| | Der ursprüngliche Herkunftsort der Herren von Hagenau lag bei Schrobenhausen in Bayern, einst Residenz der Andechser zu Hohenwart. Die Hagenauer waren ein vielverzweigtes und weitverbreitetes Geschlecht und werden (von Koch-Sternfeld) zur großen Sippe der Huosi (Huosierer) und Andex (Andechser), in näherer Beziehung der von Tauer und Hohenwart, gezählt. Pangraz sieht in den Hagenauern eine Seitenlinie der Grafen von Ottenburg-Grögling (Kreglingen). Historiker führen den Ursprung der Familie, an Hand der frühesten Leitnamen (Reginbert, Erchenbert, Hartwich etc.) und nach der Lage der Erbgüter, auf die beiden Brüder Reginbert (Reginperht) und Irmenfried zurück. Reginbert wurde [[764]] als Gründer und erster Abt des Klosters Scharnitz erwähnt. Irmenfried (Iring, Isengrim) setzte das Geschlecht fort, dem ein Erchenwert am Inn sowie ein Hartwich zu Seeon und jenseits der Drau folgten. In späteren Urkunden werden ein Reginbert comes et filius eius Radolt anno [[927]], Reginbert comes, Rostmut uxor und ein Rapoto et Fridericus filii anno [[963]] in den Freisinger Urkunden erwähnt. Der erste der Familie, der als "Hagenauer" urkundlich aufscheint, war der Freisinger Bischof ''"Gottschalcus ex stirpe nobilium de Hagenau"'', der auch Gottschalk von Freising genannt wurde. Seine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr [[994]]. | | Der ursprüngliche Herkunftsort der Herren von Hagenau lag bei Schrobenhausen in Bayern, einst Residenz der Andechser zu Hohenwart. Die Hagenauer waren ein vielverzweigtes und weitverbreitetes Geschlecht und werden (von Koch-Sternfeld) zur großen Sippe der Huosi (Huosierer) und Andex (Andechser), in näherer Beziehung der von Tauer und Hohenwart, gezählt. Pangraz sieht in den Hagenauern eine Seitenlinie der Grafen von Ottenburg-Grögling (Kreglingen). Historiker führen den Ursprung der Familie, an Hand der frühesten Leitnamen (Reginbert, Erchenbert, Hartwich etc.) und nach der Lage der Erbgüter, auf die beiden Brüder Reginbert (Reginperht) und Irmenfried zurück. Reginbert wurde [[764]] als Gründer und erster Abt des Klosters Scharnitz erwähnt. Irmenfried (Iring, Isengrim) setzte das Geschlecht fort, dem ein Erchenwert am Inn sowie ein Hartwich zu Seeon und jenseits der Drau folgten. In späteren Urkunden werden ein Reginbert comes et filius eius Radolt anno [[927]], Reginbert comes, Rostmut uxor und ein Rapoto et Fridericus filii anno [[963]] in den Freisinger Urkunden erwähnt. Der erste der Familie, der als "Hagenauer" urkundlich aufscheint, war der Freisinger Bischof ''"Gottschalcus ex stirpe nobilium de Hagenau"'', der auch Gottschalk von Freising genannt wurde. Seine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr [[994]]. |
| | Als ältester Sitz der Hagenauer wird einen Weiler und einen Forst Hagenau bei Freising genannt, ein ''"Dorff sampt eim Vorst oberhalb Schrobenhausen"''. Dort saß Guntpolt von Hagenau, der zwischen [[1006]] und [[1036]] mehrmals in Urkunden erwähnt wurde und Ahnherr aller nachfolgenden Hagenauer war. Die Herren von Hagenau waren als Vögte im Auftrag des Bistums Freising und des Hochstiftes Passau mit der Verwaltung neuer Gebiete, deren Rodung, Pflege, sowie deren Christianisierung groß geworden. Von Freising aus siedelte ein Hagenauer 150 km weiter östlich bei Neuburg am Inn. Gumpoldus nobilis de Hagenowe (um [[1080]]) besaß dort laut einer alten österreichischen Chronik ein Lehen in der Grafschaft Neuburg am Inn. Im Auftrag des Hochstiftes Passau begab sich sein Bruder, der Edle Hartwicus von Hagenau, 50 km südlich davon nach St. Peter am Hart bei Braunau, wo er um [[1088]] einen Sitz errichtete und die zweite Linie begründete. Die dritte Linie wurde [[1098]] 220 km weiter östlich in Außerkasten bei Böheimkirchen in Niederösterreich von Hartwigs Sohn Reimprecht von Hagenau begründet. Der aus Freising stammende Domvogt von Passau Reimprecht von Hagenau errichtete dort seinen Stammsitz und erwarb durch seine Ehe mit Helena von Stille und Heft mehrere Lehen. Später erwarben die Hagenauer auch einige Lehen bei Salzburg. Entlang der Siedlungs-Routen, die hauptsächlich an Flüssen lagen, begegnet uns eine massive Anhäufung von Landschaften, Weilern oder Gütern, die teilweise noch heute Hagenau genannt werden. | | Als ältester Sitz der Hagenauer wird einen Weiler und einen Forst Hagenau bei Freising genannt, ein ''"Dorff sampt eim Vorst oberhalb Schrobenhausen"''. Dort saß Guntpolt von Hagenau, der zwischen [[1006]] und [[1036]] mehrmals in Urkunden erwähnt wurde und Ahnherr aller nachfolgenden Hagenauer war. Die Herren von Hagenau waren als Vögte im Auftrag des Bistums Freising und des Hochstiftes Passau mit der Verwaltung neuer Gebiete, deren Rodung, Pflege, sowie deren Christianisierung groß geworden. Von Freising aus siedelte ein Hagenauer 150 km weiter östlich bei Neuburg am Inn. Gumpoldus nobilis de Hagenowe (um [[1080]]) besaß dort laut einer alten österreichischen Chronik ein Lehen in der Grafschaft Neuburg am Inn. Im Auftrag des Hochstiftes Passau begab sich sein Bruder, der Edle Hartwicus von Hagenau, 50 km südlich davon nach St. Peter am Hart bei Braunau, wo er um [[1088]] einen Sitz errichtete und die zweite Linie begründete. Die dritte Linie wurde [[1098]] 220 km weiter östlich in Außerkasten bei Böheimkirchen in Niederösterreich von Hartwigs Sohn Reimprecht von Hagenau begründet. Der aus Freising stammende Domvogt von Passau Reimprecht von Hagenau errichtete dort seinen Stammsitz und erwarb durch seine Ehe mit Helena von Stille und Heft mehrere Lehen. Später erwarben die Hagenauer auch einige Lehen bei Salzburg. Entlang der Siedlungs-Routen, die hauptsächlich an Flüssen lagen, begegnet uns eine massive Anhäufung von Landschaften, Weilern oder Gütern, die teilweise noch heute Hagenau genannt werden. |