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'''Roma''' ist die Sammelbezeichnung für aus dem indischen Raum stammende Bevölkerungsgruppen, die etwa ab dem [[12. Jahrhundert]] in den mitteleuropäischen Raum eingedrungen sind. Nachgewiesen sind Roma seit Ende des [[14. Jahrhundert]]s.
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'''Roma''' ist die Sammelbezeichnung für vermutlich aus dem indischen Raum stammende Bevölkerungsgruppen, die etwa ab dem [[12. Jahrhundert]] in nach Europa und Vorderasien migriert sind. Die Präsenz von Roma in Mitteleuropa kann seit Ende des [[14. Jahrhundert]]s nachgewiesen werden.
    
==Bezeichnungen==
 
==Bezeichnungen==
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==Hauptsiedlungsgebiete==
 
==Hauptsiedlungsgebiete==
Rund drei Millionen Roma leben heute in den Gebieten von Rumänien und Bulgarien, die als EU-Staatsbürger gelten, mit dem Recht der freien Wahl auf ihren Wohnort innerhalb der EU.
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In Europa leben rund 10 Millionen Roma, die über den gesamten Kontinent verteilt sind. Die größten Gemeinschaften der Roma leben in Südosteuropa, Ostmitteleuropa, Südwesteuropa und Russland. Außerhalb Europas weisen Brasilien, die USA und die Türkei nennenswerte Roma-Minderheiten auf.  
    
==2010: Massenausweisungen von Roma aus europäischen Staaten==
 
==2010: Massenausweisungen von Roma aus europäischen Staaten==
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Diese ''kann''-Bestimmung machte sich der [[Frankreich|französische]] Staatspräsident Nicolas Sarkozy zu Nutze und wies bis September 2010 rund 8.000 Roma aus. Dann setzte im September eine Welle der Empörung in Europa ein. EU-Justizkommissarin Vivianne Reding fand völlig ungewohnte harte Worte für dieses Vorgehen.  
 
Diese ''kann''-Bestimmung machte sich der [[Frankreich|französische]] Staatspräsident Nicolas Sarkozy zu Nutze und wies bis September 2010 rund 8.000 Roma aus. Dann setzte im September eine Welle der Empörung in Europa ein. EU-Justizkommissarin Vivianne Reding fand völlig ungewohnte harte Worte für dieses Vorgehen.  
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Auch [[Italien]] unter Ministerpräsident Berlusconi hatte schon 2008 Dutzende illegale Siedlungen an der Peripherie der Städte Mailand, Rom und [[Neapel]] schleifen lassen. Für den Herbst 2010 überlegte der Bürgermeister von Rom, Gianni Alemanno, die Schleifung weiterer 200 illegaler Siedlungen.
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Auch [[Italien]] unter Ministerpräsident Berlusconi hatte schon 2008 Dutzende illegale Siedlungen an der Peripherie der Städte Mailand, Rom und [[Neapel]] schleifen lassen. Für den Herbst 2010 überlegte der Bürgermeister von Rom, Gianni Alemanno, die Zerstörung weiterer 200 illegaler Siedlungen.
    
In den als eher tolerant geltenden skandinavischen Ländern ließ Dänemark in der Hauptstadt Kopenhagen 40 aus Rumänien und Bulgarien stammende EU-Bürger ausweisen. Slowenien, das gemeinsam mit Österreich oder Spanien zu den europäischen Vorzeigeländern bei der Roma-Integration zählt, verfrachtete 2006 eine 30-köpfige Roma-Familie aus Ambrus (Unterkrain) in ein Ausländerheim. Eine 500 Meter lange Mauer trennt im Vorort der ostslowakischen Stadt Michalovce die ''Bürger'' von einer Roma-Siedlung.
 
