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Zwischen 1921 und 1926 war der inzwischen zum wirkl. Hofrath ernannte Verfassungsjurist Dr. Simon Hagenauer in der burgenländischen Landes-Hauptmannschaft mit der Ausarbeitung der Gesetze für das jüngst zur Republik Österreich hinzugekommene Bundesland Burgenland betraut worden. Anlässlich des Anschlusses Burgenlands an Österreich 1922 war unter den Verfassungs-Gesetzen Burgenlands das Adelsaufhebungsgesetz jedoch nicht aufgezählt worden, da man aus realpolitischen Gründen die burgenländischen Adeligen pro-österreichisch stimmen wollte. Im Jahr [[1929]] war auch die päpstliche Baronie der Hagenauer durch die Lateranverträge, die zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien abgeschlossen wurden, als italienischer Adel anerkannt worden. In einem späteren königlichen Dekret Viktor Emanuel III. wurde der Freiherrenstand des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Simon (III.) de Hagenauer auf alle ehelichen Nachkommen als ''"Baroni de Hagenauer"'' ausgeweitet und bestätigt. In dieser Zeit war Berta Baronin von Hagenauer als Leiterin des katholischen Frauenreferates und des Mutterschutzwerkes im Burgenland aktiv und hatte intensive freundschaftliche Kontakte zu anderen politsch und sozial aktiven Frauen, wie zu Franziska Fürstin von Starhemberg (Fanny Starhemberg) oder Leopoldine Miklas (Frau des österreichischen Bundespräsidenten). [[1930]] übersiedelte die Familie nach Eisenstadt, nachdem dort das Gebäude der neuen Landesregierung fertiggestellt worden war. Interessant war auch die freundschaftliche Beziehung der Barone von Hagenauer zu Weinhändlern jüdischer Herkunft, wie die Weingroßhändler Igor Spitzer und Sándor Wolf. Die von Wolf geführte Weingroßhandlung "Leopold Wolf Söhne" war eine der größten in der Donaumonarchie. Ab 1920 entwickelte Wolf eine Sammlerleidenschaft zur Geschichte des Burgenlandes und im Besonderen zur jüdischen Geschichte des Landes. 1926 gründete er das Burgenländische Landesmuseum, welches von 1926 bis 1938 im Leinnerhaus (Eisenstadt) seines Familienunternehmens untergebracht war. 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet, mußte auf sein Vermögen und seine Sammlung verzichten und floh über Triest nach Palästina. Auch Herr Spitzer wurde 1938 enteignet und versteckte sich bis Kriegsende in Wien, wobei die Hagenauer ihn stets unterstützt hatten. In der NS-Zeit sollte Baronin Berta Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime werden.  
 
Zwischen 1921 und 1926 war der inzwischen zum wirkl. Hofrath ernannte Verfassungsjurist Dr. Simon Hagenauer in der burgenländischen Landes-Hauptmannschaft mit der Ausarbeitung der Gesetze für das jüngst zur Republik Österreich hinzugekommene Bundesland Burgenland betraut worden. Anlässlich des Anschlusses Burgenlands an Österreich 1922 war unter den Verfassungs-Gesetzen Burgenlands das Adelsaufhebungsgesetz jedoch nicht aufgezählt worden, da man aus realpolitischen Gründen die burgenländischen Adeligen pro-österreichisch stimmen wollte. Im Jahr [[1929]] war auch die päpstliche Baronie der Hagenauer durch die Lateranverträge, die zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien abgeschlossen wurden, als italienischer Adel anerkannt worden. In einem späteren königlichen Dekret Viktor Emanuel III. wurde der Freiherrenstand des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Simon (III.) de Hagenauer auf alle ehelichen Nachkommen als ''"Baroni de Hagenauer"'' ausgeweitet und bestätigt. In dieser Zeit war Berta Baronin von Hagenauer als Leiterin des katholischen Frauenreferates und des Mutterschutzwerkes im Burgenland aktiv und hatte intensive freundschaftliche Kontakte zu anderen politsch und sozial aktiven Frauen, wie zu Franziska Fürstin von Starhemberg (Fanny Starhemberg) oder Leopoldine Miklas (Frau des österreichischen Bundespräsidenten). [[1930]] übersiedelte die Familie nach Eisenstadt, nachdem dort das Gebäude der neuen Landesregierung fertiggestellt worden war. Interessant war auch die freundschaftliche Beziehung der Barone von Hagenauer zu Weinhändlern jüdischer Herkunft, wie die Weingroßhändler Igor Spitzer und Sándor Wolf. Die von Wolf geführte Weingroßhandlung "Leopold Wolf Söhne" war eine der größten in der Donaumonarchie. Ab 1920 entwickelte Wolf eine Sammlerleidenschaft zur Geschichte des Burgenlandes und im Besonderen zur jüdischen Geschichte des Landes. 1926 gründete er das Burgenländische Landesmuseum, welches von 1926 bis 1938 im Leinnerhaus (Eisenstadt) seines Familienunternehmens untergebracht war. 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet, mußte auf sein Vermögen und seine Sammlung verzichten und floh über Triest nach Palästina. Auch Herr Spitzer wurde 1938 enteignet und versteckte sich bis Kriegsende in Wien, wobei die Hagenauer ihn stets unterstützt hatten. In der NS-Zeit sollte Baronin Berta Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime werden.  
