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Quelle Voithofer ausgewertet, insb. Lebensdaten präzisiert
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'''Ernst Graf Gourcy-Droitaumont''' († [[1870]]) war [[1860]]/[[1861|61]]  
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'''Ernst Graf Gourcy-Droitaumont''' (* [[16. März]] [[1821]] in Wien, [[10. Februar]] [[1870]] ebenda)<ref name= "Voithofer 55">[[Richard Voithofer|Voithofer, Richard]]: ''„… dem Kaiser Treue und Gehorsam …“ Ein biografisches Handbuch der politischen Eliten in Salzburg 1861 bis 1918.'' Wien (Verlag Böhlau) 2011. ISBN 978-3-205-78637-5. [http://books.google.at/books?id=5LfTf5HYJGEC&pg=PA55&lpg=PA55 S.&nbsp;55nbsp;f, gestützt auf Hundert Jahre selbständiges Land Salzburg, S. 103f; Kielmannsegg, Erich: Bei­träge zur Geschichte der niederösterreichischen Statthalterei. Die Landeschefs. und Räthe die­ser Behörde von 1501 bis 1896,Wien 1897, S. 484.]</ref> war [[1860]]/[[1861|61]] [[Landeshauptmann#k.k. Landespräsidenten und Landeshauptleute des Kronlandes Salzburg|k. k. Landeshauptmann]] sowie [[1869]]/[[1870|70]] [[Landeshauptmann#k.k. Landespräsidenten und Landeshauptleute des Kronlandes Salzburg|Landespräsident]] von Salzburg.
[[Landeshauptmann#k.k. Landespräsidenten und Landeshauptleute des Kronlandes Salzburg|k. k. Landeshauptmann]] sowie [[1869]]/[[1870|70]]  
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[[Landeshauptmann#k.k. Landespräsidenten und Landeshauptleute des Kronlandes Salzburg|Landespräsident]] von Salzburg.
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==Öffentliches Wirken==
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==Laufbahn==
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{{PAGENAME}} begann seine Beamtenlaufbahn als Konzeptspraktikant
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* 1842/43 bei der niederösterreichischen Kameral-Gefällsverwal­tung,* 1843/44 beim [[Reich#k._k.|k.&nbsp;k.]]&nbsp;Kreisamt im Viertel unter dem Wie­nerwald ([[NÖ]]),
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* 1844 bis 1846 beim k. k. Gubernium in Graz und
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1846/47 beim k. k. Kreisamt in Cilli ([[Slowenien|Untersteiermark]]).<ref name= "Voithofer 55"/>
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Ernst Graf Gourcy-Droitaumont wurde am [[30. April]] [[1860]] zum Landeshauptmann von Salzburg ernannt. Zugleich wurde aber die bisherige Landesregierung aufgelöst und das [[Herzogtum Salzburg]] der Linzer Statthalterei unterstellt.
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In der Folge war er
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* von 1847 bis 1849 als Kreisamtskommissär beim k.&nbsp;k.&nbsp;Kreisamt in Bruck an der Mur ([[Steiermark]]),* von 1849 bis 1854 als Konzipist bezie­hungsweise 1854 bis 1856 Statthaltereisekretär bei der k.&nbsp;k.&nbsp;Statthalterei in Graz,
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* von 1856 bis 1859 als Ministerialsekretär im k. k. Ministerium des Innern sowie
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* 1859/60 als k. k. Kreis­vorsteher in Graz
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eingesetzt.<ref name= "Voithofer 55"/>
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Die neu geschaffene Stellung eines Landeshauptmannes war eine merkwürdige: Er war Chef des politischen Bezirksamtes Salzburg und Umgebung. Zugleich war er aber ein „bleibend exponiertes“ Organ der Linzer Statthalterei und in einigen Agenden für das ganze Kronland Salzburg zuständig. Die übrigen Bezirksämter hatten in der Regel direkt mit Linz zu verkehren (diese „Verwaltungsreform“ erfolgte zur Entlastung der kriegsbedingt angespannten Staatsfinanzen).
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In Salzburg wirkte er 1860/61 als Landeshauptmann und interimistischer Landespräsident sowie 1869/70 als Landespräsident, dazwischen von 1861 bis 1868 als k.&nbsp;k.&nbsp;Statthaltereirat in [[Niederösterreich]] und 1868/69 als k.&nbsp;k.&nbsp; Statthaltereirat in Innsbruck.<ref name= "Voithofer 55"/>
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Doch bald ging der politische Kurs des Landes wieder in Richtung Selbstständigkeit. Im März [[1861]] fanden die ersten Wahlen zum – freilich noch ständisch zusammengesetzten – [[Salzburger Landtag]] statt.
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==Salzburg==
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Dabei vollzog Graf Gourcy-Droitaumont die Politik der Reichsregierung, gemäßigt liberale Kandidaten zu forcieren. So wurden wunschgemäß – mit massiver bürokratischer Intervention – [[Josef Freiherr Lasser von Zollheim|Josef Lasser]], [[Franz de Paula Albert Eder|Erzabt Albert Eder]] sowie der [[Stift Mattsee|Mattseer Stiftsdechant]] [[Josef Halter|Dr. Josef Halter]] in den Landtag gewählt.
