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| | == Einleitung == | | == Einleitung == |
| − | Die napoleonischen Kriege und die zwischen [[1803]] und [[1816]] durch den viermaligen Regierungswechsel einschneidendsten Umwälzungen Salzburgs hatten sowohl das ehemalige Erzbistum als auch die Hagenauer in eine tiefe Krise gestürzt. Salzburg war nun keine eigenständige Provinz im Kaisertum Österreich geworden, sondern als [[Salzachkreis]] lediglich fünfter Kreis des Erzherzogtums Österreich ob der Enns, mit dem Verwaltungssitz in [[Linz]]. Dies führte nach dem Verlust der jahrhundertelangen Machtposition des Landes im süddeutschen Raum zu einer Krise, die sich in den massiven wirtschaftlichen Einbußen und dem drastischen Bevölkerungsrückgang im gesamten Salzachkreis zeigte. Die Handelsgeschäfte der Hagenauer gingen schleppend, die männlichen Nachfolger zur Übernahme der Handelshäuser fehlten, und die einst in einflußreichen Positionen des Erzbistums sitzenden Verwandten waren nicht mehr vorhanden. Um [[1816]] waren die meisten Hagenauer in Salzburg bereits ohne männliche Nachkommen gestorben oder, wie das Gros der einflussreichen und bedeutenden Salzburger Familien, von dort weggezogen. | + | Die napoleonischen Kriege und die zwischen [[1803]] und [[1816]] durch den viermaligen Regierungswechsel einschneidendsten Umwälzungen Salzburgs hatten sowohl das ehemalige Erzbistum als auch die Hagenauer in eine tiefe Krise gestürzt. Salzburg war nun keine eigenständige Provinz im Kaisertum Österreich geworden, sondern als [[Salzachkreis]] lediglich fünfter Kreis des Erzherzogtums Österreich ob der Enns, mit dem Verwaltungssitz in [[Linz]]. Dies führte nach dem Verlust der jahrhundertelangen Machtposition des Landes im süddeutschen Raum zu einer Krise, die sich in den massiven wirtschaftlichen Einbußen und dem drastischen Bevölkerungsrückgang im gesamten Salzachkreis zeigte. Die Handelsgeschäfte der Hagenauer gingen schleppend, die männlichen Nachfolger zur Übernahme der Handelshäuser fehlten, und die einst in einflußreichen Positionen des Erzbistums sitzenden Verwandten waren nicht mehr vorhanden. Um [[1816]] waren die meisten Hagenauer in Salzburg bereits ohne männliche Nachkommen gestorben oder, wie das Gros der einflussreichen und bedeutenden Salzburger Familien, von dort weggezogen. |
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| − | == Johann Wolfgang Hagenauer ging nach Linz == | + | == Wolfgang und Franz de Paula II. ziehen nach Linz == |
| | Im Jahr [[1812]] hatte [[Johann Wolfgang Hagenauer]], Sohn des hochfürstlichen Kammerdieners und Hof-Architekten Wolfgang Hagenauer, in der [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain]] bei Salzburg Theresia Leopoldine Enck von der Burg (* 1792, † 1852), Tochter des wirklichen Hofkammerraths Franz Leopold Enck (Enk) von der Burg und der Josefa Theresia Strasser, geheiratet. [[1816]] übersiedelte das Paar nach Linz, wo Johann Wolfgang als Amts und Kreis-Ingenieur und später als k.k. Wasserbau-Director tätig war. Im Jahr [[1850]] sollte er ohne Nachkommen sterben, worauf seine Frau Landschafts-Gemälde des letzten Salzburger Hofmalers, [[Andreas Nesselthaler]], dem [[SMCA|Salzburger Museum Carolinum-Augusteum]] vermachte. Sein Cousin Franz de Paula II., Sohn des hochfürstlichen Baudirektors Johann Georg III. von Hagenauer, sollte erst [[1825]] nach Linz übersiedeln. Franz de Paula war Doktor der Rechts-Wissenschaften und vorerst als k.k. "Statthalter-Concipient" und später als [[Reich#k._k.