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Die Herren von Hagenau hatten bis ins 13. Jahrhundert Besitzungen in der Gegend von Salzburg. Von Bayern nach Salzburg hatten sie bereits Ende des [[15. Jahrhundert]]s urkundlich belegte gute Kontakte und sollten im [[16. Jahrhundert]] auch wieder dorthin zurück kehren. Viele ihrer damaligen Besitzungen wie zum Beispiel der Weiler "Hagenau" mit Mühle bei [[Ainring]] oder der Hof "Hagenau" bei Anthering trugen ihren Namen. Diese "Mühle Hagenau" bzw. das "Gut Hagenau" wurden bereits im [[11. Jahrhundert|11.]]/[[12. Jahrhundert]] als solche bezeichnet. So war es bei etlichen anderen Landschaften oder Weilern entlang der Siedlungsrouten der Hagenauer der Fall. Dieses bei [[Bergheim]] ([[Maria Plain]]) liegendes Gut [[Hagenau]] (Hagenaw) nördlich von Salzburg lag an der Salzach zwischen  dem Salzburger Stadtteil [[Itzling]] und der Gemeinde [[Bergheim]] und muß bereits vor [[1239]] existiert haben. Es wurde nach Ludowicus von Hagenauers Tod (1239) zusammen mit allen anderen seiner Besitzungen durch den Bayrischen Herzog Otto III. eingezogen. Noch im [[14. Jahrhundert]] wurde ''"das hofbare Gut der Grundherrschaft des Erzbischofs von Salzburg im Amt Perchheim - officium Anthering unter Nr. 9 der Hof der Hag(e)naw genannt"'' erwähnt. Dieser Hof Hagenau bei Anthering sowie die Mühle Hagenau bei Ainring lagen nur 4,5 km voneinander entfernt und waren beide ehemalige Besitzungen der Herren von Hagenau. Im Historischen Atlas von Bayern heißt es unter anderem bei den angrenzenden Besitzungen der ebenfalls dort begüterten [[Herren von Wispeck]]: ''"Für die benachbart liegenden Anwesen der Wispecken zu Ainring, Eham,  Hagenauer Mühle, Ödhof und Ottmaning, alles freieigene Güter, liegt erst  [[1286]], und nur für Ottmaning, ein Eigentumsbeweis vor"''. Beide ehemaligen Besitzungen der Herren von Hagenau (bzw. die dortige Gegend) werden noch heute als "Hagenau" bezeichnet.
 
Die Herren von Hagenau hatten bis ins 13. Jahrhundert Besitzungen in der Gegend von Salzburg. Von Bayern nach Salzburg hatten sie bereits Ende des [[15. Jahrhundert]]s urkundlich belegte gute Kontakte und sollten im [[16. Jahrhundert]] auch wieder dorthin zurück kehren. Viele ihrer damaligen Besitzungen wie zum Beispiel der Weiler "Hagenau" mit Mühle bei [[Ainring]] oder der Hof "Hagenau" bei Anthering trugen ihren Namen. Diese "Mühle Hagenau" bzw. das "Gut Hagenau" wurden bereits im [[11. Jahrhundert|11.]]/[[12. Jahrhundert]] als solche bezeichnet. So war es bei etlichen anderen Landschaften oder Weilern entlang der Siedlungsrouten der Hagenauer der Fall. Dieses bei [[Bergheim]] ([[Maria Plain]]) liegendes Gut [[Hagenau]] (Hagenaw) nördlich von Salzburg lag an der Salzach zwischen  dem Salzburger Stadtteil [[Itzling]] und der Gemeinde [[Bergheim]] und muß bereits vor [[1239]] existiert haben. Es wurde nach Ludowicus von Hagenauers Tod (1239) zusammen mit allen anderen seiner Besitzungen durch den Bayrischen Herzog Otto III. eingezogen. Noch im [[14. Jahrhundert]] wurde ''"das hofbare Gut der Grundherrschaft des Erzbischofs von Salzburg im Amt Perchheim - officium Anthering unter Nr. 9 der Hof der Hag(e)naw genannt"'' erwähnt. Dieser Hof Hagenau bei Anthering sowie die Mühle Hagenau bei Ainring lagen nur 4,5 km voneinander entfernt und waren beide ehemalige Besitzungen der Herren von Hagenau. Im Historischen Atlas von Bayern heißt es unter anderem bei den angrenzenden Besitzungen der ebenfalls dort begüterten [[Herren von Wispeck]]: ''"Für die benachbart liegenden Anwesen der Wispecken zu Ainring, Eham,  Hagenauer Mühle, Ödhof und Ottmaning, alles freieigene Güter, liegt erst  [[1286]], und nur für Ottmaning, ein Eigentumsbeweis vor"''. Beide ehemaligen Besitzungen der Herren von Hagenau (bzw. die dortige Gegend) werden noch heute als "Hagenau" bezeichnet.
