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[[Datei:Beringte Silbermöve.jpg|thumb|HA178 - eine interessante Urlaubsbegegnung mit einer beringten Silbermöwe an der deutschen Ostseeküste in Schleswig-Holstein]]
 
[[Datei:Beringte Silbermöve.jpg|thumb|HA178 - eine interessante Urlaubsbegegnung mit einer beringten Silbermöwe an der deutschen Ostseeküste in Schleswig-Holstein]]
 
'''Vogelberingung''' ist kein Selbstzweck, sondern ermöglicht die Sammlung von Daten, die der Wissenschaft, dem Naturschutz und dem Artenschutz dienen.
 
'''Vogelberingung''' ist kein Selbstzweck, sondern ermöglicht die Sammlung von Daten, die der Wissenschaft, dem Naturschutz und dem Artenschutz dienen.
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==Allgemeines==
 
==Allgemeines==
 
Ursprünglich wollte man mittels Beringung von Vögeln dem Vogelzug auf die Spur kommen. Mittlerweile sind die groben Muster des Zuges der europäischen Vögel bekannt.
 
Ursprünglich wollte man mittels Beringung von Vögeln dem Vogelzug auf die Spur kommen. Mittlerweile sind die groben Muster des Zuges der europäischen Vögel bekannt.
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Heute werden die Ringfunde digitalisiert und auf deren Basis  Ringfundatlanten hergestellt. Diese Atlanten machen die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und Kenntnislücken werden sichtbar. Dadurch wird offensichtlich, in welchen Gebieten  die Beringung verstärkt werden muss, um diese zu schließen. Auch die Beringung von häufigen Arten gewinnt angesichts des Klimawandels, der zu Routenänderungen im Zugverhalten der Vögel führt, an Bedeutung. Der Vogelzug stellt eine große Herausforderung für den Naturschutz dar, da sich die Vögel über große Regionen hinweg bewegen und sowohl während des Zuges als auch im Winterquartier große Verluste auftreten können. Das erklärt auch die Bedeutung von Arealen wie dem [[Naturschutzgebiet Zeller See]], das nicht nur als Brutgebiet sondern an Zugstautagen als Raststation für Durchzügler und als Quartier für Wintergäste dient. Angesichts abnehmender Brutbestände vieler Vogelarten müssen Winterquartiere und Raststationen und die dort herrschenden Bedingungen vorrangig beforscht werden. Im Jahr 2001 haben sich alle EU-Länder dazu verpflichtet, den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen und die Erreichung dieses Ziels laufend zu evaluieren.
 
Heute werden die Ringfunde digitalisiert und auf deren Basis  Ringfundatlanten hergestellt. Diese Atlanten machen die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und Kenntnislücken werden sichtbar. Dadurch wird offensichtlich, in welchen Gebieten  die Beringung verstärkt werden muss, um diese zu schließen. Auch die Beringung von häufigen Arten gewinnt angesichts des Klimawandels, der zu Routenänderungen im Zugverhalten der Vögel führt, an Bedeutung. Der Vogelzug stellt eine große Herausforderung für den Naturschutz dar, da sich die Vögel über große Regionen hinweg bewegen und sowohl während des Zuges als auch im Winterquartier große Verluste auftreten können. Das erklärt auch die Bedeutung von Arealen wie dem [[Naturschutzgebiet Zeller See]], das nicht nur als Brutgebiet sondern an Zugstautagen als Raststation für Durchzügler und als Quartier für Wintergäste dient. Angesichts abnehmender Brutbestände vieler Vogelarten müssen Winterquartiere und Raststationen und die dort herrschenden Bedingungen vorrangig beforscht werden. Im Jahr 2001 haben sich alle EU-Länder dazu verpflichtet, den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen und die Erreichung dieses Ziels laufend zu evaluieren.
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=====Satellitentelemetrie=====
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===Satellitentelemetrie===
 
Die Satellitentelemetrie ist eine neue Methode zur einschlägigen Datensammlung. Sie erfolgt mittels Sender, die in Größe und Gewicht auf den jeweiligen Vogel abgestimmt und wie ein Rucksack auf dem Rücken der Vögel platziert werden. Kleinste Sender wiegen nur mehr fünf Gramm. Die Satellitentelemetrie erfasst das zeitlich-räumliche Muster von Vogelzügen. Sie ermöglicht damit die Entdeckung von bisher unbekannten Brutarealen, von Mauser- und Überwinterungsgebieten bedrohter Arten und ermöglicht dadurch u.a. die Aufdeckung von Ursachen der Bestandsrückgänge.  Sender werden auch in Kombination mit anderen Geräten wie Thermometer und Minikameras eingesetzt. Die Satellitentelemetrie ist damit bahnbrechend, wird aber die Beringung nicht vollständig ersetzen, da sie teuer, aufwändig und gegenwärtig auf größere Vögel beschränkt bleibt.
 
Die Satellitentelemetrie ist eine neue Methode zur einschlägigen Datensammlung. Sie erfolgt mittels Sender, die in Größe und Gewicht auf den jeweiligen Vogel abgestimmt und wie ein Rucksack auf dem Rücken der Vögel platziert werden. Kleinste Sender wiegen nur mehr fünf Gramm. Die Satellitentelemetrie erfasst das zeitlich-räumliche Muster von Vogelzügen. Sie ermöglicht damit die Entdeckung von bisher unbekannten Brutarealen, von Mauser- und Überwinterungsgebieten bedrohter Arten und ermöglicht dadurch u.a. die Aufdeckung von Ursachen der Bestandsrückgänge.  Sender werden auch in Kombination mit anderen Geräten wie Thermometer und Minikameras eingesetzt. Die Satellitentelemetrie ist damit bahnbrechend, wird aber die Beringung nicht vollständig ersetzen, da sie teuer, aufwändig und gegenwärtig auf größere Vögel beschränkt bleibt.
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==EURING==  
 
