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Poschengut in Hinterthal (Quelltext anzeigen)
Version vom 10. August 2007, 06:34 Uhr
, 06:34, 10. Aug. 2007Informationen aus: Lahnsteiner, Josef, Mitterpinzgau. Selbstverlag Hollersbach 1980 und über Informationen von Nachkommen der Familie Rainer
==='''Das Poschengut:'''===
====Beschreibung====
Das ehemalige [[Jagdschloss]] am Talschluss von Hinterthal wurde unter Erzbischof [[Matthäus Lang von Wellenburg]] Ende 15. Anfang 16.Jahrhundert erbaut. Das Portal des Hauses besteht aus [[Marmor]] und ist im sogenannten [[Eselrücken]]stil ausgeführt. Noch lange Zeit waren die Trophäen von der Jagd nicht nur im Schloss sondern auch auf der Außenmauer des Hauses angebracht. Die Gegend ist ja, wie der Name [[Urslau]] sagt, noch lange Zeit von [[Bären]] besiedelt worden, wodurch der Jagdeifer des Erzbischofs in diesem Tale verständlich ist.
====Familie Rainer====
Verschiedene Besitzer waren über die Jahrhunderte Eigentümer. Die Familie Rainer erwarb das Haus und die Besitzungen über die Heirat des '''Andre Rainer''' am Ende des 18. Jahrhunderts mit einer geborenen Thumb, deren Eltern die letzten Vorbesitzer waren. Die Familie Rainer brachte es zu einem ansehnlichen Wohlstand und wurde als der reichste Kornbauer des ganzen Tales bezeichnet. Hier baute man im Schutze des Steinernen Meeres Getreide an. Das Ehepaar Rainer hatte gemeinsam fünfzehn lebende Kinder. Da im 19. Jahrhundert durch die [[Industrielle Revolution]] ein großes Bauernsterben ausgelöst wurde, musste auch Rainer seinen Besitz verkaufen. Die Familie verließ zum Großteil das Tal und wurde über alle Himmelsrichtungen verstreut. Der ehemalige Besitzer des Gasthofes '''Botenwirt''' in Hinterthal Alois war noch ein ''"echter Rainer"''.
====Familie Schmidtmann und die Erben====
Rainer verkaufte seinen Grund und das Haus um 48.000 Gulden an den [[Kunstdünger]]erzeuger Schmidtmann aus Deutschland. Nachkommen der Familie Rainer besaßen übrigens noch bis zum Ersten Weltkrieg ein gewisses Vermögen, haben es jedoch durch Zwang zur Zeichnung von [[Kriegsanleihen]] und durch den finanziellen Verlust bei der großen [[Weltwirtschaftskrise]] von [[1929]] schließlich endgültig verloren. Der nunmehrige Besitzer Schmidtmann veränderte die Landwirtschaft in einen modernen Betrieb und baute einige Wirtschaftsgebäude dazu. Berühmt wurde auch seine [[Krebs]][[zucht]] in den [[Teich]]en am Talschluß. Ursprünglich führte ein Weg über das Gelände des Poschengutes, der Jahrhundertelang als Wegerecht bestand. In den letzten Jahren wurde dieser jedoch von den Erben Schmidtmanns verlegt, sodass man leider nicht mehr direkt am Haus vorbeigehen kann. Die Erben der Familie Schmidtmann sind heute noch Besitzer dieses Anwesens.
===Literatur===
* Lahnsteiner, Josef: Mitterpinzgau. Saalbach, Saalfelden, Lofer, Salzburgisches Saaletal. - Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. Geschichtlich und heimatkundlich beschrieben. Neue Auflage Hollersbach: Selbstverlag 1980 [http://aleph.sbg.ac.at/F/DKXSLI4I81SQ4MJLQTKFXEPJDFKRLXMFF5EIQ6Y9BMNBBVGN7J-02564?func=item-global&doc_library=UBS01&doc_number=001449112&year=&volume=&sub_library=DHB]
====Beschreibung====
Das ehemalige [[Jagdschloss]] am Talschluss von Hinterthal wurde unter Erzbischof [[Matthäus Lang von Wellenburg]] Ende 15. Anfang 16.Jahrhundert erbaut. Das Portal des Hauses besteht aus [[Marmor]] und ist im sogenannten [[Eselrücken]]stil ausgeführt. Noch lange Zeit waren die Trophäen von der Jagd nicht nur im Schloss sondern auch auf der Außenmauer des Hauses angebracht. Die Gegend ist ja, wie der Name [[Urslau]] sagt, noch lange Zeit von [[Bären]] besiedelt worden, wodurch der Jagdeifer des Erzbischofs in diesem Tale verständlich ist.
====Familie Rainer====
Verschiedene Besitzer waren über die Jahrhunderte Eigentümer. Die Familie Rainer erwarb das Haus und die Besitzungen über die Heirat des '''Andre Rainer''' am Ende des 18. Jahrhunderts mit einer geborenen Thumb, deren Eltern die letzten Vorbesitzer waren. Die Familie Rainer brachte es zu einem ansehnlichen Wohlstand und wurde als der reichste Kornbauer des ganzen Tales bezeichnet. Hier baute man im Schutze des Steinernen Meeres Getreide an. Das Ehepaar Rainer hatte gemeinsam fünfzehn lebende Kinder. Da im 19. Jahrhundert durch die [[Industrielle Revolution]] ein großes Bauernsterben ausgelöst wurde, musste auch Rainer seinen Besitz verkaufen. Die Familie verließ zum Großteil das Tal und wurde über alle Himmelsrichtungen verstreut. Der ehemalige Besitzer des Gasthofes '''Botenwirt''' in Hinterthal Alois war noch ein ''"echter Rainer"''.
====Familie Schmidtmann und die Erben====
Rainer verkaufte seinen Grund und das Haus um 48.000 Gulden an den [[Kunstdünger]]erzeuger Schmidtmann aus Deutschland. Nachkommen der Familie Rainer besaßen übrigens noch bis zum Ersten Weltkrieg ein gewisses Vermögen, haben es jedoch durch Zwang zur Zeichnung von [[Kriegsanleihen]] und durch den finanziellen Verlust bei der großen [[Weltwirtschaftskrise]] von [[1929]] schließlich endgültig verloren. Der nunmehrige Besitzer Schmidtmann veränderte die Landwirtschaft in einen modernen Betrieb und baute einige Wirtschaftsgebäude dazu. Berühmt wurde auch seine [[Krebs]][[zucht]] in den [[Teich]]en am Talschluß. Ursprünglich führte ein Weg über das Gelände des Poschengutes, der Jahrhundertelang als Wegerecht bestand. In den letzten Jahren wurde dieser jedoch von den Erben Schmidtmanns verlegt, sodass man leider nicht mehr direkt am Haus vorbeigehen kann. Die Erben der Familie Schmidtmann sind heute noch Besitzer dieses Anwesens.
===Literatur===
* Lahnsteiner, Josef: Mitterpinzgau. Saalbach, Saalfelden, Lofer, Salzburgisches Saaletal. - Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. Geschichtlich und heimatkundlich beschrieben. Neue Auflage Hollersbach: Selbstverlag 1980 [http://aleph.sbg.ac.at/F/DKXSLI4I81SQ4MJLQTKFXEPJDFKRLXMFF5EIQ6Y9BMNBBVGN7J-02564?func=item-global&doc_library=UBS01&doc_number=001449112&year=&volume=&sub_library=DHB]