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== Schneelawinen ==
 
== Schneelawinen ==
 
=== Herausragende Schneelawinenabgänge ===
 
=== Herausragende Schneelawinenabgänge ===
==== Lawinenunglück beim Bau der Tauernbahn ====
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Am [[7. März]] [[1909]] kamen am südlichen Ende des [[Gasteinertal]]s 26 Menschen bei einem schweren Lawinenunglück ums Leben; es waren Arbeiter aus vielen Teilen der [[Habsburger]]-Monarchie, die beim Bau der [[Tauernbahn]] und des [[Tauerntunnel (Bahn)|Tauerntunnels]] zwischen [[Böckstein]] und [[Mallnitz]] beschäftigt waren.
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==== Lawinenunglück am Hohen Sonnblick 1928 ====
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==== 1909: Lawinenunglück beim Bau der Tauernbahn ====
: ''[[Lawinenunglück am Hohen Sonnblick 1928]]
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Am [[7. März]] [[1909]] kamen am südlichen Ende des [[Gasteinertal]]s 26 Menschen bei einem schweren Lawinenunglück ums Leben; es waren Arbeiter aus vielen Teilen der [[Habsburgermonarchie]], die beim Bau der [[Tauernbahn]] und des [[Tauerntunnel (Bahn)|Tauerntunnels]] zwischen [[Böckstein]] und [[Mallnitz]] beschäftigt waren.
Ein Lawinenunglück am [[Hohen Sonnblick]] ereignete sich am Dienstag, den [[20. März]] [[1928]] und forderte 13 Todesopfer.
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==== Ölbrennergut Bad Gastein ====
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Am [[21. Jänner]] [[1951]] wird die 14-köpfige Familie des [[Ölbrennergut]]s in [[Bad Gastein]] durch einen Neuschneelawinenabgang ausgelöscht. Insgesamt kommen innerhalb von fünf Tagen rund um dieses Datum in ganz Österreich mehr als 130 Personen durch Lawinenabgänge ums Leben.
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==== Lawinenunglück beim Bau der Tauernkraftwerke ====
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==== 1928: Lawinenunglück am Hohen Sonnblick ====
Am Montag, den [[5. Dezember]] [[1955]], löste sich im Bereich einer Baustelle der [[Tauernkraftwerke Kaprun]] kurz nach 16 Uhr unter ohrenbetäubenden Getöse vom 3 066 m ü. A. [[Grieskogel]] westlich oberhalb des [[Stausee Mooserboden]] eine 100 m breite und 400 m lange Press-Schneelawine, die 18 Arbeiter beim sogenannten Ebmattenstollen mit sich riss und verschüttete. Über 200 Mann [[Gendarmerie]], [[Bergrettung|Bergretter]] und Werksarbeiter wurden in kurzer Zeit zur Unglücksstelle gebracht. Bis Dienstagabend konnten zehn Personen nur tot geborgen werden und drei lebend. Fünf Arbeiter wurden dann am Mittwoch, [[7. Dezember]] nur mehr tot geborgen.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=0j848lLOwpD%2Bc1u3cwKgN69lObzLXQju0DqfmvbsrWM4NA5Van8TMiyCetSP1%2FGJyQuOFc%2BU0f2RrrAo%2Bi%2B5n%2B3Up1p2yYsS7uqEdJLhZU4bt357luDKvmsNJnoG95f%2B&id1=19551207_09&q=Tauernkraftwerke#sn-archiv-9 www.sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]" vom 7. Dezember 1955, Seite 7</ref>
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''[[Lawinenunglück am Hohen Sonnblick 1928]]''
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Ein Lawinenunglück am [[Hohen Sonnblick]] ereignete sich am Dienstag, den [[20. März]] [[1928]], und forderte 13 Todesopfer.
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==== Schwedenunglück ====
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==== 1951: Ölbrennergut Bad Gastein ====
Das [[Schwedenunglück]]'' war das schwerste Lawinenunglück, das den Wintersportort [[Obertauern]] am [[2. März]] [[1965]] traf. 14 Jugendliche aus [[Schweden]] starben, weil ein mit 37 schwedischen und finnischen Studenten voll besetzter Sonderbus der Post auf dem Weg von Obertauern ins Quartier in der Nähe von [[Radstadt]] von einer Staublawine 50 Meter in die Tiefe mitgerissen wurde.
