| | 1771 war der Bildhauer Johann Baptist von Hagenauer von Salzburg nach Wien ausgewandert, während sich sein Bruder, der Architekt Johann Georg, 1777 im Bistum Gurk (Kärnten) und später im Bistum Passau niederließ. Ihr Cousin, der Handelsmann Ignaz Joachim von Hagenauer, hatte hingegen 1775 in Triest (damals Österreich heute Italien) ein Handelshaus eröffnet. Alle drei kehrten öfters nach Salzburg zurück, aber nur der Architekt Johann Georg von Hagenauer sollte sich im Jahr 1803 auch wieder in seiner alten Heimat niederlassen. Einer der letzten in Salzburg lebenden männlichen Hagenauer war der oben beschriebene um [[1801]] verstorbene erzbischöfliche Hofbauverwalter, hochfürstliche Kammerdiener und Hof-Architekt [[Wolfgang Hagenauer|Wolfgang (V.) Hagenauer]], dessen Sohn Johann Wolfgang 1816 nach Linz ziehen sollte. Wolfgangs Cousin, Abt [[Dominikus Hagenauer]], der das Schicksal des Stiftes St. Peter durch die Zeit der napoleonischen Krise mit Bravour gelenkt hatte, starb im Jahr [[1811]]. Er wurde als letzter Abt des Stiftes St. Peter in einem offen Sarg durch Salzburg getragen und fand in der Äbtegruft der Stiftskirche St. Peter unter dem Hochaltar seine letzte Ruhestätte. Der Handelsherr [[Leopold Hagenauer]] (Leopold Judas Thaddäus) war Besitzer des Pauernfeindschen Handelshauses auf dem [[Kranzlmarkt]] (Hasenhaus) und mit Anna Popp verheiratet. Ihr Vater [[Josef Virgil Popp]] war der Besitzer von Salzburgs größter Bier-Brauerei, dem [[Steinbräu]]. Zum Besitz des Steinbräus gehörten der Gasthof "Zur goldenen Sonne" in der Kaigasse 31 und später noch der "Sauwinkel" in der Steingasse 12. Als Leopold Hagenauer im Jahr [[1828]] starb, wurde sein Sohn [[Josef Leopold Hagenauer|Josef Leopold]] Besitzer des Steinbräus sowie des [[Schloss Mönchstein|"Hagenauer-Schlösschens"]] am Mönchsberg. Josef Leopold war der vorläufig letzte in Salzburg lebende Hagenauer und starb im Jahr [[1850]] ohne Nachkommen. Um [[1870]] wurde das Steinbräu von seinen Erben stillgelegt und im Jahr [[1887]] das Schloss Mönchstein veräußert. | | 1771 war der Bildhauer Johann Baptist von Hagenauer von Salzburg nach Wien ausgewandert, während sich sein Bruder, der Architekt Johann Georg, 1777 im Bistum Gurk (Kärnten) und später im Bistum Passau niederließ. Ihr Cousin, der Handelsmann Ignaz Joachim von Hagenauer, hatte hingegen 1775 in Triest (damals Österreich heute Italien) ein Handelshaus eröffnet. Alle drei kehrten öfters nach Salzburg zurück, aber nur der Architekt Johann Georg von Hagenauer sollte sich im Jahr 1803 auch wieder in seiner alten Heimat niederlassen. Einer der letzten in Salzburg lebenden männlichen Hagenauer war der oben beschriebene um [[1801]] verstorbene erzbischöfliche Hofbauverwalter, hochfürstliche Kammerdiener und Hof-Architekt [[Wolfgang Hagenauer|Wolfgang (V.) Hagenauer]], dessen Sohn Johann Wolfgang 1816 nach Linz ziehen sollte. Wolfgangs Cousin, Abt [[Dominikus Hagenauer]], der das Schicksal des Stiftes St. Peter durch die Zeit der napoleonischen Krise mit Bravour gelenkt hatte, starb im Jahr [[1811]]. Er wurde als letzter Abt des Stiftes St. Peter in einem offen Sarg durch Salzburg getragen und fand in der Äbtegruft der Stiftskirche St. Peter unter dem Hochaltar seine letzte Ruhestätte. Der Handelsherr [[Leopold Hagenauer]] (Leopold Judas Thaddäus) war Besitzer des Pauernfeindschen Handelshauses auf dem [[Kranzlmarkt]] (Hasenhaus) und mit Anna Popp verheiratet. Ihr Vater [[Josef Virgil Popp]] war der Besitzer von Salzburgs größter Bier-Brauerei, dem [[Steinbräu]]. Zum Besitz des Steinbräus gehörten der Gasthof "Zur goldenen Sonne" in der Kaigasse 31 und später noch der "Sauwinkel" in der Steingasse 12. Als Leopold Hagenauer im Jahr [[1828]] starb, wurde sein Sohn [[Josef Leopold Hagenauer|Josef Leopold]] Besitzer des Steinbräus sowie des [[Schloss Mönchstein|"Hagenauer-Schlösschens"]] am Mönchsberg. Josef Leopold war der vorläufig letzte in Salzburg lebende Hagenauer und starb im Jahr [[1850]] ohne Nachkommen. Um [[1870]] wurde das Steinbräu von seinen Erben stillgelegt und im Jahr [[1887]] das Schloss Mönchstein veräußert. |
