| − | Diese Betnuss enthält das Bild einer Frau, die für [[Leogang]] wichtig ist, die heilige [[enns:Barbara]]. Nach ihr benannten die Bergleute einen Stollen. sie war ihnen Trösterin und Fürsprecherin, in ihrem Namen zündeten sie unter Tag Lichter an, um vor plötzlichem Tod geschützt zu sein. Und der 4. Dezember, ihr Namensfest, war für sie ein hoher Feiertag. Auch in Flandern, woher die Gebetsnuss stammen dürfte, wurde Barbara verehrt. Eines der herzergreifendsten Bilder dieser eleganten, intelligenten, frommen Frau malte Robert Campin 1438, es hängt nun im Prado in Madrid und zeigt Barbara in ähnlich lesender Pose wie Maria von Burgund in ihrem Stundenbuch. | + | Diese Betnuss enthält das Bild einer Frau, die für [[Leogang]] wichtig ist, die heilige [[Barbara]]. Nach ihr benannten die Bergleute einen Stollen. sie war ihnen Trösterin und Fürsprecherin, in ihrem Namen zündeten sie unter Tag Lichter an, um vor plötzlichem Tod geschützt zu sein. Und der 4. Dezember, ihr Namensfest, war für sie ein hoher Feiertag. Auch in Flandern, woher die Gebetsnuss stammen dürfte, wurde Barbara verehrt. Eines der herzergreifendsten Bilder dieser eleganten, intelligenten, frommen Frau malte Robert Campin 1438, es hängt nun im Prado in Madrid und zeigt Barbara in ähnlich lesender Pose wie Maria von Burgund in ihrem Stundenbuch. |
| | In Brügge, wo Maria von Burgund begraben ist, hängt heute noch das von Hans Memling für das dortige St.-Johann-Spital gemalte Altarbild mit ähnlicher, etwas figurenreicherer Szene wie jene in der nunmehr Leoganger Nuss: Johannes der Evangelist mit den Heiligen Katharina und Barbara. Diese beide Frauen galten als klug und mutig, beide waren harten Prüfungen ausgesetzt, beide haben für ihre Überzeugung ihr Leben gelassen. Beide halten ein Buch. Das könnte ein Hinweis auf ihre Belesenheit sein. So große Vorbilder, so viele Andeutungen, so tiefe Hinweise birgt diese Nuss, die Maria von Burgund in ihren Händen gewiegt hat. | | In Brügge, wo Maria von Burgund begraben ist, hängt heute noch das von Hans Memling für das dortige St.-Johann-Spital gemalte Altarbild mit ähnlicher, etwas figurenreicherer Szene wie jene in der nunmehr Leoganger Nuss: Johannes der Evangelist mit den Heiligen Katharina und Barbara. Diese beide Frauen galten als klug und mutig, beide waren harten Prüfungen ausgesetzt, beide haben für ihre Überzeugung ihr Leben gelassen. Beide halten ein Buch. Das könnte ein Hinweis auf ihre Belesenheit sein. So große Vorbilder, so viele Andeutungen, so tiefe Hinweise birgt diese Nuss, die Maria von Burgund in ihren Händen gewiegt hat. |