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| − | Der '''Reichenhaller Burgenweg''' ist ein grenzüberschreitender Themenwanderweg in [[Bad Reichenhall]], [[Piding]], [[Bayerisch Gmain]] und [[Bischofswiesen]] in Bayern, sowie [[Großgmain]] in Salzburg. Er verbindet die Burgen, Schlösser und Wehrbauten im Reichenhaller Raum. Der Weg ist insgesamt etwa 30 km lang und führt unter anderem auch zu den zahlreichen ehemals erzbischöflich salzburgischen Burgen in diesem Gebiet. Dazu zählen [[Staufeneck]] (Piding), Karlstein, Amerang, Vager, Kirchberg, Hallburg (Bad Reichenhall) und die [[Plainburg]] (Großgmain). Am Burgenweg liegen ferner die Wehrbauten Gruttenstein, Stadtbefestigung Reichenhall, Hagenfels, Althaus, Hallthurm und die Schlossbauten Marzoll, Oberhausen und Kirchbergschlössl. Die Wegmarkierung zeigt das stilisierte Relief von Kaiser Friedrich I. Barbarossa aus dem Kreuzgang von St. Zeno. An den Burgen, Ruinen, Burgställen und Schlössern erklären gelbe Tafeln das jeweilige Objekt. Ausgenommen den Bereich um die Burgen Karlstein, Amerang und Vager, ist der Reichenhaller Burgenweg auch mit dem Fahrrad befahrbar. | + | Der '''Reichenhaller Burgenweg''' ist ein grenzüberschreitender Themenwanderweg in [[Bad Reichenhall]], [[Piding]], [[Bayerisch Gmain]] und [[Bischofswiesen]] in Bayern, sowie [[Großgmain]] in Salzburg. |
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| | + | ==Beschreibung== |
| | + | Er verbindet die Burgen, Schlösser und Wehrbauten im Reichenhaller Raum. Der Weg ist insgesamt etwa 30 km lang und führt unter anderem auch zu den zahlreichen ehemals erzbischöflich salzburgischen Burgen in diesem Gebiet. Dazu zählen [[Staufeneck]] (Piding), Karlstein, Amerang, Vager, Kirchberg, Hallburg (Bad Reichenhall) und die [[Plainburg]] (Großgmain). Am Burgenweg liegen ferner die Wehrbauten Gruttenstein, Stadtbefestigung Reichenhall, Hagenfels, Althaus, Hallthurm und die Schlossbauten Marzoll, Oberhausen und Kirchbergschlössl. Die Wegmarkierung zeigt das stilisierte Relief von Kaiser Friedrich I. Barbarossa aus dem Kreuzgang von St. Zeno. An den Burgen, Ruinen, Burgställen und Schlössern erklären gelbe Tafeln das jeweilige Objekt. Ausgenommen den Bereich um die Burgen Karlstein, Amerang und Vager, ist der Reichenhaller Burgenweg auch mit dem Fahrrad befahrbar. |
| | Der Reichenhaller Burgenweg wurde [[2001]] bis [[2004]] vom [[Verein für Heimatkunde Bad Reichenhall und Umgebung e.V.]] erarbeitet. Auf mehreren der Burgställe und Ruinen hat man zu diesem Zweck erstmals archäologische Grabungen durchgeführt und die Befunde dokumentiert. Im Zuge dieser Kampagne wurden 2001 die Reste der Burg Vager entdeckt, deren Lage bis dahin nicht bekannt war. | | Der Reichenhaller Burgenweg wurde [[2001]] bis [[2004]] vom [[Verein für Heimatkunde Bad Reichenhall und Umgebung e.V.]] erarbeitet. Auf mehreren der Burgställe und Ruinen hat man zu diesem Zweck erstmals archäologische Grabungen durchgeführt und die Befunde dokumentiert. Im Zuge dieser Kampagne wurden 2001 die Reste der Burg Vager entdeckt, deren Lage bis dahin nicht bekannt war. |
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| | ==Kurze Geschichte der Burgen im Reichenhaller Tal== | | ==Kurze Geschichte der Burgen im Reichenhaller Tal== |