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Am [[21. Jänner]] [[1951]] wurde die 14-köpfige Familie des [[Ölbrennergut]]s in [[Bad Gastein]] durch einen Neuschnee-Lawinenabgang ausgelöscht. Insgesamt kamen innerhalb von fünf Tagen rund um dieses Datum in ganz Österreich mehr als 130 Personen durch Lawinenabgänge ums Leben.
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==== Skipiste Obertauern ====
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==== 1955: Lawinenunglück beim Bau der Tauernkraftwerke ====
Eine mächtige Nassschneelawine begräbt am [[28. April]] [[2006]] fünf Schüler und zwei Lehrer des Gymnasiums Wien-Hagenmüllergasse (Dritter Bezirk) unter sich. Die Lawine geht in Obertauern kurz nach 11:30 Uhr zwischen [[Zehnerkar]] und [[Gamsleitenspitze]] auf die gesicherte Piste ab. Alle Verschütteten können zunächst lebend geborgen werden, ein Mädchen erliegt im Spital seinen Verletzungen. Vier Mitglieder der Lawinenkommission mussten sich vor Gericht verantworten und wurden freigesprochen. Zum Unglückszeitpunkt hat nur Warnstufe 2 (mäßige Gefahr) geherrscht. Die Lawine sei aufgrund einer besonderen Schneekonsistenz, die nicht vorhersehbar gewesen sei, abgegangen.
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Am Montag, den [[5. Dezember]] [[1955]], löste sich im Bereich einer Baustelle der [[Tauernkraftwerke Kaprun]] kurz nach 16 Uhr unter ohrenbetäubendem Getöse vom 3&nbsp;066 m ü. A. [[Grieskogel]] westlich oberhalb des [[Stausee Mooserboden]] eine 100 m breite und 400 m lange Pressschneelawine, die 18 Arbeiter beim sogenannten Ebmattenstollen mit sich riss und verschüttete. Über 200 Mann [[Gendarmerie]], [[Bergrettung|Bergretter]] und Werksarbeiter wurden in kurzer Zeit zur Unglücksstelle gebracht. Bis Dienstagabend konnten zehn Personen nur tot und drei lebend geborgen werden. Fünf Arbeiter wurden dann am Mittwoch, [[7. Dezember]], ebenfalls nur mehr tot geborgen.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=0j848lLOwpD%2Bc1u3cwKgN69lObzLXQju0DqfmvbsrWM4NA5Van8TMiyCetSP1%2FGJyQuOFc%2BU0f2RrrAo%2Bi%2B5n%2B3Up1p2yYsS7uqEdJLhZU4bt357luDKvmsNJnoG95f%2B&id1=19551207_09&q=Tauernkraftwerke#sn-archiv-9 www.sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]" vom 7. Dezember 1955, Seite 7</ref>
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==== Nassschneelawine in Muhr ====
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==== 1965: Das sogenannte Schwedenunglück ====
Am Abend des [[6. April]] [[2009]] unterbricht eine mächtige Nassschneelawine die Straße von [[Muhr]] nach [[Hintermuhr]] im [[Lungau]]. Da die Straße bereits gesperrt war kommt niemand zu Schaden. 60 Menschen werden von der Außenwelt abgeschnitten. Die Straße kann am [[14. April]] wieder für den Verkehr freigegeben werden.  
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Das [[Schwedenunglück]] war das schwerste Lawinenunglück, das den Wintersportort [[Obertauern]] am [[2. März]] [[1965]] traf. 14 Jugendliche aus [[Schweden]] starben, weil ein mit 37 schwedischen und [[Finnland|finnischen]] Studenten vollbesetzter Sonderbus der Post auf dem Weg von Obertauern ins Quartier in der Nähe von [[Radstadt]] von einer Staublawine 50 Meter in die Tiefe mitgerissen wurde.
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==== Lawinenunglück im Gebiet des Großvenedigers ====
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==== 2006: Nassschneelawine in Obertauern ====
Am [[2. März]] [[2012]] verschüttet eine gewaltige   Nassschneelawine im Gebiet des   [[Großvenediger]]s sieben Personen einer dreizehnköpfigen   Schneeschuhwandergruppe; ein 40-jähriger Deutscher verstarb nach der   Einlieferung in das [[Unfallkrankenhaus Salzburg]]. Die österreichische   Führerin hatte als einzige der Gruppe ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) dabei und soll angebliche nicht über die notwendige Ausbildung einer Skitourenführerin verfügen. Sie führte die Gruppe bei Lawinenwarnstufe drei um die Mittagszeit durch eine Mulde unterhalb eines sonnenbeschienenen Hanges.