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== Vorkommen der österreichischen Hagenauer  ==
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== Historische Publikationen über die Hagenauer  ==
 
In manchen Publikationen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts wurde angenommen, dass es sich bei der bayrischen Linie und den beiden österreichischen Linien der Herren von Hagenau um verschiedene Geschlechter handeln könnte. Dies wurde aber bereits in mehreren Publikationen ab Mitte des 19. Jahrhunderts widerlegt. Ferner wurden die Hagenauer des im 12. Jahrhundert erneut übernommenen Lehens bei Braunau manchmal auch als Burgmannen der Herren von Hagenau bezeichnet, die sich nach ihrem Sitz Hagenau benannten. Man erklärte sich den Rückgang des Vorkommens der österreichischen Hagenauer in den Urkunden Mitte des 12. Jahrhunderts unter anderem damit, dass es sich hier (wiederum) um zwei unterschiedliche Geschlechter gehandelt hätte. Nämlich um das bedeutende Hochfreie "Grafengeschlecht" bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts und  danach um das Edelfreie Ritter- bzw. Ministerialengeschlecht. In einer neueren Publikationen sieht man auch das Geschlecht der Herren von Zelking in Niederösterreich als eine Nebenlinie der Herren von Hagenau an, die sich manchmal auch von Zelking genannt hatten, bzw. überhaupt als Zelkinger. Somit gab und gibt es über die österreichischen Linien der Herren von Hagenau verschiedenste unter Historikern nicht unumstrittene Theorien, sowohl was die Zuordnung verschiedener Familienmitglieder zu bestimmten Linien, als auch den Zeitpunkt des Verschwindens der österreichischen Linien betrifft. Das reicht von der These unterschiedlicher Geschlechter, über den Untergang in der Ministerialität (Rückgang in den Urkunden), bis hin zur Theorie des Weiterbestehen der niederösterreichischen Linie in dem (erst 1634 erloschenen) Geschlecht der Zelkinger. Mit Sicherheit kann man jedoch sagen, dass Ende des 15. Jahrhunderts die österreichischen Linien der Herren von Hagenau (unter diesem Namen) in keinen österreichischen Urkunden mehr zu finden sind, die bayrische Linie jedoch weiterhin bestand. Ebenso dass die Herren von Hagenau im Gegensatz zu vielen anderen edel-freien Familien nie in den Grafenstand aufgestiegen waren. Die Hagenauer gehörten zur Klasse der Freyen (liberi), also dem Herren-Stande an, wie die Herren von Weilheim, die Herren von Stein oder die Herren von Biburg. Sie waren niemals "Grafen", wie man sie in manchen Publikation fälschlich bezeichnet hatte, oder man hatte sie mit den späteren Grafen Aham von Hagenau verwechselt. Einige Hagenauer trugen bis Anfang des 12. Jahrhunderts zwar die Bezeichnung "Comes", wie zum Beispiel Bischof Reginbert von Hagenau, der in einer Urkunde von 1138 als "Reginbertes Comes de Hagenow" genannt worden war. Die Bezeichnung "Comes" war damals jedoch ein nicht erblicher Amtstitel eines Lehensträgers, der sein Lehen unmittelbar vom König verliehen bekommen hatte. "Comes" kann also nicht mit dem später daraus entstandenen erblichen Grafentitel gleichgesetzt werden, der allerdings aus dem Titel "Comes" hervorgegangen war. Besonders deutlich wird dies in einer frühen Urkunde in der der Vater als comes bezeichnet wurde, hingegen aber nicht der Sohn: ''"Reginbert comes et filius eius Radolt anno 927. (Histor. Frising. und Cod.)."'' Ebenso war damals ein Burggraf eine reine Amtsbezeichnung und keine Adelstitel. Einige Hagenauer hatten ja das Amt von Burggrafen inne, ein aus dem älteren Amt des (Burg-)Vogtes hervorgegangenes Amt, durch das man zuweilen auch die Herrschaft über weitere Territorien inne haben konnte.  
