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== Werdegang ==
 
== Werdegang ==
Heinrich Damisch war einer der Wegbereiter und Mitbegründer der [[Salzburger Festspiele]]. Er gründete 1913 die Mozartgemeinde Wien, welche 1963 an seinem Wohnhaus in der [[Aigner Straße]] 43 eine Gedenktafel enthüllte. 1965 wurde Heinrich Damisch die [[Ehrenzeichen|Goldene Medaille der Stadt Salzburg]] verliehen.  
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Heinrich Damisch war einer der Wegbereiter und Mitbegründer der [[Salzburger Festspiele]]. Er gründete 1913 die Mozartgemeinde Wien, welche 1963 an seinem Wohnhaus in der [[Aigner Straße]] 43 eine Gedenktafel enthüllte. Am 1. August 1917 gründete er gemeinsam mit [[Friedrich Gehmacher]] den Verein [[Salzburger Festspielhausgemeinde]]. Diese war zunächst Forum für Idealisten, die von einem Mozartfestspielhaus in Salzburg träumten, die in Kriegs- und Nachkriegszeit dafür Spenden auftrieben, die eine Zeitschrift herausgaben und erste Subventionen besorgten. Ab [[1920]] war sie Veranstalterin der Salzburger Festspiele. Das idealistische wie organisatorische Fundament dafür hatten Heinrich Damisch und Friedrich Gehmacher gelegt.  Weil ihnen der Glamour der Künstler fehlte, werden sie nie als ''Gründerväter'' bezeichnet. Dieser Titel wird [[Max Reinhardt]], [[Hugo von Hofmannsthal]], [[Franz Schalk]] und [[Richard Strauss]] zuerkannt, obwohl diese erst ein bis drei Jahre nach Gründung der Festspielhausgemeinde in deren Organisation eingebunden wurden, nämlich als Mitglieder des Kunstrats.
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Bis 1933 war Heinrich Damisch Kulturredakteur der "Deutsch-Österreichischen Tageszeitung" (DÖTZ), des gefürchteten Kampfblattes
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In gewisser Hinsicht ist es lindernd, Heinrich Damisch zu vergessen. Denn er hat die Welt nicht nur in Richtung [[Mozart]], Kunst und Festspiele gedreht, sondern er war auch frühes Mitglied der [[NSDAP]], hat für die „Deutsch-österreichische Tageszeitung“ (DÖTZ) geschrieben, die zunächst – sie erschien ab 1920 – deutschnational war, dann immer mehr zum Sprachrohr der österreichischen Nationalsozialisten mutierte und als solches [[1933]] verboten wurde. Der Historiker Gert Kerschbaumer bezeichnete im Buch ''Begnadet für das Schöne'' (verfasst mit Karl Müller, Wien, 1992) Heinrich Damisch als "ideologischen Wegbereiter des Anschlusses und des Judenpogroms, einen Antisemiten". Damisch publizierte ab 1938 Artikel wie "Die Verjudung des österreichischen Musiklebens", er forderte [[1938]] für [[Salzburg]] ein Westfestspielhaus mit Blick auf den [[Obersalzberg]], und Gauhauptmann [[Albert Reitter]] soll ihn für "seine nationalsozialistisch kämpferische Einstellung für die Reinhaltung deutscher Kunst" gelobt haben.  
der frühen Hitlerbewegung. Er war einer der ersten, die auf österreichischem Boden das Gedankengut des Nationalsozialismus verbreiteten. Dazu zählten auch ständige antisemitische Angriffe gegen "die jüdische Korruption alles Musikalischen".
      
Nach dem Verbot der "DÖTZ" war Heinrich Damisch Mitarbeiter des Hetzblattes "Der Weltkampf. Monatsschrift für völkische Kultur und
 
Nach dem Verbot der "DÖTZ" war Heinrich Damisch Mitarbeiter des Hetzblattes "Der Weltkampf. Monatsschrift für völkische Kultur und
 
die Judenfrage in aller Welt." Nur ein Auszug aus dem Artikel: "Die Verjudung des österreichischen Musiklebens":
 
die Judenfrage in aller Welt." Nur ein Auszug aus dem Artikel: "Die Verjudung des österreichischen Musiklebens":
"''Zu den stärksten Demütigungen des arischen Geistes nach dem Weltkriege gehörte die Imprägnierung der Musik mit den verschiedenen Formen des Jazz mit seinen negroiden Rhythmen und den dem Judenohr besonders angenehmen Nasalinstrumenten. In dieser Niggermusik konnte sich das artsverwandte Judentum völlig ausleben (...).''"<ref>Quellen:
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"''Zu den stärksten Demütigungen des arischen Geistes nach dem Weltkriege gehörte die Imprägnierung der Musik mit den verschiedenen Formen des Jazz mit seinen negroiden Rhythmen und den dem Judenohr besonders angenehmen Nasalinstrumenten. In dieser Niggermusik konnte sich das artsverwandte Judentum völlig ausleben (...).''"<ref>[http://www.jusos-salzburg.at/downloads/987_karten.pdf Unschärfen - Zur Gegenwart von nationalsozialistischer Vergangenheit in Salzburg]</ref>
* Vermerk vom 5.4.1944 in Akten über Konfidenten der militärischen Abwehr in Wien (AST) S. 5.
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* Hartmeyer Hans: Der politische Kämpfer. in: Heinrich Damisch zum 70. Geburtstag. Wiener Figaro (Sondernummer). Dezember 1942, Nr. 4/12. Jg. Wien. S.5 f.
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Doch Heinrich Damisch in der Geschichte der Salzburger Festspiele verschämt zu verschweigen, wäre unangemessen. Denn mit der Erinnerung an ihn könnte auch das Wissen um einen Zusammenhang schwinden: Die Geschichte der Salzburger Festspiele ist ohne den [[Nationalsozialismus]] nicht denkbar – als Widerstand gegen den Nationalsozialismus in den [[1930er]]-Jahren und als Instrument für den Nationalsozialismus von [[1938]] bis [[1945]]. Und ließe man Heinrich Damisch als Persona non grata außer Acht, müsste man Gleiches mit [[Wilhelm Furtwängler]], [[Herbert von Karajan]], [[Clemens Krauss]] und [[Karl Böhm]] tun.  Und so wie diese vier war auch Heinrich Damisch ein unermüdlicher Wegbereiter dessen, was Salzburg weltberühmt gemacht hat: Mozartstadt und Festspielstadt.
* Der Weltkampf. Monatsschrift für Weltpolitik, völkische Kultur und die Judenfrage in aller Welt. Deutscher Volksverlag München. Juni 1938, Nr. 174/ 15. Jg. München. S. 15.
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* alle Quellen gefunden in [http://www.jusos-salzburg.at/downloads/987_karten.pdf www.jusos.salzburg.at]</ref>
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Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde über Damisch kein Beschäftigungsverbot verhängt, im Zuge der Entnazifizierung wurde er als ''minderbelastet'' eingestuft. Nach 1945 war er in der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] aktiv. Vor allem setzte er sich dafür ein, dass die nach einem Bombenangriff übrig gebliebene Hälfte von [[Mozarts Wohnhaus]] nicht abgerissen wurde.
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[[1956]] wurde Heinrich Damisch die [[Ehrenzeichen|Goldene Medaille der Stadt Salzburg]] verliehen.
    
==Straßenwidmung==
 
==Straßenwidmung==

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