8.906 Bytes hinzugefügt
, 14:31, 5. Feb. 2013
[[bild:Siezenheim_in_Maxglan_16_2_1936_Internet.jpg|thumb|Die Pass aus Siezenheim beim ersten Preisschnalzen um die "Wandergoaßl der Alten" im Jahr 1936 in Maxglan; damals belegte sie unter zehn Bewerberbern hinter Viehhausen und Liefering den dritten Platz. Zwei Jahre später, am 20.2.1938 gewann diese Pass als erste Siezenheimer Gruppe die begehrte Wandergoaßl (Quellen: "Salzburger Volksblatt" vom 17.2.1936, Seite 9; "Salzburger Volksblatt" vom 21.2.1938, Seiten 7 und 8.).]]
[[bild:Schnalzerpass-Siezenheim-III-2005_Internet.jpg|thumb|Die Schnalzerpass Siezenheim III hat die "Wandergoaßl der Alten" seit 1999 bereits acht mal gewonnen. In dieser Pass schnalzen vier Enkelsöhne von Schnalzern jener Siezenheimer Pass, die die "Wandergoaßl der Alten" 1938 gewonnen hat.]]
Das '''Rupertigau-Preisschnalzen''' ist eine Brauchtumsveranstaltung des [[Aperschnalzen]]s, bei der Vereine aus dem [[Rupertiwinkel]] um das "Wandergoaßl der Alten" kämpfen.
== Geschichte ==
Das Aperschnalzen, wird ausschließlich im bayrischen Rupertiwinkel und im Salzburger [[Flachgau]] ausgeübt. Im Jahr [[1954]] fand das erste große Schnalzertreffen in [[Saaldorf]] statt und wird seitdem jährlich wiederholt. Die Beliebtheit und das steigende Interesse führte dazu, dass 1957 als Dachverband und Ausrichter die Schnalzervereinigung Rupertiwinkel e.V. gegründet wurde.
Am [[3. Februar]] [[2013]] fand in [[Siezenheim]] das 60. Rupertigau-Preisschnalzen mit 66 Jugend Passen und 128 Allgemein Passen statt.
== Teilnehmende Gruppen ==
* [[Schnalzervereinigung Rupertiwinkel e.V.]]
* [[Schnalzerpass Siezenheim III]]
==Überblick über die Gewinner der „Wandergoaßl der Alten“ seit 1936==
Jeweils: Jahr, Austragungsort, Siegerpass, Punkte:
{|border="0" cellpadding="3" width="100%"
|- valign="top"
|
1936 Maxglan, Viehhausen, ?
1938 Maxglan, Siezenheim, ?
1939 Maxglan, Ufering, ?
1956 ?, Bergler, ?
1957 Siezenheim, Ainring I, ?
1958 Schönram, Saaldorf I, 395
1959 Ainring, Ringham, ?
1960 Kirchanschöring, Ainring I, 169
1961 Waging, Feldkirchen I, 156
1962 Anthering, Ainring I, 171
1963 Leobendorf, Ainring I, ?
1964 Saaldorf, Jakob Armstorfer Gedächtnisschnalzen
1965 Bergheim, Ainring I, 189
1966 Straß, Ainring I, 182
1967 Feldkirchen, Ainring I, 186
1968 Wals, Ainring I, 174
1969 Ainring, Ainring I, 176
1970 Weildorf, Gois II, 187
1971 Anthering, Ainring I, 192
1972 Teisendorf, Gois I, 179
1973 Laufen, Waging I, 187
1974 Saaldorf, Perach I, 185
1975 Loig, Ainring I, 190
1976 Waging, Ainring I, 188
1977 Wals, Wals II, 186
1978 Anger, Ainring I, 185
1979 Ainring, Gois I, 191
1980 Steindorf, Gois I, 194
1981 Surheim, Ufering I, 189
1982 Saaldorf, Perach I, 192
|
1983 Viehhausen, Ufering I, 188
1984 Saaldorf, Perach I, 192
1985 Weildorf, Perach I, 193
1986 Gois, Gois I, 196
1987 Ufering, Perach I, 191
1988 Schönram, Gois I, 189
1989 Siezenheim, Perach I, 192
1990 Kirchanschöring, Siezenheim II, 181
1991 Teisendorf, Perach I, 187
1992 Wals, Siezenheim II, 185
1993 Perach, Gois I, 189
1994 Saaldorf, Siezenheim II, 192
1995 Bergheim, Siezenheim II, 186
1996 Piding, Gois II, 188
1997 Schönram, Gois II, 187
1998 Viehhausen, Ainring IV, 186
1999 Feldkirchen, Siezenheim III, 181
2000 Tittmoning, Siezenheim III, 194
2001 Anthering, Siezenheim III, 196
2002 Weildorf, Siezenheim III, 191
2003 Ainring, Ainring IV, 190
2004 Saaldorf, Siezenheim III, 195
2005 Loig, Gois IV, 190
2006 Kirchanschöring, Wals III, 191
2007 Gois, Siezenheim III, 195
2008 Holzhausen, Siezenheim III, 194
2009 Perach, Siezenheim III, 185
2010 Maxglan, Wals III, 177
2011 Roth, Siezenheim III, 185
|}
==Die erfolgreichsten Orte beim Gewinn der Wandergoaßl von 1936==
*Ainring: 15 x
*Siezenheim: 14 x
*Gois: 10 x
*Perach: 7 x
*Ufering: 3 x
*Wals: 3 x
*Bergler, Feldkirchen, Ringham, Saaldorf, Viehhausen sowie Waging: je 1 x
==Die erfolgreichsten Passen beim Gewinn der Wandergoaßl von 1936==
*Ainring I: 13 x
*Siezenheim III: 9 x
*Gois I, Perach I : je 7 x
*Siezenheim II: 4 x
*Ainring IV, Gois II, Ufering I sowie Wals III: je 2 x
==Passen, die die Wandergoaßl von 1936 mit über 190 Punkten gewonnen haben==
*Siezenheim III: 6 x
*Perach I: 5 x
*Gois I: 3 x
*Ainring I, Siezenheim II und Wals III: je 1 x
== 60. Rupertigauschnalzen in Siezenheim 2013 ==
Veröffentlichung der Salzburger Landeskorrespondenz, am 29. Jänner 2013
Am kommenden Sonntag, 3. Februar, ist es wieder soweit: beim 60. Rupertigauschnalzen in Siezenheim messen die besten Schnalzer der Region ihre Kunstfertigkeit beim besonderen Brauch des Aperschnalzens. Eine Woche vor dem Faschingssonntag findet jährlich das festlich gestaltete, große [[Rupertigau-Preisschnalzen]] statt, an dem bis zu 1.600 Schnalzer aus Salzburg und Bayern teilnehmen.
