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| − | Der '''Granit''' ist das häufigste Festgestein der oberen Erdkruste. Er ist ein meist hellgraues, relativ grob[[kristallin]]es magmatisches [[Tiefengestein]] mit großem, aber variablem Anteil dreier Minerale, die man sich mit dem Spruch ''„[[Feldspat]], [[Quarz]] und [[Glimmer]], die drei vergess’ ich nimmer“'' leicht merken kann. In Salzburg sind Granitvorkommen selten, doch ist er das Ausgangsgestein von [[Gneis (Gestein)|Gneis]], aus dem sich große Teile der [[Zentralalpen]] (Hohe Tauern|Hohe]] und [[Niedere Tauern]]) aufbauen. | + | Der '''Granit''' ist das häufigste Festgestein der oberen Erdkruste. Er ist ein meist hellgraues, relativ grob-[[kristallin]]es magmatisches [[Tiefengestein]] mit großem, aber variablem Anteil dreier Minerale, die man sich mit dem Spruch ''„[[Feldspat]], [[Quarz]] und [[Glimmer]], die drei vergess’ ich nimmer“'' leicht merken kann. In Salzburg sind Granitvorkommen selten, doch ist er das Ausgangsgestein von [[Gneis (Gestein)|Gneis]], aus dem sich große Teile der [[Zentralalpen]] (Hohe Tauern|Hohe]] und [[Niedere Tauern]]) aufbauen. |
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| | Granit ist sehr widerstandsfähig und hat eine spezifische Dichte zwischen 2,65 und 2,70 g/cm³. Doch können die verschiedenen Granite in Farbe und Körnung stark variieren - von weißlich und hellgrau bis dunkelgrau, von rötlicher, gelblicher, brauner und manchmal sogar blauer Tönung, von feiner bis zu grober Textur. Die hellgelb bis braunen ''Feldspat''-Kristalle (mm- bis cm-groß) sind meist gut erkennbar, der matt glänzende ''Quarz'' nicht immer. Der plättchenartige [[Glimmer]] kann dunkel (Biotit) oder hell (Muskovit) sein. | | Granit ist sehr widerstandsfähig und hat eine spezifische Dichte zwischen 2,65 und 2,70 g/cm³. Doch können die verschiedenen Granite in Farbe und Körnung stark variieren - von weißlich und hellgrau bis dunkelgrau, von rötlicher, gelblicher, brauner und manchmal sogar blauer Tönung, von feiner bis zu grober Textur. Die hellgelb bis braunen ''Feldspat''-Kristalle (mm- bis cm-groß) sind meist gut erkennbar, der matt glänzende ''Quarz'' nicht immer. Der plättchenartige [[Glimmer]] kann dunkel (Biotit) oder hell (Muskovit) sein. |
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| | == Chemische Zusammensetzung == | | == Chemische Zusammensetzung == |
| − | Die 3 Hauptbestandteile (Feldspäte, Quarz und Glimmer) machen je etwa 20–40 % aus. Statt dunklem Glimmer (Biotit) kann es auch heller Glimmer (Muskovit) oder Amphibol sein. Bei den Feldspäten überwiegt der ''Alkalifeldspat'' über den ''Plagioklas''. Als Nebenbestandteile können [[Magnetit]] und andere Erzmineralienhinzukommen. | + | Die 3 Hauptbestandteile (Feldspäte, Quarz und Glimmer) machen je etwa 20–40 % aus. Statt dunklem Glimmer (Biotit) kann es auch heller Glimmer (Muskovit) oder Amphibol sein. Bei den Feldspäten überwiegt der ''Alkalifeldspat'' über den ''Plagioklas''. Als Nebenbestandteile können [[Magnetit]] und andere [[Erz]]mineralien hinzukommen. |
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| | Daher kann Granit chemisch (aber nicht aber in der Struktur) anderen Gesteinen ähnlich sein -- etwa dem vulkanischen ''Rhyolith'' -- und natürlich dem o.e., fein geschichteten ''Gneis'', der sich bei hoher Temperatur / in großen Tiefen aus Granit bildet. | | Daher kann Granit chemisch (aber nicht aber in der Struktur) anderen Gesteinen ähnlich sein -- etwa dem vulkanischen ''Rhyolith'' -- und natürlich dem o.e., fein geschichteten ''Gneis'', der sich bei hoher Temperatur / in großen Tiefen aus Granit bildet. |