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| | Die Gegend um Bad Reichenhall kann mit ungewöhnlich vielen Burgen, Ruinen und kleinen Schlössern aufwarten. Die hohe Dichte dieser Bauten im Tal der [[Saalach]] hat ihren Grund in der enormen wirtschaftlichen Bedeutung der Reichenhaller Saline im Mittelalter. Salz war unter anderem deshalb so wertvoll, weil man es zur Konservierung von Lebensmitteln brauchte, um die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. Außerdem gab es vorerst im restlichen Bayern keine weiteren nennenswerten Salzvorkommen. Diese Umstände trugen dazu bei, dass zeitweise bis zu einem Drittel der bayerischen Steuereinnahmen durch den Handel mit Reichenhaller Salz erwirtschaftet werden konnte. Daher setzten sich Herrscher und Machthaber in und um Reichenhall fest, um an der ungeheuren Wirtschaftskraft des [[Salz]]es teilzuhaben. Die Burgen im Reichenhaller Tal sind steinerne Zeugen für das Ringen zwischen den [[Salzburger Erzbischöfe]]n und den bayerischen Herzögen um die Herrschaft über die Salinenstadt Reichenhall. | | Die Gegend um Bad Reichenhall kann mit ungewöhnlich vielen Burgen, Ruinen und kleinen Schlössern aufwarten. Die hohe Dichte dieser Bauten im Tal der [[Saalach]] hat ihren Grund in der enormen wirtschaftlichen Bedeutung der Reichenhaller Saline im Mittelalter. Salz war unter anderem deshalb so wertvoll, weil man es zur Konservierung von Lebensmitteln brauchte, um die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. Außerdem gab es vorerst im restlichen Bayern keine weiteren nennenswerten Salzvorkommen. Diese Umstände trugen dazu bei, dass zeitweise bis zu einem Drittel der bayerischen Steuereinnahmen durch den Handel mit Reichenhaller Salz erwirtschaftet werden konnte. Daher setzten sich Herrscher und Machthaber in und um Reichenhall fest, um an der ungeheuren Wirtschaftskraft des [[Salz]]es teilzuhaben. Die Burgen im Reichenhaller Tal sind steinerne Zeugen für das Ringen zwischen den [[Salzburger Erzbischöfe]]n und den bayerischen Herzögen um die Herrschaft über die Salinenstadt Reichenhall. |
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| | ==Burgenpolitik== | | ==Burgenpolitik== |
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| | Als früheste Burganlage im Reichenhaller Tal kann jene von Kirchberg angesehen werden, die der Salzburger Erzbischof [[Konrad I. von Abenberg]] um [[1130]] erbauen ließ. Ihre Errichtung folgte vielleicht sogar einer prähistorischen Ansiedlung und Befestigung (Akropolis). Eine Burg des Hallgrafen auf dem Gruttenstein wird wohl seit [[1144]] bestanden haben. Sie lag hoch über der Stadt und war in die Stadtmauer mit einbezogen. Die Macht der Hallgrafen (die Grafen von Wasserburg) sank aber im Laufe des [[12. Jahrhundert]]s zusehends. Den hochadeligen Grafen von Peilstein gelang es mit Hilfe des Salzburger Erzbischofs, sich mit der Errichtung der Burg Karlstein vor [[1150]] in der Nähe der Salinenstadt festzusetzen. An der nach Tirol führenden Straße besaßen sie zudem eine Mautstelle. | | Als früheste Burganlage im Reichenhaller Tal kann jene von Kirchberg angesehen werden, die der Salzburger Erzbischof [[Konrad I. von Abenberg]] um [[1130]] erbauen ließ. Ihre Errichtung folgte vielleicht sogar einer prähistorischen Ansiedlung und Befestigung (Akropolis). Eine Burg des Hallgrafen auf dem Gruttenstein wird wohl seit [[1144]] bestanden haben. Sie lag hoch über der Stadt und war in die Stadtmauer mit einbezogen. Die Macht der Hallgrafen (die Grafen von Wasserburg) sank aber im Laufe des [[12. Jahrhundert]]s zusehends. Den hochadeligen Grafen von Peilstein gelang es mit Hilfe des Salzburger Erzbischofs, sich mit der Errichtung der Burg Karlstein vor [[1150]] in der Nähe der Salinenstadt festzusetzen. An der nach Tirol führenden Straße besaßen sie zudem eine Mautstelle. |
