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| | [[Datei:Bundesrepublik_Deutschland_Karte.jpg|thumb|Karte der Bundesrepublik Deutschland mit Lage des Freistaats Bayern]] | | [[Datei:Bundesrepublik_Deutschland_Karte.jpg|thumb|Karte der Bundesrepublik Deutschland mit Lage des Freistaats Bayern]] |
| − | Der '''Freistaat Bayern''' ist das flächengrößte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. | + | Der '''Freistaat Bayern''' ist das flächengrößte Bundesland von [[Deutschland]]. |
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| | ==Lage== | | ==Lage== |
| − | Bayern liegt im Südosten der Bundesrepublik, grenzt im Westen an die Bundesländer Hessen und Baden-[[Württemberg]], im Norden an die Bundesländer Thüringen und Sachsen, im Osten und Süden an die [[Tschechien|Tschechische Republik]] und an die österreichischen Bundesländer [[Oberösterreich]],[[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]], [[Tirol]] und [[Vorarlberg]] und hat Zugang zum Bodensee. | + | Bayern liegt im Südosten Deutschlands, grenzt im Westen an die Bundesländer Hessen und Baden-[[Württemberg]], im Norden an die Bundesländer Thüringen und Sachsen, im Osten und Süden an die [[Tschechien|Tschechische Republik]] und an die österreichischen Bundesländer [[Oberösterreich]],[[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]], [[Tirol]] und [[Vorarlberg]] und hat Zugang zum Bodensee. |
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| | ==Staatliche Symbole== | | ==Staatliche Symbole== |
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| | ==Bevölkerung== | | ==Bevölkerung== |
| − | ====Bevölkerungszahl====
| + | ===Bevölkerungszahl=== |
| | Bayern hat 12,6 Millionen Einwohner, im Vergleich Österreich 8,5 Millionen (Zahlen 2012). | | Bayern hat 12,6 Millionen Einwohner, im Vergleich Österreich 8,5 Millionen (Zahlen 2012). |
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| − | ====Religionszugehörigkeit====
| + | ===Religionszugehörigkeit=== |
| | in Prozent:<br> | | in Prozent:<br> |
| | Römisch-katholische Kirche: 67,2 % <br> | | Römisch-katholische Kirche: 67,2 % <br> |
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| | [[Datei:Bayern-Regierungsbezirke.png|thumb|Die sieben Bezirke (Regierungsbezirke) Bayerns]] | | [[Datei:Bayern-Regierungsbezirke.png|thumb|Die sieben Bezirke (Regierungsbezirke) Bayerns]] |
| | [[Datei: Süddeutschland 1789.png|thumb|Süddeutschland (Schwaben, Franken, Baiern) 1789]] | | [[Datei: Süddeutschland 1789.png|thumb|Süddeutschland (Schwaben, Franken, Baiern) 1789]] |
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| | ==Territoriale Gliederung== | | ==Territoriale Gliederung== |
| | Das Herzogtum, seit 1623 Kurfürstentum, seit 1803 Königreich Bayern erzielte in der napoleonischen Zeit einen erheblichen Gebietszuwachs. Die hinzugewonnenen Landesteile heißen (bayrisches) ''Schwaben'' und ''Franken''. | | Das Herzogtum, seit 1623 Kurfürstentum, seit 1803 Königreich Bayern erzielte in der napoleonischen Zeit einen erheblichen Gebietszuwachs. Die hinzugewonnenen Landesteile heißen (bayrisches) ''Schwaben'' und ''Franken''. |
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| | Die Grenzen des bayrischen Regierungsbezirks Schwaben entsprechen innerhalb Bayerns im wesentlichen denen des mittelalterlichen Stammesherzogtums Schwaben; der größte Teil des Gebietes dieses Stammesherzogtums gehört aber heute zum Bundesland Baden-Württemberg oder zur Schweiz, kleine Teile gehören zu Frankreich (Elsass) und zu Österreich (Vorarlberg). | | Die Grenzen des bayrischen Regierungsbezirks Schwaben entsprechen innerhalb Bayerns im wesentlichen denen des mittelalterlichen Stammesherzogtums Schwaben; der größte Teil des Gebietes dieses Stammesherzogtums gehört aber heute zum Bundesland Baden-Württemberg oder zur Schweiz, kleine Teile gehören zu Frankreich (Elsass) und zu Österreich (Vorarlberg). |