In den als eher tolerant geltenden skandinavischen Ländern ließ Dänemark in der Hauptstadt Kopenhagen 40 aus Rumänien und Bulgarien stammende EU-Bürger ausweisen. Slowenien, das gemeinsam mit Österreich oder Spanien zu den europäischen Vorzeigeländern bei der Roma-Integration zählt, verfrachtete 2006 eine 30-köpfige Roma-Familie aus Ambrus (Unterkrain) in ein Ausländerheim. Eine 500 Meter lange Mauer trennt im Vorort der ostslowakischen Stadt Michalovce die ''Bürger'' von einer Roma-Siedlung.
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Im Süddeutschen Raum, somit auch in [[Bayern]], traten Roma erstmals [[1417]] auf, verschwanden aber Mitte des Jahrhunderts spurlos. Zu Beginn der Türkeneinfälle bei Wien 1529 brachte man die Zigeuner mit dem Auftauchen der Türken in Verbindung und erneuerte ihre Vogelfreiheit. Später,  als die Türken abermals anstürmten, nahm man aber dankbar ihre ''Späherfähigkeiten'' in Dienst, diesmal ''gegen'' die Türken. Im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigem Krieg]] ''durften'' sie als bewaffnete Söldner in den Krieg ziehen. Dieser Toleranz standen aber immer wieder harte Drohungen dagegen: Es war strengstens untersagt, Zigeunern Unterkunft zu geben, jeder Handel mit ihnen war verboten und es gab eine Reihe kriminalisierender Unterstellungen. So wurde bereits das bloße Auftauchen von Zigeunern als Rechtsbruch betrachtet, der zu exemplarischen Maßnahmen führte. "Zigeunerstöcke" vor den Toren von Städten warnten diese vor dem Betreten der Stadt. "Zigeunertafeln", auch ''Rumortafeln'' genannt, hatten denselben Zweck. Mit Androhung brutaler Leibes- und Lebensstrafen wollte man die ''Zigeunerplage'' beseitigen.
 