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[[1938]] wurde der Verfassungsjurist Baron Simon III., für den eine führende Stelle beim Obersten Gerichtshofs (OGH) vorgesehen gewesen war, nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich auf Grund seiner "untragbaren Gesinnung" seines Amtes enthoben und ohne Pensionsanspruch aus dem  Staatsdienst entlassen. Er kehrte mit seiner Familie nach Wien zurück und starb bereits im Jahr [[1940]]. In Wien waren das Akademische Gymnasium sowie die Theresianische Akademie kurz nach dem "Anschluss" im Jahr 1938 von den Nationalsozialisten teilweise oder ganz geschlossen worden. 1940 sandte man daher Baron Wolfgang VI. (der vorher in Graz im Marieninstitut, dann am Akademische Gymnasium in Wien war) in die Schweiz auf das St. Gallener Internat "Institut auf dem Rosenberg", um ihn dem Wunsch seines verstorbenen Vaters entsprechend der NS-Propaganda zu entziehen. Während eines Urlaubs im Dezember 1943 in Wien war Baron Wolfgang VI. auf Grund eines nach Berlin gesandten Spitzelberichtes, ''"Hagenauers politische Einstellung entspräche nicht nationalsozialistischen Intentionen und er verkehre in St. Gallen mit Juden"'', die Ausreise aus dem "Deutschen Reichsgebiet" verboten worden. Kurz darauf erhielt er die Einberufung zur Stellung. Nachdem somit seine Rückreise in das schweizer Internat unmöglich geworden war, legte Wolfgang die Matura gezwungenermaßen auf "deutschem Boden" im Benediktinergymnasium des Klosters Ettal (Garmisch-Partenkirchen, Bayern) ab.  
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[[1938]] wurde der Verfassungsjurist Baron Simon III., für den eine führende Stelle beim Obersten Gerichtshofs (OGH) vorgesehen gewesen war, nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich auf Grund seiner "untragbaren Gesinnung" seines Amtes enthoben und ohne Pensionsanspruch aus dem  Staatsdienst entlassen. Er kehrte mit seiner Familie nach Wien zurück und starb bereits im Jahr [[1940]]. In Wien waren das Akademische Gymnasium sowie die Theresianische Akademie kurz nach dem "Anschluss" im Jahr 1938 von den Nationalsozialisten teilweise oder ganz geschlossen worden. 1940 sandte man daher Baron Wolfgang VI. (der vorher das Marieninstitut in Graz und dann das Akademische Gymnasium in Wien besucht hatte) in die Schweiz auf das St. Gallener Internat "Institut auf dem Rosenberg", um ihn dem Wunsch seines verstorbenen Vaters entsprechend der NS-Propaganda zu entziehen. Während eines Urlaubs im Dezember 1943 in Wien war Baron Wolfgang VI. auf Grund eines nach Berlin gesandten Spitzelberichtes, ''"Hagenauers politische Einstellung entspräche nicht nationalsozialistischen Intentionen und er verkehre in St. Gallen mit Juden"'', die Ausreise aus dem "Deutschen Reichsgebiet" verboten worden. Kurz darauf erhielt er die Einberufung zur Stellung. Nachdem somit seine Rückreise in das schweizer Internat unmöglich geworden war, legte Wolfgang die Matura gezwungenermaßen auf "deutschem Boden" im Benediktinergymnasium des Klosters Ettal (Garmisch-Partenkirchen, Bayern) ab.  
