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Der Beginn der Vogelberingung in Europa liegt mehr als 100 Jahre zurück. Bisher wurden in Europa etwa 115 Mio. Vögel beringt und zwei Mio. Wiederfunde gemeldet. Viele Vögel werden bereits als Jungvögel im Nest beringt. Andere werden in Fangstationen in Netzen gefangen, um sie anschließend zu beringen.
 
Der Beginn der Vogelberingung in Europa liegt mehr als 100 Jahre zurück. Bisher wurden in Europa etwa 115 Mio. Vögel beringt und zwei Mio. Wiederfunde gemeldet. Viele Vögel werden bereits als Jungvögel im Nest beringt. Andere werden in Fangstationen in Netzen gefangen, um sie anschließend zu beringen.
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Heute werden die Ringfunde digitalisiert und auf deren Basis  Ringfundatlanten hergestellt. Diese Atlanten machen die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und Kenntnislücken werden sichtbar. Dadurch wird offensichtlich, in welchen Gebieten  die Beringung verstärkt werden muss, um diese zu schließen. Auch die Beringung von häufigen Arten gewinnt angesichts des Klimawandels, der zu Routenänderungen im Zugverhalten der Vögel führt, an Bedeutung. Der Vogelzug stellt eine große Herausforderung für den Naturschutz dar, da sich die Vögel über große Regionen hinweg bewegen und sowohl während des Zuges als auch im Winterquartier große Verluste auftreten können. Das erklärt auch die Bedeutung von Arealen wie dem [[Naturschutzgebiet Zeller See]], das nicht nur als Brutgebiet sondern an Zugstautagen als Raststation für Durchzügler und als Quartier für Wintergäste dient. Angesichts abnehmender Brutbestände vieler Vogelarten müssen Winterquartiere und Raststationen und die dort herrschenden Bedingungen vorrangig beforscht werden. Im Jahr 2001 haben sich alle EU-Länder dazu verpflichtet, den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen und die Erreichung dieses Ziels laufend zu evaluieren.
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Heute werden die Ringfunde digitalisiert und auf deren Basis  Ringfundatlanten hergestellt. Diese Atlanten machen die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und Kenntnislücken werden sichtbar. Dadurch wird offensichtlich, in welchen Gebieten  die Beringung verstärkt werden muss, um diese zu schließen. Auch die Beringung von häufigen Arten gewinnt angesichts des Klimawandels, der zu Routenänderungen im Zugverhalten der Vögel führt, an Bedeutung. Der Vogelzug stellt eine große Herausforderung für den Naturschutz dar, da sich die Vögel über große Regionen hinweg bewegen und sowohl während des Zuges als auch im Winterquartier große Verluste auftreten können. Das erklärt auch die Bedeutung von Arealen wie dem [[Naturschutzgebiet Zeller See]], das nicht nur als Brutgebiet sondern an Zugstautagen als Raststation für [[Durchzügler]] und als Quartier für [[Wintergäste]] dient. Angesichts abnehmender Brutbestände vieler Vogelarten müssen Winterquartiere und Raststationen und die dort herrschenden Bedingungen vorrangig beforscht werden. Im Jahr 2001 haben sich alle EU-Länder dazu verpflichtet, den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen und die Erreichung dieses Ziels laufend zu evaluieren.
    
===Satellitentelemetrie===
 
===Satellitentelemetrie===
Die Satellitentelemetrie ist eine neue Methode zur einschlägigen Datensammlung. Sie erfolgt mittels Sender, die in Größe und Gewicht auf den jeweiligen Vogel abgestimmt und wie ein Rucksack auf dem Rücken der Vögel platziert werden. Kleinste Sender wiegen nur mehr fünf Gramm. Die Satellitentelemetrie erfasst das zeitlich-räumliche Muster von Vogelzügen. Sie ermöglicht damit die Entdeckung von bisher unbekannten Brutarealen, von Mauser- und Überwinterungsgebieten bedrohter Arten und ermöglicht dadurch u.a. die Aufdeckung von Ursachen der Bestandsrückgänge.   Sender werden auch in Kombination mit anderen Geräten wie Thermometer und Minikameras eingesetzt. Die Satellitentelemetrie ist damit bahnbrechend, wird aber die Beringung nicht vollständig ersetzen, da sie teuer, aufwändig und gegenwärtig auf größere Vögel beschränkt bleibt.
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Die Satellitentelemetrie ist eine neue Methode zur einschlägigen Datensammlung. Sie erfolgt mittels Sender, die in Größe und Gewicht auf den jeweiligen Vogel abgestimmt und wie ein Rucksack auf dem Rücken der Vögel platziert werden. Kleinste Sender wiegen nur mehr fünf Gramm. Die Satellitentelemetrie erfasst das zeitlich-räumliche Muster von Vogelzügen. Sie ermöglicht damit die Entdeckung von bisher unbekannten Brutarealen, von Mauser- und Überwinterungsgebieten bedrohter Arten und ermöglicht dadurch u.a. die Aufdeckung von Ursachen der Bestandsrückgänge. Sender werden auch in Kombination mit anderen Geräten wie Thermometer und Minikameras eingesetzt. Die Satellitentelemetrie ist damit bahnbrechend, wird aber die Beringung nicht vollständig ersetzen, da sie teuer, aufwändig und gegenwärtig auf größere Vögel beschränkt bleibt.
    
Die Beringung bleibt daher für die Ermittlung populationsdynamischer Kennwerte, Altersstruktur und Sterblichkeit bestimmter Vogel-Populationen unverzichtbar.
 
Die Beringung bleibt daher für die Ermittlung populationsdynamischer Kennwerte, Altersstruktur und Sterblichkeit bestimmter Vogel-Populationen unverzichtbar.
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