[[Ernst Müller]] hat unter Mitarbeit von [[Ulrike Kammerhofer-Aggermann]] und [[Angelika Kromas]] Hintergründe des Aperschnalzens aufgezeichnet. Geschnalzt wird in den Ortschaften entlang der Grenzflüsse Saalach und Salzach, im Salzburger [[Flachgau]] und im bayerischen [[Rupertiwinkel]]. Der Brauch des Aperschnalzens ist auf verschiedene Weise interpretiert worden. Im 19. Jahrhundert suchte man darin Relikte eines Naturkultes, nationale Strömungen. Schließlich wollte die instrumentalisierte Wissenschaft der NS-Zeit darin Relikte einstiger Fruchtbarkeitskulte sehen. Davon distanzieren sich die heutigen Schnalzer. Das Aperschnalzen ist jedenfalls ein aus der kunstvollen Handhabung der Peitschen entstandener Brauch, der aus Zeiten stammt, in denen der Umgang mit Tieren den Alltag wesentlich bestimmte. Es gehört auf jeden Fall eine große Fertigkeit dazu, im schnellen Takt die Peitschen knallen zu lassen. Einen möglichen ersten Beleg des Aperschnalzens gibt es aus dem Jahr [[1730]] aus der Ortschaft [[Gois]]. Urkundlich belegt ist, dass [[1829]] in [[Bayern]] ein richterliches Schnalzverbot wegen Ruhestörung erlassen wurde. Bestätigt ist auch, dass [[1911]] zu Ehren von Erzherzog Ludwig Viktor, Passen aus Siezenheim geschnalzt haben und dass die Viehhauser Schnalzer [[1924]] am Festzug in [[Bad Reichenhall]] teilgenommen haben. Die Schnalzervereinigung Rupertiwinkel e.V., [[1957]] im bayerischen [[Saaldorf]] gegründet, erkennt nur Schnalzergruppen aus dieser Region an. Die Vereinigung vertritt die Interessen aller Aperschnalzer aus Salzburg und Bayern. Wobei "Rupertiwinkel" eine relativ junge Bezeichnung für alte Salzburger Gebiete ist. Sie wurden nach dem Napoleonischen Krieg, von 1816 (bis 1972) zum bayerischen Landkreis [[Laufen]], [[Tittmoning]] und [[Waging]]. Der Name setzte sich erst in den Jahren des 1. Weltkriegs durch, als die Vereinigung "[[Heimatfreunde des Rupertiwinkels]]" gegründet wurde. Der Name bezieht sich auf den Patron Salzburgs, den Heiligen [[Rupert]], und bezeichnet jene gewachsene Kulturlandschaft links von Saalach und Salzach, die bis zu dessen Ende (Säkularisation) zum [[Erzstift Salzburg]] gehört hatte und beim Wiener Kongress, mit der Neugliederung Europas endgültig zu Bayern kam.
Geschnalzt wird nur zwischen Weihnachten (Stefanitag) und der Fastenzeit. Geschnalzt wird mit der "Goaßl", einem Holzstiel und einem bis zu 3,50 Meter langen Hanfseil, das sich verjüngt und mit Pech eingelassen ist. Am Ende der Goaßl ist der Bast befestigt, der bei einer schnellen Richtungsänderung (Überschallgeschwindigkeit) knallt. Geschnalzt wird in Passen, das sind Gruppen bis zu neun Personen; inzwischen gehören auch viele Mädchen und junge Frauen zu den Passen. Der vorne stehende Aufdreher leitet das Schnalzen ein mit dem Ruf "aufdrahi, oani, zwoa, drei, dahin geht’s". Es ist sehr schwierig und braucht viel Übung, bis alle Schnalzer im gleichen Takt schnalzen können, denn jeder Rhythmusfehler ist zu hören. Der perfekte Rhythmus, der gleichmäßige Takt und die Lautstärke sind die Grundlagen der preisrichterlichen Bewertung (sieben Preisrichter) der Schnalzer-Wettbewerbe, die in und zwischen den Ortschaften stattfinden.
Beim 60. Rupertigau-Preisschnalzen fand mit 66 Jugend Passen und 128 Allgemein Passen statt.
== Quellen ==
* dieser Artikel wurde aus dem Hauptartikel ''Aperschnalzen'' als eigener Artikel angelegt, daher alle Quellen siehe [[Aperschnalzen]]
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Kultur]]
[[Kategorie:Brauchtum]]
[[Kategorie:Brauchtum (Veranstaltung)]]
[[Kategorie:Veranstaltung]]
[[Kategorie:Rupertiwinkel]]