Im Süddeutschen Raum, somit auch in [[Bayern]], traten Roma erstmals [[1417]] auf, verschwanden aber Mitte des Jahrhunderts spurlos. Zu Beginn der Türkeneinfälle bei Wien 1529 brachte man die Zigeuner mit dem Auftauchen der Türken in Verbindung und erneuerte ihre Vogelfreiheit. Später,  als die Türken abermals anstürmten, nahm man aber dankbar ihre ''Späherfähigkeiten'' in Dienst, diesmal ''gegen'' die Türken. Im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigem Krieg]] ''durften'' sie als bewaffnete Söldner in den Krieg ziehen. Dieser Toleranz standen aber immer wieder harte Drohungen dagegen: Es war strengstens untersagt, Zigeunern Unterkunft zu geben, jeder Handel mit ihnen war verboten und es gab eine Reihe kriminalisierender Unterstellungen. So wurde bereits das bloße Auftauchen von Zigeunern als Rechtsbruch betrachtet, der zu exemplarischen Maßnahmen führte. "Zigeunerstöcke" vor den Toren von Städten warnten diese vor dem Betreten der Stadt. "Zigeunertafeln", auch ''Rumortafeln'' genannt, hatten denselben Zweck. Mit Androhung brutaler Leibes- und Lebensstrafen wollte man die ''Zigeunerplage'' beseitigen.
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Zu einem Höhepunkt der Zigeunerverfolgung kam es in der ersten Hälfte des [[18. Jahrhundert]]s. Auslöser waren das Aufeinandertreffen von zum Teil in weltlichen, zum Teil in religiösen Vorstellungen wurzelnden Vorurteilen und der inzwischen perfektionierten Maßnahmen des neuzeitlichen Polizeistaates. Gleichzeitig begannen Mitte des 18. Jahrhunderts Bestrebungen, dieses Volk sesshaft zu machen. Kaiserin Maria Theresia  erklärte per Hofdekret von 1762 die in Österreich vagabundierenden Zigeuner für ''ehrlich''. Es wurde den Roma verboten, Pferde und Kutschen zu besitzen, um ihre Mobilität einzuschränken. Sie erhielten Baugrund, für den sie Abgaben zu leisten hatten. Niemand durfte die Dörfer ohne Genehmigung und genauer Angabe, wohin sie gingen, verlassen. Sie wurden gezwungen, einheimische Kleidung zu tragen. Alle Maßnahmen hatten die Dorfrichter genauestens zu kontrollieren. Auch ihre Namen mussten sie ändern. Meist bekamen sie als Nachnamen ''Neubauer'', ''Neubürger'', ''Neusiedler'' oder ''Neuungar''. Heiraten untereinander war ebenfalls verboten, die Ehen mit Nichtroma, so genannte ''Gadsche'', wurden aber gefördert. Besonders brutal zeigte sich die Kaiserin was die Kinder der Roma anbelangte: alle Kinder über fünf Jahren wurden ihnen weggenommen, um von Nichtroma-Familien erzogen zu werden. Und das ausgerechnet von Maria Theresia, die ja selbst 16 Kinder hatte!
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Zu einem Höhepunkt der Zigeunerverfolgung kam es in der ersten Hälfte des [[18. Jahrhundert]]s. Auslöser waren das Aufeinandertreffen von zum Teil in weltlichen, zum Teil in religiösen Vorstellungen wurzelnden Vorurteilen und der inzwischen perfektionierten Maßnahmen des neuzeitlichen Polizeistaates. Gleichzeitig begannen Mitte des 18. Jahrhunderts Bestrebungen, dieses Volk sesshaft zu machen. Kaiserin Maria Theresia  erklärte per Hofdekret von 1762 die in Österreich vagabundierenden Zigeuner für ''ehrlich''. Es wurde den Roma verboten, Pferde und Kutschen zu besitzen, um ihre Mobilität einzuschränken. Sie erhielten Baugrund, für den sie Abgaben zu leisten hatten. Niemand durfte die Dörfer ohne Genehmigung und genauer Angabe, wohin sie gingen, verlassen. Sie wurden gezwungen, einheimische Kleidung zu tragen. Alle Maßnahmen hatten die Dorfrichter genauestens zu kontrollieren. Auch ihre Namen mussten sie ändern. Meist bekamen sie als Nachnamen ''Neubauer'', ''Neubürger'', ''Neusiedler'' oder ''Neuungar''. Heiraten zwischen Roma wurden ebenfalls verboten, die Ehen mit Nichtroma, so genannte ''Gadsche'', wurden aber gefördert. Besonders brutal zeigte sich die Kaiserin was die Kinder der Roma anbelangte: alle Kinder über fünf Jahren wurden ihnen weggenommen, um von Nichtroma-Familien erzogen zu werden.  
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Doch auch der Tod von Joseph II. änderte nichts an der Unterdrückung der ''ehrlichen'' Roma. Sie durften ihre Sprache nicht pflegen, das war schon unter Joseph II. bei 24 Stockhieben verboten.
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Auch nach dem Tod von Joseph II. änderte sich nichts an der Unterdrückung der Roma. Der Gebrauch ihrer Sprache, Romanes, der schon unter Joseph II. bei 24 Stockhieben verboten war, blieb untersagt.
    
==Roma in der Geschichte Salzburgs==
 
==Roma in der Geschichte Salzburgs==
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====Roma in der jüngeren Zeit====
 
====Roma in der jüngeren Zeit====
Das [[Zigeunerlager Maxglan]] war ein Zwangslager für Sinti in Salzburg. Es befand sich in Widerspruch zu seinem Namen ''Maxglan'' im Stadtteil [[Leopoldskroner Moos]] und bestand zwischen Herbst 1940 und April 1943.
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Das [[Zigeunerlager Maxglan]] war ein Zwangslager der Nationalsozialisten für Sinti in Salzburg. Es befand sich in Widerspruch zu seinem Namen ''Maxglan'' im Stadtteil [[Leopoldskroner Moos]] und bestand zwischen Herbst 1940 und April 1943.
    