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Ernst Graf Gourcy-Droitaumont wurde am [[30. April]] [[1860]] zum Landeshauptmann von Salzburg ernannt. Zugleich wurde aber die bisherige Landesregierung aufgelöst und das [[Herzogtum Salzburg]] der [[Linz]]er Statthalterei unterstellt.<ref name= "Haas">[[Hanns Haas|Haas, Hans]]: ''Salzburg in der Habsburgermonarchie'', in: [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]/[[Hans Spatzenegger|Spatzenegger, Hans]] (Hrsg.): ''Geschichte Salzburgs, Stadt und Land'', Band&nbsp;2, Teil&nbsp;2, ''Neuzeit und Zeitgeschichte''; [[Verlag Anton Pustet]] Salzburg 1988; ISBN 3-7025-0243-4. S.&nbsp;720, 723, 748, 757.</ref>
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Ein kaiserliches Handschreiben vom [[29. März]] [[1861]] verfügte die Wiedererrichtung selbstständiger Landesbehörden, insbesondere der Landesregierung: diese unterstand anfangs interimistisch dem Grafen Gourcy-Droitaumont. Sie nahm am [[15. Mai]] 1861 ihre Amtstätigkeit auf.
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Die neu geschaffene Stellung eines Landeshauptmannes war eine merkwürdige: Er war Chef des politischen Bezirksamtes Salzburg und Umgebung. Zugleich war er aber ein „bleibend exponiertes“ Organ der Linzer Statthalterei und in einigen Agenden für das ganze Kronland Salzburg zuständig. Die übrigen Bezirksämter hatten in der Regel direkt mit Linz zu verkehren (diese „Verwaltungsreform“ erfolgte zur Entlastung der kriegsbedingt angespannten Staatsfinanzen).<ref name= "Haas"/>
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Am [[31. August]] 1861 schied Graf Gourcy-Droitaumont aus seinem Amt.  
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Doch bald ging der politische Kurs des Landes wieder in Richtung Selbstständigkeit. Im März [[1861]] fanden die ersten Wahlen zum – freilich noch ständisch zusammengesetzten – [[Salzburger Landtag]] statt.<ref name= "Haas"/>
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Im Jahr [[1869]] wurde er als [[Landespräsident]] abermals an die Salzburger Verwaltungsspitze berufen. Er verstarb im darauf folgenden Jahr.
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Dabei vollzog Graf Gourcy-Droitaumont die Politik der Reichsregierung, gemäßigt liberale Kandidaten zu forcieren. So wurden wunschgemäß – mit massiver bürokratischer Intervention – [[Josef Freiherr Lasser von Zollheim|Josef Lasser]], [[Franz de Paula Albert Eder|Erzabt Albert Eder]] sowie der [[Stift Mattsee|Mattseer Stiftsdechant]] [[Josef Halter|Dr. Josef Halter]] in den Landtag gewählt.<ref name= "Haas"/>
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==Quelle==
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Ein kaiserliches Handschreiben vom [[29. März]] [[1861]] verfügte die Wiedererrichtung selbstständiger Landesbehörden, insbesondere der Landesregierung: diese unterstand anfangs interimistisch dem Grafen Gourcy-Droitaumont. Sie nahm am [[15. Mai]] 1861 ihre Amtstätigkeit auf.<ref name= "Haas"/>
* (Zum Abschnitt „Öffentliches Wirken“:)  ''Hanns Haas'': Salzburg in der Habsburgermonarchie, in: ''[[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]/[[Hans Spatzenegger|Spatzenegger, Hans]]'' (Hrsg.): Geschichte Salzburgs, Stadt und Land, Band 2, Teil 2, Neuzeit und Zeitgeschichte; [[Verlag Anton Pustet]] Salzburg 1988; ISBN 3-7025-0243-4. S. 720, 723, 748, 757.
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Am [[31. August]] 1861 schied Graf Gourcy-Droitaumont aus seinem Amt.<ref name= "Haas"/>
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Im Jahr [[1869]] wurde er als [[Landespräsident]] abermals an die Salzburger Verwaltungsspitze berufen. Er verstarb im darauffolgenden Jahr.<ref name= "Haas"/>
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==Quellen==
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<references/>
    
{{Landespräsidenten}}
 
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[[Kategorie:Geschichte (Person)|Gourcy-Droitaumont, Ernst Graf]]
 
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[[Kategorie:Beamter|Gourcy-Droitaumont, Ernst Graf]]
 
[[Kategorie:Landeshauptmann|Gourcy-Droitaumont, Ernst Graf]]
 
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[[Kategorie:Geschichte|Gourcy-Droitaumont, Ernst Graf]]
 
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[[Kategorie:Aus anderen Bundesländern|Gourcy-Droitaumont, Ernst Graf]]

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