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'''Fluglärm''' ist ein Thema, das im Zusammenhang mit dem [[Salzburg Airport W. A. Mozart]] immer wieder aufflammt und seit 2011 mit der Debatte um die  [[Salzburger Flughafen Anflugrouten]] wieder stärker aufgeflammt war.
 
'''Fluglärm''' ist ein Thema, das im Zusammenhang mit dem [[Salzburg Airport W. A. Mozart]] immer wieder aufflammt und seit 2011 mit der Debatte um die  [[Salzburger Flughafen Anflugrouten]] wieder stärker aufgeflammt war.
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== Vorgeschichte ==
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== Chronologie ==
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* [[28. September]] [[1991]]: Im "''Nachbarschaftsbeirat''" der [[Salzburger Flughafen GmbH]] kam es zu lautstarken Kontroversen zwischen [[Bayern|bayerischen]] Anrainern und den Sprechern der Salzburger Flugschulen.
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* [[2. Dezember]] [[1992]]: Auch wenn der Salzburger Flughafen der "''leisester Airport Europas''" sein soll, beruhigte das den Bund Naturschutz in der bayerischen Stadt [[Freilassing]] nicht.
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* [[20. Mai]] [[1996]]: Es zeichnete sich kein Ende des ''Luftkampfs'' zwischen Flughafenbetreibern und Anrainern ab. Die Chance, den Konfliktfall zu lösen, war längst vertan.
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* [[25. November]] [[2000]]: Der Salzburger Flughafen sei für Freilassing "unheimlich wichtig", sagte der Freilassinger Bürgermeister Josef Flatscher (CSU). Beschwerden der Bürger über den Fluglärm seien minimal. Dennoch sei nicht einzusehen, dass Freilassing von fast allen Anflügen berührt ist.
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* [[22. Februar]] [[2006]]: "Ausgredt is!" hieß es nach dem Treffen von Fluglärmexperten aus Bayern und Salzburg. Es gab unterschiedliche Messresultate.
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* [[10. März]] [[2008]]: "Anders als in Salzburg steht die Freilassinger Stadtpolitik geschlossen hinter ihren Bürgerinnen und Bürgern, die vom zunehmenden Fluglärm endgültig genug haben", stellte die Salzburgerin [[Astrid Rössler]] vom [[Anrainerschutzverband Salzburg Airport]] (ASA)  etwas neidvoll fest.
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Der [[Anrainerschutzverband Salzburg Airport]] (ASA) unter der Obfrau Dr. [[Astrid Rössler]] eine Salzburger Lokalpolitikerin der [[Grüne]]n und [[Landtagsabgeordneter|Landtagsabgeordnete]], versucht seit Jahren, die Anzahl der Flugbewegungen sowie Öffnungszeiten (derzeit 6 bis 23 Uhr, Stand November 2012) zu reduzieren. n regelmäßigen Abständen finden  [[Dialogrunde Salzburg Airport W. A. Mozart und Anrainer|Dialogrunde zwischen Salzburg Airport W. A. Mozart und Anrainer]] statt, bei denen natürlich auch Lärm immer wieder ein Thema ist.
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== Entwicklung seit 2011 ==
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Der ASA unter der Obfrau Dr. Astrid Rössler, eine Salzburger Lokalpolitikerin der [[Grüne]]n, bis 2013 [[Landtagsabgeordneter|Landtagsabgeordnete]], seither [[Landeshauptmann]]-Stellvertreterin, versucht seit Jahren, die Anzahl der Flugbewegungen sowie Öffnungszeiten (derzeit 6 bis 23 Uhr, Stand November 2013) zu reduzieren. In regelmäßigen Abständen finden  [[Dialogrunde Salzburg Airport W. A. Mozart und Anrainer|Dialogrunde zwischen Salzburg Airport W. A. Mozart und Anrainer]] statt, bei denen natürlich auch Lärm immer wieder ein Thema ist.