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| − | Die Bevölkerung des mittelalterlichen Stammesherzogtums Schwaben wird in die Schwaben und die Alemannen unterteilt, wobei Schwaben im Großteil Württembergs und des bayrischen Schwaben, Alemannen in den übrigen Gebieten (zB, aber nicht nur, Schweiz, Baden, Elsass, Allgäu, Vorarlberg) wohnen. | + | Die Bevölkerung des mittelalterlichen Stammesherzogtums Schwaben wird in die Schwaben und die Alemannen unterteilt, wobei Schwaben im Großteil Württembergs und des bayrischen Schwaben, Alemannen in den übrigen Gebieten (z. B., aber nicht nur, Schweiz, Baden, Elsass, Allgäu, Vorarlberg) wohnen. |
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| | Religions-(genauer:Konfessions-)geographisch blieb Schwaben (genauer: das später, im Jahr 1803, bayrisch bzw. württembergisch gewordene Schwaben) auch nach der Reformation (Martin Luther, [[1517]]) ganz überwiegend katholisch, auch weil große Teile des Gebietes zu geistlichen Herrschaften gehörten; so im bayrischen Schwaben das Hochstift Augsburg und die Fürstabtei Kempten. Da die Konfessionsgrenzen in vielerlei Hinsicht bestimmend waren, ergaben sich für das Fürsterzbistum Salzburg engere Austauschbeziehungen zum katholischen Schwaben als zu vielen anderen deutschen Regionen. | | Religions-(genauer:Konfessions-)geographisch blieb Schwaben (genauer: das später, im Jahr 1803, bayrisch bzw. württembergisch gewordene Schwaben) auch nach der Reformation (Martin Luther, [[1517]]) ganz überwiegend katholisch, auch weil große Teile des Gebietes zu geistlichen Herrschaften gehörten; so im bayrischen Schwaben das Hochstift Augsburg und die Fürstabtei Kempten. Da die Konfessionsgrenzen in vielerlei Hinsicht bestimmend waren, ergaben sich für das Fürsterzbistum Salzburg engere Austauschbeziehungen zum katholischen Schwaben als zu vielen anderen deutschen Regionen. |
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| | Der Stamm der Franken bewohnte aber auch noch das sehr große Stammesherzogtum Lothringen, in dem einesteils eben die Franken, anderenteils Sprecher des Altfranzösischen (heute: Franzosen [„Franzose“ ist eine Ableitung von „Franke“] und Wallonen) lebten. Noch älter ist die Untergliederung des Stammes (oder Volkes) der Franken in die Salischen Franken und die Uferfranken (oder Ripuarier, von Lateinisch ''Ripa''=Ufer). Heutzutage leben diese historischen Verhältnisse hauptsächlich noch in dialektgeographischen Einteilungen fort, wenn Pfälzisch und Hessisch als ''rheinfränkische'' Dialekte, Köl[ni]sch als nordmittel''fränkisch''er oder ripuarischer Dialekt, andere westdeutsche und [[Niederlande|niederländische]] Dialekte als ''Moselfränkisch'' oder ''niederfränkische'' (zu denen das Flämische gerechnet wird) klassifiziert werden. | | Der Stamm der Franken bewohnte aber auch noch das sehr große Stammesherzogtum Lothringen, in dem einesteils eben die Franken, anderenteils Sprecher des Altfranzösischen (heute: Franzosen [„Franzose“ ist eine Ableitung von „Franke“] und Wallonen) lebten. Noch älter ist die Untergliederung des Stammes (oder Volkes) der Franken in die Salischen Franken und die Uferfranken (oder Ripuarier, von Lateinisch ''Ripa''=Ufer). Heutzutage leben diese historischen Verhältnisse hauptsächlich noch in dialektgeographischen Einteilungen fort, wenn Pfälzisch und Hessisch als ''rheinfränkische'' Dialekte, Köl[ni]sch als nordmittel''fränkisch''er oder ripuarischer Dialekt, andere westdeutsche und [[Niederlande|niederländische]] Dialekte als ''Moselfränkisch'' oder ''niederfränkische'' (zu denen das Flämische gerechnet wird) klassifiziert werden. |
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| − | ====Städte mit Salzburg-Bezügen====
| + | ==Städte mit Salzburg-Bezügen== |