 
In manchen Publikationen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts wurde angenommen, dass es sich bei der bayrischen Linie und den beiden österreichischen Linien der Herren von Hagenau um verschiedene Geschlechter handeln könnte. Dies wurde aber bereits in mehreren Publikationen ab Mitte des 19. Jahrhunderts widerlegt. Ferner wurden die Hagenauer des im 12. Jahrhundert erneut übernommenen Lehens bei Braunau manchmal auch als Burgmannen der Herren von Hagenau bezeichnet, die sich nach ihrem Sitz Hagenau benannten. Man erklärte sich den Rückgang des Vorkommens der österreichischen Hagenauer in den Urkunden Mitte des 12. Jahrhunderts unter anderem damit, dass es sich hier (wiederum) um zwei unterschiedliche Geschlechter gehandelt hätte. Nämlich um das bedeutende Hochfreie "Grafengeschlecht" bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts und  danach um das Edelfreie Ritter- bzw. Ministerialengeschlecht. In einer neueren Publikationen sieht man auch das Geschlecht der Herren von Zelking in Niederösterreich als eine Nebenlinie der Herren von Hagenau an, die sich manchmal auch von Zelking genannt hatten, bzw. überhaupt als Zelkinger. Somit gab und gibt es über die österreichischen Linien der Herren von Hagenau verschiedenste unter Historikern nicht unumstrittene Theorien, sowohl was die Zuordnung verschiedener Familienmitglieder zu bestimmten Linien, als auch den Zeitpunkt des Verschwindens der österreichischen Linien betrifft. Das reicht von der These unterschiedlicher Geschlechter, über den Untergang in der Ministerialität (Rückgang in den Urkunden), bis hin zur Theorie des Weiterbestehen der niederösterreichischen Linie in dem (erst 1634 erloschenen) Geschlecht der Zelkinger. Mit Sicherheit kann man jedoch sagen, dass Ende des 15. Jahrhunderts die österreichischen Linien der Herren von Hagenau (unter diesem Namen) in keinen österreichischen Urkunden mehr zu finden sind, die bayrische Linie jedoch weiterhin bestand. Ebenso dass die Herren von Hagenau im Gegensatz zu vielen anderen edel-freien Familien nie in den Grafenstand aufgestiegen waren. Die Hagenauer gehörten zur Klasse der Freyen (liberi), also dem Herren-Stande an, wie die Herren von Weilheim, die Herren von Stein oder die Herren von Biburg. Sie waren niemals "Grafen", wie man sie in manchen Publikation fälschlich bezeichnet hatte, oder man hatte sie mit den späteren Grafen Aham von Hagenau verwechselt. Einige Hagenauer trugen bis Anfang des 12. Jahrhunderts zwar die Bezeichnung "Comes", wie zum Beispiel Bischof Reginbert von Hagenau, der in einer Urkunde von 1138 als "Reginbertes Comes de Hagenow" genannt worden war. Die Bezeichnung "Comes" war damals jedoch ein nicht erblicher Amtstitel eines Lehensträgers, der sein Lehen unmittelbar vom König verliehen bekommen hatte. "Comes" kann also nicht mit dem später daraus entstandenen erblichen Grafentitel gleichgesetzt werden, der allerdings aus dem Titel "Comes" hervorgegangen war. Besonders deutlich wird dies in einer frühen Urkunde in der der Vater als comes bezeichnet wurde, hingegen aber nicht der Sohn: ''"Reginbert comes et filius eius Radolt anno 927. (Histor. Frising. und Cod.)."'' Ebenso war damals ein Burggraf eine reine Amtsbezeichnung und keine Adelstitel. Einige Hagenauer hatten ja das Amt von Burggrafen inne, ein aus dem älteren Amt des (Burg-)Vogtes hervorgegangenes Amt, durch das man zuweilen auch die Herrschaft über weitere Territorien inne haben konnte.  