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Flughafen-Aufsichtsrat [[Othmar Raus]] kritisierte im Sommer 2011 im  Zusammenhang mit der Debatte um die Südanflugroute die  Fluglärmaktivisten. Der früherer stellvertretende [[Landeshauptmann]] bezeichnete in den [[Salzburger Nachrichten|SN]] vom 30. Juli 2011 "''die Anfeindungen gegen den  Flughafen als zum Teil lebensfremd und egoistisch''". Es handle sich nun  einmal um ein Wirtschaftsunternehmen - wolle man dieses nicht mehr  haben, müsse man alle wirtschaftlichen Konsequenzen tragen. Raus führte  auch aus, dass in den letzten Jahren (Anm: vor 2011) die Zahl der Flüge  rückläufig seien, dies jedoch durch mehr Passagiere ausgeglichen würde.  
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Flughafen-Aufsichtsrat [[Othmar Raus]] kritisierte im Sommer 2011 im  Zusammenhang mit der Debatte um die [[Anflugroute Süd des Salzburger Flughafens|Südanflugroute]] die  Fluglärmaktivisten. Der früherer stellvertretende Landeshauptmann  bezeichnete in den [[Salzburger Nachrichten|SN]] vom 30. Juli 2011 "''die Anfeindungen gegen den  Flughafen als zum Teil lebensfremd und egoistisch''". Es handle sich nun  einmal um ein Wirtschaftsunternehmen - wolle man dieses nicht mehr  haben, müsse man alle wirtschaftlichen Konsequenzen tragen. Raus führte  auch aus, dass in den letzten Jahren (Anm: vor 2011) die Zahl der Flüge  rückläufig seien, dies jedoch durch mehr Passagiere ausgeglichen würde.  
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Der ASA möchte ein gemeinsames   ''Positionspapier'' mit den Anrainern aus Freilassing erarbeiten. Schwerpunkte seien die (weitere) Reduktion aller Flüge und die Erstellung eines "Lärmkorsetts". Also eine Eingrenzung von Lärmzonen mit  Obergrenzen. Eine Grafik in den SN vom 30. Juli 2011 stellte dazu die aktuelle Situation dar: 55 bis 60 dB (entsprechen dem Schalldruckpegel  normal sprechender Menschen) werden im Süden des Flughafens in einem  seitlichen Bereich von 500 bis 1 000 Meter von der Piste  gemessen sowie in südwestlich Richtung (Einflugswinkel) etwa in einem  bis drei Kilometer. Bei der Nordroute ist die Aussengrenze von 60 dB  etwas weiter. Erst innerhalb der oben erwähnten Bereiche steigt die  Lärmbelastung auf Werte, die fahrenden Pkw oder einer  Hauptverkehrsstraße entsprechen. Diese Werte werden aber nur auf dem  unmittelbaren Grund des Flughafens erreicht, sowie im Norden südlich der   [[Saalach]], über dem Gewerbegebiet von [[Siezenheim]] und einige  Häuser der Siedlung in [[Taxham]] (die nahe am Aufsetzpunkt der  Flugzeuge im Norden der Landebahn errichtet wurden). Noch höhere Werte  werden nur mehr auf der Landepiste selbst und in den unmittelbar  angrenzenden Wiesen dieser Piste gemessen.
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Der ASA wollte ein gemeinsames ''Positionspapier'' mit den Anrainern aus Freilassing erarbeiten. Schwerpunkte sollten die (weitere) Reduktion aller Flüge und die Erstellung eines "Lärmkorsetts" sein. Also eine Eingrenzung von Lärmzonen mit  Obergrenzen. Eine Grafik in den SN vom 30. Juli 2011 stellte dazu die aktuelle Situation dar: 55 bis 60 dB (entsprechen dem Schalldruckpegel  normal sprechender Menschen) werden im Süden des Flughafens in einem  seitlichen Bereich von 500 bis 1 000 Meter von der Piste  gemessen sowie in südwestlich Richtung (Einflugswinkel) etwa in einem  bis drei Kilometer. Bei der Nordroute ist die Aussengrenze von 60 dB  etwas weiter. Erst innerhalb der oben erwähnten Bereiche steigt die  Lärmbelastung auf Werte, die fahrenden Pkw oder einer  Hauptverkehrsstraße entsprechen. Diese Werte werden aber nur auf dem  unmittelbaren Grund des Flughafens erreicht, sowie im Norden südlich der [[Saalach]], über dem Gewerbegebiet von [[Siezenheim]] und einige  Häuser der Siedlung in [[Taxham]] (die nahe am Aufsetzpunkt der  Flugzeuge im Norden der Landebahn errichtet wurden). Noch höhere Werte  werden nur mehr auf der Landepiste selbst und in den unmittelbar  angrenzenden Wiesen dieser Piste gemessen.
    