|k.k.]] Registraturs-Direktor in Linz tätig. Er hatte die Edle Barbara [[Schloßgängl von Edlenbach]] geheiratet, die (wie die Frau seines Cousins Johann Wolfgang) aus einer Familie des höheren Salzburger Beamtenstandes stammte und die Tochter eines Juristen und hochfürstlichen Hofrates war. Johann Wolfgang und Franz de Paula (II.) waren ja beide in der Landesverwaltung tätig, da wahrscheinlich die vorangegangenen unsicheren Krisenjsahre sie dazu bewegt hatten, sich für den beständigeren Staatsdienst zu entscheiden. | | Im Jahr [[1812]] hatte [[Johann Wolfgang Hagenauer]], Sohn des hochfürstlichen Kammerdieners und Hof-Architekten Wolfgang Hagenauer, in der [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain]] bei Salzburg Theresia Leopoldine Enck von der Burg (* 1792, † 1852), Tochter des wirklichen Hofkammerraths Franz Leopold Enck (Enk) von der Burg und der Josefa Theresia Strasser, geheiratet. [[1816]] übersiedelte das Paar nach Linz, wo Johann Wolfgang als Amts und Kreis-Ingenieur und später als k.k. Wasserbau-Director tätig war. Im Jahr [[1850]] sollte er ohne Nachkommen sterben, worauf seine Frau Landschafts-Gemälde des letzten Salzburger Hofmalers, [[Andreas Nesselthaler]], dem [[SMCA|Salzburger Museum Carolinum-Augusteum]] vermachte. Sein Cousin Franz de Paula II., Sohn des hochfürstlichen Baudirektors Johann Georg III. von Hagenauer, sollte erst [[1825]] nach Linz übersiedeln. Franz de Paula war Doktor der Rechts-Wissenschaften und vorerst als k.k. "Statthalter-Concipient" und später als [[Reich#k._k.|k.k.]] Registraturs-Direktor in Linz tätig. Er hatte die Edle Barbara [[Schloßgängl von Edlenbach]] geheiratet, die (wie die Frau seines Cousins Johann Wolfgang) aus einer Familie des höheren Salzburger Beamtenstandes stammte und die Tochter eines Juristen und hochfürstlichen Hofrates war. Johann Wolfgang und Franz de Paula (II.) waren ja beide in der Landesverwaltung tätig, da wahrscheinlich die vorangegangenen unsicheren Krisenjsahre sie dazu bewegt hatten, sich für den beständigeren Staatsdienst zu entscheiden. |
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| | Im biedermeierlichen Linz bestand das gesellschaftliche Umfeld der beiden Cousins Johann Wolfgang und Franz de Paula von Hagenauer nun hauptsächlich aus hohen Beamten und deren Familien, Mitgliedern des Klerus, sowie Künstlern. Zu den Beamtenfamilien gehörten unter anderem die Ritter von Spaun, die [[Karl Maria Enk von der Burg|Enk von der Burg]], die Schloßgängl von Edlenbach, die Steyrer von Riedenburg, die Grafen [[Gustav Ignaz Graf Chorinsky|Chorinský]] oder die Freiherrn von Vogelsang. Mit ihnen waren die Hagenauer meist nicht nur verwandt oder verschwägert, sondern oft auch beruflichen verbunden. Am stärksten aber verband diese Familien ihre starke Religiosität und die Frömmigkeit im Glauben, sowie ihre Leidenschaft zur Kunst. Die Hagenauer Cousins waren ja in Passau und Salzburg in der beeindruckenden Welt von Kirchenfürsten, hohen Geistlichen und herausragenden Künstlern (Musikern, Bildhauern, Architekten und Malern) aufgewachsen. Nun waren auch in den Linzer Salons, bei Konzertabenden oder bei den sogenannten "Landpartien" dieser Familien häufig Künstler geladen. Einige dieser Künstler wurden von den Familien gefördert, mit manchen verband sie auch eine lebenslange Freundschaft. Der heute Bekannteste war sicherlich der Komponist [[Franz Schubert]]. Aber auch die Maler Moritz von Schwindt (der Trauzeuge bei einer Hagenauer-Hochzeit wurde) und Leopold Kuppelwieser, die Schriftsteller [[Adalbert-Stifter-Straße|Adalbert Stifter]] (der Hauslehrer der Hagenauer-Kinder wurde), Franz Grillparzer und Eduard von Bauernfeld, oder die Dichter Freiherr Ernst von Feuchtersleben sowie Franz von