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| | Das erste Kind, das in der Anstalt zu Tode kam, starb im September 1940. In diesem Jahr regelte man auch die Einweisung der Kinder über das Gaujugendamt, bzw. direkt über den damaligen Leiter Dr. Jekelius. Das erste Salzburger Opfer starb 1941. Das letzte Kind, das im Totenbuch als Opfer eingetragen wurde, starb im April 1945. Das zuletzt getötete Kind aus Salzburg verstarb am 8. März 1945. Es war zwei Jahre und drei Monate alt. | | Das erste Kind, das in der Anstalt zu Tode kam, starb im September 1940. In diesem Jahr regelte man auch die Einweisung der Kinder über das Gaujugendamt, bzw. direkt über den damaligen Leiter Dr. Jekelius. Das erste Salzburger Opfer starb 1941. Das letzte Kind, das im Totenbuch als Opfer eingetragen wurde, starb im April 1945. Das zuletzt getötete Kind aus Salzburg verstarb am 8. März 1945. Es war zwei Jahre und drei Monate alt. |
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| − | Insgesamt scheinen im Totenbuch der Anstalt 789 Kinder auf. Zu 561 Kindern konnten Unterlagen aus den Krankenakten gefunden werden. Sie waren verstreut in Dachböden, in Kellern, bei diversen Ärzten und Forschungsinstituten – oft zusammen mit Forschungspräparaten – gelagert. | + | Insgesamt scheinen im Totenbuch der Anstalt 789 Kinder auf. Zu 561 Kindern konnten Unterlagen aus den Krankenakten gefunden werden. Sie waren verstreut in Dachböden, in Kellern, bei diversen Ärzten und Forschungsinstituten – oft zusammen mit Forschungspräparaten – gelagert. |
| | + | =====Selektion und Ermordung===== |
| | + | Bei einem Teil der Kinder, die eingeliefert wurden, war die Meldung an den Reichsausschuss in Berlin schon im Vorfeld durch den Amtsarzt oder andere befugte Ärzte erfolgt. Mit der Bestätigung der Diagnosen durch den Reichsausschuss war das Schicksal der meisten Kinder vorgegeben. Die Tötung erfolgte laut Dr. Illing durch die Gabe von Luminal-Tabletten, manchmal unterstützt durch Luminal-Zäpfchen oder, wenn das geschwächte Kind nicht mehr schlucken konnte, durch Skopolamin-Injektionen. Das Eintreten der häufig angegebenen Todesursache „Lungenentzündung“ führte man durch die laufende Verabreichung von Luminal herbei, das so dosiert wurde, dass die Durchblutung der Lunge gestört und die Atemtätigkeit erschwert waren. Durch die medikamentös herbeigeführte dauernde Ruhestellung mittels Beruhigungs- und Schlafmitteln wurde das Abhusten des Schleims gebremst und dadurch eine Lungenentzündung ausgelöst. |
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| | + | Noch nicht im Vorfeld der Einweisung nach Berlin gemeldete Kinder wurden in der Anstalt Am Spiegelgrund ausgewählt und nach Berlin gemeldet. Um den Schein zu wahren, hielt man im interdisziplinären Team der Eingeweihten eine Beratung ab. Daran nahmen die behandelnden Ärzte, eine Psychologin, eine Sonderkindergärtnerin und die Stations- und Oberschwester teil. Sobald die Bestätigung der Diagnose aus Berlin eingelangt war, erfolgte die Tötung des Kindes. |
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| | ==Die Salzburger Kinder unter den Opfern der Anstalt Am Spiegelgrund== | | ==Die Salzburger Kinder unter den Opfern der Anstalt Am Spiegelgrund== |
| | =====Herkunft der Salzburger Kinder===== | | =====Herkunft der Salzburger Kinder===== |