==EURING==  
 
Vögel halten sich an keine nationalen Grenzen, daher muss die Vogelforschung grenzüberschreitend und international organisiert  sein. EURING ist die Dachorganisation der europäischen Vogelberingungszentralen und wurde 1963 gegründet. 1966 wurde der  >EURING-Exchange Code< geschaffen, um den Datentransfer zwischen den Beringungszentralen zu vereinfachen. 1979 erfolgte eine Erweiterung des Codes und im Jahr 2000 erschien die bisher neueste Version desselben. EURING veranstaltet turnusmäßig Methodenkonferenzen, an denen Experten aus aller Welt teilnehmen. EURING organisiert aber auch Projekte wie das Schwalbenprojekt, das sich mit dem Zugverhalten und den Brut- und Überwinterungsstrategien der Rauchschwalben in ganz Europa auseinander setzt und an dem auch interessierte Salzburger und Salzburgerinnen aktiv teilnehmen.  
 
Vögel halten sich an keine nationalen Grenzen, daher muss die Vogelforschung grenzüberschreitend und international organisiert  sein. EURING ist die Dachorganisation der europäischen Vogelberingungszentralen und wurde 1963 gegründet. 1966 wurde der  >EURING-Exchange Code< geschaffen, um den Datentransfer zwischen den Beringungszentralen zu vereinfachen. 1979 erfolgte eine Erweiterung des Codes und im Jahr 2000 erschien die bisher neueste Version desselben. EURING veranstaltet turnusmäßig Methodenkonferenzen, an denen Experten aus aller Welt teilnehmen. EURING organisiert aber auch Projekte wie das Schwalbenprojekt, das sich mit dem Zugverhalten und den Brut- und Überwinterungsstrategien der Rauchschwalben in ganz Europa auseinander setzt und an dem auch interessierte Salzburger und Salzburgerinnen aktiv teilnehmen.  
=====EURING-Datenbank=====
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===EURING-Datenbank===
 
Die EURING-Datenbank befindet sich beim British Trust for Ornithology in Thetford in Großbritannien. Sie wurde 1977 als zentrale Sammelstelle für alle Beringungs- und Wiederfunddaten eingerichtet. Auf dieser Datensammlung beruhen zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, sowie die Auswertung von Fragestellungen über Zugrouten, Zugstrategien, Überlebens- und Ausbreitungsraten, den Einfluss von menschlichen Aktivitäten auf Vogelpopulationen etc. Die Gesamtsumme aller Datensätze ist derzeit 4 743 373. Zu deren Zustandekommen haben 28 europäische Beringungszentralen beigetragen.
 
Die EURING-Datenbank befindet sich beim British Trust for Ornithology in Thetford in Großbritannien. Sie wurde 1977 als zentrale Sammelstelle für alle Beringungs- und Wiederfunddaten eingerichtet. Auf dieser Datensammlung beruhen zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, sowie die Auswertung von Fragestellungen über Zugrouten, Zugstrategien, Überlebens- und Ausbreitungsraten, den Einfluss von menschlichen Aktivitäten auf Vogelpopulationen etc. Die Gesamtsumme aller Datensätze ist derzeit 4 743 373. Zu deren Zustandekommen haben 28 europäische Beringungszentralen beigetragen.
    
==Ringmeldung==
 
==Ringmeldung==
Es macht Sinn beim Beobachten von Vögeln oder bei der Auffindung von toten Vögeln auch einen Blick auf eine eventuelle Beringung zu werfen. Ringfunde können jederzeit unter http://www.orn.mpg.de nach Radolfzell gemeldet werden und sind ein aktiver Beitrag zur wissenschaftlichen Erfassung und zum Schutz der Vögel Europas. Wer einen Ringfund meldet, erhält nachfolgend einen Lebenslauf des betreffenden Vogels, was sehr interessant sein kann.
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Es macht Sinn beim Beobachten von Vögeln oder bei der Auffindung von toten Vögeln auch einen Blick auf eine eventuelle Beringung zu werfen. Ringfunde können jederzeit nach Radolfzell<ref>[http://www.orn.mpg.de www.orn.mpg.de]</ref> gemeldet werden und sind ein aktiver Beitrag zur wissenschaftlichen Erfassung und zum Schutz der Vögel Europas. Wer einen Ringfund meldet, erhält nachfolgend einen Lebenslauf des betreffenden Vogels, was sehr interessant sein kann.
    
==Quellen==
 
==Quellen==
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*[http://www.landesmuseum.at www.landesmuseum.at] - ©Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Austria, download unter *[http://www.biologiezentrum.at www.biologiezentrum.at]
 
*[http://www.landesmuseum.at www.landesmuseum.at] - ©Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Austria, download unter *[http://www.biologiezentrum.at www.biologiezentrum.at]
 
*letztgenannte Quelle über Hinweis von Frau Dr. Barbara Loidl, Naturwerk
 
*letztgenannte Quelle über Hinweis von Frau Dr. Barbara Loidl, Naturwerk
* Mag. Wolfgang Fiedler, Leiter der Abteilung, die in Radolfzell für die Vogelberingung zuständig ist.
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* Mag. Wolfgang Fiedler, Leiter der Abteilung, die in Radolfzell für die Vogelberingung zuständig ist
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== Fußnote ==
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<references/>
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[[Kategorie:Biologie]]
 
[[Kategorie:Biologie]]
 
[[Kategorie:Pflanzen und Tiere]]
 
[[Kategorie:Pflanzen und Tiere]]
 
[[Kategorie:Tiere]]
 
[[Kategorie:Tiere]]
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]