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| | Granite entstanden durch die Erstarrung von Gesteinsschmelze ([[Magma]]) in 3 bis 10 km unter der Erdoberfläche und werden deshalb zu den ''Tiefengesteinen'' gezählt. (Im Gegensatz dazu kommen die ''vulkanischen'' Gesteine als Magma bis an die Erdoberfläche und erstarren erst dort). Die Magmenkammern bilden sich meist in der überwiegend festen unteren [[Erdkruste]], aber nur selten im heißeren, etwas plastischen Erdmantel. Ihr Jahrmillionen dauerndes Aufsteigen wird durch langsame Krustenbewegungen ermöglicht. | | Granite entstanden durch die Erstarrung von Gesteinsschmelze ([[Magma]]) in 3 bis 10 km unter der Erdoberfläche und werden deshalb zu den ''Tiefengesteinen'' gezählt. (Im Gegensatz dazu kommen die ''vulkanischen'' Gesteine als Magma bis an die Erdoberfläche und erstarren erst dort). Die Magmenkammern bilden sich meist in der überwiegend festen unteren [[Erdkruste]], aber nur selten im heißeren, etwas plastischen Erdmantel. Ihr Jahrmillionen dauerndes Aufsteigen wird durch langsame Krustenbewegungen ermöglicht. |
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| − | Die [[Erstarrung]] in der Tiefe erfolgt sehr langsam. Entsprechend den Schmelztemperaturen beginnen sich aus dichten, dunklen Mineralen (v.a. ''[[Hornblende]]'' und ''Pyroxen'') die ersten [[Kristall]]e zu bilden, die aber in der Schmelze absinken. Erst danach kristallisieren Feldspäte und Quarze. Sie reichern sich wegen ihrer geringeren Dichte oben an (magmatische Differentiation) und machen daher den Hauptanteil des späteren Granits aus. | + | Die Erstarrung in der Tiefe erfolgt sehr langsam. Entsprechend den Schmelztemperaturen beginnen sich aus dichten, dunklen Mineralen (v.a. ''[[Hornblende]]'' und ''Pyroxen'') die ersten [[Kristall]]e zu bilden, die aber in der Schmelze absinken. Erst danach kristallisieren Feldspäte und Quarze. Sie reichern sich wegen ihrer geringeren Dichte oben an (magmatische Differentiation) und machen daher den Hauptanteil des späteren Granits aus. |
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| | Die erstarrende Schmelze kann Nebengestein beeinflussen oder durch ihre hohe Temperatur dessen Struktur verändern, was die Geologen [[Metamorphose]] nennen; die wichtigsten Metamorphite sind [[Gneis]]e und [[Schiefer]]gesteine. | | Die erstarrende Schmelze kann Nebengestein beeinflussen oder durch ihre hohe Temperatur dessen Struktur verändern, was die Geologen [[Metamorphose]] nennen; die wichtigsten Metamorphite sind [[Gneis]]e und [[Schiefer]]gesteine. |
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| | == Vorkommen und Verwendung == | | == Vorkommen und Verwendung == |
| − | Obwohl Granite das häufigste Festgestein aller Kontinente ist, findet es sich in den [[Alpen]] nicht überall. In Mitteleuropa treten sie neben einigen Gebirgsmassiven ([[Gotthardmassiv|Gotthard-]] und Aarmassiv, [[Mont Blanc]] oder [[Südtirol]] vor allem in der [[Böhmische Masse|Böhmischen Masse]] (Mühl- und Waldviertel, Bayernwald) und in den deutschen [[Mittelgebirge]]n (z.B. Fichtel- und Erzgebirge, Thüringer und Schwarzwald) oder im Riesengebirge auf. Als [[eiszeit]]liches Geschiebe finmdet er sich in fast allen Tiefländern Europas. | + | Obwohl Granite das häufigste Festgestein aller Kontinente ist, findet es sich in den [[Alpen]] nicht überall. In Mitteleuropa treten sie neben einigen Gebirgsmassiven ([[Gotthardmassiv|Gotthard-]] und Aarmassiv, Mont Blanc oder [[Südtirol]]) vor allem in der [[Böhmische Masse|Böhmischen Masse]] (Mühl- und Waldviertel, Bayernwald) und in den deutschen [[Mittelgebirge]]n (z.B. Fichtel- und Erzgebirge, Thüringer und Schwarzwald) oder im Riesengebirge auf. Als [[eiszeit]]liches Geschiebe findet er sich in fast allen Tiefländern Europas. |
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| | Gute Bodenbildung gibt es über Granit kaum, sondern eher saure, nährstoffarme Böden. Der sandartige ''Grus'' hat jedoch Bedeutung als Industriestoff, Scheuermittel und zum Wegebau. In kompakter Form wird Granit u.a. für Pflasterungen, Fassaden, Tischplatten, Grabsteine, vibrationsarme Messplatten oder in der Bildhauerei verwendet. | | Gute Bodenbildung gibt es über Granit kaum, sondern eher saure, nährstoffarme Böden. Der sandartige ''Grus'' hat jedoch Bedeutung als Industriestoff, Scheuermittel und zum Wegebau. In kompakter Form wird Granit u.a. für Pflasterungen, Fassaden, Tischplatten, Grabsteine, vibrationsarme Messplatten oder in der Bildhauerei verwendet. |