== Die Entwicklung 2012 ==
 
== Die Entwicklung 2012 ==
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Erich Prechtl vom Bund Naturschutz (Bayern) möchte gar keine Überflüge mehr über Freilassing. Ausdrücklich nicht eingeladen zur Demonstration ist übrigens Astrid Rössler vom ASA. Prechtl dazu: "''De brauch' ma net!''" Und Josef Flatscher (Bürgermeister der Stadt Freilassing, CSU): "''Wenn nach wenigen Flügen aus dem Süden schon geklagt wird, halte ich das nicht für produktiv.''"
 
Erich Prechtl vom Bund Naturschutz (Bayern) möchte gar keine Überflüge mehr über Freilassing. Ausdrücklich nicht eingeladen zur Demonstration ist übrigens Astrid Rössler vom ASA. Prechtl dazu: "''De brauch' ma net!''" Und Josef Flatscher (Bürgermeister der Stadt Freilassing, CSU): "''Wenn nach wenigen Flügen aus dem Süden schon geklagt wird, halte ich das nicht für produktiv.''"
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== 2013 ==
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== Die Entwicklung 2013 ==
 
=== Stand am 1. August 2013 ===
 
=== Stand am 1. August 2013 ===
 
Die Deutschen wählen im September 2013 ihren Bundestag, die Österreicher den Nationalrat und die Stadt-Salzburger 2014 den Gemeinderat und den Bürgermeister. Der Salzburger Flughafen liefert Wahlkampfmunition.
 
Die Deutschen wählen im September 2013 ihren Bundestag, die Österreicher den Nationalrat und die Stadt-Salzburger 2014 den Gemeinderat und den Bürgermeister. Der Salzburger Flughafen liefert Wahlkampfmunition.
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Flughafenvorstand [[Roland Hermann]] kommentiert: „''Das wäre natürlich das Ende des Salzburger Flughafens.''“ Wobei das Management davon ausgeht, dass dieser radikale Weg nicht in der Praxis eingeschlagen wird. Geschäftsführer Karl Heinz Bohl hält es aber für plausibel, dass die deutsche Seite ihre „Maximalforderung“ als Ausgangspunkt für Verhandlungen sieht. Verhandlungen, welche in einem politischen Kompromiss münden könnten. Welcher wiederum für den Flughafen nachteiligere Öffnungszeiten zur Folge hätte.  
 
Flughafenvorstand [[Roland Hermann]] kommentiert: „''Das wäre natürlich das Ende des Salzburger Flughafens.''“ Wobei das Management davon ausgeht, dass dieser radikale Weg nicht in der Praxis eingeschlagen wird. Geschäftsführer Karl Heinz Bohl hält es aber für plausibel, dass die deutsche Seite ihre „Maximalforderung“ als Ausgangspunkt für Verhandlungen sieht. Verhandlungen, welche in einem politischen Kompromiss münden könnten. Welcher wiederum für den Flughafen nachteiligere Öffnungszeiten zur Folge hätte.  
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== 2013: Ramsauer will Schließung des Salzburger Flughafens erzwingen ==
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=== 2013: Ramsauer will Schließung des Salzburger Flughafens erzwingen ===
:''Hauptartikel: [[Rettet den Salzburger Flughafen]]''
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:''siehe auch: [[Rettet den Salzburger Flughafen]]''
 
Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer hat im Bemühen, seine bayerische Heimat vom Fluglärm des Airport Salzburg zu verschonen, im Spätherbst 2013 eine Verordnung vorgelegt. Sie würde das Aus für den Flughafen bedeuten. Ramsauers vorgelegter Entwurf zur Verordnung sieht nämlich vor, dass Instrumentenanflüge "''über deutschem Hoheitsgebiet nur in besonderen Fällen genutzt werden''" dürfen. Dazu gehören etwa Notfälle oder Wetterbedingungen, die einen Südanflug im Sichtflug unmöglich machen oder eine Besatzung, die nicht über die erforderliche Ausbildung verfügt.  
 
Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer hat im Bemühen, seine bayerische Heimat vom Fluglärm des Airport Salzburg zu verschonen, im Spätherbst 2013 eine Verordnung vorgelegt. Sie würde das Aus für den Flughafen bedeuten. Ramsauers vorgelegter Entwurf zur Verordnung sieht nämlich vor, dass Instrumentenanflüge "''über deutschem Hoheitsgebiet nur in besonderen Fällen genutzt werden''" dürfen. Dazu gehören etwa Notfälle oder Wetterbedingungen, die einen Südanflug im Sichtflug unmöglich machen oder eine Besatzung, die nicht über die erforderliche Ausbildung verfügt.  
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Bures sagte, sie hoffe weiterhin auf eine Lösung im Verhandlungsweg, werde aber notfalls alle Mittel ausschöpfen und auch den Gang zum Europäischen Gerichtshof nicht scheuen. Beim Verkehrsministerrat Anfang Dezember 2013 möchte sie Ramsauer persönlich auf das Thema ansprechen<ref>{{Quelle SN|23. November 2013}}</ref>.
 
Bures sagte, sie hoffe weiterhin auf eine Lösung im Verhandlungsweg, werde aber notfalls alle Mittel ausschöpfen und auch den Gang zum Europäischen Gerichtshof nicht scheuen. Beim Verkehrsministerrat Anfang Dezember 2013 möchte sie Ramsauer persönlich auf das Thema ansprechen<ref>{{Quelle SN|23. November 2013}}</ref>.
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=== Flughafen hat „enorme Bedeutung“ sagte Ramsauer ===
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===Dezember 2013: Flughafen hat „enorme Bedeutung“ sagte Ramsauer ===
 
Bei einer Pressekonferenz am [[3. Dezember]] [[2013]] im bayerischen Freilassing erklärte dann aber Minister Ramsauer, dass der Flughafen eine "''enorme Bedeutung nicht nur für das Salzburger Gebiet, sondern auch für den südost-oberbayerischen Tourismus und Wirtschaftsraum''"  habe.  
 
Bei einer Pressekonferenz am [[3. Dezember]] [[2013]] im bayerischen Freilassing erklärte dann aber Minister Ramsauer, dass der Flughafen eine "''enorme Bedeutung nicht nur für das Salzburger Gebiet, sondern auch für den südost-oberbayerischen Tourismus und Wirtschaftsraum''"  habe.  
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* [http://www.stadt-salzburg.at/REK_GR/N2.15_Flugverkehrslaerm.pdf Fluglärmkarte]
 
* [http://www.stadt-salzburg.at/REK_GR/N2.15_Flugverkehrslaerm.pdf Fluglärmkarte]
 
* {{Quelle SN|17. November 2012, 1. und 9. August, sowie 17. September 2013}}
 
* {{Quelle SN|17. November 2012, 1. und 9. August, sowie 17. September 2013}}
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* {{Quelle SN|4. Dezember 2013}}
 
== Fußnoten ==
 
== Fußnoten ==
 
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