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| | [[1458]] war erstmals ein Bauernaufstand im [[Fürsterzbistum Salzburg]] vermeldet worden. Fürsterzbischof [[Sigmund I. von Volkersdorf|Sigmund von Volkersdorf]] hatte eine Viehsteuer (von einem Kreuzer für jedes Stück Großvieh) eingehoben "darüber sich das gantz gebürg entpört und zu Werffen rottiert, aber von dem hofgericht mit nachlass der Steuer wider begütiget worden". Gleichzeitig waren von [[1456]] bis [[1459]] wegen anhaltenden Sommerdürren die Ernten der Bauern allgemein sehr schlecht ausgefallen. | | [[1458]] war erstmals ein Bauernaufstand im [[Fürsterzbistum Salzburg]] vermeldet worden. Fürsterzbischof [[Sigmund I. von Volkersdorf|Sigmund von Volkersdorf]] hatte eine Viehsteuer (von einem Kreuzer für jedes Stück Großvieh) eingehoben "darüber sich das gantz gebürg entpört und zu Werffen rottiert, aber von dem hofgericht mit nachlass der Steuer wider begütiget worden". Gleichzeitig waren von [[1456]] bis [[1459]] wegen anhaltenden Sommerdürren die Ernten der Bauern allgemein sehr schlecht ausgefallen. |
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| − | ===Der Aufstand 1462 === | + | ===Der Aufstand 1462=== |
| − | Der neugewählte Fürsterzbischof [[Burkhard II. von Weißpriach|Burckhard von Weißpriach]] hatte [[1462]] die neue Viehsteuer nicht behoben, sondern führte sie ungeachtet der steigenden Armut weiter. In der "schreckliche Münzkatastrophe" von 1458 bis [[1460]] verarmten zudem große Bevölkerungsteile. Kaiser [[Friedrich III.]] wollte mit der Prägung minderwertiger Münzen (also mit geringem [[Silberbergbau|Silber]]gehalt) eine Verbesserung der chronisch schlechten Finanzen des Reiches erreichen. Das [[Herzogtum Bayern]] und das Fürsterzbistum Salzburg fügten sich diesem Beispiel, was zusätzlich Armut ins Land brachte. Die Bevölkerung wollte dieses neue Münzgeld, das damals den bezeichnenden Namen "Schinderlinge" erhielt, nicht für Zahlungen verwenden. [[1462]] führte nun der neue Fürsterzbischof nach seiner Wahl dann zusätzlich eine [[Weihsteuerliste|Weihsteuer]] in bisher unbekannte Höhe ein. Am [[Pass Lueg]] und nächst dem Ort [[Werfen]] sowie bei [[Saalfelden]] sammelten sich darauf Bauern, um den Soldaten des Fürsterzbistums den Weg ins [[Innergebirg]] abzusperren. Der Fürsterzbischof wollte damals den Aufstand mangels ausreichender Truppen unbedingt gütlich beilegen und erklärte sich letztendlich bereit die Weihsteuer auf jenes Ausmaß zu beschränken, das schon seine Vorgänger gefordert hatten. Die Bauern wurden gleichzeitig begnadigt. | + | Der neugewählte Fürsterzbischof [[Burkhard II. von Weißpriach|Burckhard von Weißpriach]] hatte [[1462]] die neue Viehsteuer nicht behoben, sondern führte sie ungeachtet der steigenden Armut weiter. In der "schrecklichen Münzkatastrophe" von [[1458]] bis [[1460]] verarmten zudem große Teile der Bevölkerung. Kaiser [[Friedrich III.]] wollte mit der Prägung minderwertiger Münzen (also mit geringem [[Silberbergbau|Silber]]gehalt) eine Verbesserung der chronisch schlechten Finanzen des Reiches erreichen. Das [[Herzogtum Bayern]] und das Fürsterzbistum Salzburg folgten diesem Beispiel, was die Armut im Land weiter verstärkte. Die Bevölkerung wollte dieses neue Münzgeld, das damals den bezeichnenden Namen "Schinderlinge" erhielt, nicht für Zahlungen verwenden. |
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| | + | [[1462]] führte der neue Fürsterzbischof nach seiner Wahl zusätzlich eine [[Weihsteuerliste|Weihsteuer]] in bisher unbekannter Höhe ein. Am [[Pass Lueg]] und nahe dem Ort [[Werfen]] sowie bei [[Saalfelden]] sammelten sich daraufhin Bauern, um den Soldaten des Fürsterzbistums den Weg ins [[Innergebirg]] zu versperren. Unter der Führung von [[Ulrich Dienstl]] zog ein Bauernheer gegen die Stadt Salzburg. |
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| | + | Kardinal-Erzbischof Burkhard zog eine militärische Lösung nicht in Erwägung und verhandelte mit den Bauernvertretern, denen er freies Geleit zusicherte. Durch die Vermittlung der Räte Herzog Ludwigs von Niederbayern-Landshut kam es am [[26. August]] zu einer "vorläufigen Abrede" (Vereinbarung) und zu einem Generalpardon des Fürsterzbischofs für die Aufständischen. Der Fürsterzbischof wollte den Aufstand mangels ausreichender Truppen unbedingt gütlich beilegen und erklärte sich letztendlich bereit, die Weihsteuer auf jenes Ausmaß zu beschränken, das bereits seine Vorgänger gefordert hatten. Die Bauern wurden gleichzeitig begnadigt. |
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| | + | Am [[8. Oktober]] kam es zur endgültigen Beilegung des Konflikts durch einen Schiedsspruch Herzog Ludwigs des Reichen von Niederbayern-Landshut.<ref>[[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]: Salzburg im 15. Jahrhundert. In: Geschichte Salzburgs – Stadt und Land, Bd. I/1, hrsg. von Heinz Dopsch, 2. Aufl. Salzburg 1983, S. 529–536</ref> |
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| | == Die Kriege 1525 und 1526 und ihre Gründe == | | == Die Kriege 1525 und 1526 und ihre Gründe == |