| | Salzburg-Bezüge haben insbesondere | | Salzburg-Bezüge haben insbesondere |
| − | * [[Augsburg]], Heimat von Persönlichkeiten wie Erzbischof [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und [[Leopold Mozart]]; | + | * [[Augsburg]], Heimat von Persönlichkeiten wie [[Erzbischof#Fürsterzbischöfe|Fürsterzbischof]] [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und [[Leopold Mozart]]; |
| − | * [[Nürnberg]] als eine der historisch bedeutendsten Städte Deutschlands; | + | * [[Nürnberg]] als eine der historisch bedeutendsten Städte Deutschlands; bei der [[Protestantenvertreibung]] [[1738]] blieben etliche Salzburger in dieser Stadt; |
| | * [[Würzburg]], 1806 bis 1814 Kurfürstentum unter der Regierung des [[Ferdinand III. von Toskana|Erzherzogs Ferdinand]], der zuvor (1803 - 1806) [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst von Salzburg]] gewesen war; | | * [[Würzburg]], 1806 bis 1814 Kurfürstentum unter der Regierung des [[Ferdinand III. von Toskana|Erzherzogs Ferdinand]], der zuvor (1803 - 1806) [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst von Salzburg]] gewesen war; |
| | * [[Freising]], [[Passau]] und [[Regensburg]] als Zentren anderer, lange Zeit zur [[Salzburger Kirchenprovinz]] gehörender Bistümer und Zentren geistlicher Reichsfürstentümer | | * [[Freising]], [[Passau]] und [[Regensburg]] als Zentren anderer, lange Zeit zur [[Salzburger Kirchenprovinz]] gehörender Bistümer und Zentren geistlicher Reichsfürstentümer |
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| | ==Persönlichkeiten== | | ==Persönlichkeiten== |
| − | ====Altbayern====
| + | ===Altbayern=== |
| | * Sebastian Kneipp (* [[1821]] in Stefansried, † [[1897]] in Wörishofen), katholischer Priester, Begründer des nach ihm benannten Naturheilverfahrens mit Wasserkuren | | * Sebastian Kneipp (* [[1821]] in Stefansried, † [[1897]] in Wörishofen), katholischer Priester, Begründer des nach ihm benannten Naturheilverfahrens mit Wasserkuren |
| | * Wilhelm Röntgen (* [[1845]] in Lennep, † [[1923]] in München), Physiker, entdeckte die nach ihm benannten Röntgenstrahlen, erhielt [[1901]] den ersten Nobelpreis für Physik | | * Wilhelm Röntgen (* [[1845]] in Lennep, † [[1923]] in München), Physiker, entdeckte die nach ihm benannten Röntgenstrahlen, erhielt [[1901]] den ersten Nobelpreis für Physik |
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| | * Sophie Scholl (* [[1921]] in Forchtenberg, † [[1943]]), Studentin, als Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ von den [[Nationalsozialisten]] hingerichtet | | * Sophie Scholl (* [[1921]] in Forchtenberg, † [[1943]]), Studentin, als Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ von den [[Nationalsozialisten]] hingerichtet |
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| − | ====Franken====
| + | ===Franken=== |
| | * Walther von der Vogelweide († [[1230]] in Würzburg), Dichter und Minnesänger | | * Walther von der Vogelweide († [[1230]] in Würzburg), Dichter und Minnesänger |
| | * Albrecht Dürer (* [[1471]] in Nürnberg, † [[1528]] ebenda), Maler und Grafiker | | * Albrecht Dürer (* [[1471]] in Nürnberg, † [[1528]] ebenda), Maler und Grafiker |
| | * [[Veit Stoß]] (1477 - 1533), Bildhauer | | * [[Veit Stoß]] (1477 - 1533), Bildhauer |
| | * Balthasar Neumann (* [[1687]] in Eger, [[Böhmen]], † [[1753]] in Würzburg), Barock-Baumeister; schuf unter anderem die Würzburger Residenz | | * Balthasar Neumann (* [[1687]] in Eger, [[Böhmen]], † [[1753]] in Würzburg), Barock-Baumeister; schuf unter anderem die Würzburger Residenz |
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| | + | ===Personen mit Salzburgbezug === |
| | + | * [[Ernst Kussin]] stammte aus Nürnberg, bekannter Salzburger [[Motorradrennfahrer]] der Nachkriegsjahre; |
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| | ==geschichtliche Salzburg-Bezüge== | | ==geschichtliche Salzburg-Bezüge== |