Schober (und einige mehr) gehörten zum engeren Kreis der Familien. Die Kinder des Registraturs-Direktors Franz de Paula II., Franz de Paula III. (1824 - 1885), Eugen (1825 - 1880), Julius (1826 - 1879) und Helena (*1835), wurden von dem Schriftsteller und Maler Adalbert Stifter unterrichtet. Dennoch wurden alle drei Brüder wie ihr Vater Jurist und blieben vorerst als Beamte in Linz. Nur der älteste Sohn Franz de Paula (III.), sowie dessen Neffe Arnold II. (Sohn des Julius), sollten später nach Wien übersiedeln. Die jüngste Tochter Helena von Hagenauer hatte 1852 Major Karl Elßler (Sohn des Johann Elßler, Leibkopist Joseph Haydn´s) geheiratet. Dessen Schwestern waren die berühmten Tänzerinnen Therese (mit Prinz Adalbert von Preußen als Freifrau von Barnim in morganatische Ehe, Sohn Adalbert Freiherr von Barnim) und Fanny Elßler (die einen Sohn mit Leopoldo, Prinz von Spanien und beider Sizilien, Herzog von Salerno von Neapel-Sizilien hatte). | | Im biedermeierlichen Linz bestand das gesellschaftliche Umfeld der beiden Cousins Johann Wolfgang und Franz de Paula von Hagenauer nun hauptsächlich aus hohen Beamten und deren Familien, Mitgliedern des Klerus, sowie Künstlern. Zu den Beamtenfamilien gehörten unter anderem die Ritter von Spaun, die [[Karl Maria Enk von der Burg|Enk von der Burg]], die Schloßgängl von Edlenbach, die Steyrer von Riedenburg, die Grafen [[Gustav Ignaz Graf Chorinsky|Chorinský]] oder die Freiherrn von Vogelsang. Mit ihnen waren die Hagenauer meist nicht nur verwandt oder verschwägert, sondern oft auch beruflichen verbunden. Am stärksten aber verband diese Familien ihre starke Religiosität und die Frömmigkeit im Glauben, sowie ihre Leidenschaft zur Kunst. Die Hagenauer Cousins waren ja in Passau und Salzburg in der beeindruckenden Welt von Kirchenfürsten, hohen Geistlichen und herausragenden Künstlern (Musikern, Bildhauern, Architekten und Malern) aufgewachsen. Nun waren auch in den Linzer Salons, bei Konzertabenden oder bei den sogenannten "Landpartien" dieser Familien häufig Künstler geladen. Einige dieser Künstler wurden von den Familien gefördert, mit manchen verband sie auch eine lebenslange Freundschaft. Der heute Bekannteste war sicherlich der Komponist [[Franz Schubert]]. Aber auch die Maler Moritz von Schwindt (der Trauzeuge bei einer Hagenauer-Hochzeit wurde) und Leopold Kuppelwieser, die Schriftsteller [[Adalbert-Stifter-Straße|Adalbert Stifter]] (der Hauslehrer der Hagenauer-Kinder wurde), Franz Grillparzer und Eduard von Bauernfeld, oder die Dichter Freiherr Ernst von Feuchtersleben sowie Franz von Schober (und einige mehr) gehörten zum engeren Kreis der Familien. Die Kinder des Registraturs-Direktors Franz de Paula II., Franz de Paula III. (1824 - 1885), Eugen (1825 - 1880), Julius (1826 - 1879) und Helena (*1835), wurden von dem Schriftsteller und Maler Adalbert Stifter unterrichtet. Dennoch wurden alle drei Brüder wie ihr Vater Jurist und blieben vorerst als Beamte in Linz. Nur der älteste Sohn Franz de Paula (III.), sowie dessen Neffe Arnold II. (Sohn des Julius), sollten später nach Wien übersiedeln. Die jüngste Tochter Helena von Hagenauer hatte 1852 Major Karl Elßler (Sohn des Johann Elßler, Leibkopist Joseph Haydn´s) geheiratet. Dessen Schwestern waren die berühmten Tänzerinnen Therese (mit Prinz Adalbert von Preußen als Freifrau von Barnim in morganatische Ehe, Sohn Adalbert Freiherr von Barnim) und Fanny Elßler (die einen Sohn mit Leopoldo, Prinz von Spanien und beider Sizilien, Herzog von Salerno von Neapel-Sizilien hatte). |