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Eine mächtige Nassschneelawine begräbt am [[28. April]] [[2006]] fünf Schüler und zwei Lehrer des Gymnasiums Wien-Hagenmüllergasse (3. Bezirk) unter sich. Die Lawine geht in Obertauern kurz nach 11:30 Uhr zwischen [[Zehnerkar]] und [[Gamsleitenspitze]] auf eine gesicherte Piste ab. Alle Verschütteten können zunächst lebend geborgen werden, ein Mädchen erliegt im Spital ihren Verletzungen. Vier Mitglieder der Lawinenkommission mussten sich vor Gericht verantworten und wurden freigesprochen. Zum Unglückszeitpunkt hat nur Warnstufe 2 (mäßige Gefahr) geherrscht. Die Lawine sei aufgrund einer besonderen Schneekonsistenz, die nicht vorhersehbar gewesen sei, abgegangen.
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==== 2009: Nassschneelawine in Muhr ====
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Am Abend des [[6. April]] [[2009]] unterbricht eine mächtige Nassschneelawine die Straße von [[Muhr]] nach [[Hintermuhr]] im [[Lungau]]. Da die Straße bereits gesperrt war, kommt niemand zu Schaden. 60 Menschen werden von der Außenwelt abgeschnitten. Die Straße kann am [[14. April]] wieder für den Verkehr freigegeben werden.
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==== 2012: Lawinenunglück im Gebiet des Großvenedigers ====
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Am [[2. März]] [[2012]] verschüttet eine gewaltige Nassschneelawine im Gebiet des [[Großvenediger]]s sieben Personen einer dreizehnköpfigen Schneeschuhwandergruppe; ein 40-jähriger Deutscher verstarb nach der Einlieferung in das [[Unfallkrankenhaus Salzburg]]. Die österreichische Führerin hatte als einzige der Gruppe ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) dabei und soll angeblich nicht über die notwendige Ausbildung einer Skitourenführerin verfügen. Sie führte die Gruppe bei Lawinenwarnstufe drei um die Mittagszeit durch eine Mulde unterhalb eines sonnenbeschienenen Hangs.
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==== 2026: Schwarzer Samstag mit fünf Lawinentoten ====
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Ein "schwarzer Tag" in Salzburgs Bergen war der Samstag, [[17. Jänner]] [[2026]]: Bei Lawinenabgängen im [[Pongau]] sind an diesem Samstag insgesamt fünf Personen getötet worden; eine Skitourengeherin starb in [[Bad Hofgastein]] und im [[Großarltal]] kamen vier Mitglieder einer geführten Skitour des [[Alpenverein]]s ums Leben.
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Die Bergrettung Bad Hofgastein wurde gegen 12.30 Uhr zum ersten Einsatz alarmiert. Ein Ehepaar (beide 58 Jahre alt) aus [[Niederösterreich]] ging laut Polizei eine Skitour zur Schmugglerscharte. Die Frau fuhr zuerst in einen steilen Hang ein und löste dabei eine Lawine aus. Sie wurde von den Schneemassen teilweise verschüttet. Einsatzkräfte konnten die Frau nur mehr tot bergen.
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Gegen 14 Uhr wurde die Bergrettung zu einem Großeinsatz mit tragischem Ausgang alarmiert: Eine Lawine ging im freien alpinen Gelände im Bereich des Finsterkopfs (2&nbsp;152 [[m ü. A.]]) im Großarltal ab: Sieben aufsteigende Tourengeher wurden komplett verschüttet, schilderte die Polizei am Sonntag, [[18. Jänner]], in einer Aussendung. Ein 58-jähriger Salzburger befreite sich selbständig aus den Schneemassen, blieb unverletzt, begann mit der Rettung und alarmierte die Einsatzkräfte. Bei den Toten handelte es sich um zwei [[Tirol]]er (63, 65), einen [[Oberösterreich]]er (53) und eine [[Steiermark|Steirerin]] (60). Sie starben noch im Lawinenkegel. Zwei weitere Personen – ein Mann und eine Frau – konnten lebend gerettet werden.<ref>[[SALZBURG24]] vom [https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pongau/unglueck-schmerzt-zutiefst-fuenf-tote-bei-lawinenabgaengen-im-pongau-alpenverein-gruppe-von-schneemassen-verschuettet-art-314141 18. Jänner 2026]</ref>
    
== Lawinenwarnkommission ==
 
== Lawinenwarnkommission ==

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