| | Die Honigbiene wurde erst im [[17. Jahrhundert]] durch europäische Siedler in das heutige Gebiet der USA eingeführt. Die US-Amerikanische Honigbiene verfügt daher von vorne herein über einen entsprechend limitierten Genpool. Die in den letzten Jahrzehnten erfolgte Intensivzucht bringt eine kontrollierte Evolution in einer kontrollierten und selektierten Umwelt. Die Züchtung zielt auf Kriterien wie erhöhte Fügsamkeit und Honigproduktionssteigerung. Es fehlen die natürliche Anpassung und die damit verbundene Resistenzentwicklung. | | Die Honigbiene wurde erst im [[17. Jahrhundert]] durch europäische Siedler in das heutige Gebiet der USA eingeführt. Die US-Amerikanische Honigbiene verfügt daher von vorne herein über einen entsprechend limitierten Genpool. Die in den letzten Jahrzehnten erfolgte Intensivzucht bringt eine kontrollierte Evolution in einer kontrollierten und selektierten Umwelt. Die Züchtung zielt auf Kriterien wie erhöhte Fügsamkeit und Honigproduktionssteigerung. Es fehlen die natürliche Anpassung und die damit verbundene Resistenzentwicklung. |
| − | Während in den 60er Jahren in Kalifornien ausreichend Bienen zur Verfügung standen, um die rund 60 000 ha an Mandelbaumplantagen zu bestäuben, muss mittlerweile zur Zeit der Mandelblüte jährlich ein immer größerer Teil des Gesamtbestandes US-amerikanischen Bienenvölker zur Bestäubung der Mandelbaumplantagen nach Kalifornien gebracht werden. Die Mandelproduktion nimmt dort bereits eine Fläche von 300 000 ha ein, eine Monokultur unvorstellbaren Ausmaßes, die nicht als natürliche Umgebung zu bewerten ist. (In einer für Honigbienen natürlichen Umgebung blühen zahlreiche Pflanzen unterschiedlicher Art gleichzeitig). Die Bienenstöcke werden von den Plantagenbesitzern von industriell arbeitenden Imkern angemietet und von diesen aus allen Ecken der USA angeliefert. Diese Imker sorgen mittlerweile für die Bestäubung von Anbauflächen in den Vereinigten Staaten. Diese Zusammenführung vieler Völker mit ihren jeweiligen Erregern aus verschiedenen Regionen (mit den jeweiligen Pestiziden in den dortigen Plantagen) stellt eine massive Gefährdung dar. Die häufigen Transporte bedeuten außerdem einen enormen Stress für die Bienen. Die Königinnen sind bereits kurzlebiger als früher und viele von ihnen werden wie „Turbomilchkühe“, die ihre Leistung nicht mehr bringen, einfach ausgetauscht. Die Imker handeln immer mehr wie Viehzüchter, ihre Plantagenfütterung und die dadurch notwendige Medikamentierung entsprechen einer aggressiven Imkerei: ihre Bienen werden bis zum Tod ausgebeutet. Ihr Überleben ist nur durch den kurzen Verbleib in den jeweiligen Plantagen (Mandelbaumkulturen, Apfelbaumkulturen etc.) möglich, ihre natürliche Lebensdauer wird aber in jedem Fall verkürzt. Die Biene wird zur Wegwerfarbeiterin degradiert. | + | Während in den 60er Jahren in Kalifornien ausreichend Bienen zur Verfügung standen, um die rund 60 000 ha an Mandelbaumplantagen zu bestäuben, muss mittlerweile zur Zeit der Mandelblüte jährlich ein immer größerer Teil des Gesamtbestandes US-amerikanischen Bienenvölker zur Bestäubung der Mandelbaumplantagen nach Kalifornien gebracht werden. Die Mandelproduktion nimmt dort bereits eine Fläche von 300 000 ha ein, eine Monokultur unvorstellbaren Ausmaßes, die nicht als natürliche Umgebung zu bewerten ist. (In einer für Honigbienen natürlichen Umgebung blühen zahlreiche Pflanzen unterschiedlicher Art gleichzeitig). Die Bienenstöcke werden von den Plantagenbesitzern von industriell arbeitenden Imkern angemietet und von diesen aus allen Ecken der USA angeliefert. Diese mobilen Imker sorgen mittlerweile für die Bestäubung aller Anbauflächen in den Vereinigten Staaten. Die dazu notwendige Zusammenführung vieler Völker mit ihren jeweiligen Erregern aus unterschiedlichen Regionen (mit ihren jeweiligen Pestiziden in den jeweiligen Plantagen) stellt eine massive Gefährdung dar. Die häufigen Transporte bedeuten außerdem einen enormen Stress für die Bienen. Die Königinnen sind bereits kurzlebiger als früher und viele von ihnen werden wie „Turbomilchkühe“, die ihre Leistung nicht mehr bringen, einfach ausgetauscht. Die Imker handeln immer mehr wie Viehzüchter, ihre Plantagenfütterung und die dadurch notwendige Medikamentierung entsprechen einer aggressiven Imkerei: ihre Bienen werden bis zum Tod ausgebeutet. Ihr Überleben ist nur durch den kurzen Verbleib in den jeweiligen Plantagen (Mandelbaumkulturen, Apfelbaumkulturen etc.) möglich, ihre natürliche Lebensdauer wird aber in jedem Fall verkürzt. Die Biene wird zur Wegwerfarbeiterin degradiert. |
| | Aufgrund der geografischen und klimatischen Bedingungen sind im Bundesland weder größere Monokulturen noch industrielle [[Imkerei]] mit häufigen Bienentransporten zu finden. Doch auch vor Salzburg machen moderne Strömungen in der Landwirtschaft nicht Halt. Wiesen werden überdüngt und frühzeitig gemäht, noch bevor die Wildblumen zur Blüte und die Bienen zu ihrem Nektar kommen. Die Artenvielfalt nimmt durch intensive Bewirtschaftung ab und auch der [[Bodenverbrauch]] an Grün- und Ackerflächen ist mit österreichweit rund 24 ha täglich nach wie vor hoch. Die bisher größte Bedrohung der Bienen liegt aber hier nach wie vor bei der Varoa-Milbe. | | Aufgrund der geografischen und klimatischen Bedingungen sind im Bundesland weder größere Monokulturen noch industrielle [[Imkerei]] mit häufigen Bienentransporten zu finden. Doch auch vor Salzburg machen moderne Strömungen in der Landwirtschaft nicht Halt. Wiesen werden überdüngt und frühzeitig gemäht, noch bevor die Wildblumen zur Blüte und die Bienen zu ihrem Nektar kommen. Die Artenvielfalt nimmt durch intensive Bewirtschaftung ab und auch der [[Bodenverbrauch]] an Grün- und Ackerflächen ist mit österreichweit rund 24 ha täglich nach wie vor hoch. Die bisher größte Bedrohung der Bienen liegt aber hier nach wie vor bei der Varoa-Milbe. |