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| | Die neue Staatszugehörigkeit und die damit verbundenen einschneidenden Veränderungen wurden aber vor allem von der Bevölkerung im Gebirge abgelehnt. Diese projizierte ihren Reichspatriotismus auf den österreichischen Kaiser Franz I., der zuvor als Franz II. Kaiser des 1806 untergegangenen „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ gewesen war. Zudem hatten in der österreichischen Zeit von [[1806]] bis [[1809]] die Behörden im Land selbst kaum Veränderungen vorgenommen. Die Beibehaltung des so genannten „alten Herkommens“ war den Bauern weitaus lieber als die Reformflut der bayerischen Verwaltung. In der Stadt Salzburg machten sich die Bayern unter anderem durch die Auflösung der [[Salzburger Landstände]] und der [[Universität]] unbeliebt. Dabei dürfte der Anschluss an Bayern anfangs im ''Flachen Land'' weitgehend akzeptiert und in der Stadt sogar begrüßt worden sein. In der Stadt Salzburg waren nämlich private Transparente mit Aufschriften wie etwa „''Retour nach Baiern''“ zu lesen und die [[Salzburger Zeitung]] erblickte den Tag, „''...wo uns der Zeitenlauf wieder zu dem alten Vaterhause bringt, dem wir einst angehörten''“. Die rücksichtslose Durchsetzung der Reformen im Sinne des Grafen Montgelas jedoch ließ die Sympathie für den Verbleib bei Bayern drastisch schwinden. Ziel des zentralistischen Staates war es, durch die vollständige Löschung der alten Strukturen und jeglicher Eigenart, ein nur nach verwaltungstechnischen Gesichtspunkten gestaltetes Land zu schaffen. Den Salzburgern drohte damit der Verlust ihrer Identität. | | Die neue Staatszugehörigkeit und die damit verbundenen einschneidenden Veränderungen wurden aber vor allem von der Bevölkerung im Gebirge abgelehnt. Diese projizierte ihren Reichspatriotismus auf den österreichischen Kaiser Franz I., der zuvor als Franz II. Kaiser des 1806 untergegangenen „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ gewesen war. Zudem hatten in der österreichischen Zeit von [[1806]] bis [[1809]] die Behörden im Land selbst kaum Veränderungen vorgenommen. Die Beibehaltung des so genannten „alten Herkommens“ war den Bauern weitaus lieber als die Reformflut der bayerischen Verwaltung. In der Stadt Salzburg machten sich die Bayern unter anderem durch die Auflösung der [[Salzburger Landstände]] und der [[Universität]] unbeliebt. Dabei dürfte der Anschluss an Bayern anfangs im ''Flachen Land'' weitgehend akzeptiert und in der Stadt sogar begrüßt worden sein. In der Stadt Salzburg waren nämlich private Transparente mit Aufschriften wie etwa „''Retour nach Baiern''“ zu lesen und die [[Salzburger Zeitung]] erblickte den Tag, „''...wo uns der Zeitenlauf wieder zu dem alten Vaterhause bringt, dem wir einst angehörten''“. Die rücksichtslose Durchsetzung der Reformen im Sinne des Grafen Montgelas jedoch ließ die Sympathie für den Verbleib bei Bayern drastisch schwinden. Ziel des zentralistischen Staates war es, durch die vollständige Löschung der alten Strukturen und jeglicher Eigenart, ein nur nach verwaltungstechnischen Gesichtspunkten gestaltetes Land zu schaffen. Den Salzburgern drohte damit der Verlust ihrer Identität. |
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| | In den folgenden Jahren erfolgten der Ausbau von Straßen, die Einführung der staatlichen Post und Neuerungen in der Landwirtschaft. Das Schul- und Bildungswesen und die medizinische Versorgung wurden verbessert. Schwere Belastungen für die Bevölkerung aber stellten die Erhöhung von Steuern und Abgaben sowie die Truppenaushebungen dar. Trotz der kriegerischen Ereignisse kümmerte man sich um kulturelle Angelegenheiten: Die Bayerische Akademie der Wissenschaften begann [[1815]] mit der Ausgrabung der bekannten [[Römer|römischen]] [[Palastvilla