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| − | Nachdem die Hagenauer ihr Landgut mit der [[Burg Radeck]] (Salzburg) aufgegeben hatten, verbrachten sie die Sommer nun auf Schloss Klaus in Kirchdorf (Oberösterreich), wo sie ebenfalls eine Jagd hatten. Später sollte auf Schloss Klaus auch der älteste Sohn von Franz de Paula (III.) auf die Welt kommen, Simon II.. Er wurde nach dem Großvater seiner Mutter, Simon Thaddäus Ritter von Spaun, benannt. Die Hagenauer standen in regem Kontakt mit der Familie Spaun (Förderer Franz Schuberts), die [[1848]] in Traunkirchen (OÖ) das ehemalige Landrichterhaus erworben hatten. Diese sich heute noch im Besitz der Nachkommen (Freiherren von Spaun und Freiherren von Cornaro) befindliche "Villa Spaun" am Traunsee wurde als Gedenkstätte für Franz Schubert und später auch Arnold Schoenberg bekannt. Im Jahr [[1851]] hatte Franz de Paula (III.) von Hagenauer die Edle Marie von Spaun (Tochter des Anton Ritter von Spaun und der Henriette Freiin von Vogelsang) in Traunkirchen geheiratet. Vorerst blieb Franz (III.) als k.k. "Statthalterei-Rath" im Staatsdienst in Linz tätig, später sollte er in die Privatwirtschaft wechseln und nach Wien ziehen. Er wurde der Stifter des Wiener Zweiges der Hagenauer, der noch heute blüht. Um 1870 übersiedelte schließlich die Familie mit den drei Kindern Simon II. (*1852 in Kirchdorf, †1920 in Wien), Maria (* 1855 in Vöcklabruck, † 1937 in Wien, vermählt mit Karl Ferdinand Edler von Kummer) und Gertrud (*1863 in Linz, †1885 in Venedig, vermählt mit dem Nobiluomo Enrico Marzollo, Patrizier von Venedig) nach Wien in das Haus Wollzeile Nr. 3. In Wien wurden noch die Tochter Therese-Walburga (*1873) und der jüngste Sohn Franz de Paula IV. geboren, der allerdings mit fünf Monaten starb. Franz de P. (III.) war in Wien Direktor der Versicherungs-Gesellschaft "Assicurazioni Generali" geworden (1838 in Triest gegründet), die heute der größte Versicherungs-Konzern (Generali) Italiens ist. Beruflich reiste er öfters nach Triest, wobei er auch stets seine Triester Verwandten besuchte und ihn manchmal seine Kinder begleiteten. Franz (III.) von Hagenauer hatte zwei grosse Leidenschaften, die Jagd und die katholische Kirche. Für sein Engagement in der katholischen Kirche wurde er in den Freiherrenstand erhoben. Im Jahr [[1884]] verlieh Papst Leo XIII. dem ''"Nobile Francesco de Hagenauer di Salisburgo"'' für seine Verdienste um die römisch-katholische Kirche, ''"als auch für die Verdienste seiner Vorfahren"'', die erbliche römische Baronie und ernannte ihn zum Kollar-Ritter des päpstlichen Piusordens. Baron Franz de Paula III. starb im darauffolgenden Jahr ([[1885]]) auf seinem Jagdgut und wurde in [[Bad Ischl]] begraben. | + | Nachdem die Hagenauer ihr Landgut mit der [[Burg Radeck]] (Salzburg) aufgegeben hatten, verbrachten sie die Sommer nun auf Schloss Klaus in Kirchdorf (Oberösterreich), wo sie ebenfalls eine Jagd hatten. Später sollte auf Schloss Klaus auch der älteste Sohn von Franz de Paula (III.) auf die Welt kommen, Simon II.. Er wurde nach dem Großvater seiner Mutter, Simon Thaddäus Ritter von Spaun, benannt. Die Hagenauer standen in regem Kontakt mit der Familie Spaun (Förderer Franz Schuberts), die [[1848]] in Traunkirchen (OÖ) das ehemalige Landrichterhaus erworben hatten. Diese sich heute noch im Besitz der Nachkommen (Freiherren von Spaun und Freiherren von Cornaro) befindliche "Villa Spaun" am Traunsee wurde als Gedenkstätte für Franz Schubert und später auch Arnold Schoenberg bekannt. Im Jahr [[1851]] hatte Franz de Paula (III.) von Hagenauer die Edle Marie von Spaun (Tochter des Anton Ritter von Spaun und der Henriette Freiin von Vogelsang) in Traunkirchen geheiratet. |
