungen und Tötungsdelikte zurück zu führen. Dasselbe gilt für die Opfer in Kaprun, jedoch mit einer Ausnahme: es ist außer der Erschießung flüchtiger Sowjetoffiziere und der Hinrichtung eines polnischen Arbeiters kein gezieltes Tötungsdelikt bekannt. | | Bei den im [[Bundesland Salzburg]] verstorbenen Sowjetischen Toten des Zweiten Weltkrieges handelt es sind nicht um Opfer von Kampfhandlungen. Ihr Sterben ist ausschließlich auf gezielte Fehl- und Mangelernährung, unzureichende Bekleidung, Unterbringung und medizinische Versorgung, auf Unfälle infolge schlechter Verfassung und fehlender Sicherheitseinrichtungen, sowie auf Misshandlungen und Tötungsdelikte zurück zu führen. Dasselbe gilt für die Opfer in Kaprun, jedoch mit einer Ausnahme: es ist außer der Erschießung flüchtiger Sowjetoffiziere und der Hinrichtung eines polnischen Arbeiters kein gezieltes Tötungsdelikt bekannt. |
| | ==Die Tauernkraftwerke Kaprun, größte Baustelle des Landes== | | ==Die Tauernkraftwerke Kaprun, größte Baustelle des Landes== |
| − | Die größte Baustelle des Landes, die [[Tauernkraftwerke Kaprun]] beschäftigten während des [[Zweiter WeltkriegZweiten Weltkrieges]] Tausende ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene, die hier [[NS-Zwangsarbeit am Beispiel Tauernkraftwerke Kaprun|Zwangsarbeit]] zu verrichten hatten. Wie überall im nationalsozialistischen Herrschaftsbereich, wurden auch hier die Menschen sowjetischer Abstammung besonders diskriminiert. Dazu kamen noch die verschärften Bedingungen einer Hochgebirgsbaustelle, die durch Witterung und Geologie (Schlechtwettereinbrüche, [[Lawinen]], [[Mure]]n, Felsstürze) gegeben waren. Unzulängliche Unterkunft und Bekleidung, fehlende Sicherheitseinrichtungen bei an sich gefährlichen Tätigkeiten wie Sprengarbeiten, gezielte Mangelernährung, lange Arbeitszeiten, unzureichende Arbeitsausrüstung (wie Schuhwerk mit steifen Holzsohlen) und teils unmenschliche Behandlung taten das Übrige. Unter diesen Bedingungen starben in Kaprun nach heutigem Wissenstand mindestens 90 namentlich bekannte Erwachsene sowjetischer Abkunft. | + | Die größte Baustelle des Landes, die [[Tauernkraftwerke Kaprun]] beschäftigten während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] Tausende ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene, die hier [[NS-Zwangsarbeit am Beispiel Tauernkraftwerke Kaprun|Zwangsarbeit]] zu verrichten hatten. Wie überall im nationalsozialistischen Herrschaftsbereich, wurden auch hier die Menschen sowjetischer Abstammung besonders diskriminiert. Dazu kamen noch die verschärften Bedingungen einer Hochgebirgsbaustelle, die durch Witterung und Geologie (Schlechtwettereinbrüche, [[Lawine]]n, [[Mure]]n, Felsstürze) gegeben waren. Unzulängliche Unterkunft und Bekleidung, fehlende Sicherheitseinrichtungen bei an sich gefährlichen Tätigkeiten wie Sprengarbeiten, gezielte Mangelernährung, lange Arbeitszeiten, unzureichende Arbeitsausrüstung (wie Schuhwerk mit steifen Holzsohlen) und teils unmenschliche Behandlung taten das Übrige. Unter diesen Bedingungen starben in Kaprun nach heutigem Wissenstand mindestens 90 namentlich bekannte Erwachsene sowjetischer Abkunft. |
| | Die sowjetischen Toten wurden während des Krieges ohne weiteres Zeremoniell an der [[Salzach]] verscharrt. Erst in den Nachkriegsjahren wurden sie auf Betreiben der Alliierten exhumiert und am heutigen Russenfriedhof nahe der Burg Kaprun in einem Massengrab bestattet. Hier erinnert eine Gedenksäule an ihr Leid und ihren Tod. Die Inschrift auf der Gedenktafel lautet: ''„Hier ruhen 87 Sowjetbürger von deutsch faschistischen Eroberern ins Elend getrieben und fern von der Heimat ums Leben gekommen“''. Die genannte Anzahl der Opfer entsprach dem damaligen Kenntnisstand der Alliierten. Sie hat sich durch Forschungsarbeiten über die NS-Zwangsarbeit in der Elektrizitätswirtschaft der „Ostmark“ und die Publikation der Liste [[Sowjetische Tote des Zweiten Weltkrieges]] in der Zwischenzeit etwas erhöht. | | Die sowjetischen Toten wurden während des Krieges ohne weiteres Zeremoniell an der [[Salzach]] verscharrt. Erst in den Nachkriegsjahren wurden sie auf Betreiben der Alliierten exhumiert und am heutigen Russenfriedhof nahe der Burg Kaprun in einem Massengrab bestattet. Hier erinnert eine Gedenksäule an ihr Leid und ihren Tod. Die Inschrift auf der Gedenktafel lautet: ''„Hier ruhen 87 Sowjetbürger von deutsch faschistischen Eroberern ins Elend getrieben und fern von der Heimat ums Leben gekommen“''. Die genannte Anzahl der Opfer entsprach dem damaligen Kenntnisstand der Alliierten. Sie hat sich durch Forschungsarbeiten über die NS-Zwangsarbeit in der Elektrizitätswirtschaft der „Ostmark“ und die Publikation der Liste [[Sowjetische Tote des Zweiten Weltkrieges]] in der Zwischenzeit etwas erhöht. |