in Loig]]. | | In den folgenden Jahren erfolgten der Ausbau von Straßen, die Einführung der staatlichen Post und Neuerungen in der Landwirtschaft. Das Schul- und Bildungswesen und die medizinische Versorgung wurden verbessert. Schwere Belastungen für die Bevölkerung aber stellten die Erhöhung von Steuern und Abgaben sowie die Truppenaushebungen dar. Trotz der kriegerischen Ereignisse kümmerte man sich um kulturelle Angelegenheiten: Die Bayerische Akademie der Wissenschaften begann [[1815]] mit der Ausgrabung der bekannten [[Römer|römischen]] [[Palastvilla in Loig]]. |
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| | Die [[739]] gegründete Diözese Salzburg wurde [[798]] zum [[Erzdiözese Salzburg|Erzbistum]] erhoben und war damit zum Mittelpunkt der neuen bairischen Kirchenprovinz ([[Salzburger Kirchenprovinz]]) geworden. Dem Erzbistum Salzburg unterstanden die Suffraganbistümer [[Regensburg]], [[Passau]], [[Freising]] und [[Brixen|Säben (Brixen)]]. Die Salzburger Kirchenprovinz deckte damit fast das gesamte Gebiet des Herzogtums Bayern ab. Die [[Erzdiözese Salzburg]] selbst umfasste auch Gebiete im heutigen Bayern. Von [[1816]] bis [[1822]] wurden die Diözesangrenzen an die Staatsgrenzen angeglichen. Der [[Rupertiwinkel]] und das bayerische Gebiet östlich des Inns, die seit jeher kirchlich zur Erzdiözese Salzburg gehört hatten, fielen nun in die Zuständigkeit des Erzbistums München-Freising. | | Die [[739]] gegründete Diözese Salzburg wurde [[798]] zum [[Erzdiözese Salzburg|Erzbistum]] erhoben und war damit zum Mittelpunkt der neuen bairischen Kirchenprovinz ([[Salzburger Kirchenprovinz]]) geworden. Dem Erzbistum Salzburg unterstanden die Suffraganbistümer [[Regensburg]], [[Passau]], [[Freising]] und [[Brixen|Säben (Brixen)]]. Die Salzburger Kirchenprovinz deckte damit fast das gesamte Gebiet des Herzogtums Bayern ab. Die [[Erzdiözese Salzburg]] selbst umfasste auch Gebiete im heutigen Bayern. Von [[1816]] bis [[1822]] wurden die Diözesangrenzen an die Staatsgrenzen angeglichen. Der [[Rupertiwinkel]] und das bayerische Gebiet östlich des Inns, die seit jeher kirchlich zur Erzdiözese Salzburg gehört hatten, fielen nun in die Zuständigkeit des Erzbistums München-Freising. |
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| − | Innerhalb der Erzdiözese Salzburg existierte von [[1215]] bis [[1817]] das Salzburger [[Eigenbistum Chiemsee]]. Der Sitz der [[Bischöfe von Chiemsee]] war das [[Augustiner-Chorherrenstift Herrenwörth]] auf der [[Herreninsel]] im [[Chiemsee]]. Sie waren die [[Weihbischof|Weihbischöfe]] der Salzburger Erzbischöfe und hatten deshalb in Salzburg eine ständige Residenz, den [[Chiemseehof]]. Das [[Bistum Chiemsee]] umfasste nur zehn Pfarreien westlich und südlich des Chiemsees: [[Herrenchiemsee]], [[Prien]], Eggstätt, Söllhuben und Grassau in Bayern, [[Söll]], [[Kirchdorf]], [[Sankt Johann in Tirol]], [[Brixen im Thale]] und [[Sankt Ulrich am Pillersee]] in [[Tirol]]. | + | Innerhalb der Erzdiözese Salzburg existierte von [[1215]] bis [[1817]] das Salzburger [[Eigenbistum Chiemsee]]. Der Sitz der [[Bischöfe von Chiemsee]] war das [[Augustiner-Chorherrenstift Herrenwörth]] auf der [[Herreninsel]] im [[Chiemsee]]. Sie waren die [[Weihbischof|Weihbischöfe]] der Salzburger Erzbischöfe und hatten deshalb in Salzburg eine ständige Residenz, den [[Chiemseehof]]. Das [[Bistum Chiemsee]] umfasste nur zehn Pfarreien westlich und südlich des Chiemsees: [[Herrenchiemsee]], Prien, Eggstätt, Söllhuben und Grassau in Bayern, Söll, Kirchdorf, [[Sankt Johann in Tirol]], [[Brixen im Thale]] und [[Sankt Ulrich am Pillersee]] in [[Tirol]]. |
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| | '''Literatur und Quellen für den Abschnitt: Geschichtliche Salzburg-Bezüge''' | | '''Literatur und Quellen für den Abschnitt: Geschichtliche Salzburg-Bezüge''' |