| Zeile 2: |
Zeile 2: |
| | | | |
| | == Leben == | | == Leben == |
| − | Gustav Zinke wurde als Sohn des Konzertmeisters und [[Mozarteum]]s-Professors [[Gustav Adolf Zinke]] geboren. Nach dem Besuch des Staatsgymnasiums (heute: [[Akademisches Gymnasium]]), das er 1905 mit der Matura abschloss, ging er an die [[Universität Wien]] , wo er Mineralogie und Petrographie, sowie die Lehramtsfächer Naturgeschichte (Hauptfach), Mathematik und Physik (Nebenfächer) studierte. Nach seiner Promotion zum Dr. phil. ([[1910]]) waren die ersten Stationen seiner Unterrichtstätigkeit Prag-Neustadt und Leitmeritz, gefolgt von Innsbruck (Schuljahr [[1913]]/[[1914]]), Villach und Klagenfurt (Schuljahre [[1914]]/[[1915]] bis [[1917]]/[[1918]]). Danach kam er nach Salzburg zurück. Hier war er ab dem Schuljahr [[1918]]/[[1919]] Professor am [[Akademisches Gymnasium|Akademischen Gymnasium]]. Von [[1920]] bis zum Ende des Schuljahres [[1925]]/[[1926]] unterrichtete er zusätzlich an der [[Bundesrealschule]]. Im Verlauf einer Bergtour in die [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] wurde er von einem Blitz getroffen, dessen Folgen ihm schwer zu schaffen machten und zu seiner Frühpensionierung im Jahr [[1943]] führten. Kurz nach seinem 69. Geburtstag verstarb er in seiner Wohnung in der [[Bergstraße]]. Er ist am [[Salzburger Kommunalfriedhof]] im elterlichen Grab beigesetzt. | + | Gustav Zinke wurde als Sohn des Konzertmeisters und [[Mozarteum]]s-Professors [[Gustav Adolf Zinke]] geboren. Nach dem Besuch des Staatsgymnasiums (heute: [[Akademisches Gymnasium]]), das er 1905 mit der Matura abschloss ging er an die Universität Wien , wo er Mineralogie und Petrographie, sowie die Lehramtsfächer Naturgeschichte (Hauptfach), Mathematik und Physik (Nebenfächer) studierte. Nach seiner Promotion zum Dr. phil. ([[1910]]) waren die ersten Stationen seiner Unterrichtstätigkeit Prag-Neustadt und Leitmeritz, gefolgt von Innsbruck (Schuljahr [[1913]]/[[1914]]), Villach und Klagenfurt (Schuljahre [[1914]]/[[1915]] bis [[1917]]/[[1918]]). Danach kam er nach Salzburg zurück. Hier war er ab dem Schuljahr [[1918]]/[[1919]] Professor am [[Akademisches Gymnasium|Akademischen Gymnasium]]. Von [[1920]] bis zum Ende des Schuljahres [[1925]]/[[1926]] unterrichtete er zusätzlich an der [[Bundesrealschule]]. Im Verlauf einer Bergtour in die [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] wurde er von einem Blitz getroffen, dessen Folgen ihm schwer zu schaffen machten und zu seiner Frühpensionierung im Jahr [[1943]] führten. Kurz nach seinem 69. Geburtstag verstarb er in seiner Wohnung in der [[Bergstraße]]. Er ist am [[Salzburger Kommunalfriedhof]] im elterlichen Grab beigesetzt. |
| | | | |
| | == Leistungen == | | == Leistungen == |
| Zeile 9: |
Zeile 9: |
| | | | |
| | === Zinke als Geowissenschafter === | | === Zinke als Geowissenschafter === |
| − | Zu seinen herausragenden wissenschaftlichen Leistungen zählt eine Publikation aus dem Jahr [[1925]]. Es handelt sich um die geologische Übersichtskarte des Bundeslandes Salzburg und des Berchtesgadnerlandes, Maßstab 1:200000. In Fachkreisen heißt es, dass er sich mit dieser Arbeit bereits zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt hat. Trotz seiner beachtlichen und umfassenden Kenntnisse hat er aber nur sehr spärlich veröffentlicht. Sein Wissen gab er häufig in Form persönlicher Mitteilungen oder im Rahmen mineralogischer oder geologisch-paläontologischer Exkursionen weiter. Einige Exemplare seiner privaten paläontologischen Sammlung stellte er dem Naturhistorischen