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| | + | == Familienmitglieder ziehen weiter nach Wien == |
| | + | Vorerst blieb Franz (III.) als k.k. "Statthalterei-Rath" im Staatsdienst in Linz tätig, später sollte er in die Privatwirtschaft wechseln und nach Wien ziehen. Er wurde der Stifter des Wiener Zweiges der Hagenauer, der noch heute blüht. Um 1870 übersiedelte schließlich die Familie mit den drei Kindern Simon II. (*1852 in Kirchdorf, †1920 in Wien), Maria (* 1855 in Vöcklabruck, † 1937 in Wien, vermählt mit Karl Ferdinand Edler von Kummer) und Gertrud (*1863 in Linz, †1885 in Venedig, vermählt mit dem Nobiluomo Enrico Marzollo, Patrizier von Venedig) nach Wien in das Haus Wollzeile Nr. 3. In Wien wurden noch die Tochter Therese-Walburga (*1873) und der jüngste Sohn Franz de Paula IV. geboren, der allerdings mit fünf Monaten starb. Franz de P. (III.) war in Wien Direktor der Versicherungs-Gesellschaft "Assicurazioni Generali" geworden (1838 in Triest gegründet), die heute der größte Versicherungs-Konzern (Generali) Italiens ist. Beruflich reiste er öfters nach Triest, wobei er auch stets seine Triester Verwandten besuchte und ihn manchmal seine Kinder begleiteten. Franz (III.) von Hagenauer hatte zwei grosse Leidenschaften, die Jagd und die katholische Kirche. Für sein Engagement in der katholischen Kirche wurde er in den Freiherrenstand erhoben. Im Jahr [[1884]] verlieh Papst Leo XIII. dem ''"Nobile Francesco de Hagenauer di Salisburgo"'' für seine Verdienste um die römisch-katholische Kirche, ''"als auch für die Verdienste seiner Vorfahren"'', die erbliche römische Baronie und ernannte ihn zum Kollar-Ritter des päpstlichen Piusordens. Baron Franz de Paula III. starb im darauffolgenden Jahr ([[1885]]) auf seinem Jagdgut und wurde in [[Bad Ischl]] begraben. |
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| − | == Weitere Familienmitglieder in Wien ==
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| | In Wien lebte auch der [[1871]] in Linz geborene Literatur-Kritiker und Schriftsteller [[Arnold von Hagenauer]]. Arnold wurde sehr früh Vollwaise und wuchs in Wien bei zwei Tanten auf. In Wien studierte er vorerst Veterinärmedizin, wurde später allerdings Schriftsteller. Er blieb unverheiratet, reiste viel und verweilte auch öfters in Salzburg. Neben Buch-Kritiken schrieb er Essays und Romane, darunter auch einen "Salzburger Biedermeier-Roman". Dieser Salzburger Roman wurde erstmals 1919 als mehrteilige Romanbeilage "Leonhard und Rosa" im [[Salzburger Volksblatt]] veröffentlicht. Arnold starb bereits im Jahr [[1918]] nach einem Unfall in Grinzing (Wien) an Lungenentzündung. Sein Cousin, der [[1852]] geborene Simon (II.) von Hagenauer war Jurist und hatte [[1878]] die aus streng katholischem und sehr wohlhabendem Haus stammende Französin Emilie (Tochter des August Thomas und der Mathilde Rebattu) im Wiener Stephansdom geheiratet. Emilies Vater (aus einer seit den napoleonischen Kriegen in Mailand lebenden französischen Familie) war um 1835 noch sehr jung nach Wien gekommen und in das Bankhaus Arnstein & Eskeles eingetreten. Später gründete er ein eigenes Bankhaus, das er jedoch im Zuge des Börsenkrachs von 1873 wieder aufgelöst hatte. Schließlich wurde er (auf Grund seiner Freundschaft mit Heinrich Freiherr von Pereira-Arnstein und Freiherr von Eskeles) Direktor der Staats- und Südbahn, wo er 1874 auch die "Compagnie Internationale des Wagons-Lits" (eigene Luxuszüge wie z.B. den Orient E⅔xpress) einführte. In Wien wurden seine zwei Kinder Alfred (später mit Freiin von Pitha vermählt) und Emilie (später mit Baron von Hagenauer vermählt) geboren. Emilie