    
Während der Abwesenheit ihres Sohnes Wolfgang in der Schweiz hatte Baronin Hagenauer öfters Jüdinnen in ihrer Wiener Wohnung versteckt und immer wieder (als Bridge-Abende getarnte) Treffen ehemaliger österreichischer Politiker (spätere Gründungsmitglieder der ÖVP) organisiert. Unter diesen befanden sich auch Lois Weinberger (später Vizebürgermeister von Wien), Leopold Figl (später Bundeskanzler) und Felix Hurdes (später Unterrichtsminister und Nationalratspräsident). Man plante dort den Widerstand gegen das NS-Regime und die Zukunft Österreichs nach Beendigung des Krieges. Die geheimen Treffen wurden aber von der Gestapo entdeckt und [[1944]] wurde die verwitwete Baronin Hagenauer als Mitglied des katholisch-konservativen Lagers in Wien wegen „Hochverrats“ von der Gestapo verhaftet und inhaftiert. Sie überlebte die Gefangenschaft trotz Folter und erlittener Herzinfarkte, von denen sie sich nie mehr ganz erholen sollte. Ihr gelang nach einem Bombentreffer des Gefängnis-Gebäudes Anfang April [[1945]] aus diesem zu fliehen und mit Hilfe von Freunden die letzten Kriegstage in einem Spital unterzutauchen. Dort wurde sie in den folgenden Monaten auf ihre in Gefangenschaft erlittenen Infarkte behandelt. Aus der Familie selbst war aber nicht nur Wolfgangs Mutter von den Nationalsozialisten verhaftet worden, sondern auch Wolfgangs Onkel Adolf Proksch. Dr. Adolf Proksch, Ehemann seiner Tante Sabine von Hagenauer, war als ehemaliger Finanzberater des Bundeskanzlers Kurt von Schuschnigg gleich nach dem Einmarsch der deutschen Truppen verhaftet und als "Hochverräter" mit dem ersten österreichischen „Prominenten-Transport“ 1938 ins KZ Dachau gebracht worden. ''"Das Schicksal von Proksch war besonders tragisch-grotesk: Wegen der zufälligen Namensgleichheit mit dem „Reichstreuhänder der Arbeit“, Proksch, wurde er 1945 gleich nach der Befreiung von den Amerikanern wieder eingesperrt."'' Ein weiteres Familienmitglied der Hagenauer, Ministerialrat Max Vladimir Freiherr von Allmayer-Beck, (Sohn von Hersilie von Hagenauer aus der italienischen Linie), wurde im Februar 1940 wegen des Verdachts der legitimistischen (Standpunkt der Unabsetzbarkeit des Herrscherhauses) Betätigung als Mitglied des katholisch-konservativen Lagers von der Gestapo in Wien ebenfalls verhaftet (Erkennungsdienstliche Kartei der Gestapo Wien).
 
Während der Abwesenheit ihres Sohnes Wolfgang in der Schweiz hatte Baronin Hagenauer öfters Jüdinnen in ihrer Wiener Wohnung versteckt und immer wieder (als Bridge-Abende getarnte) Treffen ehemaliger österreichischer Politiker (spätere Gründungsmitglieder der ÖVP) organisiert. Unter diesen befanden sich auch Lois Weinberger (später Vizebürgermeister von Wien), Leopold Figl (später Bundeskanzler) und Felix Hurdes (später Unterrichtsminister und Nationalratspräsident). Man plante dort den Widerstand gegen das NS-Regime und die Zukunft Österreichs nach Beendigung des Krieges. Die geheimen Treffen wurden aber von der Gestapo entdeckt und [[1944]] wurde die verwitwete Baronin Hagenauer als Mitglied des katholisch-konservativen Lagers in Wien wegen „Hochverrats“ von der Gestapo verhaftet und inhaftiert. Sie überlebte die Gefangenschaft trotz Folter und erlittener Herzinfarkte, von denen sie sich nie mehr ganz erholen sollte. Ihr gelang nach einem Bombentreffer des Gefängnis-Gebäudes Anfang April [[1945]] aus diesem zu fliehen und mit Hilfe von Freunden die letzten Kriegstage in einem Spital unterzutauchen. Dort wurde sie in den folgenden Monaten auf ihre in Gefangenschaft erlittenen Infarkte behandelt. Aus der Familie selbst war aber nicht nur Wolfgangs Mutter von den Nationalsozialisten verhaftet worden, sondern auch Wolfgangs Onkel Adolf Proksch. Dr. Adolf Proksch, Ehemann seiner Tante Sabine von Hagenauer, war als ehemaliger Finanzberater des Bundeskanzlers Kurt von Schuschnigg gleich nach dem Einmarsch der deutschen Truppen verhaftet und als "Hochverräter" mit dem ersten österreichischen „Prominenten-Transport“ 1938 ins KZ Dachau gebracht worden. ''"Das Schicksal von Proksch war besonders tragisch-grotesk: Wegen der zufälligen Namensgleichheit mit dem „Reichstreuhänder der Arbeit“, Proksch, wurde er 1945 gleich nach der Befreiung von den Amerikanern wieder eingesperrt."'' Ein weiteres Familienmitglied der Hagenauer, Ministerialrat Max Vladimir Freiherr von Allmayer-Beck, (Sohn von Hersilie von Hagenauer aus der italienischen Linie), wurde im Februar 1940 wegen des Verdachts der legitimistischen (Standpunkt der Unabsetzbarkeit des Herrscherhauses) Betätigung als Mitglied des katholisch-konservativen Lagers von der Gestapo in Wien ebenfalls verhaftet (Erkennungsdienstliche Kartei der Gestapo Wien).
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