| | Der einzige Hagenauer, der Salzburg verlassen hatte und in der Zeit von Salzburgs Krisenjahren auch wieder dorthin zurückkehren sollte, war der oben bereits erwähnte hochfürstliche Architekt Johann Georg (III.) von Hagenauer. Johann Georg war nach seiner Ausbildung bei seinem Bruder Wolfgang in Salzburg an die Wiener Akademie gegangen, und studierte dort Architektur. Während seinem Studium in Wien realisierte er bereits sein erster Bau [[1773]] für seinen Freund und späteren Mäzen, den Gurker Bischof Joseph Franz Anton Graf von Auersperg. Nach Beendigung seines Studiums erhielt Hagenauer unter Fürsterzbischof Graf Schrattenbach in Salzburg als Zeichner und Architekt eine Anstellung. [[1777]] verließ Johann Georg nach einer Auseinandersetzung mit dem neuen Fürsterzbischof Colloredo Salzburg. Danach war er für Bischof Auersperg als Baudirektor im "Eigenbistum" [[Gurk]] und ab [[1783]] im Fürstbistum [[Passau]] tätig. Im Jahr [[1786]] wurde dem Hochwohlgeborenen Johann Georg III., wirklicher Hofkammerrath, hochfürstlichen Baudirektor und Architekt, sein Adelsstand von Fürstbischof Kardinal Joseph Franz Anton von Auersperg in Passau bestätigt. Im selben Jahr hatte Johann Georg (III.) Karoline Freiin de La Marre (Tochter des k.k. Hauptmanns Anton Freiherrn von La Marre und der Karoline Barbara von Altmannshofen) im Passauer Dom geheiratet. [[1803]], nachdem das Hochstift Passau aufgelöst wurde, kehrte Johann Georg III. mit seinem erst 14jährigen inzwischen mutterlosen Sohn Franz de Paula II. nach Salzburg zurück, wo der Architekt nun als kaiserlicher Rat und Baudirektor tätig war. Laut einer zeitgenössischen Beschreibung residierte der sehr vermögende Bau-Director mit seiner Dienerschaft in einem "palastartigen Gebäude". Dies war der bereits im Jahr [[1787]] erworbene [[Gurkerhof]], den Johann Georg nach seiner Rückkehr nach Salzburg umgebaut hatte und bewohnte. Das Erdgeschoss des Gurkerhofes hatte er von 1810 bis 1816 an den Regierungsdirektor des Salzachkreises, Ritter [[Arnold von Mieg]], vermietet (salzb. Adressbuch von 1813). Johann Georg III. verbrachte die Jahre nach seiner Pensionierung [[1819]] mit kleineren architektonischen Aufträgen (wie dem Umbau des [[Schloss Mirabell|Schlosses Mirabell]] nach dem Brand), vor allem aber mit Zeichnen und Malerei. Er starb 87-jährig in Salzburg im Jahr [[1835]] und wurde von seinem inzwischen in Linz lebenden Sohn Franz de Paula (II.) in der Salzburger Familiengruft (Nr. LII.) begraben. | | Der einzige Hagenauer, der Salzburg verlassen hatte und in der Zeit von Salzburgs Krisenjahren auch wieder dorthin zurückkehren sollte, war der oben bereits erwähnte hochfürstliche Architekt Johann Georg (III.) von Hagenauer. Johann Georg war nach seiner Ausbildung bei seinem Bruder Wolfgang in Salzburg an die Wiener Akademie gegangen, und studierte dort Architektur. Während seinem Studium in Wien realisierte er bereits sein erster Bau [[1773]] für seinen Freund und späteren Mäzen, den Gurker Bischof Joseph Franz Anton Graf von Auersperg. Nach Beendigung seines Studiums erhielt Hagenauer unter Fürsterzbischof Graf Schrattenbach in Salzburg als Zeichner und Architekt eine Anstellung. [[1777]] verließ Johann Georg nach einer Auseinandersetzung mit dem neuen Fürsterzbischof Colloredo Salzburg. Danach war er für Bischof Auersperg als Baudirektor im "Eigenbistum" [[Gurk]] und ab [[1783]] im Fürstbistum [[Passau]] tätig. Im Jahr [[1786]] wurde dem Hochwohlgeborenen Johann Georg III., wirklicher Hofkammerrath, hochfürstlichen Baudirektor und Architekt, sein Adelsstand von Fürstbischof Kardinal Joseph Franz Anton von Auersperg in Passau bestätigt. Im selben Jahr hatte Johann Georg (III.) Karoline Freiin de La Marre (Tochter des k.k. Hauptmanns Anton Freiherrn von La Marre und der Karoline Barbara von Altmannshofen) im Passauer Dom geheiratet. [[1803]], nachdem das Hochstift Passau aufgelöst wurde, kehrte Johann Georg III. mit seinem erst 14jährigen inzwischen mutterlosen Sohn Franz de Paula II. nach Salzburg zurück, wo der Architekt nun als kaiserlicher Rat und Baudirektor tätig war. Laut einer zeitgenössischen Beschreibung residierte der sehr vermögende Bau-Director mit seiner Dienerschaft in einem "palastartigen Gebäude". Dies war der bereits im Jahr [[1787]] erworbene [[Gurkerhof]], den Johann Georg nach seiner Rückkehr nach Salzburg umgebaut hatte und bewohnte. Das Erdgeschoss des Gurkerhofes hatte er von 1810 bis 1816 an den Regierungsdirektor des Salzachkreises, Ritter [[Arnold von Mieg]], vermietet (salzb. Adressbuch von 1813). Johann Georg III. verbrachte die Jahre nach seiner Pensionierung [[1819]] mit kleineren architektonischen Aufträgen (wie dem Umbau des [[Schloss Mirabell|Schlosses Mirabell]] nach dem Brand), vor allem aber mit Zeichnen und Malerei. Er starb 87-jährig in Salzburg im Jahr [[1835]] und wurde von seinem inzwischen in Linz lebenden Sohn Franz de Paula (II.) in der Salzburger Familiengruft (Nr. LII.) begraben. |