wurde im Wiener Stephansdom getauft, wobei die musikbegeisterte Mäzenin Wilhemina Freiin von Brentano-Cimaroli (spätere Freifrau von Eskeles) ihre Taufpatin war. Emilies Vater Auguste (aus einer ursprünglich Dijon´er Familie stammend), unter dessen Vorfahren sich auch der französische Komponist Jean-Philippe Rameau (* 1683 Dijon, † 1764 Paris) befand, spielte ausgezeichnet Klavier und Violine und war mit einer großen Anzahl von Musikern wie Francesco Pollini, Gaetano Donizetti, Giovani Fadolini, Franz Liszt, Jacques Offenbach und anderen sehr eng befreundet. Von diesen Freundschaften zeugt eine Sammlung von signierten Lithographien, sehr frühen Fotografien (ab 1840) und Briefen der Musiker, wobei etliche dieser Musiker auch die als "legendäre Schönheit" bezeichnete Tochter Emilie verehrt haben sollen. Neben der Leidenschaft zur Musik verband diese beiden Familien aber eine ebenso tiefe Religiosität in ihrem katholischen Glauben. | | In Wien lebte auch der [[1871]] in Linz geborene Literatur-Kritiker und Schriftsteller [[Arnold von Hagenauer]]. Arnold wurde sehr früh Vollwaise und wuchs in Wien bei zwei Tanten auf. In Wien studierte er vorerst Veterinärmedizin, wurde später allerdings Schriftsteller. Er blieb unverheiratet, reiste viel und verweilte auch öfters in Salzburg. Neben Buch-Kritiken schrieb er Essays und Romane, darunter auch einen "Salzburger Biedermeier-Roman". Dieser Salzburger Roman wurde erstmals 1919 als mehrteilige Romanbeilage "Leonhard und Rosa" im [[Salzburger Volksblatt]] veröffentlicht. Arnold starb bereits im Jahr [[1918]] nach einem Unfall in Grinzing (Wien) an Lungenentzündung. Sein Cousin, der [[1852]] geborene Simon (II.) von Hagenauer war Jurist und hatte [[1878]] die aus streng katholischem und sehr wohlhabendem Haus stammende Französin Emilie (Tochter des August Thomas und der Mathilde Rebattu) im Wiener Stephansdom geheiratet. Emilies Vater (aus einer seit den napoleonischen Kriegen in Mailand lebenden französischen Familie) war um 1835 noch sehr jung nach Wien gekommen und in das Bankhaus Arnstein & Eskeles eingetreten. Später gründete er ein eigenes Bankhaus, das er jedoch im Zuge des Börsenkrachs von 1873 wieder aufgelöst hatte. Schließlich wurde er (auf Grund seiner Freundschaft mit Heinrich Freiherr von Pereira-Arnstein und Freiherr von Eskeles) Direktor der Staats- und Südbahn, wo er 1874 auch die "Compagnie Internationale des Wagons-Lits" (eigene Luxuszüge wie z.B. den Orient E⅔xpress) einführte. In Wien wurden seine zwei Kinder Alfred (später mit Freiin von Pitha vermählt) und Emilie (später mit Baron von Hagenauer vermählt) geboren. Emilie wurde im Wiener Stephansdom getauft, wobei die musikbegeisterte Mäzenin Wilhemina Freiin von Brentano-Cimaroli (spätere Freifrau von Eskeles) ihre Taufpatin war. Emilies Vater Auguste (aus einer ursprünglich Dijon´er Familie stammend), unter dessen Vorfahren sich auch der französische Komponist Jean-Philippe Rameau (* 1683 Dijon, † 1764 Paris) befand, spielte ausgezeichnet Klavier und Violine und war mit einer großen Anzahl von Musikern wie Francesco Pollini, Gaetano Donizetti, Giovani Fadolini, Franz Liszt, Jacques Offenbach und anderen sehr eng befreundet. Von diesen Freundschaften zeugt eine Sammlung von signierten Lithographien, sehr frühen Fotografien (ab 1840) und Briefen der Musiker, wobei etliche dieser Musiker auch die als "legendäre Schönheit" bezeichnete Tochter Emilie verehrt haben sollen. Neben der Leidenschaft zur Musik verband diese beiden Familien aber eine ebenso tiefe Religiosität in ihrem katholischen Glauben. |
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