Schon immer waren Roma auch im Salzburger Land unterwegs. Früher als Hausierer oder Handwerker, zu nennen seien hier die Roma als Scherenschleifer und [[Kesselflicker]], in den letzten Jahrzehnten tauchten sie als Clan jeweils gemeinsam auf, blieben einige Wochen und zogen dann weiter. Dazu konnten sie beispielsweise am [[Park & Ride#Park &  Ride Stadt Salzburg|Park & Ride Salzburg Süd]] wohnen gegen Entrichtung von Gebühren für Wasser, Strom und Abfall.
 
Schon immer waren Roma auch im Salzburger Land unterwegs. Früher als Hausierer oder Handwerker, zu nennen seien hier die Roma als Scherenschleifer und [[Kesselflicker]], in den letzten Jahrzehnten tauchten sie als Clan jeweils gemeinsam auf, blieben einige Wochen und zogen dann weiter. Dazu konnten sie beispielsweise am [[Park & Ride#Park &  Ride Stadt Salzburg|Park & Ride Salzburg Süd]] wohnen gegen Entrichtung von Gebühren für Wasser, Strom und Abfall.
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Aufregung gab es um eine Hochzeit im Juni 2010, die in [[Puch]]-[[Urstein]] auf dem seit Jahren größtenteils brach liegenden Gewerbegrund stattfand. Anrainer beschwerten sich über die ihrer Meinung nach zu laute Musik<ref>Anmerkung: die Roma feierten eine ihren Sitten und Gepflogenheiten nach mehrere Tage dauernde Hochzeit</ref> beim Bürgermeister [[Helmut Klose]]. Dieser wollte allen Ernstes, nachdem die Polizei keinen grundsätzlichen Handlungsbedarf sah<ref>Anmerkung: das Gelände gehört dem Unternehmer [[Asamer]] und ist somit Privatgrund</ref>, die friedlich feiernde Gemeinde mit Gülle (!!) vertreiben. Letztendlich blieb es bei seiner, wenn auch öffentlich geäußerten, Absicht.
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Aufregung gab es um eine Hochzeit im Juni 2010, die in [[Puch]]-[[Urstein]] auf dem seit Jahren größtenteils brach liegenden Gewerbegrund stattfand. Anrainer beschwerten sich über die ihrer Meinung nach zu laute Musik<ref>Anmerkung: die Roma feierten eine ihren Sitten und Gepflogenheiten nach mehrere Tage dauernde Hochzeit</ref> beim Bürgermeister [[Helmut Klose]]. Dieser wollte allen Ernstes, nachdem die Polizei keinen grundsätzlichen Handlungsbedarf sah<ref>Anmerkung: das Gelände gehört dem Unternehmer [[Asamer]] und ist somit Privatgrund</ref>, die friedlich feiernde Gemeinde mit Gülle vertreiben. Letztendlich blieb es bei dieser öffentlichen Absichtsbekundung.
    
Anzumerken ist aber die natürlich berechtigte Forderung der Gemeinde, die Roma müssten Vereinbarungen über Dauer des Aufenthalts, Abfall- und Entsorgungskosten einhalten. Man habe bei einem ähnlichen Zusammentreffen der Roma vor rund drei  Jahren insgesamt 2800 Euro an Reinigungskosten aufbringen müssen, so Wolfgang Ortner, bei der ''Gewerbepark Urstein'' für die  Immobilien verantwortlich<ref>Quelle  [http://sosheimat.wordpress.com/2010/06/02/roma-lager-in-puch-sorgt-fur-aufregung/  sosheimat.wordpress.com]</ref>.
 
Anzumerken ist aber die natürlich berechtigte Forderung der Gemeinde, die Roma müssten Vereinbarungen über Dauer des Aufenthalts, Abfall- und Entsorgungskosten einhalten. Man habe bei einem ähnlichen Zusammentreffen der Roma vor rund drei  Jahren insgesamt 2800 Euro an Reinigungskosten aufbringen müssen, so Wolfgang Ortner, bei der ''Gewerbepark Urstein'' für die  Immobilien verantwortlich<ref>Quelle  [http://sosheimat.wordpress.com/2010/06/02/roma-lager-in-puch-sorgt-fur-aufregung/  sosheimat.wordpress.com]</ref>.
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