Museum in Wien zur Verfügung<ref>M. Glaessner, ''Die Dekapodenfauna des österreichischen Jungtertiärs''. In: Sonderabdruck aus dem Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, 78. Band, Wien 1928, Heft 1 und 2, S. 162''</ref>. | + | Zu seinen herausragenden wissenschaftlichen Leistungen zählt eine Publikation aus dem Jahr [[1925]]. Es handelt sich um die geologische Übersichtskarte des Bundeslandes Salzburg und des [[Berchtesgadener Land]]es, Maßstab 1:200000. In Fachkreisen heißt es, dass er sich mit dieser Arbeit bereits zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt hat. Trotz seiner beachtlichen und umfassenden Kenntnisse hat er aber nur sehr spärlich veröffentlicht. Sein Wissen gab er häufig in Form persönlicher Mitteilungen oder im Rahmen mineralogischer oder geologisch-paläontologischer Exkursionen weiter. Einige Exemplare seiner privaten paläontologischen Sammlung stellte er dem Naturhistorischen Museum in Wien zur Verfügung<ref>M. Glaessner, ''Die Dekapodenfauna des österreichischen Jungtertiärs''. In: Sonderabdruck aus dem Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, 78. Band, Wien 1928, Heft 1 und 2, S. 162''</ref>. |
| | | | |
| − | === Zinke und das [[Haus der Natur]] === | + | === Zinke und das Haus der Natur === |
| − | Besonders verdient gemacht hat sich Zinke im Zusammenhang mit der Errichtung des Museums Haus der Natur. Er war nicht nur Gründungsmitglied der Gesellschaft für darstellende und angewandte Naturkunde, die die Voraussetzungen zur Schaffung des Museums schuf, sondern aufgrund seines profunden Fachwissens wurde er auch gleich mit der Aufstellung und Leitung der Abteilungen für Paläontologie bzw. Geologie und Mineralogie betraut<ref>Paul Eduard Tratz, ''Aus der Geschichte und Gegenwart des Hauses der Natur'', zur 25. Wiederkehr der Eröffnung des Museums</ref>. Diese Abteilungen galten bereits bei der Eröffnung im Jahr [[1924]] als Glanzpunkt des Hauses. Zinke ist somit für das Haus der Natur als Mann der ersten Stunde anzusehen, dessen Pionierarbeiten die Basis für den späteren Ausbau der erdwissenschaftlichen Abteilung des Museums darstellten. Nach Zinkes Tod erwarb das Haus der Natur einige Stücke seiner wissenschaftlich bedeutsamen privaten Mineraliensammlung<ref>Paul Eduard Tratz, Tätigkeitsbericht. - Erfolgs- und Tätigkeitsbericht des Hauses der Natur in Salzburg für das Jahr 1954, S. 24</ref>. | + | Besonders verdient gemacht hat sich Zinke im Zusammenhang mit der Errichtung des Museums [[Haus der Natur]]. Er war nicht nur Gründungsmitglied der Gesellschaft für darstellende und angewandte Naturkunde, die die Voraussetzungen zur Schaffung des Museums schuf, sondern aufgrund seines profunden Fachwissens wurde er auch gleich mit der Aufstellung und Leitung der Abteilungen für Paläontologie bzw. Geologie und Mineralogie betraut<ref>Paul Eduard Tratz, ''Aus der Geschichte und Gegenwart des Hauses der Natur'', zur 25. Wiederkehr der Eröffnung des Museums</ref>. Diese Abteilungen galten bereits bei der Eröffnung im Jahr [[1924]] als Glanzpunkt des Hauses. Zinke ist somit für das Haus der Natur als Mann der ersten Stunde anzusehen, dessen Pionierarbeiten die Basis für den späteren Ausbau der erdwissenschaftlichen Abteilung des Museums darstellten. Nach Zinkes Tod erwarb das Haus der Natur einige Stücke seiner wissenschaftlich bedeutsamen privaten Mineraliensammlung<ref>Paul Eduard Tratz, Tätigkeitsbericht. - Erfolgs- und Tätigkeitsbericht des Hauses der Natur in Salzburg für das Jahr 1954, S. 24</ref>. |
| | | | |
| | == Projekt == | | == Projekt == |