| | Seit dem ausgehenden 12. Jahrhundert kam es zu einem immer heftiger werdenden Konflikt zwischen dem Bayernherzog und dem Salzburger Erzbischof um die Vorherrschaft in der Salinenstadt. Mit der Errichtung der Burgen Vager (bis 1177) und Amerang (vor 1180) und deren Besetzung mit loyalen ritterlichen Gefolgsleuten konnte Erzbischof [[Adalbert II.]] seine starke Stellung in Reichenhall ausbauen. | | Seit dem ausgehenden 12. Jahrhundert kam es zu einem immer heftiger werdenden Konflikt zwischen dem Bayernherzog und dem Salzburger Erzbischof um die Vorherrschaft in der Salinenstadt. Mit der Errichtung der Burgen Vager (bis 1177) und Amerang (vor 1180) und deren Besetzung mit loyalen ritterlichen Gefolgsleuten konnte Erzbischof [[Adalbert II.]] seine starke Stellung in Reichenhall ausbauen. |
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| | ==Ende der Burgen== | | ==Ende der Burgen== |
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| | Als [[1275]] die Grenzen des Erzbistums vom Herzog anerkannt wurden, ging die Loslösung des Landes Salzburg von Bayern in ihre letzte Phase. Im Jahr [[1328]] war dann durch die Erlassung einer eigenen „Landesordnung“ durch Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz]] die Entstehung des selbständigen Landes Salzburg weitgehend abgeschlossen. Dadurch waren nun vor allem die ehemals erzbischöflichen Burgen um Reichenhall sinnlos geworden und wurden nicht mehr in Stand gesetzt. Lediglich die als Verwaltungssitz genützten Gebäude wie Gruttenstein und Karlstein, oder Grenzsperren wie Hallthurm wurden weiter unterhalten. Später ließen die aufkommenden Feuerwaffen die Burgen ohnehin nicht mehr als sinnvoll erscheinen. | | Als [[1275]] die Grenzen des Erzbistums vom Herzog anerkannt wurden, ging die Loslösung des Landes Salzburg von Bayern in ihre letzte Phase. Im Jahr [[1328]] war dann durch die Erlassung einer eigenen „Landesordnung“ durch Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz]] die Entstehung des selbständigen Landes Salzburg weitgehend abgeschlossen. Dadurch waren nun vor allem die ehemals erzbischöflichen Burgen um Reichenhall sinnlos geworden und wurden nicht mehr in Stand gesetzt. Lediglich die als Verwaltungssitz genützten Gebäude wie Gruttenstein und Karlstein, oder Grenzsperren wie Hallthurm wurden weiter unterhalten. Später ließen die aufkommenden Feuerwaffen die Burgen ohnehin nicht mehr als sinnvoll erscheinen. |
| | Die repräsentativen und wesentlich wohnlicheren Anwesen Marzoll ([[1536]]), Achselmannstein, Oberhausen ([[1567]]) und Kirchbergschlössl (um [[1550]]) lösten die Burgen als Adelssitz ab und symbolisierten den Reichtum der neu etablierten Reichenhaller Patrizier. | | Die repräsentativen und wesentlich wohnlicheren Anwesen Marzoll ([[1536]]), Achselmannstein, Oberhausen ([[1567]]) und Kirchbergschlössl (um [[1550]]) lösten die Burgen als Adelssitz ab und symbolisierten den Reichtum der neu etablierten Reichenhaller Patrizier. |
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