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Ob die Besitzer des oberösterreichischen Lehens nach 1149 ebenfalls aus dem Geschlecht der Hochfreien von Hagenau stammten oder deren Burgmannen waren, ist ein genealogisches Problem, aber historisch irrelevant. Da die oberösterreichische Linie der Hagenauer nach 1239 und die niederösterreichische nach 1446 ohnedies aussterben sollte, die bayrische Linie hingegen weiterhin fortbestand, ist dies für die weitere Geschichte der Hagenauer von eher geringer Bedeutung. Als Nachweis, ob die Besitzer des Braunauer Stammsitzes Hagenau nach 1149 auch aus dem Geschlecht der Freien von Hagenau stammten, könnte man das Hagenauer Stammwappen heranziehen. Bisher wurde dieses bei Ludowicus von Hagenau allerdings nicht gefunden. Das erste bekannte Hagenauer Wappen ist auf dem Epitaph des Hochfreien Reginbert von Hagenau (dem Mitstifter von Seitenstetten) [[1137]] abgebildet. Das Epitaph hatte der Nachkomme Otto von Hagenau [[1347]] aus der Filialkirche seiner Vorfahren, St. Peter am Anger,  ausbauen und zusammen mit einem Grabstein seiner Eltern in der Stiftskirche St.Pölten aufstellen lassen. Dieses Wappen, ein Hagenstrauch auf einem Dreiberg, findet man in den kommenden Jahrhunderten in einigen (nicht allen) an Urkunden angehängten Siegeln der Hagenauer, sowie auf ihren Grabstätten. Auch [[1367]] finden wir das Wappen im Siegel des Abtes von Melk, Seyfried von Hagenau, oder im Siegel des Edlen Georg Hagenauer an einer Urkunde des Jahres [[1439]]. Ferner befindet sich das Stammwappen der Hagenauer (als erweitertes Wappen) auf der Familiengruft in  Salzburg, die [[1682]] Georg Hagenauer errichten ließ, sowie auch auf  dem Siegel des Abtes von [[Erzstift St. Peter|St. Peter]] Dominikus Hagenauer im Jahr [[1786]].  
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Ob die Besitzer des oberösterreichischen Lehens nach 1149 ebenfalls aus dem Geschlecht der Hochfreien von Hagenau stammten oder deren Burgmannen waren, ist ein genealogisches Problem, aber historisch irrelevant. Da die oberösterreichische Linie der Hagenauer nach 1239 und die niederösterreichische nach 1446 ohnedies aussterben sollte, die bayrische Linie hingegen weiterhin fortbestand, ist dies für die weitere Geschichte der Hagenauer von eher geringer Bedeutung. Als Nachweis, ob die Besitzer des Braunauer Stammsitzes Hagenau nach 1149 auch aus dem Geschlecht der Freien von Hagenau stammten, könnte man das Hagenauer Stammwappen heranziehen. Bisher wurde dieses bei Ludowicus von Hagenau allerdings nicht gefunden. Das erste bekannte Hagenauer Wappen ist auf dem Epitaph des Hochfreien Reginbert von Hagenau (dem Mitstifter von Seitenstetten) [[1137]] abgebildet. Das Epitaph hatte der Nachkomme Otto von Hagenau [[1347]] aus der Filialkirche seiner Vorfahren, St. Peter am Anger,  ausbauen und zusammen mit einem Grabstein seiner Eltern in der Stiftskirche St.Pölten aufstellen lassen. Dieses Wappen, ein Hagenstrauch auf einem Dreiberg, findet man in den kommenden Jahrhunderten in einigen (nicht allen) an Urkunden angehängten Siegeln der Hagenauer, sowie auf ihren Grabstätten. Auch [[1367]] finden wir das Wappen im Siegel des Abtes von Melk, Seyfried von Hagenau, oder im Siegel des Edlen Georg Hagenauer an einer Urkunde des Jahres [[1439]]. Ferner befindet sich das Stammwappen der Hagenauer (als erweitertes Wappen) auf der Familiengruft in  Salzburg, die [[1682]] Georg Hagenauer errichten ließ, sowie auch auf  dem Siegel des Abtes von [[Erzstift St. Peter|St. Peter]] Dominikus Hagenauer im Jahr [[1786]].
    
== In Salzburger Urkunden ==
 
== In Salzburger Urkunden ==
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